Achtung –  bundesweiter Streiktag bei den Apotheken.  Viele bleiben geschlossen. Gute Nachricht für die LVB: heute gibt es Millionen Fördermittel für Forschung und Modernisierung. Der sächsische Ministerpräsident lädt in Schkeuditz zum Bürgerdialog und Richtung Grünau müssen ab heute Bus-Linien wegen Leitungsreparaturen umgeleitet werden.

Apothekenstreik: wie Sie heute trotzdem Medikamente bekommen

Vielen Berufspendlern haben die Streiks in den letzten Monaten durchaus Kopfschmerzen bereitet. Gut, dass es Apotheken gab, die entsprechende Heilmittel bereithielten. Um die könnte es bei heutigem Bedarf allerdings eng werden. Denn viele sächsische Arzneigeschäfte beteiligen sich heute an einem bundesweiten Protesttag der Apothekerschaft. Mit der Aktion wollen sie auf die angespannte wirtschaftliche Lage vieler Betriebe aufmerksam machen und zugleich den Druck auf die Politik erhöhen, zugesagte Maßnahmen zur Sicherung der Arzneimittelversorgung zügig umzusetzen. Eine zentrale Kundgebung ist für 12 Uhr in Berlin angesetzt.

Nach Angaben des Sächsischen Apothekerverbandes hat sich die wirtschaftliche Situation der Apotheken in den vergangenen Jahren deutlich verschärft. „Die Apotheken vor Ort brauchen verlässliche wirtschaftliche Rahmenbedingungen, um die wohnortnahe Arzneimittelversorgung sicherzustellen“, erklärt Thomas Dittrich, Vorsitzender des Sächsischen Apothekerverbandes in einer Pressemitteilung. Während die Betriebskosten für Personal, Miete und Energie seit 2013 um durchschnittlich 65 Prozent gestiegen sind, ist das Apothekenhonorar unverändert geblieben. In diesem Zeitraum mussten bundesweit bereits 20 Prozent der Apotheken dauerhaft schließen.

Die Kritik der Beschäftigten bezieht sich vor allem auf die Bundesregierung. Die habe wirtschaftliche Anpassungen angekündigt, doch die Umsetzung ließe auf sich warten, so Dittrich. „Unser Protest richtet sich deshalb klar an die Politik. Wir erwarten, dass die zugesagten Verbesserungen jetzt sofort erfolgen“. Die Lage im Freistaat sei angespannt: „Knapp 30 Prozent der sächsischen Apotheken gelten derzeit als wirtschaftlich gefährdet, bereits acht Prozent schreiben rote Zahlen.“ Dittrich betont zudem die gesellschaftliche Rolle der Apotheken: „Unsere Teams leisten tagtäglich per Gesetz Gemeinwohlaufgaben für die Versorgung der Menschen. Es ist Zeit, dass die Politik die Bedeutung dieser Arbeit anerkennt und wirtschaftlich dafür auch Verantwortung übernimmt.“

Die Proteste in Sachsen sind Teil einer bundesweiten Mobilisierung. Apothekerinnen und Apotheker reisen zu Großkundgebungen unter anderem nach Stuttgart, München, Hannover und Berlin, um ihren Forderungen Nachdruck zu verleihen. Parallel dazu haben die Landesapothekerverbände zur vorübergehenden Schließung vieler Apotheken aufgerufen. Die Versorgung in akuten Fällen soll währenddessen durch ein Netz von online einsehbaren Notdienstapotheken gewährleistet bleiben. Dabei handelt es sich in erster Linie um jene Apotheken, die im täglich wechselnden Modus auch Nachts geöffnet haben. Heute sind das in Leipzig verlässlich die Urs-Apotheke, Goldschmidtstraße 30, 04103 Leipzig; Scheffel-Apotheke, Bästleinstraße 6, 04347 Leipzig; Apotheke am Diakonissenhaus, Georg-Schwarz-Straße 53, 04179 Leipzig; Domos Apotheke Ludwigsburger Straße, Ludwigsburger Str. 18, 04209 Leipzig. In der Umgebung werden außerdem die Urs Apotheke am Marktkauf in Markkleeberg und die Parthe-Apotheke in Taucha genannt.

Bei Bedarf empfiehlt sich, die persönliche Stamm-Apotheke einfach anzurufen. Nicht alle Geschäfte beteiligen sich an dem Ausstand. So hat zum Beispiel die große Apotheke im Hauptbahnhof heute regulär bis 21 Uhr geöffnet, wie sie auf LZ-Anfrage bestätigte.

Über die Situation der Apotheken und die Hintergründe des Arbeitskampfes berichtet unser Reporter Thomas Köhler in Kürze ausführlich.

