Ein Plädoyer für die alte, klassische Mühsal des journalistischen Arbeitens

Für Freikäufer Natürlich muss die Wahrheit nicht gerettet werden. Der Titel führt ein wenig in die Irre, weil er im Grunde eine Grundthese jener rechtsradikalen Bewegung aufnimmt, die mit dem Frontalangriff auf „die Medien“ natürlich einen Frontalangriff auf die Demokratie gestartet haben. Denn „die Medien“ mögen zwar nicht (mehr) die sogenannte „vierte Macht“ sein. Aber in einer funktionierenden Demokratie stören sie. Dazu sind sie da.

Natürlich streift Claus Kleber die Anfänge dieser systematisch vorgebrachten Angriffe. Er war als Korrespondent auch lange genug in den USA, um aus eigener Erfahrung zu wissen, wie Medien auch missbraucht werden können, um die politischen Gegner zu desavouieren. Sie können mächtige Waffen sein, wenn sich Journalisten instrumentalisieren lassen und selbst Teil einer Kampagne werden. Klebers USA-Zeit fiel in jene Jahre, in der die Republikaner, um den demokratischen Präsidenten Bill Clinton zu schwächen, ihre Angriffe auf Hillary Clinton starteten und sich dabei auch mit Verleumdungen und Unterstellungen nicht zurückhielten.

Gefundenes Fressen gerade für jene ultrakonservativen Medien, die nach Ronald Reagans „Liberalisierung“ der Mediengesetze entstanden sind und die massiv dazu beigetragen haben, dass es in der amerikanischen Politik rauer, rücksichtsloser und aggressiver zugeht. Und dass Emotionen dominieren, wo es eigentlich um Fakten geht.

Der Präsidentschaftswahlkampf 2016 machte dann deutlich, was dabei herauskommt, wenn sogar Lügen den Wahlkampf bestimmen und auf einmal von „alternative facts“ und „fake news“ die Rede ist und ein ganzes Land auf einmal das dumme Gefühl hat, dass man jetzt vielleicht doch mal Orwells „1984“ lesen sollte.

Kleber fühlte sich mit seinen Vorahnungen bestätigt. Und er sah das Phänomen natürlich auch im Zusammenhang mit all dem, was die „neue Rechte“ seit einigen Jahren in Europa treibt und wie sie mit ganz ähnlichen Kampagnen Erfolge feiert (Stichwort: Brexit), bei denen sich Journalisten, die sich mit Fakten, Zusammenhängen und absehbaren Folgen beschäftigen, an den Kopf fassen: Wie können die Wähler nur?!

Natürlich können die Wähler. Sie agieren aus dem Bauch heraus und die meisten interessieren sich nicht die Bohne für Fakten und Zusammenhänge. Denn da auf dem Laufenden zu bleiben, ist mühsam. Leichter ist es, sich mit Gleichgesinnten zu vernetzen und in der Gruppe Lärm zu machen. Etwas, was die sogenannten „social media“ nicht nur erleichtern, sondern geradezu forcieren. Sie machen den Zugang ihrer Nutzer zu „Informationen“ scheinbar einfach. Alles ist automatisiert und Algorithmen sorgen dafür, dass fast nur noch Informationen auf die Seite gespült werden, die die Weltsicht des Nutzers bestätigen. Das erzeugt – keine Frage – beim Nutzer das Gefühl, mit seiner Meinung zur dominierenden Mehrheit zu gehören. Erst recht, wenn gerade rechte Bewegungen die „social media“ regelrecht als Kanal für sich entdeckt haben, um hier alle technischen Register zu ziehen, um Aufmerksamkeit für sich zu erzeugen.

Die „social media“ erzeugen für ihre Nutzer ein neues Bild von Wirklichkeit, das ihnen einen Zustand der Gesellschaft suggeriert, den es so in der Realität nicht gibt. Und da kommt Kleber zu Recht auf die alte und eigentliche Rolle von Medien zu sprechen, eine Rolle, die Facebook und Co. nicht ausfüllen können, weil sie gar nicht die Redaktionen dazu aufgebaut haben mit all den Journalisten, die da Tag für Tag sitzen und versuchen, den Ereignissen des Tages eine Gestalt zu geben.

