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Dienstag, der 27. April 2021: Maifeiertag wirft seine Schatten voraus, Sachsen baut Impf-Infrastruktur um, Kontroversen um Lockerungen für geimpfte Menschen

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    Der traditionelle Maifeiertag, der dieses Mal ausgerechnet auf einen Sonnabend fällt, nähert sich in großen Schritten – und könnte trotz oder auch gerade wegen der Pandemie wieder zu einem ereignisreichen Tag in Leipzig werden. Am Völkerschlachtdenkmal ruft die rechtslastige „Bürgerbewegung Leipzig“ zur Demonstration auf, wogegen linke Gruppen bereits mobil machen. Sachsen hat einen Ausbau seiner Struktur gegen COVID-19-Impfungen beschlossen, während im Nachhall gestriger Bund-Länder-Beratungen nun über Privilegien für Geimpfte diskutiert wird. Die LZ fasst zusammen, was am Dienstag, dem 27. April 2021, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

    1. Mai: Neuer Großdemotag im Schatten der Pandemie

    Die „Bürgerbewegung Leipzig“ plant für kommenden Sonnabend eine Kundgebung und Demonstration am Leipziger Völkerschlachtdenkmal. Die Gruppierung ist bekannt dafür, die Pandemie und die Gefahren durch das grassierende Virus anzuzweifeln, die Maßnahmen der Politik zu kritisieren – und muss sich auch nach unseren Beobachtungen vorhalten lassen, keinerlei Berührungsängste mit dem rechtsradikalen Milieu zu kennen. Erst am gestrigen Abend hatten sich wieder etwa 150 ihrer Anhängerinnen und Anhänger in der Leipziger Innenstadt versammelt.

    Zahlreiche Vereine und Initiativen rufen nun zum Gegenprotest am Völkerschlachtdenkmal auf, den das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ für Sonnabend ab 13:30 Uhr angemeldet hat. „Es ist zweifelsohne legitim, Aspekte der Corona-Politik zu kritisieren oder zu hinterfragen. Allerdings haben wir keinerlei Verständnis für jene, die ihre eigene Kritik unhinterfragt an rechte Parolen verfassungsfeindlicher Gruppierungen koppeln“, heißt es in einer offiziellen Mitteilung.

    Daneben möchte auch die „Initiative #NichtaufunseremRücken“ eine Versammlung auf dem Alexis-Schumann-Platz in der Südvorstadt durchführen, die sich unter dem Motto „Wir zahlen nicht für eure Krise“ mit sozialen und ökonomischen Folgen der Coronakrise auseinandersetzt. Mitinitiatorin Juliane Nagel (42, Linke) kritisiert, die Sphäre der Arbeit werde durch die Corona-Maßnahmen kaum reglementiert, zudem würden arme Menschen und kleine Produktionsbetriebe nur minimal mit Hilfszahlungen abgefedert.

    Die Kundgebung soll 12 Uhr beginnen. Leipzig könnte erneut ein ereignisreicher Demotag bevorstehen.

    Sachsen drückt beim Impfen auf die Tube – Corona-Gegner attackieren Polizei

    Sachsen baut seine Impfstruktur um. Wie das Sozialministerium heute bekannt gab, sollen ab Juli von derzeit 13 nur noch die drei großen Impfzentren Leipzig, Dresden und Chemnitz in Betrieb bleiben, daneben werden weiterhin 30 mobile Teams in Sachsen unterwegs sein. Parallel dazu sollen zunehmend Hausärztinnen und -ärzte die Immunisierung gegen das Virus vorantreiben.

    Aktuell unterstützen etwa 1.850 sächsische Praxen bereits die Impfzentren. Insgesamt seien für Sachsen von April bis Juni 1,5 Millionen Impfdosen für die Zentren und mobilen Teams, weitere 1,3 Millionen für Hausärzte (und ab Juni auch Betriebsärzte) eingeplant.

    Die Impfquote Sachsens (einmal Geimpfte) liegt mit 22,7 Prozent momentan leicht unter dem Bundesdurchschnitt (2,9 Prozent), 8,5 Prozent der Menschen in Sachsen haben bereits vollständigen Impfschutz.

