Am heutigen Montag eröffnete die erste kommunale Impfstelle in der Leipziger Oper. Neben Erst-, Zweit- und Boosterimpfungen werden hier von 8 bis 15 Uhr auch Beratungen angeboten. Außerdem: Am Amtsgericht startete der Prozess gegen einen 33-jährigen Mann, der im Februar 2019 einen jungen Mann (16) in der Jahnallee mit dem Auto erfasste und tödlich verletzte. In der Ostsee sind zwei Frachtschiffe kollidiert, noch immer werden zwei Menschen vermisst. Die LZ fasst zusammen, was am Montag, dem 22. November 2021, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Erste kommunale Impfstelle in Leipziger Oper

Dort, wo sonst ein Orchester ertönt und zarte Füße übers Parkett schweben, wird (vorerst) bis Ende Januar gegen Corona geimpft. Von 8 bis 15 Uhr können sich Impfwillige hier ohne Terminvereinbarung ihre Erst-, Zweit- oder Boosterimpfung abholen. Man wolle damit auch Personen erreichen, die eher in den Morgenstunden die Gelegenheit nutzen. Der Eingang zur Impfstelle befindet sich am Operncafé an der Seite Goethestraße. Barrierefreier Zugang ist über den Bühneneingang, ebenfalls in der Goethestraße, möglich.

Neu bei dem Konzept ist, dass es an der Anlaufstelle in der Oper auch eine Impfberatung gibt. Dort kann man sich über die verfügbaren Vakzine, die Impfung an sich und ihre möglichen Folgen aufklären lassen. „Ich bitte all diejenigen, die noch keine Corona-Schutzimpfung bekommen haben oder noch nicht vollständig geimpft sind, eine der vielen Gelegenheiten zu nutzen, die sich in Leipzig bieten“, appelliert Sozialbürgermeister Fabian an die Leipziger/-innen.

In Sachsen trat heute die neue Corona-Schutzverordnung in Kraft, die vorerst bis zum 9. Januar gültig ist. Viel geändert hat sich an dem Regelwerk im Gegensatz zur vorangegangenen Ausgabe nicht. Allerdings gibt es eine neue Hotspot-Regelung, nach der Gastronomiebetriebe beim Überschreiten der Inzidenz von 1.500 schließen müssen. Zusammengefasst sind die Beschlüsse hier zu finden.

Laut Robert-Koch-Institut beläuft sich die sachsenweite Inzidenz heute auf 1.024,5. In Leipzig liegt die 7-Tage-Inzidenz derweil bei 586 und ist damit im Gegensatz zum Sonntag um 12,4 gesunken. Insgesamt beträgt die Anzahl der Neuinfektionen in der Stadt seit Beginn der Pandemie nun 47.710.

Pleißemühlgraben kommt wieder ans Licht

Die Stadt hatte heute aber auch erfreulichere Nachrichten zu verkünden: In Zukunft soll der Pleißemühlgraben zwischen Käthe-Kollwitz-Straße und Ranstädter Steinweg wieder ans Licht kommen. Der Graben soll dann parallel zum Goerdelerring verlaufen. Vor allem bei der Überquerung des Ranstädter Steinwegs steht die Stadt vor einer großen Herausforderung: „Die frühere Frankfurter Brücke hatte eine Breite von 14 Metern. Heute beträgt die zu überwindende Straßenbreite 48 Meter.“

Schon 2019 hatte der Stadtrat dieses Konzept beschlossen. Wird der nun durch die Verwaltungsspitze gefasste Planungsbeschluss auch vom Stadtrat bestätigt, werden die Aufgaben ab 2022 ausgeschrieben und vergeben.

Im Zusammenhang mit der Planung für die Öffnung des Pleißemühlgrabens soll auch ein Freiraumkonzept für die Flächen des ehemaligen Fleischerplatzes, dem Bereich vor der heutigen Hauptfeuerwache und IHK, sowie für den Vorplatz des Naturkundemuseums erstellt werden.

