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Mittwoch, der 30. Juni 2021: Tausende Neuinfektionen nach EM-Spielen, Neonazi-Vorfälle und mehr Impf- und Essoptionen für Studierende

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    Es gibt nicht nur scharfe Kritik an den teils sehr vollen EM-Stadien, sondern nun auch erste Belege dafür, dass die UEFA mit ihrer Sitzplatzpolitik für viele Corona-Infektionen verantwortlich ist. Außerdem fordert eine nie dagewesene Hitzewelle in Nordamerika zahlreiche Tote. In Leipzig verbessert sich die Lage der Studierenden in der Pandemie ein wenig: Präsenzveranstaltungen wird es dieses Semester nicht mehr geben, aber wenigstens öffnete heute die Mensa am Park nach einem halben Jahr Pause wieder und die Uni bietet Corona-Impfungen an. Die LZ fasst zusammen, was am Mittwoch, dem 30. Juni 2021, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

    Gestern Abend verfolgten rund 45.000 Fußball-Fans den Klassiker England-Deutschland im Londoner Wembley-Stadion. Zuvor hatten Politiker/-innen, Wissenschaftler/-innen und Journalist/-innen die UEFA angesichts der stark ansteigenden Corona-Neuinfektionen in Großbritannien heftig dafür kritisiert, dass sie die Sitzplatzkapazitäten des Stadions zur Hälfte ausschöpfte. Karl Lauterbach etwa, SPD-Bundestagsabgeordneter und Mediziner, hatte am Montag gefordert, maximal 18.000 Menschen ins 90.000er-Stadion zu lassen, um sichere Abstände gewährleisten zu können.

    Rund 2.000 Neuinfektionen in Schottland in Zusammenhang mit EM

    Nun trudeln erste Belege dafür ein, dass die UEFA mit ihrer Sitzplatzpolitik für eine erhebliche Verbreitung des Coronavirus – besonders der aktuell in Europa grassierenden Delta-Variante – verantwortlich ist. Wie Sky News heute berichtete, führt die schottische Gesundheitsbehörde Public Health Scotland (PHS) bisher rund 2.000 Neuinfektionen direkt auf Fußball-EM-Spiele zurück.Der Großteil dieser 2.000 Personen hatte sich die Partie England-Schottland am 18. Juni in Wembley angesehen. Die restlichen dieser 2.000 Infektionen stehen laut PHS mit den Spielen Schottland-Kroatien und Schottland-Tschechien im Glasgower Hampden Park und mit Besuchen bei Viewing-Events in Verbindung.

    Lauterbach: „Eine Schande für den Sport“

    SPD-Gesundheitsexperte Lauterbach verurteilte die UEFA heute angesichts der gestrigen Bilder aus dem Wembley-Stadion scharf. „Das Spiel hat gestern nochmal gezeigt, wie eng die Fans stehen, wie oft sie sich umarmen und anschreien“, schrieb der 58-jährige Politiker auf Twitter. Es hätten sich mit Sicherheit Hunderte infiziert und diese infizierten jetzt wiederum Tausende. „Die UEFA ist für den Tod von vielen Menschen verantwortlich.“

    Bisher ist die UEFA nicht davon abgerückt, zu den beiden Halbfinals und zum Finale – die alle im Londoner Wembley-Stadion ausgetragen werden sollen – jeweils 60.000 Zuschauer/-innen zuzulassen. Das entspricht zwei Dritteln der Sitzplatzkapazität des Stadions. Am Montag hatte Großbritannien so viele Corona-Neuinfektionen verzeichnet wie seit Ende Januar nicht mehr.

    Landkreis Zwickau als erster in Sachsen coronafrei

    In Deutschland nimmt die hochansteckende Delta-Variante immer größer werdende Anteile an den Neuinfektionszahlen ein. Die gemeldeten Neuinfektionen hierzulande bleiben aber zum Glück auf niedrigem Niveau. Heute meldete das Robert-Koch-Institut für den Landkreis Zwickau eine Sieben-Tage-Inzidenz von 0. Der Landkreis Zwickau ist somit die erste Region in Sachsen, die sich als „coronafrei“ betiteln kann.

    Studentenwerk Leipzig nimmt größte Mensa wieder in Betrieb

    Die niedrigen Inzidenzen nahm auch das Studentenwerk Leipzig zum Anlass, heute seine mit Abstand größte Mensa – die Mensa am Park auf dem Hauptcampus – wieder in Betrieb zu nehmen. Seit Mitte Dezember hatte sie ihre Türen geschlossen. Noch Mitte Juni hatte Pressesprecher Michael Mohr eine baldige Öffnung der Mensa am Park der Leipziger Zeitung gegenüber für unwahrscheinlich eingestuft.

    Für die Öffnung der beiden größten Mensen, Mensa am Park und Mensa Academica (HTWK), seien aus wirtschaftlichen Gründen die Öffnungen der jeweiligen Hochschulgebäude für Präsenzveranstaltungen erforderlich, so Mohr vor zwei Wochen.

    Die Gebäude am Hauptcampus der Universität bleiben noch mindestens bis 19. September geschlossen. Trotz dessen hat das Studentenwerk die Nachfrage nach Essen zu studentischen Preisen wohl als ausreichend eingestuft, um seine größte gastronomische Einrichtung wieder halbwegs wirtschaftlich betreiben zu können.

    Noch am Dienstag hatte sich eine sehr lange Schlange vor der Cafeteria am Park gebildet. Die kleine Cafeteria war während der vergangenen Monate die einzige Anlaufstelle für Studierende und Hochschulpersonal in der Innenstadt gewesen. Dort gab es Mittagsgerichte To-Go und zuletzt auch auf dem Freisitz.

