Immer wieder Angriffe auf den Christopher-Street-Day… Heute wird im Landtag um mehr Sicherheit für diese Demonstrationen gerungen. Nachtschwärmer müssen mal wieder den Busfahrplan im Blick behalten, wenn sie am Abend Richtung Grimma müssen. Und das legendäre Markranstädter Stadtbad startet nach wilden Umbau-Turbulenzen seinen Betrieb. Und hat zudem einen runden Geburtstag!
Arschbombe statt Bauchlandung
Lieber spät als nie! Die Markranstädter haben ihr Badeparadies wieder… Mit einem Jahr Verzug eröffnet trotz vorangegangener Widrigkeiten heute endlich das von Grund auf neu gebaute Markranstädter Familienbad. Dass sich auf diese Weise Einweihung und ein runder Geburtstag mit einem großen Fest verbinden lassen, tröstet das 16-tausend-Seelen-Städtchen westlich von Leipzig. Bürgermeisterin Nadine Stitterich sieht darin ein besonderes Zeichen der Kontinuität. „Gleichzeitig blicken wir in diesem Jahr auf 100 Jahre historisches Stadtbad Markranstädt“, erklärt sie vorab in einer Medienmitteilung.
„Dieses Erbe nehmen wir mit in die Zukunft und verbinden Tradition mit moderner Architektur und zeitgemäßer Ausstattung. Für mich findet mit der feierlichen Eröffnung ein Herzensprojekt einen guten Abschluss. Es stellt gleichzeitig einen Neubeginn unseres beliebten Familienbades dar und steht somit als Symbol für die positive Weiterentwicklung unserer schönen Sportstadt am See.“
Herzstück der neuen Anlage ist ein 25 Meter langes und 12,50 Meter breites Schwimmbecken mit fünf Bahnen sowie Sprungmöglichkeiten von 1 und 3 Metern. Hinzu kommen ein Nichtschwimmerbecken mit Breitrutsche sowie ein Planschbereich mit zwei versetzten Becken in den Größen 4 mal 4 Meter und 5 mal 5 Meter. Besonderes Augenmerk dürfte bei der Eröffnung auf dem neuen 3-Meter-Turm liegen, der ab 17.00 Uhr Schauplatz eines „Arschbomben-Wettbewerbs“ wird, bei dem sowohl die besten Sprünge als auch kreative Kostüme ausgezeichnet werden sollen. Begleitet wird die Veranstaltung von einem umfangreichen Rahmenprogramm.
Im Zuge des Neubaus wurden auch die technischen Anlagen modernisiert, der Außenbereich neugestaltet und ein neues Funktionsgebäude mit Imbiss und Kassenbereich errichtet. Außerdem entstanden zusätzliche Stellplätze für Fahrräder und PKW. Für die Gestaltung des Außengeländes hatte die Stadt eigens eine Projektgruppe mit Vertretern aus Stadtrat, Vereinen und Bürgerschaft ins Leben gerufen.
Die Gesamtkosten des Projekts belaufen sich laut Stadt auf rund 6,8 Millionen Euro. Davon entfallen 4,3 Millionen Euro auf Fördermittel, während die Stadt einen Eigenanteil von 2,5 Millionen Euro trägt. Der Bauverzug beim neuen Familienbad in Markranstädt hatte offenbar mehrere Ursachen. Offiziell sprach die Stadt 2025 zunächst von „unvorhergesehenen technischen Problemen“ bei der Inbetriebnahme der Becken und der Badtechnik. Diese traten laut Stadtverwaltung beim schrittweisen Befüllen der Anlagen auf und machten zusätzliche Tests sowie Nacharbeiten notwendig. Deshalb wurde die geplante Eröffnung um ein Jahr verschoben (LZ berichtete).
Das historische Stadtbad war am 19. Juni 1926 nach nur sechs Monaten Bauzeit am Rand des Stadtparks eröffnet worden und wurde von vielen Markranstädtern wegen seines Alters bis zur Schließung 2020 liebevoll „Diva“ genannt.

