Die rechtsextreme Chatgruppe „Vereinte Patrioten“ wollte durch Stromausfälle bürgerkriegsähnliche Zustände herbeiführen und die deutsche Demokratie stürzen. Außerdem planten sie die Entführung des Bundesgesundheitsministers Karl Lauterbach. Außerdem: In Leipzig wurden vier Objekte durchsucht, nachdem es am Dienstag, 12. April, zu einer Auseinandersetzung auf der Eisenbahnstraße gekommen war. Die LZ fasst zusammen, was am Donnerstag, dem 14. April 2022, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Rechtsextreme Chatgruppe plante Umsturz der Demokratie und Entführung Lauterbachs

Die Generalstaatsanwaltschaft Koblenz ermittelt gegen zwölf Personen, die eine schwere staatsgefährdende Gewalttat und weitere Straftaten geplant haben sollen. Durch Anschläge auf Umspannwerke und Stromleitungen wollte die Chatgruppe „Vereinte Patrioten“ einen bundesweiten Stromausfall herbeiführen, um bürgerkriegsähnliche Zustände zu verursachen.

Dieses Chaos wollten die Beschuldigten nach Ansicht der Ermittler/-innen nutzen, um die deutsche Demokratie zu stürzen und anschließend die Regierung zu übernehmen. Weiter plante die Gruppe in einer Aktion namens „Klabautermann“, Gesundheitsminister Karl Lauterbach (SPD) zu entführen und seine Personenschützer zu ermorden.

Die Personen sind der Corona-Protestszene und Reichsbürgerbewegung zuzuordnen. Einige sind bereits polizeilich bekannt. Koordinierte bundesweit durchgeführte Maßnahmen führten am gestrigen Mittwoch, 13. April, zur Sicherstellung von Waffen, darunter 14 Lang- und sieben Kurzwaffen sowie eine Kriegswaffe, namentlich eine Kalaschnikow, sowie Munition im mittleren dreistelligen Bereich.

Durchsuchungen auf der Eisenbahnstraße

Am heutigen Morgen wurden insgesamt vier Objekte (drei Wohnungen und eine Shisha-Bar) im Stadtgebiet Leipzig wegen des Verdachts der gefährlichen Körperverletzung und Verstößen gegen das Waffengesetz auf Grundlage richterlich erlassener Beschlüsse durchsucht, teilte die Polizeidirektion Leipzig mit.

Hintergrund der Durchsuchungen war die Auseinandersetzung am Abend des 12. April in der Eisenbahnstraße/Einertstraße. Bei den Durchsuchungen wurden diverse Beweismittel, unter anderem Schreckschusswaffen mit Munition, ein Reizstoffsprühgerät sowie Kommunikationsmittel aufgefunden und sichergestellt. Die vor Ort angetroffenen Beschuldigten wurden nach Beendigung der polizeilichen Maßnahmen entlassen.

Kretschmer gegen Lieferung von Waffen und erneuter Fall von Polizeigewalt

Worüber die LZ heute berichtet hat: Der Stadtrat tagte und war bei uns wieder im Livestream zu sehen. Dabei ging es unter anderem um das geplante Motodrom im Auwald.

Außerdem hat eine Ausstellung im Stadtgeschichtlichen Museum eröffnet, die 5.000 Jahre Glücksspiel darstellt. Eine Studie für die Metropolregion Mitteldeutschland prognostiziert, dass im mitteldeutschen Revier 10.000 neue Jobs durch grünen Wasserstoff entstehen könnten. Und bei einer Frühjahrsdiagnose für die ostdeutsche Wirtschaft geht es um die Folgen, welche der Ukraine-Krieg und Gas-Stopp haben könnten.

Was außerdem wichtig war: Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hat sich heute gegen die Lieferung schwerer Waffen an die Ukraine ausgesprochen. Damit würde man eine Linie überschreiten, die es zu halten gelte, so Kretschmer gegenüber der Rheinischen Post. Deutschland dürfe nicht zur Kriegspartei werden.

Ein weiterer Fall von Polizeigewalt in den USA sorgt für Aufregung, Empörung und Trauer: Bereits am 4. April wurde bei einer Verkehrskontrolle der 26-jährige Patrick Lyoya, gebürtig aus der Demokratischen Republik Kongo, von einem weißen Polizisten erschossen.

Was morgen wichtig wird: Fridays for Future ruft am morgigen Freitag, 15. April, zu einer Ampelaktion auf. Dabei wolle man Widerstand gegen die Verstromung der Kohle unter Lützerath, den unnötigen Ausbau der der Vergangenheit angehörenden Autobahn A20 und einen Angriffskrieg, der nicht nur das Leben unschuldiger Menschen kostet, sondern der auch die Aussicht auf eine globale Lösung der Klimakrise gefährdet, zeigen. Start ist um 12:30 Uhr auf dem Willy-Brandt-Platz beim Hauptbahnhof Leipzig.

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