Seit heute Nachmittag können sich alle Impfwilligen auch ohne Termin ihren Pieks in den Sächsischen Impfzentren setzen lassen. Hohe Wartezeiten seien allerdings zu erwarten, warnte das Deutsche Rote Kreuz. Ebenfalls am heutigen Nachmittag fanden in der Stadt mehrere Kundgebungen und Protestveranstaltungen statt. So rief der Ortsverband von Fridays For Future zur Mahnwache auf dem Willy-Brandt-Platz auf, DIE LINKE Leipzig solidarisierte sich auf dem Simsonplatz mit Kuba, das unter der US-Blockade leidet. Außerdem: Wegen einer möglichen Strafverfolgung wurde die Immunität der LINKE-Landtagsabgeordneten Juliane Nagel und Marco Böhme aufgehoben. Und: Heute startete das Internationale Fußballbegegnungsfest in Leipzig. Die LZ fasst zusammen, was am Freitag, den 2. Juli 2021, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Impfen für (fast) alle ohne Termin

14 Uhr gab es den „Startschuss“: Ab dem heutigen Freitag könne sich alle Sachsen in den Impfzentren auch ohne Termin gegen das Coronavirus impfen lassen. Ausgenommen ist das temporäre Zentrum in Grimma. Bis vorerst 7. Juli werden nun für alle Personen ab 40 Jahren Impfungen mit dem Vakzin Astrazeneca angeboten. Danach können auch Personen ab 14 Jahren die spontanen Impfangebote, jeweils ab 14 Uhr, mit den Präparaten von Biontech/Pfizer, Johnson&Johnson sowie Moderna wahrnehmen. Der Landesverband Sachsen des Deutschen Roten Kreuzes (DRK) mahnte bereits im Vorfeld, dass sich die Impfwilligen auf lange Wartezeiten einstellen müssten.

Apropo Impfung: Die Ständige Impfkommission (Stiko) hat die Empfehlungen für das Vakzin Astrazeneca geändert. Personen, die mit dem Impfstoff erstgeimpft wurden, sollen beim zweiten Durchlauf einen mRNA-Impfstoff erhalten.
Grund für die Änderung ist die Ausbreitung der Delta-Variante, die als hochansteckend gilt. Laut den Expert/-innen ist die Immunantwort nach der Impfung mit zwei verschiedenen Präparaten (erst Vektor-Impfstoff, folgend ein mRNA-Vakzin) überlegen. Die Stiko betonte außerdem, es sei wichtig, die Zweitimpfung zeitnah, frühestens aber nach vier Wochen, wahrzunehmen.

Landtagsabgeordnete Juliane Nagel und Marco Böhme verlieren Immunität

Der Geschäftsordnungs- und Immunitätsausschuss des Sächsischen Landtags hat am heutigen Freitag der Aufhebung der Immunität der LINKE-Landtagsabgeordneten Juliane Nagel und Marco Böhme zugestimmt. Auch die beiden betroffenen Politiker/-innen stimmten dem zu.

Grund ist eine mögliche Strafverfolgung, die die Besetzung des Tagesbaus „Vereinigtes Schleenhain“ in 2019 durch das Aktionsbündnis „Ende Gelände“ nach sich zieht. Auch Nagel und Böhme begleiteten die Demonstration. Infolge der Aktion stellte die Mitteldeutsche Braunkohle AG Anzeige wegen Hausfriedensbruchs.

Die Landtagsfraktion der LINKEN erhofft sich eine juristische Erklärung, „ob zivilgesellschaftlicher Protest gegen den menschengemachten Klimawandel ein legitimes Mittel ist um auf die Klimakatastrophe aufmerksam zu machen.“

Internationales Fußballbegegnungsfest

Auf dem Augustusplatz startete heute das Internationale Fußballbegegnungsfestival (IFBF). Ab 15 Uhr waren alle Interessierten eingeladen auf dem Augustusplatz am Begegnungsfestival der Zivilgesellschaft gemeinsam mit Zeitzeugen und Überlebenden der Shoah aus Deutschland, Europa, Israel und Übersee teilzunehmen. „Nie vergessend, mutig nach vorne schauend“ ist dabei das übergreifende Motto der Gesamtveranstaltung.

Um 17 Uhr wurde außerdem der Dokumentarfilm „Eine Reise gegen das Vergessen“ mit Beiträgen von Jugendlichen aus Deutschland, Israel und der Tschechischen Republik wie Zeitzeugen aus Israel, Kanada und den USA gezeigt.

