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Pseudolinker Journalismus: Stadtmagazin „Kreuzer“ gegen „Biomare“

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    Vor einiger Zeit erreichten uns Informationen zu einer möglichen Geschichte für die LZ, welche uns intern einiges Kopfzerbrechen bereitete. Einige ehemalige Angestellte des Leipziger Handelsunternehmens „Biomare“ hätten sich zusammengetan, um Arbeitsbedingungen bei ihrem Ex-Arbeitgeber öffentlich zu problematisieren. Normalerweise: jederzeit. Eines der Probleme jedoch: möglichst anonym, was die Zielrichtung des Ansinnens irgendwie konfus machte. Es roch nach etwas Persönlichem und brachte ohne laufende Arbeitsgerichtsprozesse eine schwierige Faktenlage mit sich.

    Der „Kreuzer“ machte nun in seiner Ausgabe 8/2021 daraus eine weitgehend einseitige Geschichte, die sich in Teilen seltsam persönlich gegen Biomare-Unternehmer Malte Reupert richtete. Und muss sich nun den Vorwurf gefallen lassen, mangels sorgfältigen Vorgehens verkappte Diffamierung, statt Journalismus zu betreiben.Kein kleiner Vorwurf, doch die Story betrifft einen sensiblen Bereich in jedem Unternehmen: den Umgang mit Menschen, die für andere Menschen gegen Entlohnung auf Basis eines beiderseitigen Vertrages arbeiten. Seit jeher Gegenstand von Debatten über Augenhöhen, Falltiefen und Gerechtigkeit in Hierarchien. In all das spielen neben vertraglichen Fragen natürlich persönliche Beziehungen hinein.

    Formal juristisch ist an der „Kreuzer“-Geschichte „Das Problem der Anderen“ (hier auch online zu lesen) nichts zu beanstanden. Dafür beinhaltet sie zu viel Meinung und wenig Greifbares. Sie erzählt nach einer weit in die Vergangenheit ausschweifenden Einleitung von einigen Arbeitgeber-Kündigungen im zuletzt stark wachsenden Unternehmen „Biomare“ und einer Gruppe Menschen, die sich aufgrund ihrer Kündigungen in den letzten Jahren ungerecht behandelt fühlten.

    Anstelle vorzeigbarer Fakten oder konkreter Abläufe wird eine Art grob skizziertes Sittenbild mit psychologischer Note gezeichnet: von einem geradezu übermächtigen, lernresistenten Unternehmer, der – scheinbar alleinherrschend – Gefallen an ungerechtem Umgang mit Angestellten und anschließend wohlfeile Erklärungen für die Enttäuschungen anderer findet.

    Und er handelt von scheinbar zu Unrecht gekündigten, anonymen Angestellten, welche sich einer böswilligen Ausnutzung via (bezahlter) Überstunden und anschließender Entlassung wegen angeblicher Nichtigkeiten wie zu später Krankmeldungen oder einer mal überzogenen Pausenzeit gegenübersahen. Über ihre Charaktere erfährt man nichts, dafür umso mehr über den scheinbaren von Malte Reupert.

    Beginnend bei der Überschrift, in welcher es einstimmend klingt, als ob er empathiefrei Menschen entlässt, wie es ihm gerade passt. Und danach die Schuld ausschließlich beim „Anderen“ sucht.

    Linker, progressiver Journalismus, der stets die größere Macht kritisiert und den Schwachen eine Stimme verleiht?

    Vielleicht hätte es tatsächlich so eine Geschichte werden können, wenn sich der „Kreuzer“ die Arbeit gemacht hätte, die Bedingungen in der Lebensmittelhandel-Branche mal in den Blick zu nehmen, sich von der persönlichen Ebene der Ex-Angestellten „Biomares“ wenigstens ein Stück weit zu lösen und mehr Tatsachen zu recherchieren.

    Wahrscheinlicher ist, dass die Geschichte vom finsteren Biofürsten von Leipzig dann aber in seiner Schwarz-Weiß-Färbung im „Oben-Unten“-Narrativ so nicht mehr „funktioniert“ hätte.

    Denn einige gravierende und dem „Kreuzer“ bereits beim Veröffentlichen der Geschichte bekannte oder leicht erlangbare Fakten stehen dem Bild des bösartigen Arbeitgebers „Biomare“ deutlich im Weg (Interview mit Malte Reupert von Biomare dazu).

    Es ist also in diesem für LZ-Verhältnisse ungewöhnlichen Medien-Medien-Beitrag (siehe Transparenzhinweis am Ende) eher zu fragen, was alles in der Geschichte des „Kreuzers“ fehlt, um die durchaus drastische Reaktion von „Biomare“ nach Erscheinen des Artikels einzuordnen. Denn das Unternehmen hat mit Bezug auf den Beitrag in allen vier Filialen das Stadtmagazin aus dem Verkauf genommen.

    Ein Interview, welches keiner hören darf

    Da wäre wohl zuerst das Interview selbst, welches der „Kreuzer“ mit dem Unternehmer Malte Reupert führte. Dieser möchte das Tondokument nun als eine Art Korrektur zu den im „Kreuzer“-Artikel erweckten Eindrücken veröffentlicht sehen und schlug schon vor, das Audio-Interview selbst zu publizieren.