Was schiefgehen kann, wenn sie nicht aufmerksam genug sind. Das weiß man auch in diesen klassischen Redaktionen. Wie seinerzeit beim Einmarsch russischer Soldaten in die Ukraine, als man beim ZDF auf ungeprüftes und nicht hinterfragtes Material zurückgriff. Was wieder für die Propagandaabteilung Wladimir Putins ein gefundenes Fressen war – denn wenn man ausgerechnet dem ach so ehrwürdigen Öffentlich-Rechtlichen Fernsehen in Deutschland laxen Umgang mit den Quellen vorwerfen kann – wie edel steht das Russia Today da?

Die rechtsradikalen neuen Bewegungen nutzten das umgehend aus, um eine „Lügenpresse“-Kampagne zu starten und das Misstrauen in die sogenannten Mainstream-Medien der Republik zu säen mitsamt der Unterstellung von Staatsnähe. Bekommen deutsche Redaktionen ihre Aufträge von der Regierung?

Das ist auch beim „heute journal“ nicht der Fall, bei dem Kleber als Redakteur und Moderator arbeitet. Der Vorwurf liegt ihm aber trotzdem auf der Seele, weil er eben keinen einzelnen Fehler aufs Korn nimmt, sondern systematisch vorgetragen wird als Dauerangriff auf alle großen Medien. Was einem mit einem kleinen Blick in die Geschichte sehr bekannt vorkommt. Und beim Blick in die Nachbarländer ebenfalls: Die Demontage der Demokratie beginnt mit dem Generalangriff auf die kritischen Medien.

Ob die Berichterstattung der Öffentlich-Rechtlichen immer kritisch ist oder gar kritisch genug, darüber mag man streiten.

Beiläufig lässt Kleber durchblicken, wie viele Leute sich morgens an die Arbeit machen, um abends eine gute und belastbare „heute jornal“-Sendung bringen zu können. Immer unter dem Druck der Ereignisse. Ein Druck, der auch blind machen kann, denn selten ist der Erste, der eine Nachricht bringt, auch der Seriöseste. Nur auf den ersten Blick ist es der Job der Journalisten, schnell zu sein. Auf den zweiten sind die berechtigten Erwartungen höher. Denn von Journalisten erwartet zumindest das wirklich kritische Publikum, dass die Nachrichten gegengeprüft sind, dass die Hintergründe abgeklopft wurden und die Fragen geklärt, die jedes Ereignis mit sich bringt.

Oder zumindest so weit geklärt, dass der Bericht, der dann auf Sendung geht oder in Druck, in allen wesentlichen Fakten, Aussagen und Einordnungen stimmt. Erst das verschafft Medien die Rolle, die sie in einer funktionierenden Gesellschaft einnehmen: als kritischer und seriöser Berichterstatter. Das, was gesendet wird oder gedruckt, stimmt. Es ist nicht die Wahrheit an und für sich, auch wenn Kleber das Wort gern verwendet. Aber es ist die größtmögliche Annäherung an das, was tatsächlich passiert ist. Möglichst von mehreren Seiten beleuchtet und kritisch hinterfragt.

Und das braucht Zeit, Leute, Geduld und vor allem die Ausdauer, immer wieder nachzufragen. Dranzubleiben und auch den siebenten Sinn dafür zu entwickeln, wenn an einer Geschichte etwas nicht stimmt. Denn die, die die Storys liefern, sind nicht immer daran interessiert, die ganze Wahrheit zu erzählen. Auch Politiker und Regierungen nicht. Autoritäre Regierungen schon gar nicht. Deswegen stecken sie am allerliebsten als Erstes Journalisten ins Gefängnis. Wer für kritische Berichterstattung mit jahrelangem Gefängnis rechnen muss, der schweigt dann vielleicht.

Denn darum geht es, wenn auf einmal Parolen wie „fake news“ oder „Lügenpresse“ auftauchen: Leute, die diese Vokabeln benutzen, wollen, dass kritische Berichterstattung aufhört, dass keiner mehr nachfragt und hinter die geleckte Fassade schaut. Deswegen nimmt Kleber zwar alle Kritik an. Damit müssen Journalisten leben – und nichts schmerzt mehr, als wenn man wirklich aus Unachtsamkeit, Eile oder Voreingenommenheit falschgelegen hat. Aber das dürfe nur Ansporn sein, eben nicht nachlässig zu werden. Im Gegenteil: Das fordere eigentlich dazu heraus, noch sensibler zu werden, noch aufmerksamer in der täglichen Arbeit, so Kleber. Und eben nicht den Verlockungen der Jagd nach Sensationen zu erliegen.