    Am heutigen Eröffnungstag setzten die Mitarbeiter/-innen der Mensa am Park das strenge Hygienekonzept konsequent um. Mit Durchsagen wurden die Besucher/-innen der Mensa regelmäßig daran erinnert, Abstände einzuhalten. Der Zugang zur Mensa ist derzeit nur über das Hörsaalgebäude möglich, das Essensangebot eingeschränkt.

    Impf-Aktion an der Uni

    Nicht nur bei der Essensversorgung, sondern auch in Sachen Corona-Schutzimpfung verbessert sich die Lage der Leipziger Studierenden. Seit heute können sie sich am Campus Jahnallee (Hörsaal Süd) ohne Anmeldung mit dem Vakzin von Biontech/Pfizer immunisieren lassen.

    Darüber hatte die Universität gestern auf ihrer Website und Rektorin Beate Schücking heute in einer Rundmail informiert. Das Angebot gilt auch für Mitarbeiter/-innen der Universität Leipzig, die sich mittels einer Arbeitgeberbestätigung aber bereits seit Anfang Mai Impftermine im Impfzentrum sichern konnten.

    Die Impfungen am Campus Jahnallee führt das Deutsche Rote Kreuz durch, Erst- und Zweitimpfung liegen jeweils drei Wochen auseinander. Initiiert wurde die Impf-Aktion von der Universitätsleitung, von den sächsischen Studierendenvertretungen sowie von der Landesrektorenkonferenz.

    Historisch einmalige Hitzewelle in Nordamerika

    Während in Süddeutschland Städte von Starkregenfällen und Stürmen heimgesucht werden, machen Teile Nordamerikas mit Wetterextremen anderer Art internationale Schlagzeilen. Gestern kletterten die Thermometeranzeigen im kanadischen Lytton (British Columbia) auf 49,6 Grad Celsius – die höchste Temperatur, die jemals in Kanada gemessen wurde. Der bisherige Hitzerekord Kanadas wurde im Jahr 1937 in der Provinz Saskatchewan aufgestellt.

    Übers Wochenende starben in der Küstenprovinz British Columbia laut Spiegel-Berichten doppelt so viele Menschen wie sonst durchschnittlich in diesem Jahresabschnitt. Die örtlichen Gesundheitsbehörden machen die extreme Hitze für den starken Anstieg der Todeszahlen verantwortlich. In Vancouver und Portland wurden mehrere klimatisierte Hallen für Menschen eingerichtet, die Schutz vor der Hitze suchen. Laut Meteorolog/-innen ist ein sogenannter „Heat Dome“ (Hitzekuppel) für die Extremwetterlage verantwortlich.

    Neonazi-Symbolik in und um Leipzig

    Am gestrigen Dienstag registrierte die Leipziger Polizei gleich drei rechtsextreme Vorfälle, über die sie heute in ihrer Medieninformation berichtete. Am Vormittag bedrohte ein Mann den Mitarbeiter einer Bankfiliale in der Innenstadt. Die herbeigerufenen Polizeikräfte bemerkten laut Polizeimeldung, dass die Schuhe des 38-Jährigen mit „nationalsozialistischen Symbolen“ bemalt waren. Nach Androhung einer Sicherstellung der Schuhe übermalte der Neonazi die Symbole auf seinen Schuhen schließlich.

    Am Dienstagnachmittag hinterließen Unbekannte am S-Bahnhof Großdeuben (Landkreis Leipzig) acht „nationalsozialistische Symbole sowie einen nationalsozialistischen Schriftzug“. Der dritte Vorfall ereignete sich am frühen Abend im Leipziger Zentrum: Eine junge Frau zeigte in der Petersstraße den Hitlergruß, woraufhin Zeug/-innen die Polizei informierten.

    In allen drei Fällen hat das Dezernat Staatsschutz die Ermittlungen wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen aufgenommen.

    Ehemalige Durstexpress-Angestellte mit Klagen gescheitert

    Worüber die LZ heute berichtet hat: Ralf Julke hat die Stadtratsdebatte vom 24. Juni um die Partys auf der Sachsenbrücke zusammengefasst. Außerdem wird es neue Verkehrs-Modellrechnungen zum Mittleren Ring im Leipziger Osten frühestens im Jahr 2023 geben.

    Und das Umweltdezernat hat erklärt, warum die Stadt für den rechtsseitigen Deichweg entlang des Elsterflutbetts nicht verantwortlich ist, der aufgrund von Sanierungsarbeiten seit Wochen gesperrt ist.

    Was heute sonst noch wichtig war: Vor dem Leipziger Arbeitsgericht mussten ehemalige Beschäftigte des Getränkelieferanten Durstexpress eine Niederlage einstecken. Wie der Kreuzer berichtet, sah das Gericht keine ausreichenden Belege dafür, dass die Entlassungen rechtswidrig erfolgt waren.

    Die Oetker-Gruppe hatte Ende 2020 das Start-Up Flaschenpost aufgekauft, das mit dem hauseigenen Durstexpress konkurrierte. Kurz darauf wurde bekannt gegeben, den Lieferdienst von nun an nur unter dem Namen „Flaschenpost“ zu betreiben. Allen Durstexpress-Angestellten wurde in einer Einsparaktion gekündigt, das Leipziger Lager geschlossen.

    Was morgen wichtig wird: Morgen tritt die neue sächsische Corona-Schutzverordnung in Kraft. Sie gilt vom 1. bis zum 28. Juli und lässt Raum für weitreichende Lockerungen, insofern die Inzidenzwerte auf niedrigem Niveau bleiben.

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