    Eine LZ-Nachfrage dazu, ob das Stadtmagazin den Mitschnitt noch nachträglich veröffentlichen wird, beantwortet Chefredakteur Tobias Prüwer nicht (Interview mit Tobias Prüwer vom „Kreuzer“ dazu) und geht stattdessen auf Reupert los.

    „Wir haben Herrn Reupert aus Gründen der Kulanz Einblick in das aufgezeichnete Interview gewährt. Dass er daraus das Recht ableitet, es zu veröffentlichen, zu verbreiten oder an Dritte weiterzugeben, erstaunt uns. Denn erstens haben wir das Urheberrecht inne und zweitens wäre damit die Vertraulichkeit des Wortes verletzt.“

    Erstaunlich ist daran eher, dass solche Veröffentlichungen häufig am Interviewten, hier also Reupert scheitern, nicht an den Interviewern, wie in diesem Fall dem „Kreuzer“. Oft genug ist es sogar ein Qualitätsmerkmal, den eigenen Leserinnen einen Zugang zum Inhalt des Gespräches und so einen eigenen Eindruck auf die in den Beiträgen dargelegten Argumenten zu verschaffen.

    Ob der „Kreuzer“ also Befürchtungen hegt, dass die eigene Geschichte bei Veröffentlichung des Interviews wie eine Seifenblase platzt oder einfach keine Lust hat, den eigenen Leserinnen einen interessanten Einblick in die Recherche-Arbeit zu gewähren, muss Spekulation bleiben.

    Fehlende Fakten aufgrund fehlender Fragen

    Aus dem der LZ vorliegenden Mitschnitt des Gespräches geht zumindest hervor, dass Malte Reupert entgegen den Vorwürfen im Artikel hörbar zu Selbstkritik fähig ist, jedoch auf die konkreten, anonymen Vorwürfe seitens seiner Ex-Angestellten gegen ihn gar nicht detailliert eingehen kann.

    Die beiden Interviewerinnen unterlassen es schlicht, ihm zu sagen, was ihm und dem Unternehmen immerhin seitens der Entlassenen in den Einzelfällen konkret vorgeworfen wird. Mittlerweile versteckt sich der „Kreuzer“ hinter der Erklärung, so hätte man eventuell Quellen verraten. Eine Scheinargumentation, die einerseits das vollständig unkritische Bild gegenüber ihren Informanten zeigt und andererseits einen gravierenden Mangel im Interview mit Reupert überdecken soll.

    Weshalb dann das einstündige Gespräch in pseudopsychologischem Geplänkel um die Person Malte Reupert selbst, sein unternehmerisches Handeln und eventuelle Arbeitnehmer-Kränkungen bei Arbeitgeberkündigungen versandet.

    Problematisch bei solchen Themen ist auch: Getroffene Kündigungsentscheidungen im Nachgang mit Dritten zu diskutieren, birgt immer auch die Gefahr in sich, öffentlich „dreckige Wäsche“ zu waschen und andere Menschen schlechtzureden. Ein Problem, was die anonymen Ex-Angestellten offenbar nicht haben, wie auch der „Kreuzer“ nicht, aber dessen sich zumindest Malte Reupert hörbar bewusst ist.

    Dennoch werden im Gespräch Fakten genannt, die im Bericht keine Erwähnung finden, obwohl sie die scheinbare Fragestellung des „Kreuzer“-Artikels nach der Qualität der Arbeitsverhältnisse bei „Biomare“ direkt betreffen.

    Einordnungen ins Gesamtbild fehlen

    Da wären zuerst wohl die im Artikel diskutierten zehn Kündigungen sowie die damit verbundenen neun Arbeitsrechtsklagen in den vergangenen fünf Jahren. In diesem Zusammenhang hätte wohl jede geübte Wirtschafts-Journalistin die Frage nach einem Betriebsrat bei „Biomare“ erhoben und was dieser zu den Fällen gesagt oder getan hat.

    Was zur überraschenden Antwort von Malte Reupert hätte führen können, dass es etwa sechs Jahre lang einen nur durch Mitarbeiterinnen gründbaren Betriebsrat gab – bis dieser sich vor vier Jahren mangels Interesse der Angestellten selbst auflöste.

    Den kritisierten zehn Kündigungen hingegen stehen aktuell laut Malte Reupert im Audio-Interview mit dem „Kreuzer“ 120 Angestellte im Unternehmen gegenüber, auf LZ-Nachfrage steht die Zahl nun sogar bei 140. Im Artikel des „Kreuzers“ fehlt dazu jede Angabe.

    Da jedoch die umstrittenen Kündigungen laut „Kreuzer“-Angaben gegenüber LZ drei Jahre zurückliegen und im Artikel sogar von fünf Jahren die Rede ist, darf man – mit Ab- und Zugängen an den Verkaufstresen, Kassen, im Lager und Küchen des Unternehmens – bei rund 240 bis 300 Angestelltenverhältnissen von einer 30 bis 50-prozentigen Fluktuation ausgehen. Dabei eingerechnet sind auch alle Probearbeitsverhältnisse.

    Eine Zahl, die „Biomare“ gegenüber LZ für diese Jahre des schnellen Wachstums angibt, im LZ-Interview geht Reupert dabei gleichzeitig von einer Verdoppelung der Mitarbeiterinnen seit 2016 also von 60, 70 auf 140 aus.