16-jähriger Ruben überfahren: Prozessauftakt am Leipziger Amtsgericht

Am Leipziger Amtsgericht startete heute der Prozess gegen einen 33-jährigen Mann. Ihm wird fahrlässige Tötung vorgeworfen. Der Mann soll im Februar 2019 einen 16-Jährigen beim Überqueren der Ampelkreuzung im Ranstädter Steinweg übersehen und ihn mit seinem Auto erfasst haben. An den verstorbenen Teenager, namentlich Ruben, erinnern bis heute zahlreiche Plakate, Kerzen und Botschaften auf Höhe der Unfallstelle.

Der Junge soll damals bei Rot über die Straße gelaufen sein, weil er die Tram noch erwischen wollte. Ermittlungen ergaben, dass der Autofahrer jedoch mit einer Geschwindigkeit von mindestens 87 km/h beim Aufprall, also weitaus zu schnell, unterwegs gewesen war. Das Opfer erlitt bei dem Unfall so schwere Kopfverletzungen, dass es am nächsten Tag im Krankenhaus verstarb.

Lucas Böhme hat den ersten Prozesstag im Gericht verfolgt, hier gibt’s den ausführlichen Bericht dazu.

Freie Sachsen an verschiedenen Orten in Sachsen

Nachdem sich die Corona-Proteste montags in Leipzig ein wenig „ausgedünnt“ hatten, versuchen Gegner/-innen der Pandemiebestimmungen nun anscheinend, ihren Protest im Umland zu etablieren. Die Freien Sachsen, eine vom Verfassungsschutz Sachsen als rechtsextremistisch und verfassungsfeindlich eingestufte Bewegung, riefen am heutigen Abend um 19 Uhr zum „Spaziergang“ ab dem Markkleeberger Bahnhofsvorplatz auf.

Bisher waren sie an jedem Montagabend in den vergangenen Monaten auf dem Richard-Wagner-Platz in der Leipziger Innenstadt aufgelaufen. Längst haben sich die Proteste allerdings abseits der großen Städte etabliert. Am vergangenen Wochenende kam es vielerorts in Deutschland und auch Österreich zu Polizeieinsätzen rund um verbotene Versammlungen, die alle den Protest gegen die geltenden Corona-Maßnahmen zum Thema hatten.

Dabei kam es auch zu gewalttätigen Ausschreitungen. So wurden im thüringischen Greiz 14 Einsatzkräfte der Polizei verletzt, zwei von ihnen so schwer, dass sie zeitweilig den Einsatz nicht fortführen konnten. Auch in Bad Liebenstein, Sondershausen, Reutlingen, Stuttgart, Berlin und Hamburg kamen Menschen verbotenerweise zu Versammlungen zusammen.

Das Ziel an diesem Montag schien es zu sein, so viele Orte wie möglich in ganz Sachsen „zu besetzen“. Laut Aussage der Polizei gab es Einsätze in Bautzen, Zwickau, Chemnitz, Stollberg im Erzgebirge und Freiberg.

Auch in Dresden und Leipzig versammelten sich heute wieder Personen, um gegen die geltenden Maßnahmen zu protestieren. Vor einem Krankenhaus in der Landeshauptstadt zündeten Menschen Kerzen an. Gesammelt hatte sich der Protest zunächst auf dem Postplatz.

In Leipzig waren 28 Personen ohne Beachtung der Corona-Regeln (Maske, Abstand, Personenbegrenzung) unterwegs von der Michaeliskirche über den Ring.

 

Kulki, Lina E. und ein Schiffsunglück in der Ostsee

Worüber die LZ heute berichtet hat: Über den neuen Vorschlag des Umweltdezernats zur Perspektive der Grundstücke am Kulkwitzer See und über den verschobenen Prozess zur Klage gegen den ersten Bauabschnitt der A20. Außerdem geht es wieder einmal um den Prozess gegen Lina E. und weitere Angeklagte, der sich als schwieriger gestaltet, als von den Behörden vielleicht zuvor angenommen.

Was heute außerdem wichtig war: In dem Ostsee-Gebiet zwischen der dänischen Insel Bornholm und der südschwedischen Küstenstadt Ystad sind zwei Frachtschiffe kollidiert. Zwei Personen gingen dabei über Bord, nach ihnen wird noch immer gesucht.

Auch in Brandenburg wurde heute die epidemische Lage ausgerufen. Sachsen hatte einen entsprechenden Beschluss bereits am 03.12. gefasst. „Wir werden […] deutlich nachschärfen müssen“, erklärte Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke die Verschärfung der Maßnahmen.

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