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Am 24. September 2026 erhält Peter Thiel, der Trump-Unterstützer und Mitgründer und Chairman von Palantir Technologies, in Berlin den Axel-Springer-Award 2026. Nach der Selbstdarstellung der Axel Springer SE wird der Preis verliehen an „herausragende Persönlichkeiten, die in besonderem Maße innovativ sind, Märkte schaffen und verändern, Kultur gestalten und gesellschaftliche Verantwortung übernehmen.“

Die Liste der Preisträger der letzten Jahre liest sich, mit Sam Altman (OpenAI), Satya Nadella (Microsoft), Wolodymyr Selenskyj (Präsident der Ukraine), Elon Musk (X & SpaceX), Jeff Bezos (Amazon), Shoshana Zuboff (US-Wirtschaftswissenschaftlerin und Autorin) bis Sir Timothy Berners-Lee und Mark Zuckerberg, wie ein Who’s who von Berühmtheiten aus den verschiedensten Bereichen.

Dieses Jahr ist es nun Peter Thiel und in der Pressemitteilung von Peter Huth, dem Global Head of Communications, heißt es: „Auszeichnung für einen Unternehmer, Investor und Vordenker, der die digitale Transformation maßgeblich geprägt hat.“

Besonders auffällig ist dieser Satz: „Als Mitgründer von Palantir schuf er eines der wertvollsten und für die Resilienz von Demokratien wichtigsten Unternehmen unserer Zeit.“

Gerade am Einsatz von Palantir für die deutsche Polizei gibt es in Deutschland Protest, auch die Bundesländer sind sich nicht einig.

In den Springer-Medien, hier in der Bild, klingt das anders: „Sie ist das stärkste Software-Schwert der Polizei gegen Kinderschänder, Terroristen oder die Organisierte Kriminalität: die Software des US-Giganten Palantir Technologies. Sie verknüpft in Sekunden Telefondaten, Chatverläufe, Finanzströme, Flugdaten oder Überwachungsbilder – wofür menschliche Ermittler Monate benötigen.“

Da gibt es ein Quasi-Loblied auf Palantir/Gotham und Bedenken wegen des Abflusses von Daten an eine US-Firma werden abgebügelt. Schaut man auf die Webseite von Palantir, wird auch schnell klar, warum die Berichterstattung so positiv ist.

Springer auf der Palantir Webseite, Aufbau eines datengetriebenen Medienunternehmens. Screenshot: LZ
Springer auf der Palantir Webseite, Aufbau eines datengetriebenen Medienunternehmens. Screenshot: LZ

Axel Springer ist als Konzern ein Nutzer von Palantir-Software und äußert sich lobend.

Unter „Aufbau eines datengetriebenen Medienunternehmens“ (Building a data-driven media company) liest man: „Die fortschrittlichen KI- und Machine-Learning-Funktionen von Foundry haben es Axel Springer ermöglicht, detaillierte Einblicke in das Leserverhalten, die Werbeleistung und ihre Abonnementmodelle zu entwickeln. Infolgedessen können sie nicht nur weiterhin ansprechende und wettbewerbsfähige Inhalte anbieten, sondern auch ihre Einnahmequellen durch diese neuen Erkenntnisse verfeinern und erweitern.“

Springer auf der Palantir-Webseite: Qualitätsjournalismus für das digitale Zeitalter. Screenshot: LZ

„Einblicke in das Leserverhalten und die Werbeleistung“ bedeutet, dass jeder aufgerufene Artikel, jeder Klick, jede Sekunde Aufmerksamkeit registriert wird und in die KI einfließt. Für Abonnenten sogar noch verknüpft mit den persönlichen Daten.

Fazit: Da kann die Axel Springer SE schon mal „Danke Peter Thiel“ sagen, wenn das ganze Geschäft, mit dessen Software gestaltet wird. Da ist es dann auch egal, dass Peter Thiel nicht mehr daran glaube, dass Freiheit und Demokratie miteinander vereinbar seien, und eine Technokratie errichten will.

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