    In diesem Zeitraum ginge es in einer Gesamtmenge aus Eigenkündigungen der Arbeitnehmer, gewollten Arbeitsvertragsauflösungen wegen besserer Angebote der Konkurrenz und unumstrittenen Kündigungen (oft in der Praxis auch auf Wunsch der Arbeitnehmerinnen) somit noch um vier bis fünf Prozent nachweislich umstrittener Kündigungen.

    Bei 95 Prozent funktionierenden Neueinstellungen, Trennungen oder Verbleib von 140 Mitarbeiterinnen bis heute. Eine Vergleichsgröße, die explizit etwas über die Qualität der Personalbindung, den Umgang miteinander, Vertragstreue und somit Rückschlüsse auf das Verhältnis von Arbeitgeber und Arbeitnehmern im Unternehmen „Biomare“ zulassen würde.

    Für den „Kreuzer“ laut Antwort auf die entsprechende LZ-Nachfrage jedoch unwichtige Angaben, man sähe darin eine Größe rein „quantitativer“ und nicht qualitativer Natur.

    Denn – und auch das räumt Reupert mehrfach ein – die Personal-Fluktuation im Unternehmen „Biomare“ aber auch in der Handelsbranche generell ist zu hoch. Für den „Kreuzer“ bleibt scheinbar nur eine einzige Erklärung mit Blick auf sein Unternehmen dafür: Das liegt allein an Malte Reupert, der in dieser Magazin-eigenen Lesart auch nicht dazulernen will.

    Schon eine Anfrage bei anderen Handelsunternehmen hätte dies – so ehrliche Antworten wie von Reupert vorausgesetzt – sicherlich relativiert. Dass „Biomare“ zudem schon ganz ohne „Kreuzer“ selbst ein Problem bei der Personalfluktuation ausgemacht hat, zeigt sich in der erstmaligen Verpflichtung einer Personalchefin vor einem Jahr. Was Reupert auch im Interview erwähnt, im Artikel fehlt auch diese Angabe.

    Für „Kreuzer“-Chefredakteur Tobias Prüwer ist auch danach kein Zeichen von Lernfähigkeit bei „Biomare“ und speziell bei Unternehmer Reupert zu erkennen.

    Zwei weitere Faktoren, die der „Kreuzer“ in seinem Beitrag offenbar extremer Wissenszumessung bei seinen Leserinnen nicht benennt: Mit einem schnellen Wachstum eines personalintensiven Unternehmens steigt immer auch die Zahl der Zu- und Abgänge, da viele Neueinstellungen stattfinden.

    Parallel herrscht seit Jahren Fachkräftemangel (nicht nur) in der Lebensmittelhandelsbranche in Leipzig, was durchaus die Position der Arbeitnehmer stärkt, während Arbeitgeber fast durchgehend auf Personalsuche sind – Fehler bei Neueinstellungen und das Weiterziehen vor allem gut ausgebildeter, jüngerer Mitarbeiterinnen inbegriffen. Objektiv betrachtet erhöhen gleichzeitig vermehrte Neueinstellungen im Falle des „Biomare“-Wachstums fast automatisch auch die darauf folgenden schmerzhaften Trennungen bei Fehlentscheidungen am Beginn.

    Schmerzhafte Fehler durchaus für beide Seiten, wie Reupert auch gegenüber der LZ nochmals betont, denn so müssen zu Recht meist noch ausstehende Urlaubstage, oft noch weitere Monatslöhne und teils zusätzliche Gelder im Rahmen von Arbeitsrechtsvergleichen ausgezahlt, vor allem aber neue Leute eingelernt werden.

    Dass auch das nicht immer leicht ist, deutet Reupert im Gespräch mit dem „Kreuzer“ an, wenn er von negativen Geschäftszahlen noch vor wenigen Jahren berichtet – auch diese Angabe bleibt ungehört, betrachtet man das Ergebnis im Artikel. Ein deutlicher Fingerzeig auf ein Problem beim „Kreuzer“, der somit eine wichtige Kenngröße des kritisierten Unternehmens überhörte: Eine wirkliche Wirtschaftsredakteurin hat das Kultur-Magazin nicht, es gibt auch kein entsprechendes Ressort.

    Davon abgesehen argumentiert der studierte Philosoph Prüwer die weggelassenen Angaben gegenüber der LZ damit, dass man die Dimension der Angestelltenverhältnisse angemessen angegeben habe, indem man von einem wachsenden Unternehmen mit einer nun geplanten, fünften Filiale schrieb.

    Selbst regelmäßige Einkäuferinnen bei „Biomare“ dürften bei derzeit vier Filialen kaum auf 140 Angestellte kommen, würde man sie um eine Schätzung des Personalaufwandes im Unternehmen bitten. Denn nur wenige nehmen dabei Bürokräfte, Lageristen, Fahrer und Köche oder etwa zwei Dienst-Schichten in einem Geschäft, geschweige in allen Geschäften von „Biomare“ wahr.

    Ob sich darüber hinaus die Leserinnen des „Kreuzers“ bei der Personalschätzung mit dem Unterschied eines in Leipzig verorteten Unternehmens mit den lokalen Steuerungsstrukturen im Gegensatz zu einer Leipziger Filiale von REWE mit Sitz der Zentrale in Köln auskennen, kann man bezweifeln.

    Hinzu kommt, dass jeder, der mal wachen Auges bei anderen meist nationalen bis internationalen Lebensmittelketten in Leipzig einkaufen war, ahnt, mit wie wenigen Menschen so mancher Anbieter seine Filialen am Laufen hält. Und was das für die Arbeitsverhältnisse bedeuten könnte.