Im Grunde ist Klebers Buch ein Plädoyer für viele Adressaten – an die Leser zum einen, die so ihre Fragen haben nach all dem „fake news“-Getrommel, ob Journalisten in Deutschland überhaupt noch ernsthaft arbeiten und die nötige Distanz haben, über alles zu berichten, was in dieser Republik wichtig ist. Zum zweiten ist es aber auch ein Buch für all jene Kollegen, die jede Menge Kritik und Häme abbekommen und sich zu Recht langsam fragen, ob es in diesem Land noch Sinn macht, seriös an Geschichten zu arbeiten, wenn ja dann doch die Lügen und Märchen in allen Netzen dominieren.

Jetzt gerade, ist Klebers Botschaft. An sich selbst. Und natürlich auch an all die Kollegen, die ja nicht nur von den Schreihälsen der rechten Parteien angegriffen werden, sondern gegen die ungeprüften Gerüchte aus den „social media“ anarbeiten müssen, wo Bilder, Lügen, Ereignisse in Sekundenschnelle alle Kanäle fluten und damit auch die Aufmerksamkeit abziehen.

Denn was Facebook & Co. anbieten, ist schnelle Kost, Häppchenkost, und viel schneller um den Erdball, als auch nur ein Redakteur die Fakten dazu geprüft hat.

Tatsächlich ist der Aufgabenberg der verbliebenen Medien (denn die sind ja auch finanziell durch Facebook und Freunde unter Beschuss geraten) sogar gewachsen. Und ihre Konkurrenz sind riesige Medienkanäle, die so tun, als wären sie keine, aber den Nutzern trotzdem suggerieren, die Realität vor Augen zu haben, wenn ihnen Algorithmen ihrer Lieblingsthemen auf die Seite spülen.

Für die Demokratie ist das gar nicht gesund. Denn das erhöht zwar den Blutdruck und schürt die Emotionen – aber es fehlt die kritische Prüfung. So ein bisschen hofft Kleber darauf, dass die Mediennutzer wieder lernen, selbst kritisch zu unterscheiden, was wirklich Fake ist und was eine seriöse Information: „Grundwissen darüber, wie Medieninhalte entstehen und zu beurteilen sind, gehört in einer vernetzten Gesellschaft zur Grundausstattung eines Menschen“, schreibt er.

Aber Fakt ist: Die meisten Nutzer der technischen Spielzeuge wissen davon nichts. Und es ist ihnen zumeist auch egal.

Da ist Klebers Anspruch, dass Nutzer die „Machart von Berichten und Tricks der ‚alternative facts‘-Produzenten erkennen und durchschauen können“, sehr hoch. Das würde richtige Medienkompetenz voraussetzen und vor allem das Wahrnehmen ausführlicher Medienberichte. Aber die „social media“ haben ihre Nutzer an Häppchen gewöhnt. An flotte „News“ und an die wilde Hatz nach immer neuen sensationellen Nachrichten.

Die Herausforderungen sind sogar größer, als Kleber sie beschreibt, der dennoch die Gefahr sieht, dass gerade die jungen Generationen das (auch anstrengende) Wahrnehmen von Medieninhalten verlernen und nicht einmal mehr merken, wie im Rauschen der Häppchen die relevanten Inhalte verloren gehen. Und damit auch das Verständnis für Hintergründe und Zusammenhänge.

Der Appell auf dem Titel ist verständlich. Aber es geht tatsächlich nicht um die Rettung der Wahrheit, sondern um den Erhalt einer breiten und kritischen Medienlandschaft, die jeden Tag weiter so kritisch und sensibel über alles berichtet, was in dieser Gesellschaft wichtig ist. Und um den mündigen Bürger, der damit noch umgehen kann und diese Informationen braucht, um als Staatsbürger tatsächlich souverän zu sein.

