Die Zustimmung zur Demokratie ist in Leipzig weiterhin hoch, gleichzeitig stimmen aber mehr Leipziger*innen autoritären und rassistischen Einstellungen zu. Viele Befragte empfinden zudem, politisch nur begrenzt etwas bewirken zu können. Dies geht aus dem Demokratie-Monitor hervor, den die Stadt jetzt auf Grundlage der Kommunalen Bürgerumfrage 2024 veröffentlicht hat.
Der Bericht untersucht, wie Leipziger*innen über Demokratie denken, in welchem Maße sie staatlichen Institutionen vertrauen und inwiefern Sorgen, Ängste und Ressentiments bestehen.
„Die Ergebnisse zeigen, dass Demokratie in Leipzig auf einem stabilen Fundament steht“, sagt Verwaltungsbürgermeister Ulrich Hörning. „Gleichzeitig sehen wir, dass viele Menschen sich mehr Einfluss auf politische Entscheidungen wünschen. Demokratie ist dort stark, wo Bürgerinnen und Bürger die Entwicklung ihrer Stadt aktiv mitbestimmen – zusammen mit oder auch mal entgegen der Verwaltung.“
Die Ergebnisse würden die Verwaltung darin bestärken, Beteiligung weiter auszubauen, Vertrauen in demokratische Prozesse zu fördern und nach Wegen zu suchen, den Zusammenhalt in unserer Stadtgesellschaft zu stärken, so Hörning.
Während sich 67 Prozent der Leipziger*innen für Politik im Allgemeinen interessieren, verfolgen immerhin 47 Prozent kommunalpolitische Themen. Die Mehrheit der Stadtbevölkerung fühlt sich allerdings politisch nicht selbstwirksam. So haben 62 Prozent den Eindruck, sie hätten „so oder so“ keinen Einfluss darauf, was die Regierung tut. 48 Prozent stimmen der Behauptung zu, „Wir haben keine echte Demokratie“, weil „die Wirtschaft und nicht die Parlamente das Sagen“ hätten.
Sowohl diese Aussagen als auch die Zustimmung zu autoritären und menschenfeindlichen Einstellungen fällt in bestimmten Bevölkerungsgruppen deutlich höher aus. Dazu zählen insbesondere ältere Menschen, Personen mit niedriger formaler Bildung sowie Bewohner*innen randstädtischer Ortsteile.
Auch wenn viele Befunde und die Gesamttendenz Anlass zu Besorgnis geben, zeigt die Studie für Pia-Mareike Heyne, Leiterin des Referats Demokratie der Stadt Leipzig, zugleich Chancen auf: „Wir sehen einerseits, dass soziale Ungleichheit, Einsamkeit und Zukunftspessimismus zentrale Einflussfaktoren darstellen. Zugleich zeigt sich damit ein erhebliches Potenzial für die Stärkung der demokratischen Kultur in Leipzig.“
Heyne ergänzt: „Die hohe Offenheit gegenüber erweiterten Beteiligungsformaten sowie das ausgeprägte politische Interesse, insbesondere bei jungen Menschen, bieten uns hierbei gute Ansätze.“ Der Demokratie-Monitor entstand in Kooperation mit dem Zentrum Journalismus und Demokratie der Universität Leipzig und basiert auf Daten der Kommunalen Bürgerumfrage 2024.
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