    Die indirekte Personal-Angabe für den Betrieb von vier Filialen kann also 40 Mitarbeiterinnen vor Ort oder eben 140 bedeuten und ist keine erhellende Angabe über die Verhältnisse zwischen umstrittenen Entlassungen und fest angestellten Mitarbeiterinnen.

    Was zur angeblich laut Prüwer vom „Kreuzer“ untersuchten „Qualität der Angestelltenverhältnisse“ anhand der rund zehn abgeschlossenen, aber bei den Entlassenen bis heute strittigen Kündigungen der letzten fünf Jahre führt.

    Eine vertane Chance und mangelnde Arbeitsrechtskenntnisse

    Ein Angebot des Unternehmens „Biomare“ wischten die „Kreuzer“-Journalistinnen gleich zweimal vom Tisch – einmal vor dem Interview mit Malte Reupert und einmal auf LZ-Nachfrage danach. So bot Malte Reupert in einer der LZ vorliegenden Mail vom 6. Juli 2021 an den „Kreuzer“ an, dass sich Journalistinnen des „Kreuzers“ unter vier Augen mit Mitarbeiterinnen des Unternehmens nach eigener Wahl unterhalten könnten.

    Wörtlich heißt es seitens Reupert im Vorfeld des Interviewtermins, wie auch der „Kreuzer“ bestätigt: „Es steht Ihnen auch frei, die Aussagen der ‚kritischen Stimmen‘ einem Abgleich mit der Realität zu unterziehen: Stellen Sie den Menschen, die tagtäglich mit dem ‚Arbeitgeber‘ (…) Biomare zu tun haben, ein paar Fragen unter 4 Augen.“

    Gegenüber LZ nennt Chefredakteur Tobias Prüwer dieses Angebot „polemisch“, nachdem sein Magazin hier die Chance vertan hatte, zum Beispiel eine anonyme Umfrage im Unternehmen zu machen. Die Tür dazu stand offen und ein Rückzieher eines solchen ungewöhnlichen Transparenz-Angebotes hätte Malte Reuperts Ruf wohl noch deutlich mehr geschadet, als die anonymen Vorwürfe entlassener Angestellter es tun.

    Diese lassen sich im Artikel auf einige wenige nachvollziehbare Vorwürfe und somit zu einer qualitativen Aussage zusammenfassen. Angeblich sei einem Mitarbeiter gekündigt worden, weil er mal ein paar Pausenzeiten überzogen hätte, andere beklagen sich, dass es Probleme gab, nachdem sie ihre Krankschreibungen nicht rechtzeitig abgegeben hatten.

    Es klingt nichtig, zumal zuvor von Mehrarbeit und Engagement einiger der entlassenen Arbeitnehmer die Rede ist. Da diese Einschätzungen zwangsläufig die Sicht der entlassenen Mitarbeiterinnen selbst sind, welche der „Kreuzer“ durch eine kurze Aufzählung als fast schon niedlich erscheinen lässt, darf man an diesen Angaben Zweifel haben.

    In einem Fall jedenfalls gab es offenkundig Streit über die Art und Menge der überzogenen Pausenzeiten. Etwas, was sein ehemaliger Arbeitgeber „Biomare“ auf LZ-Nachfrage mit „regelmäßig 15 bis 30 Minuten“ angibt, da man diesen anonymen Fall glaubt aus dem Artikel herauslesen zu können.

    Das Problem am deutschen Arbeitsrecht bei Präsenzberufen im Gegensatz zu Honorarverhältnissen, wie sie die meisten „Kreuzer“-Journalistinnen kennen, ist: Gerade die vereinbarte Arbeitszeit ist sozusagen das zentrale Element der Vereinbarung Lohn gegen Lebenszeit an der Kasse, im Service oder Lager. Pausen werden dabei als Anspruch für den Arbeitnehmer wegen des Schutzes der Gesundheit genauestens definiert und sind kein Teil der damit ebenso genau umrissenen Arbeitszeit.

    Diese ist bei Vollzeitstellen mit meist 40 Stunden pro Woche exakt festgelegt. Wenig verwunderlich ist daraus folgend der „Arbeitszeitklau“ bei den arbeitgeberseitigen Kündigungsgründen in den Top 3, gleich hinter Diebstahl im Unternehmen und bewusste Fehlarbeiten (Sabotage). Irgendwo dazwischen landet man nur noch, wenn man regelmäßig unter Einfluss einer Droge zur Arbeit kommt oder pünktlich zur Sommersaison auf Mallorca „krankfeiert“.

    Die Begründungen für diesen hohen Rang sind auch, dass Fehlzeiten auf Kosten der anderen Angestellten gehen, die gerade in Branchen mit Warenhandel, Ladenöffnungs- und Stoßzeiten rasch die Arbeit der fehlenden Nebenfrau mit übernehmen müssen.

    Wer schon mal im Gastronomie- oder Handelsbereich gearbeitet hat, weiß, dass die Laune im Team dadurch nicht besser wird. Nicht selten greift das Phänomen dann sogar um sich, der Frust derer, die womöglich ihre Arbeit gern und pünktlich machen, steigt also weiter.

