Mit einer Menschenkette auf einem Abschnitt der Karl-Liebknecht-Straße beteiligte sich auch Leipzig an der bundesweiten Klima-Aktion „Es brennt!“. Im Gegensatz zu einem nächtlichen Rave am Harthbogen war diese Veranstaltung ordnungsgemäß angemeldet worden. Den Rave hingegen beendete die Polizei. Beendet ist auch der Sachsenpokal für Titelverteidiger Aue. Lok und Chemie Leipzig hingegen sind erwartungsgemäß beide noch im Lostopf. Die LZ fasst zusammen, was am Wochenende 3./4. Oktober 2026, in Leipzig und darüber hinaus wichtig war.

Bundesweite Menschenketten mahnen: „Es brennt!“

In mehr als 100 deutschen Städten beteiligten sich am Samstag insgesamt etwa 19.000 Teilnehmende an der bundesweiten Klima-Aktion „Es brennt!“. Dabei wurde symbolisch eine Menschenkette vom Bundesverfassungsgericht in Karlsruhe bis zum Bundeskanzleramt in Berlin gebildet. „Am Tag der Deutschen Einheit soll sichtbar werden, dass der Schutz der natürlichen Lebensgrundlagen keine Frage einzelner Milieus ist, sondern alle verbindet“, hatten die Organisatoren in ihrer Ankündigung geschrieben.

„Auch der Startpunkt hat Symbolkraft. Artikel 20a des Grundgesetzes verpflichtet den Staat, die natürlichen Lebensgrundlagen auch in Verantwortung für künftige Generationen zu schützen – 2021 hat das Bundesverfassungsgericht daraus eine konkrete Schutzpflicht des Staates gegenüber zukünftigen Generationen abgeleitet. Mit der Aktion soll ein Zeichen der Zuversicht und des Miteinanders gesetzt werden: Man reicht sich die Hände und stellt sich gemeinsam den Herausforderungen unserer Zeit.“

Auch in Leipzig beteiligten sich um die 150 Menschen an dieser Aktion. Auf der Karl-Liebknecht-Straße bildeten sie im Abschnitt zwischen Hardenberg- und Scharnhorststraße eine rund 130 Meter lange Menschenkette. Der Ablauf war in allen Städten gleich: Punkt 12 Uhr standen die Teilnehmenden für zehn Minuten schweigend Hand in Hand in der Kette. Anschließend hielten sie sich ein weißes Blatt Papier über den Kopf, als symbolisches Zeichen dafür, dass es einen gesellschaftlichen und politischen Neuanfang brauche.

„Ich finde, dass Aktionen wie Menschenketten Mut machen und einfach sichtbar machen, wie viele Menschen es gibt, denen es wichtig ist, unsere Lebensgrundlagen zu bewahren und zusammenzuhalten. Das macht auch mir Mut, und deswegen bin ich heute hier“, begründete beispielsweise Teilnehmerin Rebecka gegenüber der LZ ihr Mitmachen. Jonas, ein weiterer Teilnehmer, beschrieb seine Motivation so: „Mir ist es wichtig, einen Planeten, einen Ort für uns alle zu schaffen, der für uns alle lebbar und bewohnbar ist. Dabei ist Klimaschutz ein elementarer Bestandteil. Es ist wahnsinnig wichtig, dafür zu kämpfen und Sichtbarkeit zu schaffen.“

Apropos Sichtbarkeit: Diese und noch weitere Gründe für ihr Mitmachen bei der Menschenkette, schrieben die Teilnehmenden abschließend auf das ehemals weiße Blatt Papier. „Wir werden das dann zusammen an Friedrich Merz schicken“, erklärte Thomas Gärtner, der die Leipziger Veranstaltung angemeldet und organisiert hatte.

Polizei beendet Party „harth“

Die Party-Location lag zwar jwd (janz weit draußen), doch die lauten und sehr ausdauernden Rhythmen fanden dennoch den Weg zu den Ohren der genervten Anwohnerschaft. In der Nacht auf Samstag feierten um die 50 Menschen unter einer Autobahnbrücke in der Nähe des Zwenkauer Sees – genauer gesagt am Harthbogen – einen unangemeldeten Rave. Party „harth“ sozusagen. Begonnen hatte das ganze wohl um Mitternacht, doch am Vormittag gegen 10 Uhr informierten Zeugen wegen der weiterhin andauernden Musik schließlich die Polizei.

Die Beamten vom Revier Borna und der Inspektion Zentrale Dienste wussten schon, wo sie nach deren Ursprung zu suchen hatten. Vor Ort, wohlgemerkt im Naturschutzgebiet, waren professionelle DJ-Technik und benzinbetriebene Stromaggregate aufgebaut. Zudem knäckerte ein Lagerfeuer vor sich hin. Dieses wurde auf Anregung der Polizei von den Partygästen selbständig gelöscht. Und überhaupt war die Feier damit abrupt beendet. Ein 28-Jähriger wurde als Verantwortlicher dieser Veranstaltung ausgemacht, Ordnungswidrigkeitenanzeige inklusive. Die abschließende rechtliche Einordnung wird hingegen noch geprüft.

Ein Partygast pöbelte sich schließlich noch in die Polizeiakten. Der betrunkene 21-Jährige beleidigte die Einsatzkräfte und leistete Widerstand. Da er offenbar seine Identität nicht preisgeben wollte, wurde er auf Geheiß einer Bereitschaftsstaatsanwältin auf eine Polizeidienststelle gebracht, erkennungsdienstlich behandelt und danach wieder entlassen. Eine Anzeige wegen Widerstands gegen Vollstreckungsbeamte und Beleidigung hatte er allerdings mit auf den Weg bekommen.

