Überarbeitete Auflage für ein Entdecker-Buch von 2007

Moderne in Leipzig: Das Buch über die kurze Blütezeit modernen Bauens im Leipzig der 1920er Jahre

Für alle LeserIrgendwie wird ja in diesem Jahr überall in Deutschland 100 Jahre Bauhaus gefeiert. Auch Leipzig feiert mit, obwohl Leipzig eher keine Heimatstadt der Bauhaus-Architektur war. Was auch Gründe hat. Sie ähneln den Gründen für das Ende des Bauhauses sowohl in Weimar als auch in Dessau: Die renitenten Ewiggestrigen machten mobil. In Leipzig sorgten sie mit dem Sturz von Stadtbaurat Hubert Ritter auch für ein Ende der hiesigen Moderne.

1930 war das, da sorgten sie mit einer riesigen Kampagne dafür, die Wiederwahl Ritters zum Stadtbaurat zu verhindern. Die Argumente waren so fadenscheinig und übertrieben, wie man es auch aus heutigen rechtspopulistischen Kampagnen kennt. Und sie trafen ein ganz ähnliches Gefühl: die Überforderung vieler Leipziger vom Tempo der Veränderungen. Und dabei waren sie ja – als Großstädter – schon ein hohes Tempo gewöhnt. Auch auf technischem und baulichem Gebiet. Denn die Bauepoche um 1900, in der fast die komplette Barockstadt verschwand und neue Messepaläste und Passagen das Bild der Innenstadt bestimmten, wird von manchen Fachleuten als regelrechter Verlust des alten Leipzig interpretiert.

Dabei aber versuchte das regierende Bürgertum trotzdem, an alten Vorstellungen von Architektur festzuhalten. Denn Leipzigs Bürgertum war konservativ, gerade wenn es den Kunstgeschmack betraf. Deswegen kam das Neue in Leipzig zumeist erst einmal im alten Gewand, nutzte tradierte und historisierende Formelemente, um die neue Stadt zu bauen. Weswegen fast jeder, wenn er an Leipzigs Bausubstanz denkt, den Historismus der Gründerzeit vor Augen hat. Das war so dominierend, dass die Ausstellung zur Moderne 2007 im Stadtgeschichtlichen Museum wie eine Überraschung wirkte. Konzipiert hatte sie der beste Kenner dieser Leipziger Bauepoche in der Leipziger Stadtverwaltung: Peter Leonhardt.

Er konnte nicht nur auf die reichen Archivbestände der Verwaltung selbst zurückgreifen. Er konnte auch zahlreiche Fotografien nutzen, die sich im Lauf der Zeit etwa im Stadtgeschichtlichen Museum angesammelt hatten, Aufnahmen professioneller Fotografen, die auch die Entwicklung moderner Bauformen im Leipzig der 1920er Jahre dokumentierten.

Denn entziehen konnte sich Leipzig der Entwicklung nicht wirklich, auch wenn die Widerstände gegen das moderne Bauen selbst in der Stadtverwaltung enorm waren. Dieser Widerstand konnte an den unerwartetsten Stellen aufbrechen – so wie 1930 bei der Planung für die Baumessesiedlung an der Zwickauer Straße, wo sich die „Traditionalisten“ durchsetzten und eine reine Musterschau der Bautechniken bewirkten – mit dem Ergebnis, dass heute kein Mensch diese Siedlung als auffälliges Beispiel für modernes Bauen erkennt.

Dafür stehen andere Wohnsiedlungen, die schon vorher entstanden, weil die Bauherren keine Lust hatten, sich von den Rauschebartträgern in die eigenen Planungen hineinreden zu lassen – und das vor dem Hintergrund, dass Leipzig die ganze Zeit seine Wohnungsprobleme nicht lösen konnte. Über 25.000 Familien hatten keine eigene Wohnung, der Bedarf an preisgünstigen und modernen Wohnsiedlungen war enorm. Sie entstanden zwar nicht im Bauhaus-Stil. Aber sie nahmen unverkennbar wichtige Entwicklungen des modernen Bauens auf – zu besichtigen in der Krochsiedlung in Gohlis-Nord, bei den Wohnanlagen in der Thaerstraße in Eutritzsch oder am Nibelungenring in Lößnig.