    Bei der Verbreitung des Virus hat Sachsen mit seiner Inzidenz nun auch den bisherigen „Spitzenreiter“ Thüringen überholt. Besonders düster sieht die Lage im Erzgebirgskreis mit einer 7-Tage-Inzidenz von 394,4 aus, seit Beginn der Pandemie sind sachsenweit inzwischen offiziell 9.006 Menschen im Zusammenhang mit einer Ansteckung gestorben.

    Indessen zeigt ein dramatischer Vorfall aus dem thüringischen Schmalkalden einmal mehr, wie die Pandemie offenbar gefährliche Kräfte aus der „Querdenker“-Szene mobilisiert. Hier wurden drei Polizeibeamte bei einer unangemeldeten Demonstration massiv angegriffen. In einer Videoaufnahme ist zu sehen, wie sich die Gesetzeshüter nur mühsam gegen aggressive Demonstranten verteidigen, letztlich mussten sie den Rückzug antreten. Die Ermittlungen laufen.

    Erleichterungen für Geimpfte? Bayern prescht schon mal vor

    Nach den gestrigen Beratungen von Bund und Ländern beim Impffortschritt drängt sich immer mehr die Frage auf, inwieweit vollständig immunisierten Menschen die Tür zurück zu mehr Normalität geöffnet werden soll. Laut Regierungssprecher Steffen Seibert (59) ist für kommende Woche eine Verordnung durch Innen- und Justizministerium geplant, die durch Bundestag und Bundesrat genehmigt werden muss. Nach einer repräsentativen Umfrage befürwortet eine Mehrheit von 56 Prozent der Deutschen mehr Freiheiten für alle mit vollem Impfschutz.

    Eine endgültige Entscheidung ist laut Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (40, CDU) für Ende Mai angesetzt.

    Bayern hat schon mal vorgelegt: Bereits ab Mittwoch müssen komplett Geimpfte keinen Negativ-Test mehr vorweisen, wenn sie beispielsweise zum Friseur gehen. Weitergehende Privilegien, wie einen Zugang zu eigentlich noch verschlossenen Einrichtungen, soll es aber nicht geben. Bundeskanzlerin Angela Merkel (66, CDU) hat bekräftigt, dass jeder Deutsche bis Ende des Sommers ein Impfangebot erhalten solle.

    Worüber die LZ heute berichtet hat: Ein Traditionsladen auf der „Karli“ sagt Adé, Leipzigs Neuverschuldung könnte geringer ausfallen als gedacht, ein Richter sucht die Grenze zwischen Recht und Gerechtigkeit, Studierende der Uni Leipzig vergeben erstmals einen Preis für engagierte, digitale Lehre.

    Was heute sonst noch wichtig war: Bei BMW in Leipzig stehen seit der heutigen Frühschicht die Bänder still – noch bis Mittwochfrüh. Die IG Metall hat zu einem 24-stündigen Warnstreik aufgerufen. Unter anderem werden 4 Prozent mehr Lohn bzw. Beschäftigungssicherung, Zukunftstarifverträge und tariflich besser gestaltete Übernahmeregeln für Azubis gefordert.

    Nachdem das traditionelle Wave-Gothic-Treffen (WGT) in Leipzig, das weltweit größte seiner Art, bereits 2020 zwangsweise ausfiel, bereiten sich dessen Veranstalter auch für 2021 vorsorglich auf eine Absage des beliebten Festivals vor. Trotz unterschiedlicher Hygienekonzepte, die zur Anpassung an die unkalkulierbare Infektionsdynamik entwickelt worden waren, lasse die jetzige Situation nur wenig Hoffnung, das WGT durchzuführen, so die Organisatoren. Offiziell soll die Veranstaltung bisher vom 21. bis 24. Mai stattfinden.

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      1 KOMMENTAR

      1. Und was is nu mit dem Waschbär in der Karli!? Das war doch DAS Thema des Tages in Leipzig!!!

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