Landtag soll CSD sicherer machen
Immer wieder kam es in den vergangenen Jahren bei Christopher-Street-Day-Demonstrationen zu aggressiven Störungen und gewalttätigen Angriffen. Jetzt ringen die Grünen im Sächsischen Landtag um ein sicherheitspolitisches Umdenken beim Umgang mit dem CSD.
In Dresden kommt heute das Landesparlament zum zweiten Tag seiner regulären Plenarsitzung zusammen. Dort wurde das Thema als „Prioritätenantrag“ auf die Tagesordnung gesetzt. Anlass ist ein Streit um die Einstufung des Dresdner CSD. Während die Landeshauptstadt selbst den Christopher Street Day insgesamt als Versammlung bewertet und er somit die Freizügigkeiten des Versammlungsrechts genießt, stuft die Landesdirektion Sachsen die Zusammenkunft inzwischen als einfache Veranstaltung ein. Damit kämen auf die Anmelder zusätzliche Auflagen und Kosten zu – etwa für Zufahrtsschutzmaßnahmen.
Die Grünen werfen daraufhin der Landesdirektion in ihrem Antrag „massive Ignoranz gegenüber der Bedeutung des CSD“ vor. Der innenpolitische Sprecher der Fraktion, Valentin Lippmann, betont, Christopher-Street-Day-Demos seien „per se politische Versammlungen“, da sie für die Rechte queerer Menschen kämpften. Behörden müssten CSDs schützen und unterstützen – „anstatt ihnen das Leben schwer zu machen“.
Zudem beschäftigt sich der Sächsische Landtag am Donnerstag unter anderem mit einem AfD-Antrag zum Verzicht auf neue Schulden im Doppelhaushalt 2027/2028, einem Vorstoß der Grünen zur Entlastung kleiner Schlachtbetriebe und zur Sicherung regionaler Fleischverarbeitung sowie mit einem Antrag der Linken gegen Strom- und Gassperren in Sachsen.
Der Sächsische Landtag überträgt seine Plenarsitzung im Live-Stream.
Bahn ins Umland wird wieder zum Nachtbus
Wegen weiterhin notwendiger Instandhaltungsarbeiten kommt es in der Nacht von heute auf morgen auf der Linie RB110 (Mitteldeutsche Regiobahn) erneut zu Einschränkungen und Schienenersatzverkehr mit Bussen. Betroffen ist die Strecke Leipzig – Grimma – Döbeln. Wie das Unternehmen mitteilte, wird bei einigen Abfahrten in den heutigen Abend- und Nachtstunden sowie in den frühen Morgenstunden des 14. Mai zwischen Leipzig Hauptbahnhof und Borsdorf ein Ersatzverkehr eingerichtet. Darüber hinaus fahren bei den Verbindungen mit Abfahrt heute Nacht um 23:43 Uhr in Leipzig sowie um 20:59 Uhr in Döbeln Hauptbahnhof zwischen Grimma „Oberer Bahnhof“ und Döbeln Hauptbahnhof Busse statt Züge. Die Zwischenhalte werden den Angaben zufolge ebenfalls durch Busse an den bekannten Zughaltepunkten bedient. Fahrgäste müssen zudem mit späteren Abfahrts- und Ankunftszeiten rechnen. Die Mitnahme von Fahrrädern und E-Rollern ist in den eingesetzten Bussen nur eingeschränkt möglich. Weitere Informationen erhalten Reisende an den Aushangtafeln der Bahnhöfe, unter bahn.de/bauarbeiten, über die 24-Stunden-Service-Nummer 0341 / 231 98 288 zum Ortstarif. Auf ihrer eigenen Service-Seite kann die Mitteldeutsche Regiobahn derzeit wegen Umbaumaßnahmen auf der Datenautobahn, die nach Unternehmensauskunft im Dezember begannen, nicht helfen.
Lizenzhinweis: Das Foto der Regionalbahn 110 wurde von „Falk2“ geschaffen und ist auf Wikimedia Commons zur freien Nutzung lizensiert. Die Aufnahme wurde zur Verwendung auf unserer Seite nicht bearbeitet.
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