Denn die demokratische Gesellschaft ist auf diese kritische Selbstreflexion dringend angewiesen. Nur so kann sie sich immer wieder selbst korrigieren und jene Öffentlichkeit schaffen, in der Autokraten eben nicht tun und lassen können, was sie wollen. Demokratie lebt von der medial hergestellten Öffentlichkeit. Und noch gibt es das Publikum, das von seinen Medien diese tägliche Arbeit auch erwartet.

Es ist ein Auftrag. Auch wenn sich jeder Journalist diesen Auftrag jeden Tag neu selbst erteilen muss: rausgehen und Geschichten finden, die wichtig sind. Oder wichtigen Geschichten, die alle beschäftigen, auf den Grund gehen, rausfinden, was sich dahinter verbirgt. Ohne morgens zu wissen, was man abends tatsächlich erzählen kann. Dass Kleber eine ganze Reihe Einblicke in den eigenen Redaktionsalltag gibt, gehört dazu. So erfährt man ein wenig darüber, wie man in seiner Redaktion arbeitet. Anderswo ist es ein bisschen anders. Jedes Medium arbeitet ein bisschen anders. Aber letztlich geht es überall um dasselbe, „die Wahrheit zu suchen, mindestens das, was man nach bestem Wissen und Gewissen dafür halten darf, sie aufzuspüren, freizulegen, in Berichte packen und verbreiten zu dürfen, bleibt der schönste Beruf.“ Schreibt Kleber. Aber das bringt es so ungefähr auf den Punkt.

Tipp: Leser der aktuellen „Leipziger Zeitung“ Nr. 47 bekommen noch ein bisschen mehr zum Thema erzählt.

Claus Kleber Rettet die Wahrheit, Ullstein Verlag, Berlin 2017,8 Euro.

Die LEIPZIGER ZEITUNG ist da: Ab 15. September überall zu kaufen, wo es gute Zeitungen gibt

RezensionenJournalismusStreitschrift
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Neue Markenware aus der Leipziger Leichtathletik-Schmiede: Läufer/-innen des SC DHfK Leipzig gründen das Distance Team
Das neu gegründete Distance-Team im SC DHfK Leipzig. Foto: larasch

Foto: larasch

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 81, seit 31. Juli im HandelAnfang letzten Jahres ließ der zweimalige Kugelstoß-Weltmeister David Storl aufhorchen, als er auf einer extra einberufenen Pressekonferenz die Gründung des eigenständigen Mitteldeutschen Kugelstoßteams innerhalb des SC DHfK Leipzig bekannt gab. Das war seinerzeit ein Novum. Nun jedoch folgten auch die Mittel- und Langstreckenläufer des Vereins diesem Vorbild. Anfang Juli gaben sie die Gründung des „Distance Team“ im SC DHfK bekannt. Diesem gehören momentan zehn Läufer/-innen an. „Flaggschiff“ ist Robert Farken, der dreimalige Deutsche Hallenmeister über die 800 Meter.
Einmal ein etwas geharnischter Kommentar zum Benennungs-Wirrwarr im Leipziger „Stadtgedächtnis“
2014 in Plagwitz entdeckt: Edward-Snowden-Platz. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

KommentarNatürlich staunten auch wir bei der L-IZ, als der Stadtrat im Januar plitzplauz und aus heiterem Himmel dem Antrag von Stadtrat Thomas Kunmbernuß (Die PARTEI) zustimmte, die Arndtstraße in der Leipziger Südvorstadt in Hannah-Arendt-Straße umzubenennen. Was dann, wie es aussah, einen ganzen Schwanz von Petitionen zu weiteren Straßenumbenennungen nach sich zog, weil ja auch andere griesgrämige Männer mit verqueren Ansichten im Leipziger Straßenraum gewürdigt wurden und werden.
Bilden Leipziger Straßennamen tatsächlich nur ein öffentliches Stadtgedächtnis?
Die viel befahrene Jahnallee. Foto: LZ