Fünf zu Null: RB-Frauen gegen Mainz in Torlaune

So richtig befreit ins Spielen gekommen, sind die Bundesliga-Fußballerinnen von RB Leipzig in dieser Saison noch äußerst selten. Und auch im sechsten Spiel, am Samstag gegen den FSV Mainz 05 sahen die Aktivitäten der Gastgeberinnen gegen das Tabellenschlusslicht in den ersten 45 Minuten noch nicht wirklich nach Flow aus. Torlos ging es in die Halbzeitpause.

Doch danach ging es ganz plötzlich rund. Nur neun (!) Minuten nach Wiederanpfiff stand es 3:0 für RB Leipzig. Boboy (47.), Tuin (52.) und Schasching (54.) hatten in flotter Folge getroffen. Die bisher noch punktlosen Mainzerinnen waren sichtlich überrumpelt. Sie wehrten sich zwar gegen die kaum noch abzuwendende Niederlage, die aber trotzdem folgte und durch Treffer von abermals Schasching (83.) sowie Pusztai (90.) letztendlich sogar auf 5:0 anwuchs. RBL kletterte mit nun sieben Punkten auf Rang 9.

Sachsenpokal: Lok und Chemie sicher im Achtelfinale

Der Titelverteidiger ist raus! Bereits in der 3. Runde des Sachsenpokals musste der amtierende Pokalinhaber Erzgebirge Aue die Segel streichen. Am späten Nachmittag kam der Drittliga-Absteiger beim Oberligisten FC Eilenburg mit 2:3 unter die Räder. Ihre Pflichtaufgaben erfüllten hingegen die beiden Leipziger Regionalligisten. Der 1. FC Lok und die BSG Chemie setzten sich erwartungsgemäß gegen jeweils drei Ligen tiefer spielende Teams durch.

So richtig überzeugend gelang das der Loksche am Freitagabend unter Flutlicht allerdings nicht. Im Heimspiel (das Heimrecht war getauscht worden) gegen den nur wenige Kilometer entfernt beheimateten SV Liebertwolkwitz fiel bis zur Halbzeit noch kein einziges Tor. Im zweiten Durchgang erlösten dann Siebeck (57.), Arcalean (78.) und Vuc (86.) die doch schon etwas angeschlagene blau-gelbe Fußballseele. Mit 3:0 verließ Lok somit als Sieger den Platz. Gefeiert wurde hingegen das Team der Lieberwolkwitzer, die einen engagierten Auftritt auf dem Grün des Bruno-Plache-Stadions abgeliefert hatten.

Die Chemiker hingegen stellten heute beim Hoyerswerdaer FC die Weichen sehr früh auf Sieg. Schon in der 2. Minute brachte Hoffmann die Leutzscher in Führung. Philipp Kühn erhöhte eine Viertelstunde später auf 2:0 (17.). Ein Doppelpack von Sanogo (48./ 71.) machte alles klar. Immerhin: Die Gastgeber durften in der Nachspielzeit durch Bulmann (90.+1) noch den Ehrentreffer zum 1:4 bejubeln. Der Sächsische Fußball-Verband lost das anstehende Achtelfinale am kommenden Dienstag, dem 6. Oktober, im Leipziger Sport- & Tagungshotel „Egidius Braun“. Derby?

Worüber die LZ am Wochenende berichtet hat:

Der Stadtrat tagte: Eine kleine Diskussion über einen Antrag, der gar nicht erst ins Verfahren ging

Der Stadtrat tagte: Schon wieder Klimanotstand

Endlich schlendern auf dem Parkbogen Ost: Der Sellerhäuser Viadukt wurde am Freitag eröffnet

Wer vom Tankrabatt profitiert, bestimmt die Politik: Ein Kommentar

Sonntagskirche № 169: Mit historischer Seccomalerei – die Kirche zu Baalsdorf

Erstes Großprojekt dieser Art: BMW-Werk Leipzig bekommt Anschluss ans Wasserstoff-Kernnetz

Nach zehn Monaten Bauzeit: Neues Brückenbauwerk Sellerhausen-Stünz ging am 3. Oktober pünktlich in Betrieb

Was sonst noch wichtig war:

72.300 Besucher und zudem 502 Aussteller aus 19 Ländern, so lauten die Zahlen der diesjährigen Hobbymesse Leipzig. Es war bereits die 30. Auflage der gutbesuchten Veranstaltung.

Im brandenburgischen Oranienburg sind Mitglieder der Linksjugend bei einem Treffen in der Geschäftsstelle der Linkspartei mit Pfefferspray attackiert worden. Nach drei Angreifern fahndet nun die Polizei.

Das heute zu Ende gegangene Münchner Oktoberfest hat mit insgesamt 7,4 Millionen Menschen einen neuen Besucherrekord aufgestellt. Rund 6,7 Millionen Maß Bier rann dabei die durstigen Kehlen hinunter.

Ab November will die Deutsche Bahn das bisher nur auf den Sommer begrenzte Familienticket dauerhaft anbieten. Demnach wird eine Hin- und Rückfahrt für eine Familie dann dauerhaft 99,99 Euro kosten, ICE-Reservierung inklusive. Als Verkaufsstart für die Fahrscheine wird der 26. Oktober genannt.

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