Aber auch im Industriebau und beim Bau der neuen Messehallen auf dem Gelände der Technischen Messe setzte sich das moderne Bauen durch. Und Leonhardt lud auch ein, die modernen Entwicklungen sogar da zu sehen, wo man sie gar nicht vermutet: bei Schulbauten (Leipziger Schultypus), bei neuen Gebäuden des Uni-Klinikums oder der Konsum-Zentrale in Plagwitz. Der Grund für das Nicht-Erkennen ist offensichtlich: Es wurde nicht mit blanken Beton-, Glas- und Stahlelementen gearbeitet, sondern mit traditionellen Baustoffen wie roten und gelben Klinkern sowie – selbst in scheinbar nüchternen Messehallen – mit farbig glasierten Ziegeln und Fliesen, farbigen Wandbemalungen und Buntglasfenstern.

Es sieht teilweise wie ein Leipziger Sonderweg in die Moderne aus, bei dem die Architekten ihrer Freude an der Vielfalt des Materials Ausdruck verliehen und moderne, geometrische Formensprache mit einem Sinn für farbige Gediegenheit verbanden. Vieles davon hat überdauert und wirkt, nachdem es in der jüngsten Zeit aufwendig saniert wurde, immer noch modern und ansprechend – die Bücherhalle in der Steinstraße genauso wie das unverwechselbare Grassi-Museum, die Versöhnungskirche in Gohlis-Nord oder die Wohnhäuser in der Blücherstraße in Möckern.

Der reich bebilderte Band, den Leonhardt 2007 vorlegte, brachte auch die dazugehörenden Bau- und Wettbewerbsgeschichten. Und bei einigen der damals angedachten Projekte ist man heute froh, dass sie so nie gebaut wurden – etwa der Messeturm in seiner Trutzturm-Ästhetik am Fleischerplatz oder der Ring aus riesigen Bürobauten, mit denen Hubert Ritter der Leipziger City ein neues Gesicht geben wollte. Wobei immer zu bedenken ist: Er wirkte in einer Stadt, in der nicht nur die alten Kräfte um die Deutungshoheit stritten, sondern die jüngeren Kräfte auch schon mal von einer Millionenstadt Leipzig träumten. Und dieser Traum lag ja Ritters stadtumfassenden Bebauungs-, Magistralen- und Grünanlagen-Plänen zugrunde.

Die findet man in diesem Band natürlich ebenso, den Pro Leipzig jetzt noch einmal überarbeitet hat, denn natürlich passt er in dieses Leipziger Bauhaus-Jahr. Denn wenn zum Bauhausjubiläum beispielhafte Architektur gezeigt wird, stammt sie genau aus dieser Epoche, die in der Rückschau erstaunlich kurz war, eigentlich gerade einmal zehn Jahre, kurz nach der Novemberrevolution 1918 begonnen und eigentlich schon 1930 wieder abgewürgt. Moderne Gestaltungselemente fand man danach fast nur noch im Industriebau, der in Leipzig so stilvoll war, dass viele dieser einstigen Industriebauten jüngst zu Wohnanlagen umgebaut wurden.

Die Ausstellung und das Buch rückten 2007 etwas ins Bewusstsein selbst der Architekturbegeisterten, was selbst zwölf Jahre danach seine Faszination nicht verloren hat. Im Gegenteil: Das Buch lädt regelrecht ein, dieses moderne Leipzig zu suchen und sich von der Ästhetik dieser Bauten einfangen zu lassen. Denn manchmal übersieht man sie einfach, weil sie sich nicht aufdrängen, sondern wie selbstverständlich ins Straßenbild einfügen. Anders als so manches Gebäude, das versucht „Bauhaus“ nachzuahmen und dabei über dem Aufsehenerregenden die Raumwirkung völlig vergisst.