Foto: LZ

Für alle LeserMittlerweile beschäftigen ja eine ganze Reihe Anträge zu Straßenumbenennungen den Leipziger Stadtrat, nachdem der Anfang des Jahres schon der Umbenennung der Arndtstraße zustimmte. Zu jedem dieser Anträge verfasst das Dezernat Allgemeine Verwaltung in der Regel eine Stellungnahme – in der Regel ablehnend, weil seit 1999 so eine Art Stillhalteabkommen gilt, nachdem Verwaltung und Stadtrat eine Kompromissformel gefunden hatten, um die Umbenennungswelle der 1990er Jahre zu beenden.
Beim Bruttoeinkommen blieb Leipzig auch 2019 das Schlusslicht unter den deutschen Großstädten
Ein bisschen mehr Gehalt - so im Durchschnitt. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„Trend zum Anstieg der Löhne in Sachsen setzt sich in 2019 fort“, meldete die sächsische Arbeitsagentur am 20. Juli. Gestand dann aber zu, dass Sachsen nach wie vor am Ende der Tabelle der Bundesländer rangiert. So schnell verabschiedet sich ein Bundesland nicht von seinem hart erarbeiteten Status als Niedriglohnland. Und die sächsischen Großstädte rangieren ebenso wenig an der Spitze der deutschen Großstädte, wenn es ums Einkommen geht.
We Are Millions #Free Julian Assange: Solidaritätsausstellung in der Galerie KuB
Blick in die Ausstellung "We Are Millions #Free Julian Assange". Foto: Courage Foundation

Foto: Courage Foundation

Für alle LeserSeit dem 1. August ist in der Galerie KuB in der Kantstraße 18 eine Fotoausstellung zum Thema Julian Assange und Pressefreiheit zu sehen, entstanden in Zusammenarbeit von DiEM25 und der Courage Foundation. Wie bereits in anderen europäischen Städten wie Bergen, Berlin, Kopenhagen zuvor, soll auf die mögliche Auslieferung Julian Assanges an die USA aufmerksam gemacht werden.
Burgen und Sagen im Harz: Höchste Zeit, die alten Gemäuer zu entmystifizieren
Burgen und Sagen im Harz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist diesmal kein Sagenband, auch keine Einladung zu Wanderungen an mystische Orte. 2018 luden der Landesheimatbund Sachsen-Anhalt e. V. und die Kulturstiftung Sachsen-Anhalt ins Kloster Ilsenburg zu einer Jubiläumstagung ein. Denn 1868 wurde der Harzverein für Geschichte und Altertumskunde gegründet, dessen Initiator Graf Botho zu Stolberg-Wernigerode war. Der hatte sich das Kloster in Ilsenburg zu seinem Refugium ausgebaut und interessierte sich intensiv für Burgen und Sagen.
Dienstag, der 4. August 2020: Hilfsfonds für Start-ups, Silvesteraufarbeitung und Großeinsatz in Taucha
Martin Dulig bei einem Besuch in Leipzig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser/-innenDer Freistaat Sachsen hat einen Hilfsfonds für Start-ups im Umfang von 30 Millionen Euro aufgelegt, die juristische Aufarbeitung der Connewitz-Ausschreitungen zu Silvester dauert an und in Taucha war die Polizei sechs Stunden damit beschäftigt, die Waffen eines 91-Jährigen zu beschlagnahmen. Die L-IZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 4. August 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Open Air Kino zur Menschenrechtssituation in Hongkong im Clara-Zetkin-Park
Clara-Zetkin-Park. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Die Amnesty International Stadtgruppe Leipzig lädt Euch zum Menschenrechts – Open Air Kino ein. Obwohl der EU–China Gipfel dieses Jahr nicht in Leipzig stattfinden wird, möchten wir den Fokus an diesem Abend auf die Situation in der Volksrepublik China und Hongkong werfen.
Am 6. August in der „Runden Ecke“: Film über eine Freundschaft in der DDR und deren jähes Ende
Der alte Stasi-Kinosaal im heutigen Zustand. Foto: Bürgerkomitee Leipzig

Foto: Bürgerkomitee Leipzig

Gedenkstätte Museum in der „Runden Ecke“ zeigt am 6. August 2020 im ehemaligen Stasi-Kinosaal Film über eine Freundschaft in der DDR und deren jähes Ende 1979. Der preisgekrönte Film „Zuckersand“ von 2017 zeigt das Leben zweier zehnjähriger Jungen in der DDR des Jahres 1979. Ohne (n)ostalgische Verklärung und mit viel Wärme und Wahrhaftigkeit erzählt er von einer besonderen Freundschaft zwischen zwei Jungen, die durch die Ausreise der Mutter des einen nach Westdeutschland auf eine harte Probe gestellt wird.
GlobaLE Filmfestival: Viermal politisches Freiluftkino & Diskussionen in Leipziger Parks diese Woche
Plakat zum GlobaLE Filmfestival 2020. Grafik: GlobaLE