    Reaktionen im Netz und Fazit

    Was – wie im Einstieg betont – offenbleiben muss, ist die Motivation der entlassenen Mitarbeiterinnen bei ihrer Hinwendung an die Presse. Auch als Gruppe haben sie laut Malte Reupert auf LZ-Nachfrage hin das Gespräch mit „Biomare“ nicht noch einmal gesucht. Ihre Facebookgruppe gibt keine konstruktive Motivation neben der eines gewissen Rachgedankens zu erkennen.

    Dass Reupert ein nicht immer bequemer Kopf mit Ecken und Kanten ist, dürfte sich hingegen spätestens seit seiner „Kapitalismus ist das Resultat deiner Weigerung, es besser zu machen“-Kampagne von 2016 herumgesprochen haben.

    Ein Slogan, der übelmeinend so interpretiert werden kann, dass er außer Acht lässt, dass gerade finanziell schwache Menschen nur sehr wenig Spielraum für gravierende Veränderungen in ihrem Leben haben. Und somit auch häufig eine zu geringe Selbstwirksamkeit erfahren, also nicht in den Genuss kommen, eine eigene Umentscheidung vorzunehmen.

    Diese Auslegung war im Jahre 2016 Grund genug für einige Menschen, am Connewitzer Ladengeschäft von „Biomare“ die Scheiben zu demolieren.

    Wohlmeinend jedoch bleibt es der werbliche Aufruf, sich mit dem eigenen Handeln, Konsumverhalten und Umgang mit seinen Mitmenschen auseinanderzusetzen, zumal und vor allem in der Klimakrise. Nicht unpassend für ein Unternehmen, welches seit Jahren versucht, lokale Wirtschaftskreisläufe zu stärken, ebenso nachhaltig einzukaufen wie anzubieten und auf vollständige CO2-Neutralität in allen Lieferketten hinzuarbeiten.

    Doch um welche Ecken und Kanten es bei Unternehmer Malte Reupert geht, erfährt man letztlich nicht im „Kreuzer“-Beitrag, obwohl er sich scheinbar um seine Person dreht. Ob die Entlassenen wieder eine (erfüllende) Arbeit haben, wäre ihnen zu wünschen, hätte sicher auch interessiert, wird aber auch nicht berichtet.

    Die Rache hingegen hat ihnen der „Kreuzer“ ermöglicht, die Reaktionen in den sozialen Netzwerken sind entsprechend auf Malte Reupert als Person fokussiert und teils hasserfüllt. Mancher glaubt gar, der Artikel habe etwas enthüllt.

    Einige Reaktionen fußen zudem auf einem vulgärmarxistischem Narrativ, welches jedwedes Unternehmertum als Ausbeutung ansieht und dabei vergisst, dass gerade kleine und mittlere Unternehmerinnen im Osten oft eher Lohnempfänger der eigenen Firma sind. Und für ihren Lohn meist selbst 60 bis 70 Wochenstunden arbeiten und sich dennoch gegenüber solcher Anwürfe in Erklärungsnot sehen.

    Das wird deutlich, wenn Reupert im LZ-Interview ungefragt ausführt, wie viel er selbst verdient, was Teamleiterinnen in seinem Unternehmen bekommen und wie die Gehaltsstruktur bei „Biomare“ ist.

    Der Rest der Netzreaktionen ist beispielsweise mit einem Kommentar auf der Kreuzerseite im Netz gut beschrieben. In diesem bietet jemand Hilfe bei der Gründung eines Betriebsrates bei „Biomare“ an.

    Vielleicht haben die Mitarbeiterinnen bei „Biomare“ ja nach dem selbst gewählten Ende des ersten Betriebsrates Lust auf die Gründung eines neuen. Wie das ab dem sechsten Festangestellten in einem Unternehmen geht, wissen die Angestellten also selbst, den ersten Betriebsrat hat übrigens laut Eigenauskunft Malte Reupert vor 10 Jahren initiiert.

    Den Resonanzboden für diese und weitere Äußerungen im Netz bildet neben den fehlenden Informationen im „Kreuzer“-Beitrag auch der Versuch Reuperts, sich persönlich in einer ersten Reaktion auf den Artikel zu wehren. Sichtlich wütend über die Diskreditierung seiner, aber auch der Arbeit anderer bei „Biomare“ verlangte er bei Facebook öffentlich einen Bericht über die Arbeitsbedingungen beim „Kreuzer“.

    Profis machen so etwas nicht, die lassen in so einem Fall machen – von Kommunikationsexperten, Juristen, Facebook-Moderatoren. Aber es zeigt, wie persönlich Reupert den Aufbau seines Unternehmens nimmt, etwas, was ihm andere Kommentatoren als Unprofessionalität vor die Füße werfen.

    Lernt er auch aus diesem Vorgang, werden die zukünftigen Eindrücke aus dem Unternehmen „Biomare“ wohl genauso strategisch kommuniziert, wie es viele längst bei Politik und Konzernen beklagen.

    Gleich in mehrfacher Hinsicht ist zudem Reuperts Vorschlag ein sinnfreier Wunsch: Beim „Kreuzer“ ist ein Bericht über die Bedingungen der Festanstellungen nahezu unmöglich. Dafür gibt es offenbar deutlich zu wenige, seit Jahren fordert das Magazin seine Leserinnen auf, wenigstens zwei weitere Halbzeitstellen zu finanzieren.

    Darüber hinaus sind die Branchen derart unterschiedlich was Arbeitszeiten, Arbeitsorte und Entlohnungen betrifft, dass ein Vergleich zwischen einem wachsenden Handelsunternehmen und einem Medium in einer weiter und weiter schrumpfenden Printlandschaft unmöglich ist.