Geldregen für die Zukunft der LVB

Der Traum vom Fliegen ist längst Wirklichkeit geworden. Und auch der Vision vom Fahren ohne Fahrzeugführer sind die Menschen schon ziemlich erfolgreich auf den Fersen. Leipzig kommt deren Erfüllung heute zumindest finanziell ein ganzes Stück näher. Sachsens Wirtschaftsminister Dirk Panter (SPD) übergibt heute Fördermittelbescheide in Höhe von 9,5 Mio. Euro an das Leipziger Forschungs- und Entwicklungsprojekt „SIAS-ÖV“ zum autonomen Fahren im Personennahverkehr: „SIAS-ÖV“.

Dieses Vorhaben widmet sich der Entwicklung und Erprobung der fahrerlosen Personenbeförderung. In einer Mitteilung der Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) heißt es: „Durch die Lösung komplexer technischer Fragen und die flankierende Erprobung unter Praxisbedingungen im Leipziger Verkehrsalltag soll erstmals ein komplett fahrerloses und herstellerunabhängiges Referenzsystem zur Serienreife geführt werden.“ Auf Deutsch: fertig werden, damit alle ans Ziel kommen.

Geld für Visionen. Die LVB erhalten heute 9,5 Millionen Euro für die Entwicklung autonomen Fahrens. Grafik: Leipziger Verkehrsbetriebe GmbH / Leipziger Gruppe

Im Anschluss an den wirtschaftlichen Teil des Ministerbesuchs in Leipzig besichtigt dieser gemeinsam mit Thomas Dienberg (Bürgermeister und Beigeordneter für Stadtentwicklung und Bau der Stadt Leipzig), Ulf Middelberg (Sprecher der Geschäftsführung der Leipziger Verkehrsbetriebe) und anderen Involvierten das Technische Zentrum Heiterblick, den zentralen Betriebshof der LVB, in dem der Großteil der Straßenbahnflotte gewartet und repariert wird. Das 2014 eingeweihte Zentrum ist der wichtigste Innovations- und Forschungsstandort der Verkehrsbetriebe. Und er kann sich ab heute über neue finanzielle Mittel freuen.

Das Technikzentrum Heiterblick forscht nicht nur für Leipziger Belange. Verkehrsbetriebe aus dem gesamten Bundesgebiet stellen hier ihre Innovationen auf den Prüfstand. Im Bild zwei Straßenbahnen aus Dortmund und Bielefeld. Foto: Anika Dollmeyer / HeiterBlick GmbH

Speziell, aber nicht spontan

Heute Abend lädt der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) im Rahmen seiner Dialogreihe „MK-DIREKT“ ins Schkeuditzer Kulturhaus „Sonne“ ein. Einst einer der wichtigsten Hotspots der Beat- und Diskobewegung der Vorwendezeit, wird die ehemalige Pilgerstätte heute ist zwischen 19 und 21:30 Uhr ein offener Plauderclub, in dem Bürgerinnen und Bürger mit dem Regierungschef ins Gespräch kommen können.

Für die Veranstaltung in dem 200 Personen fassenden Saal war eine Online-Anmeldung erforderlich. Wer keines der kostenlosen Tickets mehr bekommen hat, kann den Bürgerdialog im Live-Stream auf dem Youtube-Kanal der Landesregierung verfolgen. Es ist erst die zweite Veranstaltung dieser Art in der laufenden Wahlperiode.

Ebenfalls zugegen sind Landrat Kai Emanuel und der Schkeuditzer Oberbürgermeister Rayk Bergner (beide CDU). Klingt zunächst nach einer harmonischen Runde. Ob das so bleibt, hängt jedoch weniger von den anwesenden Politikern ab als von den Themen, die Bürgerinnen und Bürger  im Saal auf den Tisch legen.

Findet er Anwtorten auf die Fragen der Menschen? Michael Kretschmer besucht heute Schkeuditz. Foto: CDU Landesverband

Hurra, Hurra – der Bus ist trotzdem da

Irgendwo wird immer gebaut. Kaum sind die Umleitungen wegen Gleisbauarbeiten auf der Grünauer Ratzelstraße Geschichte, wird stadteinwärts die Straße aufgebaggert. Und deshalb dieses Mal die Verkehrsführung der Busse geändert.

Heute beginnen Leitungsarbeiten in der Schönauer Straße zwischen Ratzel- und Nikolai-Rumjanzew-Straße. Deshalb werden die Buslinien 65 und 66 vom 23. März bis 17. April umgeleitet. Die 65 fährt über Ratzelstraße – Kiewer Straße – Lützner Straße, die 66 über Nikolai-Rumjanzew-Straße – Schönauer Straße. Außerdem werden Ersatzhaltestellen in der Nikolai-Rumjanzew-Straße bedient.

Das eingangs erwähnte autonome Fahren wird an Unannehmlichkeiten dieser Art nichts ändern. Aber auch hier gilt die alte Mediziner-Regel: wirds gemacht, dann störts. Wirds nicht gemacht, stört es später.

Weil gebuddelt wird  fahren die  Linien 65 und 66 starten seit heute Morgen eine Umleitung. Foto: Ralf Julke

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