Das Buch hat an Aussagekraft nichts verloren. Und eigentlich erzählt es auch von einem anderen Leipzig, das in den 1920er Jahren als Möglichkeit in dieser Stadt steckte. Bevor die Nationalsozialisten nicht nur für einen brachialen Rückfall in die (fiktive) Vergangenheit sorgten, sondern auch für den Verlust eines großen Teils der Stadt und ihrer historischen Bausubstanz. Auch einiger eindrucksvoller Bauten der Moderne – so wie der Königshofpassage auf dem Titel, die es heute nur noch in arg reduzierter Form gibt.

Peter Leonhardt „Moderne in Leipzig. Architektur und Städtebau 1918 bis 1933“, Pro Leipzig 2019, 28 Euro

Hinweis der Redaktion in eigener Sache (Stand 1. Oktober 2019): Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen und ein Freikäufer-Abonnement abschließen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 450 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

RezensionenStadtgeschichteModerneBauhausArchitekturgeschichte
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

RB Leipzig vs. TSG Hoffenheim 3:1 – Knapp die Tabellenführung verpasst
Werner und Sabitzer erzielten die Treffer für RBL. Foto: Gepa Pictures

Foto: Gepa Pictures

Für alle LeserRB Leipzig hat den Sprung an die Tabellenspitze in der Fußball-Bundesliga knapp verpasst. Nach einem souveränen 3:1 gegen Hoffenheim belegen die Rasenballer weiterhin den 2. Tabellenplatz und haben einen Punkt Rückstand auf Gladbach. Die Borussen erzielten erst in der Nachspielzeit das Siegtor gegen den FC Bayern und sicherten sich damit die Tabellenführung.
Leipzigs Jugendparlament beantragt mehr Mitbestimmung im MDV
In großer Stückzahl gedruckt: Tarifinformationen des MDV zur Verbunderweiterung. Foto: Wolffberg Management Communication für MDV

Foto: Wolffberg Management Communication für MDV

Für alle LeserNicht nur die Ratsfraktionen beschäftigen sich intensiv mit dem neuen Leipziger Nahverkehrsplan und all den Löchern, die er noch enthält. Auch das Jugendparlament hat sich des Themas jetzt angenommen. Während andere bereits in Jahresendstimmung kommen, arbeitet das Jugendparlament der Stadt Leipzig auch im Dezember noch intensiv. In der Sitzung am Donnerstag, 5. Dezember, wurden allein vier Beschlüsse zum Thema Nahverkehr gefasst.
Höchste Zeit, besser zu kommunizieren: Grüne und SPD beantragen Kommunikationskonzept für den Auwald
Baumfällungen 2016 / 2017 an der Hans-Driesch-Straße. Foto: Jan Kaefer

Foto: Jan Kaefer

Für alle LeserWas im Leipziger Auenwald passiert, ist komplex, fast nicht überschaubar, weil sich die Probleme des Auenwaldes sämtlich überlagern – zu wenig Wasser an der einen Stelle, zu viel Wasser an anderer, Eschentriebsterben, forstwirtschaftliche Fehler aus der Vergangenheit ... Wie erklärt man das alles Bürgern und Stadträten, fragen jetzt die Grünen und die SPD. Denn auf fünf Tafeln im Wald passt das einfach nicht drauf, damit es die Waldspaziergänger auch verstehen können.
Leipzigs Verkehrsdezernat hat bei Bedarf auch ein Piktogramm für Fahrradstraßen in petto
Fahrradstraße Dittrichring an der Thomaskirche. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAls im Juni die Beethovenstraße endlich als Fahrradstraße deklariert wurde, war die Freude unter Leipzigs Radfahrerinnen und Radfahrern groß. Endlich tat sich einmal etwas Relevantes beim Thema Ausweisung von Fahrradstraßen. Seit 2012 liegt das Thema nur halb erledigt im Aufgabenbereich des Verkehrsdezernats, war zwischenzeitlich regelrecht vergessen. Nun gab es eine wirklich wichtige Fahrradstraße. Nur etliche Kraft- und Busfahrer hielten sich nicht dran.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #10
Etwas unscharfe Aussichten. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserM-44 ist keine gute Abkürzung, denn sie verkürzt für gewöhnlich das Leben. Hinter M-44 verbirgt sich zum Beispiel ein russisches Repetiergewehr. Oder eine amerikanische Panzerhaubitze. Außerdem im M-44-Abkürzungs-Angebot: der Prototyp eines ungarischen Panzers, ein spanisches MG, eine finnische Panzerabwehrmiene und eine amerikanische Streubombe voll mit Chemie. Wobei ich wohl besser von zwei amerikanischen Chemiebomben sprechen sollte.
Wie konnte Kurt Masur zum Verkünder der sozialen Marktwirtschaft werden?
Das falsche Zitat im Openmagazin „Dreiklang“. Screenshot: Roland Mey