    Malte Reuperts Entscheidung, den „Kreuzer“ nicht mehr anzubieten, ist eine harte Entscheidung in Zeiten zurückgehender Magazin- und Zeitungsverkäufe. Wie hoch der wirkliche Verlust angesichts längst branchenweit geringer Abverkäufe im Einzelhandel ist, weiß jedoch nur der „Kreuzer“.

    Doch die Entscheidung ähnelt der einstigen „Biomare“-Auslistung eines Hirse-Händlers, welcher strammes AfD-Mitglied ist. Jedes Unternehmen ist frei darin zu entscheiden, mit wem es Geschäfte machen möchte, also auch „Biomare“ im Falle des „Kreuzers“. War es im Falle des Hirse-Händlers die Klimawandelleugnung, handelt es sich hier wohl eher um die Erich Kästner-Maxime: „Nie dürft ihr so tief sinken, von dem Kakao, durch den man euch zieht, auch noch zu trinken.“

    Der „Kreuzer“ beantwortete die Auslistung nun mit einem Aufruf an seine Leserinnen, „unabhängigen Journalismus“ zu unterstützen. Der pseudolinke Artikel „Das Problem der Anderen“ ist aufgrund mangelnder Sorgfalt kaum als Beispiel dafür geeignet.

    Transparenzhinweis

    Zwischen der Leipziger Zeitung / L-IZ.de und „Biomare“ besteht eine seit nun knapp sechs Jahren funktionierende Kooperation, welche den Verkauf unserer monatlichen Printausgabe in allen „Biomare“-Märkten und Werbeschaltungen seitens „Biomare“ auf L-IZ.de umfasst.

    Darüber hinaus gab es bereits gemeinsame Unterstützungen für nachhaltige Initiativen, wie zuletzt die „KlimaFair“ der „for Future“-Bewegung oder die jährliche „Ökofete“. Bislang sehen wir keinerlei Anlass, diese Zusammenarbeit zu beenden oder zu überdenken, ganz im Gegenteil.

    Ähnliche Kooperationsverhältnisse pflegte auch der „Kreuzer“, wie eine erst kürzlich geschaltene „Biomare“-Anzeige auf kreuzer-leipzig.de für eine Ladeneröffnung verdeutlicht.

    Zwischen der Leipziger Zeitung / L-IZ.de und dem Magazin „Kreuzer“ gibt es hingegen keinerlei geschäftliche Kooperationen.

    Hinweis der Redaktion in eigener Sache

    Seit der „Coronakrise“ haben wir unser Archiv für alle Leser geöffnet. Es gibt also seither auch für Nichtabonnenten alle Artikel der letzten Jahre auf L-IZ.de zu entdecken. Über die tagesaktuellen Berichte hinaus ganz ohne Paywall.

    Unterstützen Sie lokalen/regionalen Journalismus und so unsere tägliche Arbeit vor Ort in Leipzig. Mit dem Abschluss eines Freikäufer-Abonnements (zur Abonnentenseite) sichern Sie den täglichen, frei verfügbaren Zugang zu wichtigen Informationen in Leipzig und unsere Arbeit für Sie.

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      9 KOMMENTARE

      1. Doch doch – getroffene Hunde bellen 😅
        Es ist eine Ewigkeit her, aber tatsächlich haben wir mal viel Zeit verbracht – bis zu dem Tag an dem du dein wahres Gesicht gezeigt hast … verletzt? Nö – vielleicht enttäuscht … aber nunja – lieber früh erkannt welche Menschen einen auszunutzen versuchen als größeren Schaden nehmen zu müssen – heißt ja nicht umsonst – lieber ein Ende mit Schrecken als ein Schrecken ohne Ende … so long

      2. Ein irrsinnig langer Artikel ohne viel Inhalt, außer das Gefühl, der Schreiber möchte eben einfach Herr Reupert gegen die sehr persönlichen Vorwürfe verteidigen. Klingt ebenfalls nach persönlichem Interesse. Warum sollte man sonst so viel Text zu diesem Thema schreiben? Herr Reupert wird sich wohl kaum hinstellen und zugeben, dass er immer jegliche Schuld von sich weist und stets andere für alles verantwortlich macht. Also wozu der Aufwand?

        Da Sie nach meiner Motivation bei der Textlänge fragen, beantworte ich diese gern und natürlich ausführlich. Einmal weil ich es kann 😉 (also viel in wenig Zeit schreiben). Zum anderen aber wohl vor allem, weil mir im Kern einige Dinge auch persönlich fremd und durchaus zuwider sind.

        Zuerst wohl Menschen, die sich nicht offen stellen, wenn sie etwas zu klären haben. Und dann versuchen, andere für ihre Ziele einzuspannen. Kurz gesagt: Menschen, die für sich den Schutz der Anonymität in Anspruch nehmen, um (gern auch zurecht) eigene Verletzungen zu vermeiden, während sie aber andere – so wie hier auch sehr persönlich – mit ziemlicher Härte angreifen. Und da auch Schäden in Kauf nehmen – denn der Mechanismus „Wenn jemand so hart attackiert wird, wird schon was dran sein“, funktioniert noch immer bei den meisten Menschen, die von außen auf eine Geschichte schauen.