Die sportlichen Höhepunkte des Festivals finden jeweils am Samstag und Sonntag statt. So treffen am 3. Juli die BSG Chemie Leipzig und der israelische Kultclub Betar Nordia Jerusalem im Alfred-Kunze-Sportpark in Leipzig-Leutzsch aufeinander. Am Sonntag, den 4. Juli, findet das große „Max und Leo Bartfeld“-Turnier mit 28 beteiligten Mannschaften aus acht Nationen statt. Hintergründe und weitere Informationen hat unser Redakteur Michael Freitag hier zusammengefasst.

Klima-Mahnwache und Soli-Kundgebung gegen Wirtschaftskrieg auf Kuba

Um 16 Uhr riefen Aktivist/-innen von Fridays For Future Leipzig heute zur Mahnwache auf dem Willy-Brandt-Platz ein. Zu dem Anlass gab der Ortsverband außerdem bekannt, dass am 24. September ein Globaler Klimastreik geplant sei. Die Gruppe mahnte, dass die Klimakrise im Zuge der Pandemie zwar in den Hintergrund gerückt sei, die Extremwetterlagen der vergangenen Tage und Wochen jedoch zeigten, dass der Streik fürs Klima weiterhin notwendig sei.

Eine Stunde später, um 17 Uhr, luden der Stadtverband der Leipziger LINKEN und die Arbeitsgemeinschaft Cuba Sí unter dem Motto „Unblock Cuba – Wirtschaftskrieg gegen Kuba beenden!“zur Soli-Kundgebung auf dem Simsonplatz am Bundesverwaltungsgericht ein.

„Am 23. Juni 2021 berichtete Kuba in der Vollversammlung der Vereinten Nationen über die wirtschaftlichen und immateriellen Schäden, die die US-Blockade verursacht. Im Anschluss nahm das Gremium erneut mit überwältigender Mehrheit (182 zu 2) eine Resolution an, die die imperialistische US-Wirtschaftsblockade gegen Kuba verurteilt. Auch die Bundesrepublik Deutschland und andere Staaten der EU stimmten dafür und sprachen sich damit – zumindest auf dem Papier – gegen die US-Politik aus. Diesem Schritt müssen nunmehr Taten folgen“, hieß es vom Stadtverband.

“Pocket-Park”, Hilfe für die Leipziger City und ein neuer Stadtplan

Worüber die L-IZ heute berichtet hat: In der Shakespearestraße im Zentrum-Süd könnte nach Vorstellung der Leipziger Stadtverwaltung in den kommenden Jahren eine kleine Grünfläche entstehen. Im letzten Jahr hatten Anwohner/-innen eine Petition eingereicht und einen Stadtteilpark auf der Freifläche am Shakespeareplatz gefordert (LZ berichtete).

Außerdem startet die Stadt ein Unterstützungspaket für die Leipziger Innenstadt. Mit Maßnahmen in 2021 und 2022 in Höhe von insgesamt einer Millionen Euro will die Verwaltung die City wiederbeleben.

Unser Redakteur Ralf Julke hat sich außerdem mit dem neu gestalteten Stadtplan auseinander, der die Vielfalt der interkulturellen Angebote in Leipzig darstellt.

Was heute außerdem wichtig war: Das Sächsische Staatsministerium für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr teilte heute mit, dass bisher 464,7 Millionen Euro Überbrückungshilfe III des Bundes an sächsische Unternehmen ausgezahlt wurden. Hinzu kommen 73,3 Millionen Euro „Neustarthilfe“, speziell für Solo-Selbstständige. Seit Mitte Februar wurden etwa 12.200 Anträge von Unternehmen, Freiberufler/-innen und Solo-Selbstständigen auf die Überbrückungshilfe gestellt, seit dem 17. März werden die Gelder von der Sächsischen Aufbaubank (SAB) ausgezahlt.

Was morgen passieren wird: Am Wochenende wird es wieder Kundgebungen und Protestveranstaltungen geben. So wollen etwa am Sonntag Freunde des motorisierten Zweirads unter dem Motto „Motorradfahrer gegen Fahrverbote – ihr habt die Wahl“ von der Neuen Messe über die B2 und über den Innenstadtring fahren. Der Aufzug, zu dem 10.000 Teilnehmer/-innen angemeldet sind, endet auf dem Augustusplatz.

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