Am heutigen Samstag, 22. August, wird auf und um den Wagenplatz Kartlhelga eine besondere Ausstellung eröffnet: „DRINNEN IM DRAUSSEN – Geschichten und Perspektiven zum Wagenleben“. „DRINNEN IM DRAUSSEN“ macht Wagenleben als gelebte Praxis sichtbar – eine Antwort auf aktuelle ökologische, soziale und demokratische Herausforderungen. Wagenplätze sind soziale Lernorte, in denen nachhaltiges Wohnen, Ressourcenschonung und solidarisches Miteinander täglich gelebt werden.
Die Ausstellung zeigt Fotografien, Audio- und Filminstallationen zu Alltagsrealitäten und Minimalismus, außerdem interaktive Stationen, an denen Besucher/-innen „Wagenplatz-Skills“ wie autarke Versorgung oder gemeinschaftliches Entscheiden selbst erproben können. Gezeigt werden aber auch historische und zeitgenössische Perspektiven von Jenischen und Wagenbewohner/-innen – mit Fokus auf Ausgrenzungserfahrungen, Selbstbehauptung und kulturelle Kontinuität.
Ein besonderer Höhepunkt ist das öffentliche Podiumsgespräch am heutigen Samstag, 22. August, ab 15 Uhr im Café „Heiter bis wolkig“ auf dem Bürgerbahnhof Plagwitz. Auf dem Podium tauschen sich hochkarätige Vertreter/-innen der Jenischen, von Wagenplätzen, aus dem Umweltschutz und der Politik aus – darunter Frau Gundermann, mit der Erfahrung als langjährige Stadtbaurätin Lüneburgs, sowie Herr Graf, stellvertretender Vorsitzender des Zentralrats der Jenischen in Deutschland. Moderiert wird die Diskussion von der Journalistin Frau Morgenthaler.
Im Mittelpunkt stehen folgende Fragen:
Welche Räume braucht eine vielfältige, solidarische Gesellschaft?
Wie lassen sich Vorurteile abbauen und gegenseitige Anerkennung und Dialoge stärken?
Wie können bestehende, experimentelle Lebensentwürfe als Teil gesellschaftlicher Gegenwart und Zukunft anerkannt werden – etwa durch Abbildung in rechtlichen Rahmenbedingungen?
Das Gespräch und Podium bieten eine einzigartige Gelegenheit, Perspektiven von Jenischen und Wagenbewohner/-innen kennenzulernen und gemeinsam über eine nachhaltige und zukunftsfähige Stadtentwicklung, auf der Grundlage vielfältiger Perspektiven als Teil einer demokratischen Gesellschaft nachzudenken.
Die Ausstellung
„WAGENLEBEN 2026“ ist eine Ausstellung über alternative Lebensentwürfe in einer Zeit tiefgreifender gesellschaftlicher, ökologischer und sozialer Krisen. Sie macht Wagenleben sichtbar als eine Praxis des Alltags, die Fragen nach nachhaltigem Wohnen, Ressourcenschonung, sozialem Miteinander und demokratischer Teilhabe konkret beantwortet – jenseits von Idealbildern und Vorurteilen.
Wagenleben ist kein Rückzug aus der Gesellschaft, sondern ein bewusstes Sich-Einlassen auf Verantwortung: für den eigenen Ressourcenverbrauch, für gemeinschaftliche Entscheidungen und für ein solidarisches Zusammenleben vielfältiger Menschen. In einer Gesellschaft, die zunehmend von Vereinzelung, Beschleunigung/ Konsum und Polarisierung geprägt ist, eröffnen Wagenplätze Räume für Aushandlung, Miteinander und gegenseitige Unterstützung. Sie sind soziale Lernorte, in denen Demokratie nicht abstrakt verhandelt, sondern täglich praktiziert wird.
Die Ausstellung versteht Wagenleben zugleich als zeitgenössische Praxis und als Teil einer langen Geschichte fahrender Kulturen. Perspektiven von Jenischen/ Fahrenden und WagenbewohnerInnen werden sichtbar gemacht und als eigenständige Stimmen ernst genommen. Ihre Erfahrungen von Ausgrenzung, Selbstbehauptung und kultureller Kontinuität verweisen auf die politische Dimension von Mobilität, Wohnformen und Zugehörigkeit.
Die Ausstellung „WAGENLEBEN 2026“ gibt anhand von Fotografien, Audio- und Film Installationen u.a.m. Einblicke ins Wagenleben, Alltagsrealitäten und Fähigkeiten des Minimalismus. Ergänzt werden sie durch interaktive Stationen, an denen Besucher/-innen „Wagenplatz-Skills“ praktisch erproben können: sparsamer Umgang mit Wasser und Energie, autarke Versorgung, Reparieren, Bauen und gemeinschaftliches Entscheiden. Dadurch wird Wissen hier nicht erklärt, sondern erfahrbar.
Die Ausstellung begreift Wagenleben als ein Labor/ Experimentierraum für zukunftsfähige Ansätze alternativer Lebensweisen. Sie lädt dazu ein, gängige Vorstellungen von Komfort, Besitz und Lebenssinn/Luxus zu hinterfragen und neue Fragen zu stellen: Was brauche ich wirklich? Wie wollen wir zusammenleben? Und welche Räume braucht eine vielfältige, solidarische Gesellschaft?
Die Podiumsgespräche
Höhepunkt der Ausstellung ist ein öffentliches Podiumsgespräch, das Vertreter/-innen Fahrender, Wagenplätze, Politik und Wissenschaft zusammenbringt. Es öffnet einen Raum für Dialog, Anerkennung und kontroverse Diskussion – mit dem Ziel, Perspektiven wie die Fahrender und Wagenleben sichtbar zu machen und anzuerkennen als Teil gesellschaftlicher Gegenwart und möglicher Zukunft. „WAGENLEBEN 2026“ versteht sich nicht als Anleitung, sondern als Einladung: zum Austauschen, Mitdenken und zum gemeinsamen Nachdenken über lebenswerte, gerechte und nachhaltige Formen des Zusammenlebens.
Café „Heiter bis wolkig“ auf dem Bürgerbahnhof Plagwitz, 22. August, 15 Uhr Podiumsgespräch mit Jenichen, 16.30 Uhr Podiumsgespräch „Wagenleben zwischen Tradition, Nachhaltigkeit und Zukunftspolitik“.
Die Ausstellung „DRINNEN IM DRAUSSEN – Geschichten und Perspektiven zum Wagenleben“ auf dem Wagenplatz Karlhelga (Klingenstraße 16) öffnet am Samstag, 22. August, ab 14 Uhr. Ausstellungsdauer: 22. bis 30. August 2026.
Weitere Informationen findet man hier.
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