Grafik: GlobaLE

In dieser Woche zeigt das Leipziger GlobaLE-Filmfestival am Mittwoch, Donnerstag, Freitag und Sonnabend Filme. „Wir laden alle Leipzigerinnen und Leipziger herzlich ein mit unseren Gästen über aktuelle und gesellschaftlich relevante Fragen zu diskutieren.“ so Mike Nagler, einer der Organisatoren.
Vom Eismärchen zum Albtraum: Icefighters und Leipziger Eissport-Club stehen ohne Eishalle da
Corona, fristlose Kündigung, Hausverbote: Wie geht es weiter mit der Eisarena im Kohlrabizirkus. Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Foto: Jan Kaefer (Archiv)

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 81, seit 31. Juli im HandelVor genau zwei Jahren war die Leipziger Eissport-Welt noch in Ordnung. Mit viel Hoffnung und großen Plänen im Gepäck waren damals das Eishockeyteam der Icefighters Leipzigs (IFL) und sein Stammverein, der Leipziger Eissport-Club (LEC), nach sechsjährigem „Exil“ aus Taucha zurück in die Messestadt gezogen. Im geschichtsträchtigen Kohlrabizirkus, nahe der Alten Messe, sollte auf Langfristigkeit gesetzt werden. Ein Mietvertrag über zehn Jahre sollte Planungssicherheit geben und zeigen: Wir sind gekommen, um zu bleiben. Doch bereits nach einem Jahr war dieser Mietvertrag fristlos gekündigt.
Ausstellung in der Galerie Schwind Leipzig: Günter Thiele – Zum 90. Geburtstag
Günter Thiele, Paris - An der Porte St. Denis, 2006, Tempera auf Leinwand, 64 x 72 cm. Quelle: Galerie Schwind

Quelle: Galerie Schwind

Anlässlich des 90. Geburtstags von Günter Thiele (* 1930) zeigt die Galerie Schwind Leipzig vom 18. August bis 19. September 2020 eine Einzelausstellung des Leipziger Malers. Günter Thiele, der an der Hochschule für Bildende Künste Berlin-Charlottenburg Malerei studierte, gilt als stiller Beobachter und Topograf seiner Umwelt.
Die bequemen Opfer der Verkehrswende
Taschentücher für arme Autobesitzer ... Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

KommentarEigentlich sind die Themen von „Zeit“-Redakteur Tilman Steffen ja Rechtsextremismus, AfD und Die Linke. Aber am 2. August haute er einmal seinen Frust in die Tasten und schrieb so eine Art Wutausbruch und Opferklage des autofahrenden Menschen, der auf einmal Fahrspuren räumen muss. Besonders erschreckt hat ihn, dass jetzt sogar Boris Johnson so böse gegen Autofahrer ist. Sie sind doch die leidende Mehrheit, oder etwa nicht?
Schmetterlingsvielfalt in Leipzig: Umweltforschungszentrum lädt die Leipziger/-innen zum Mitmachen ein
Tagfalter in der Stadt. Foto: Guy Pe'er (UFZ/iDiv)

Foto: Guy Pe'er (UFZ/iDiv)

Für alle LeserDas Insektensterben ist seit drei Jahren für die meisten Leute ein Begriff. Sie wissen, dass nicht nur die Bienen am Verschwinden sind, sondern auch die Schmetterlinge. Mit Blühstreifen versucht die Stadt Leipzig ein wenig für die Flatterer zu tun. Aber noch viel mehr können alle Leipziger/-innen tun, die über auch nur das kleinste Stückchen Grün verfügen. UFZ und iDiV laden ab dem 5. August richtig zum Mitmachen ein.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #39
Irgendwas wird schon wachsen ... Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEhrlich gesagt denke ich nicht lange nach, bevor ich zu schreiben beginne, mache mir nie ein Konzept und hoffe, dass sich die Dinge während des Gepinsels irgendwie fügen und mir eine Geschichte erzählen, die ich bis dahin nicht kannte. Alles andere wäre auch furchtbar langweilig. Würde ich wissen, worauf die Sache hinausläuft, hätte ich weder die Lust noch die Kraft zu beginnen.