Um 6.000 Euro Spenden baten die Medizinstudierenden aus Dresden, nachdem einige von ihnen am Donnerstag während eines Protests gegen „Querdenker“ von der Polizei angezeigt worden waren. Bisher wurde eine Summe gespendet, die fast dreimal so hoch ist wie das angesetzte Spendenziel. Außerdem wurden im Rahmen der Ermittlungen gegen mutmaßliche Käufer/-innen rund um das sogenannte Fahrradgate bereits rund 50 Verfahren eingestellt. Und die Bundeswehr ermittelt gegen über 50 Impfverweigerer aus den eigenen Reihen. Die LZ fasst zusammen, was am Wochenende des 15. und 16. Januars 2022 in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Spendenaufruf für Medizinstudierende geht durch die Decke

Nachdem die Polizei am Donnerstag in Dresden rund zwei Dutzend Medizinstudierende der TU Dresden wegen Verstößen gegen die Corona-Verordnung angezeigt hat, dürften die betroffenen Personen die eventuell drohenden Bußgelder durch Spenden gedeckt haben. Der Fachschaftsrat Medizin/Zahnmedizin ruft seit Freitag über eine Online-Plattform zu Spenden auf.

Das selbst gesteckte Ziel: 6.000 Euro, um „eventuell anfallende Bußgelder zu decken“. Mit Stand Sonntag, 19 Uhr, hat der Fachschaftsrat bereits 16.768 Euro eingesammelt. Überschüssige Gelder aus der Kampagne wolle man an das Projekt Wünschewagen des Arbeiter-Samariter-Bundes spenden, so der Fachschaftsrat in seinem Aufruf.

Die Medizinstudierenden hatten sich unter dem Motto „Impfen statt Schimpfen“ mit Kitteln und Plakaten vor einem Dresdner Krankenhaus gegen eine „Querdenker“-Demo gestellt. Polizeikräfte leiteten wegen des Verstoßes gegen die Corona-Verordnung Ordnungswidrigkeitsverfahren ein. Der Fall sorgte bundesweit für Aufsehen. Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) bedankte sich auf seinen Social-Media-Kanälen für das „klare und wichtige Statement“ der Medizinstudierenden.

Knapp 50 eingestellte Verfahren beim Fahrradgate

Neues zum „Fahrradgate“ bei der Polizei Sachsen: Knapp 50 der rund 190 Ermittlungsverfahren gegen die mutmaßlichen Käufer/-innen der sichergestellten Fahrräder sind bisher eingestellt worden. Das berichtet die Leipziger Volkszeitung (LVZ). Laut der Sprecherin der Staatsanwaltschaft Dresden habe sich in insgesamt 47 Fällen bisher kein hinreichender Tatverdacht ergeben.

Mit Stand März 2021 waren bereits 31 Ermittlungsverfahren eingestellt worden, wie die LZ damals erfuhr. Innerhalb knapp eines Jahres sind also in 16 weiteren Fällen die Ermittlungen beendet worden.

Auch gegen die mutmaßlichen Verkäufer/-innen der Fahrräder – ehemalige Mitarbeiter/-innen der Ermittlungsgruppe „Zentrale Bearbeitung der Fahrradkriminalität“ und zwei Mitglieder eines Schrebergartenvereins, der zur Vertuschung der illegalen Aktivitäten als Zwischenstation fungiert haben soll – ermittelt die Staatsanwaltschaft.

Im Sommer 2020 wurde bekannt, dass Leipziger Polizeibeamt/-innen über Jahre hinweg beschlagnahmte Fahrräder aus der Asservatenkammer an Kolleg/-innen und Außenstehende verkauft haben sollen.

Lernsax jetzt auch auf Sorbisch

Hörte oder las man in der Vergangenheit von Lernsax, der Online-Lernplattform der sächsischen Schulen, war oft nichts Gutes zu vernehmen: Oft ging es um die Nicht-Erreichbarkeit der Plattform oder um extrem langsame Upload- und Downloadprozesse, die während der Zeit der geschlossenen Schulen das sogenannte Homeschooling teilweise erheblich erschwerten und bei Schüler/-innen, Lehrer/-innen und Eltern für Frust sorgten.

Heute mal eine gute Nachricht bezüglich Lernsax. Ab sofort ist die Seite auch auf Sorbisch abrufbar. Damit will das Sächsische Kultusministerium den aktiven sorbischen Sprachgebrauch bei Jugendlichen fördern. „Wenn die sorbische Sprache den Schülerinnen und Schülern auch in der digitalen Welt begegnet, gewinnt sie an alltäglicher Bedeutung“, betont ein Sprecher des Kultusministeriums.

Rund 2.900 sächsische Kinder und Jugendliche lernen derzeit in der Schule Sorbisch. Laut dem Kultusministerium ist diese Zahl in den letzten Jahren gewachsen.

Bundeswehr ermittelt gegen eigene Impfverweigerer

Worüber die LZ am Wochenende berichtet hat: über einen Antrag der Linksfraktion im Leipziger Stadtrat, der Vogeltod verhindern will, über einen Antrag des Jugendparlaments bezüglich Zugang zum Seeburgviertel und über fehlende Radwege in Leipzig, die schon längst beschlossen sind.

Was am Wochenende außerdem wichtig war: Die Bundeswehr ermittelt in über 50 Fällen gegen ungeimpfte Soldat/-innen aus den eigenen Reihen. Eine Ablehnung der Corona-Impfung wird bei der Bundeswehr als Befehlsverweigerung gewertet.

Was morgen passieren wird: Morgen öffnen die Schwimmhallen der Leipziger Sportbäder wieder für den regulären Badebetrieb. Wer die Schwimmhallen betreten will, muss geimpft oder genesen und zusätzlich getestet sein (2G+Regel).

Zudem rufen mehrere Leipziger Initiativen, darunter das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ und die Stiftung Friedliche Revolution, dazu auf, morgen Abend unter anderem auf dem Augustusplatz und vor der Nikolaikirche gegen die derzeit in vielen Teilen Sachsens üblichen „Montagsspaziergänge“ zu protestieren.

Ab 18 Uhr treffen sich überdies Leipziger Medizinstudierende auf dem Augustusplatz, um ihre Solidarität mit den Dresdner Kommiliton/-innen zu zeigen, kündigte Stadtrat und „Leipzig nimmt Platz“-Mitglied Jürgen Kasek (Bündnis 90/Die Grünen) heute auf Twitter an.

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