Screenshot: Roland Mey

Für alle LeserDa war dann auch der Leipziger Masur-Kritiker Roland Mey zutiefst entsetzt, als er das Septemberheft des Opernmagazins „Dreiklang“ las, das sich aus aktuellem Anlass den Ereignissen von vor 30 Jahren widmete, in denen ja auch Gewandhauskapellmeister Kurt Masur eine wichtige Rolle spielte. Denn mit seiner unverwechselbaren Stimme hatte der ja den „Aufruf der Sechs“ im Stadtfunk eingelesen, der an jenem brisanten 9. Oktober zu einem friedlichen Verlauf der Demonstration aufrief.
Hertha BSC U23 vs. 1. FC Lok Leipzig 1:2 – Lok mit Energieleistung zum Sieg
Fußball, Rauch und Diskussionen - in Berlin gab es gleich mehrere Gesprächsthemen. Foto: Thomas Gorlt

Foto: Thomas Gorlt

Für alle LeserFür eine Nacht ist der 1. FC Lokomotive Leipzig an die Spitze der Regionalliga Nordost zurückgekehrt. Im Duell des Tabellendritten beim Tabellenvierten setzte sich Lok in Berlin vor 561 Zuschauern mit 2:1 (0:1) durch. Matthias Steinborn und Robert Zickert drehten mit ihren Treffern die umkämpfte, temposcharfe Partie, an deren Rand es zu langen Diskussionen gekommen war. Hertha-Stürmer Jessic Ngankam erhob Rassismus-Vorwürfe gegen Lok-Verteidiger David Urban. Am Sonnabend treffen der bisherige Tabellenführer VSG Altglienicke und der bisherige Tabellenzweite Energie Cottbus aufeinander.
Wie eine NuKLA-Kunstaktion zum gefundenen Fressen für Sensationsmeldungen wurde
Die NuKLA-Aktion vorm Bundesverfassungsgericht. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserAm 29. November gab es eine große und aus Sicht der Teilnehmer sehr erfolgreiche Demonstration zum Klimastreik von Fridays For Future in Leipzig. Doch eine Woche später wird noch immer über ein Ereignis diskutiert, das am Rand der Veranstaltung stattfand. Ein Ereignis, das jetzt dazu führt, dass Fridays For Future Leipzig von LVZ, BILD und OE24.at eine Entschuldigung und eine Richtigstellung fordert.
Weihnachten aus der Heimat mit dem Denkmalchor
Denkmalchor Leipzig @ Anne Hornemann

@ Anne Hornemann

Von Eccard bis Vugelbeerbaum: der Denkmalchor Leipzig präsentiert unter Leitung von Philipp Goldmann am 8. Dezember, 15 Uhr, im Völkerschlachtdenkmal die schönsten deutschen Weihnachtslieder aus sechs Jahrhunderten. Das Konzert unter dem Titel „Weihnacht“ vereinigt schlichte Chorlieder, anspruchsvolle Motetten und klangvolle Orgelmusik, gespielt von Andreas Mitschke.
Am 10. Dezember bekommt das Naturkundemuseum wertvolle Arbeiten des Leipzige Präparators ter Meer aus Berlin zurück
Herman H. ter Meer mit einer seiner Orang-Utan-Plastiken. Foto: Naturkundemuseum Leipzig

