In zahlreichen Städten sind am Wochenende erneut Verschwörungsideologen auf die Straße gegangen, um das Coronavirus zu verharmlosen. Unter anderem in Dresden gab es aber auch ein Zeichen in die andere Richtung. Außerdem: In Leipzig demonstrieren Aktivist/-innen gegen Lebensmittelverschwendung und in Zypern soll eine neue Corona-Variante aufgetaucht sein. Die LZ fasst zusammen, was am Wochenende, 8./9. Januar 2022, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

In zahlreichen Städten in Deutschland sind am Wochenende wieder sogenannte Corona-Kritiker, also mutmaßliche Pandemietreiber, auf die Straße gegangen. Bereits am Freitagabend sollen Demonstrant/-innen in Zwönitz mit Pryotechnik auf Polizist/-innen geworfen haben, berichten die Beamten. Ähnliche Vorfälle hatte es bereits in der Vergangenheit in Zwönitz gegeben.Mehrere tausend Menschen waren in Magdeburg unterwegs, darunter organisierte Neonazis der relativ jungen Partei „Neue Stärke“. Die Polizei leitete nach eigenen Angaben mehrere hundert Verfahren ein, unter anderem wegen Landfriedensbruch, Angriffen auf Beamte und Verstößen gegen das Versammlungsgesetz.

Gleichzeitig zeigte aber auch die Gegenseite Präsenz. In Dresden beispielsweise beteiligten sich mehrere tausend Menschen an der Aktion „Haltung zeigen“, zu der im Vorfeld auch die gesamte Stadtspitze aufgerufen hatte. Vor der Frauenkirche stellten sie Kerzen in Gedenken an die Corona-Toten auf. Auch in Erfurt versammelten sich hunderte Menschen und protestierten damit gegen die „Spaziergänge“ von Pandemie-Leugnern.

Containern in Leipzig

Demonstriert wurde aber nicht nur im Zusammenhang mit dem Coronavirus. So demonstrierte am Samstagvormittag die Initiative „Verkehrswende Leipzig“ für sichere Radwege in der Innenstadt. Ebenfalls am Samstag gab es eine besondere Aktion in der Innenstadt, bei der nachts zuvor aus dem Abfall gerettete Lebensmittel verschenkt wurden.

Ein Aktivist rief die Polizei, um sich selbst anzuzeigen, da das sogenannte Containern in Deutschland derzeit illegal ist.

Michael Neuhaus (Linke), Paula Piechotta (Grüne), Nadja Sthamer (SPD) und eine Selbstanzeige im Video

Video: LZ

„Spaziergänger“ beim Warmlaufen aufgegriffen

Eine weitere Demonstration – mutmaßlich ein Warm-Up für Montagabend – folgte am späten Sonntag auf dem Augustusplatz.

Einige „Spaziergänger“, die sich an wenigen Händen abzählen ließen, erschienen auf dem Augustusplatz, darunter mindestens eine Person, die einer noch relativ neuen Neonazigruppe namens „Vereinigte Nationalisten Leipzig“ zugerechnet wird. Die Polizei stellte die Identitäten der Anwesenden fest.

Video: LZ

In eine ähnliche Richtung geht es im Landkreis Meißen, wo bei einem „Reichsbürger“ mehrere Waffen sichergestellt wurden, die dieser illegal besessen haben soll. Die Person steht zudem im Verdacht, Lokalpolitiker/-innen bedroht zu haben.

Von der Corona-Front gab es am Wochenende – abgesehen von steigenden Inzidenzen – nicht allzu viele Nachrichten, aber zumindest eine klingt fast schon wie ein Witz: In Zypern wurde eine neue Virusvariante entdeckt, die Mutationen von Delta und Omikron vereint und dementsprechend „Deltakron“ genannt wurde. Ein britischer Forscher meldet allerdings Zweifel an diesem Fund an und spekuliert auf eine Verunreinigung im Labor.

Worüber die LZ heute berichtet hat: über 200 Frauen, deren Leipziger Geschichte mittlerweile online sichtbar ist, und über den Eutritzscher Markt, der aktuell ziemlich trostlos erscheint, was neben Freibeutern auch die Linksfraktion ändern möchte.

Am heutigen Abend haben wir mit den Bürgerrechtlerinnen Gisela Kallenbach und Gesine Oltmanns sowie Irena Rudolph-Kokot von „Leipzig nimmt Platz“ und Henry Lewkowitz vom Erich-Zeigner-Haus e.V. eine Videodebatte rings um die Coronakrise und die Querdenker geführt.

Den Mitschnitt „Nachdenken 2022“ über … Mehrheiten in Coronazeiten, Coronaleugner und das Ende der Geduld finden Sie hier.

Was heute außerdem wichtig war: Nach 23 Jahren soll in der kommenden Woche die bekannte Eisenbahnerkneipe in Leipzig schließen. Der MDR berichtet darüber. Außerdem hat der Freistaat heute mitgeteilt, dass im vergangenen Jahr 300 Förderanträge für 386 Lastenräder gestellt wurden, davon 112 in Leipzig. Die Linksfraktion fordert Verbesserungen beim Förderprogramm.

Was am Montag passieren wird: Die „Freien Sachsen“ rufen erneut zu verbotenen Demonstrationen im gesamten Freistaat auf. In Leipzig soll es diesmal großen Protest geben. Das Aktionsnetzwerk „Leipzig nimmt Platz“ hat mehr als ein Dutzend Kundgebungen angezeigt – um 17:30 Uhr soll es starten. Die Leipziger Zeitung (LZ) wird im Liveticker über das Geschehen berichten.

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