        So funktioniert übrigens auch (teilweise) Mobbing, aber das nur am Rande.

        Grund 1 also: Aufbrechen einer anonymen Beschuldigung – hier unter Zuhilfenahme des „Kreuzers“ – zugunsten der Hinterfragung von gewachsenen Vorurteilen (Menschen ändern sich, ist es wirklich so?).

        Wenn man fragt, worum es bei den Kündigungen genau geht, dann wird es hier erstaunlich dünn. Und zu den Rahmenbedingungen erfährt man wenig bis nichts. Deshalb wohl der lange Mittelteil im Text und auch das zusätzliche Interview dazu. Erst jetzt, durch diesen Artikel & Beiwerk, nicht durch den des „Kreuzers“, kommen die Themen, warum es denn nun bei Biomare keinen Betriebsrat gibt, was Biomare zahlt, wie Kündigungen ablaufen und warum das so ist, überhaupt auf den Tisch. (siehe auch Interview).

        Ob dies Biomare und Malte Reupert weiterhilft oder schadet? Keine Ahnung, das wird die Zeit zeigen müssen.

        Grund 2 also: Klärung, was nachweisbar bekannt ist. Dies übrigens innerhalb von 48 Stunden, wie lange der „Kreuzer“ Zeit für Ihre „Recherchen“ hatte – bitte da nachfragen.

        Ja, auch hier noch immer ohne die Stimmen der Angestellten, die ja der „Kreuzer“ angeblich beschrieben hat (hat er ja nicht, nicht einmal wirklich die der Ex-Angestellten). Aber: diese jetzigen Angestellten haben jetzt, morgen, in wenigen Tagen doch die Möglichkeit einen Betriebsrat zu gründen? Dass Betriebsräte zudem schwerer kündbar sind, dürfte bei Biomare bekannt sein – man hatte ja mal einen Betriebsrat.

        Grund 3 also: Vielleicht ändert sich ja etwas an der Situation bei Biomare (was, obliegt nicht mir), wenn man sie mal klarer umreißt – bis hin zur Beschreibung von Reuperts Handlungen nach Veröffentlichung des Artikels.

        Im Weiteren ist die Art des uns vorliegenden „Kreuzer“-Interviews der Art, dass eben keine Möglichkeit eröffnet werden soll, dass das Gegenüber – in dem Fall Malte Reupert – die Chance hat, die konkreten Vorgänge auch konkret zu beantworten. Weil ihm die entsprechenden Fragen nicht gestellt werden. Ob der Artikel dann „besser“ geworden wäre oder schlechter – keine Ahnung.

        Ist aber nicht wichtig, denn der Punkt ist hier das Unterlassen und damit der Entzug einer Verteidigungsmöglichkeit. Etwas, was vor jedem Gericht undenkbar wäre.

        Aus exakt diesem Grund veröffentlicht der „Kreuzer“ bislang das Audio des Interviews nicht. Sonst würde auch dem Letzten klarwerden, der es sich dann mal aufmerksam anhört, das hier irgendwas komisch ist.

        Grund 4 also: Klärung, was der „Kreuzer“ hier und dies nicht zum ersten Mal eigentlich macht und wie so etwas „geht“. Kostete weitere Zeilen …

        Ob mir das alles gelungen ist, liegt in der Einschätzung nun nicht mehr bei mir und die Kritik mit der Textlänge nehme ich mir zu Herzen. Allein, weil jeder – Sie, ich, andere – ja auch so verstanden werden wollen, wie sie ein komplexes Thema beschreiben.

        Der „Verteidigungs“-Vorwurf ist für mich hingegen ein kleinerer. Was spricht dagegen, auch mal jemanden zu verteidigen, der angeblich „höher“ steht? Er ist demnach dann kein Mensch mehr mit entsprechenden Rechten? Oder – glaubt man manchen Äußerungen auf Facebook und Co. – gleich ein Dämon?

        Tun wir das bei der LZ für Geschädigte von Flughafenumtrieben, Opfer von Polizeigewalt, Entmietungsterror, Gentrifizierung, schlechten Arbeitsbedingungen bei den LVB-Fahrerinnen oder Flüchtlingen oder/und sonst wen noch, dann ist es auch richtig. Und dennoch meist ebenso umstritten – nur eben dann in anderen, weit mächtigeren Kreisen.

        Weshalb so mancher auch bei uns logisch keine Werbung schaltet. Weil er/sie genau diesen „linken“ Journalismus unerträglich und gegen seine Bau-, Wirtschafts- und Politikinteressen gerichtet sieht. So leben wir alle jeweils mit den Konsequenzen unseres Handelns.

        Malte Reupert jedenfalls hat sich für diesen, meinen Artikel nicht etwa bedankt, er kannte ihn vorab auch nicht und hat in einer ersten Reaktion so manches auch durchaus kritisch gesehen. Der Gesamtvorgang hingegen könnte mehr ändern und hoffentlich verbessern, als auf den ersten Blick möglich scheint. So zumindest meine Hoffnung, die sichtbar einige Kommentatoren hier nicht mit mir teilen – und stattdessen die persönliche Schraube drehen wollen. Anonym natürlich 😉

        Dobschütz

      3. Zugegeben, der Kreuzer-Artikel zu Biomare ist mindestens eine Merkwürdigkeit. Ich las ihn und meine erste Reaktion war tatsächlich auch: „Was soll das? Lasst ihr euch da vielleicht für eine private Rache-Aktion instrumentalisieren?“ Denn was im Artikel steht, ist in der Tat sehr schwammig. Ich finde es gut, dass die LZ da noch mal nachhakt. Allerdings hätte es dem LZ-Artikel gut getan, wenn der Autor stärker auf die Polemik-Bremse getreten wäre. Zudem verstehe ich nicht, warum man in dieser Angelegenheit Herrn Prüwer derart löchert, der sich in nachvollziehbarer Weise vor sein Team stellt. Die Chefredaktion der betreffenden Kreuzer-Ausgabe lag bei Juliane Streich. Der Verdacht, dass hier zuungunsten der Konkurrenz Partei ergriffen wird, beschleicht mich schon.