Foto: Naturkundemuseum Leipzig

Für alle LeserDas Naturkundemuseum Leipzig erhält am 10. Dezember 2019 vom Museum für Naturkunde in Berlin die Hauptwerke des revolutionären Tierpräparators Herman H. ter Meer. Über 50 Jahre weilten die Exponate nicht in Leipzig, nun kehren sie an ihren Entstehungsort zurück: zwei Primatengruppen aus jeweils drei Gorillas und drei Orang Utans, eine Robbe und ein Zebra.
Podiumsdiskussion zum Nahverkehrsplan: Kriegt Leipzig jetzt die Kurve zur Verkehrswende?
Franziska Riekewald (Die Linke) ist am 21.08.1980 in Halle/S. geboren und Betriebswirtin (VWA). Foto: Die Linke Leipzig

Foto: Die Linke Leipzig

Bei der nächsten Ratsversammlung am 11. Dezember soll die Fortschreibung des Nahverkehrsplans beschlossen werden. Es ist höchste Eisenbahn! Der letzte Beschluss liegt mehr als zehn Jahre zurück, die Busse und Bahnen in Leipzig fahren mit Taktzeiten von 2007. Seitdem hat die Stadt an Zuwachs gewonnen, längst veraltete Regelungen stoßen bei steigenden Fahrgastzahlen an ihre Grenzen.
Neue Grabungen geben erstmals Einblick in die früheste Geschichte der Tempelstadt Heliopolis
Das Grabungsgebiet in Kairo. Foto: Universität Leipzig

Foto: Universität Leipzig

Für alle LeserSeit rund zwei Jahrzehnten forscht Dr. Dietrich Raue, Ägyptologie und seit 2010 Kustos des Ägyptischen Museums der Universität Leipzig, bei Grabungen in Ägypten zur Geschichte dieses faszinierenden Landes. In den letzten Jahren machte dabei eine Notgrabung unter Raues Leitung am Standort der einstigen Tempelstadt Heliopolis Schlagzeilen. Jetzt wurden dort wieder ein paar überraschende Fundstücke ausgegraben.
Zahlen der Polizei sprechen gegen ein gewalttätiges Connewitz und Grüne bringen Antrag für Quartierladen ein
Couch und Graffiti in Connewitz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserJohannes Hansmann ist nicht der Einzige, der sich darüber wundert, warum Zeitungen wie die LVZ jetzt auf einmal so eine Kampagne fahren, um (wieder einmal) Leipziger Stadtteile wie den Osten oder Connewitz zum brandgefährlichen Pflaster zu machen. Gleich nach dem Auftaktartikel am 27. November („Wie die Gewalt nach Connewitz kam“) fasste sich ja selbst SPD-Stadtrat Christopher Zenker an den Kopf: In was für einer Stadt leben die LVZ-Redakteure eigentlich?
CDU, SPD und Grüne haben gar nicht vor, die Schuldenbremse in Sachsen außer Kraft zu setzen
Schöner Sachsen-Euro. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 4. Dezember tobte eine Meldung durch die Medien, der gerade erst beschlossene Koalitionsvertrag würde Sachsen 12 Milliarden Euro kosten. In die Welt posaunt hatte diese Zahl die „Sächsische Zeitung“. Sie munkelte von einen „internen Papier“, in dem das so stehen sollte. Postwendend sprang im Feuereifer die FDP auf das Thema an. Motto: Die können ja nicht mit Geld umgehen, nur wir!
Wie schlechte journalistische Arbeit das Vertrauen der Bevölkerung zur Presse schädigt
Die Biedermannstraße in Connewitz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIch bin nur ein einfacher Leser diverser Zeitschriften und Magazine. Und ich lebe schon länger in Leipzig. Ich kenne natürlich auch einige andere Menschen aus Leipzig. Ich kenne junge und alte Menschen, reiche und arme, und ich kenne auch andere Stadtteile von Leipzig, nicht nur den, in dem ich zufälligerweise wohne. Aber immer mehr wundert es mich, wie über Leipzig in der Presse und wie in Leipzig über Geschehnisse berichtet wird.