Im Rahmen des grenzübergreifenden Kooperationsprogramms Polen –Sachsen 2014 - 2020 können weitere neun Projekte umgesetzt werden. In Dresden tagte gestern (11. Dezember 2018) zum zehnten Mal seit dem Programmstart im Jahre 2015 der binationale Begleitausschuss. Aus den Bereichen der grenzübergreifenden Bildung und der partnerschaftlichen Zusammenarbeit von Institutionen wurden grenzübergreifende Projekte mit einem EU-Fördervolumen von insgesamt fünf Millionen Euro genehmigt.

„Mit den nun genehmigten Projekten leisten wir einen weiteren Beitrag zur Steigerung der Attraktivität der Grenzregion. Es freut mich zu sehen, dass mithilfe dieses Programms die Zusammenarbeit in den Bereichen Bildung und Naturschutz intensiviert wird“, so Staatsminister Thomas Schmidt. „Ebenso sind die weiteren Themen Digitalisierung und Innovation aus dem gemeinsamen Grenzraum nicht wegzudenken und können mit dem Programm unterstützt werden.“

So realisiert die Sächsische Landesstiftung Natur und Umwelt (LaNU) gemeinsam mit einem polnischen Partner ein Bildungsprojekt zum Erhalt alter Obstsorten in der Grenzregion. Neben der Recherche historischer Sorten werden grenzübergreifende Aus- und Weiterbildungskurse für Fach- und Nachwuchsfachkräfte im Bereich Obstbau angeboten. Im Rahmen des Projektes werden auch modellhafte Streuobstwiesen auf beiden Seiten der Grenze als Bildungsstandorte etabliert. Die Förderung beläuft sich auf knapp 400 000 Euro.

Ein weiteres Projekt befasst sich mit der Erhaltung der Lebensräume von Bienen und Wildbestäubern, die wichtig für die Nahrungsproduktion und Biodiversität sind. Die Projektpartner aus beiden Ländern wollen sich für ein bienenfreundliches Grenzgebiet einsetzen, indem sie ökologische Lebensräume und Nahrungsquellen für Insekten schaffen und pflegen. Durch entsprechende Öffentlichkeitsarbeit sollen die Menschen in der Grenzregion für das Thema sensibilisiert werden. Das Projekt wird mit rund 320 000 Euro unterstützt.

Viele Projekte profitieren von bereits gefestigten grenzübergreifenden Kooperationen zwischen Institutionen und Trägern aus Sachsen und Polen. So wird die Kooperation der Wirtschaftsförderung Sachsen (WFS) mit ihrem polnischen Partner aus Jelenia Góra in dem neuen Projekt „Digitalisierung für den gemeinsamen Wirtschaftsraum“ fortgesetzt.

Im Fokus dieses Projektes steht die Entwicklung gemeinsamer digitaler Instrumente zur Anbahnung von Kooperationen. Mit diesen Instrumenten sollen die Kooperationen zwischen klein- und mittelständischen Unternehmen, Transfereinrichtungen, Wirtschaftsförderern und Netzwerkorganisationen in der Grenzregion gestärkt werden. Das Vorhaben wird eine Förderung von 500 000 Euro erhalten.

Hintergrund:

Das Kooperationsprogramm „INTERREG Polen – Sachsen 2014 – 2020“ unterstützt Vorhaben, die im sächsisch-polnischen Grenzraum umgesetzt werden und zur Lösung gemeinsamer Herausforderungen der regionalen Entwicklung beitragen. Das Fördergebiet erstreckt sich auf deutscher Seite über die Landkreise Görlitz und Bautzen und auf der polnischen Seite über die Unterregion Jelenia Góra in der Wojewodschaft Niederschlesien und den Landkreis Żarski in der Wojewodschaft Lubuskie.

Für die Überbrückung gemeinsamer Entwicklungsbarrieren im polnisch-sächsischen Grenzgebiet stehen 70 Millionen Euro aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) zur Verfügung. Das Kooperationsprogramm unterstützt die grenzübergreifende Zusammenarbeit in den Bereichen (Prioritätsachsen): Gemeinsames Natur- und Kulturerbe, Regionale Mobilität, Grenzübergreifende Aus- und Weiterbildung sowie Partnerschaftliche Zusammenarbeit und institutionelles Potential. Seit dem Programmstart wurden bereits 54 grenzübergreifende Projekte mit rund 60 Millionen Euro bestätigt.

Informationen zum Kooperationsprogramm und zu den Förderbedingungen:
www.plsn.eu

 

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