      4. Ja, sehr spannend. Man verspürt da was. Bin gespannt ob wer wenn übernehmen wird. Dann müsste man sich nicht gegenseitig zerfleischen. Spannend auch die Tatsache das Michael Freitag unter seinem Klarnamen schrieb, was ja mehr als selten ist. Die Menge der dazugehörigen Artikel ist ebenfalls aussagefähig. Hau den Lukas…

      5. Das ist ein typischer Dobschütz’scher Artikel … Auschweifendes Geschreibsel, in dem er sich in echauffiert und in Themen einmischt, zu denen ihn niemand gefragt hat um so seinen persönlichen Kleinkrieg mit etablierteren Magazinen in Leipzig zu führen … so kennt man den Pfiffikus, der singend und pfeifend durch Treppenhäuser wandelt und wenn es eng wird, darauf hinweist, dass seine Mutter Anwältin ist …

        Er wusste halt immer schon alles (besser)

        Auch eine interessante Art, einen Inhalt nicht zu kritisieren und stattdessen hier und auf Twitter so zu tun, als würde man den Autor kennen 😉 es gibt niemanden auf der Welt, der von allen geliebt wird. Dennoch hoffe ich, dass der Gesang gefiel 😉 und Du die Verletzungen überwindest, die ich offenbar bei Dir unwissentlich hinterlassen habe.

        Eins muss ich wohl mal klarstellen – der „Kleinkrieg“ war nie persönlich und ging nicht vonseiten dieser Zeitung aus. Ich habe meine Arbeit gemacht, offenbar nicht ganz schlecht. „Etablierte“ Medien neigen hingegen in der Abwehr neuer „Konkurrenten“ zu Mitteln, die Dir unbekannt sein dürften. Neu ist vielleicht, wenn es jemand dann thematisiert…

        Wenn es sonst nichts zu sagen gibt, scheine ich so Recht nicht zum A…loch zu taugen. Grüße von meiner Mutter, es geht ihr soweit gut. Juristisch musste sie für mich nie tätig werden. Gut so, denn sie ist immerhin Strafverteidigerin ;-).

        Dobschütz

      6. Wohl dem, der es bis ans Ende dieses Textes schafft und den Transparenzhinweis noch liest. Der gehört meiner Meinung nach noch über den eigentlichen Artikel, denn hier liegt ganz offensichtlich ein Interessenkonflikt vor.

        Ansonsten steht hier Aussage gegen Aussage. Das die Vorwürfe nicht ganz aus der Luft gegriffen sein könnten, darauf deutet für mich eine exorbitant hohe Fluktuation von 30 – 50 % hin. Hier wäre dann vor allem interessant, ob sich das gleichmäßig über das Geschäftsgebiet verteilt oder ob die räumliche Nähe bzw. Ferne zur Geschäftsführung einen erkennbaren Einfluss auf die Fluktuationsrate hat.

        Eine höhere Fluktuation bei räumlicher Nähe wäre für mich ein deutliches Indiz, dass die Vorwürfe wahr sind.

      7. An und für sich ein interessantes Lokalthema für eine Zeitung. Finde ich gut, dass man sich drum kümmert und nachfragt. So, wie man auch beim Baggerwilly oder anderen „pseudolinken“ Themen tiefer nachfragen sollte.

        Ich sehe es auch so wie sie, dass eine tiefe Abneigung gepflegt oder aufgerechnet wird. Erkennbar u.a. durch Text- und Artikelmenge heute.
        Hat wohl mit der Gründung der LZ zu tun, zumindest gab es auch damals schon gegenseitige Berichte übereinander, auch Anwaltsschreiben und dergleichen.

      8. Was ist denn „pseudolinks“? Gibt es auch „pseudorechts“? Oder ist das nur so ein Buzzword für die Artikelüberschrift, damit man neugierig draufklicken soll?

        Schon beim Lesen der ersten Absätze dieses Aufsatzes bin ich zur Ansicht gekommen, dass Lizzy irgendwas gegen den Kreuzer hat.

        Die (neuen) Details betreffs Reupert und Biomare, mögen sie so stimmen oder nicht, gehen beim Lesen völlig in der negativen Intonation des Artikeltexts unter.

        Die Länge des Textes dürfte für Lizzy rekordverdächtig sein. Wollte da echt keiner etwas kürzen?

        Bereits die polemischen tatsachenfreien Sätze könnte man herausdampfen. Dann würde ich den Artikel sogar nochmals durchlesen.

        So aber ist es in meinen Augen eine öde und parteiische ASCII-Wüste geworden.

        Und die LVZ wird sicher bald mit Begeisterung darüber berichten, wie sich zwei pseudolinke Medien in die grünen Haare kriegen…

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