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Verwaltung will den ganzen Pflasterbereich rund ums LWB-Karree auf Gestaltungsmöglichkeiten untersuchen

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    Nicht nur allerlei Wiesen und Grünflächen verbergen in Leipzig die Erinnerung daran, dass hier die Fehlstellen der Bombardements aus dem 2. Weltkrieg nur kaschiert sind. Auch überdimensionierte Platzflächen verbergen diese Verluste. Der Sachsenplatz war dafür ein typisches Beispiel. Das Salzgässchen ist es noch heute. In anderen Städten wäre dieses Gässchen ein kompletter Markt.

    Was natürlich das Marktamt freut, weil man damit noch mehr Stellfläche für Boden, Verkaufsstände und Weihnachtskarussells hat. Aber ein wirklich angenehmer Ort mit Aufenthaltsqualität ist diese breite Pflasterfläche nicht. Dasselbe gilt für die Steinfläche an der Reichsstraße, die genauso die ursprünglichen Stadtstrukturen ahnen lässt – den Passanten aber ins Grübeln bringt, warum das alles so schräg aussieht.

    Der Grund ist natürlich die Baupolitik der DDR-Zeit, die an vielen Stellen in der Innenstadt keine Rücksicht auf die ursprünglichen Baustrukturen genommen hat. So auch hier. Und wenn man das schon nicht ändern kann, dann sollte man doch wenigstens versuchen, mit etwas mehr Grün den Aufenthalt auf diesen Flächen angenehmer zu gestalten. Das beantragte die Grünen-Fraktion – ursprünglich schon mit einem Einzelantrag zum Doppelhaushalt. Im Mai hat sie das Thema für das Salzgässchen konkretisiert.

    Der Antrag lautete so:

    „1.Die Stadtverwaltung wird beauftragt, den öffentlichen innerstädtischen Raum Salzgässchen/Ecke Reichsstraße mit insbesondere folgender Zielsetzung neu zu fassen und zu gestalten:

    1. Insbesondere das durch die Nachkriegsbebauung übermäßig aufgeweitete Salzgässchen wird wieder verschmälert.
    2. Zur Verbesserung der Aufenthaltsqualität werden im Bereich Salzgässchen/Ecke Reichsstraße Sitzgelegenheiten sowie nach Möglichkeit Wasserspiele geschaffen und (weitere) Straßenbäume gepflanzt.
    3. Analog der „Thomaswiese“ ist für den Bereich Salzgässchen/Ecke Reichsstraße zu prüfen, ob auch eine Grünfläche mit hoher Aufenthaltsqualität realisiert werden kann.
    4. Für die Erarbeitung eines Konzeptentwurfs werden zunächst Planungsmittel in Höhe von 30 T € Euro in den Doppelhaushalt 2017/2018 eingestellt.“

    Darauf hat jetzt das Dezernat Stadtentwicklung und Bau reagiert und den Grünen in ihrem Anliegen eigentlich Recht gegeben.

    „In der Innenstadt besteht ein Bedarf an nicht kommerziellen Aufenthaltsbereichen. Das Salzgässchen scheint aufgrund seiner zentralen Lage und des vorhandenen Freiraumpotentials ein geeigneter Standort zu sein, um entsprechende Qualitäten zu entwickeln. In einer Machbarkeitsuntersuchung soll daher schwerpunktmäßig betrachtet werden, welche Möglichkeiten es für die Einordnung von Sitzgelegenheiten und Baumstandorten gibt“, geht es auf den Grünen-Antrag ein. Erklärt aber auch, dass man die Sache gern ein bisschen umfassender angehen möchte: „Um zu einer städtebaulich verträglichen Lösung zu gelangen, ist es sinnvoll, das nähere Umfeld in eine Machbarkeitsuntersuchung für das Salzgässchen einzubinden. Darüber hinaus erfordern die funktionalen Abhängigkeiten zum Markt und zum LWB-Karree einen erweiterten Betrachtungsbereich. Auch hinsichtlich einer signifikanten Steigerung der Aufenthaltsqualität im und um das Salzgässchen lässt ein erweiterter Betrachtungsbereich auf die dem LWB-Karree vorgelagerten Fußgängerbereiche (umlaufende Gehwege Reichsstraße, Böttchergässchen und Katharinenstraße) einen quantitativen und qualitativen Zugewinn erwarten.“

    Und so schlägt das Dezernat deshalb auch einen etwas anderen Beschlusstext vor, der jetzt den ganzen aufgeweiteten Bereich rund um das LWB-Karree umfasst:

    „Die Stadtverwaltung wird beauftragt, für den öffentlichen Raum des Salzgässchens sowie für das Umfeld des LWB-Karrees (umlaufende Fußgängerbereiche in der Reichsstraße, Böttchergässchen und Katharinenstraße) eine konzeptionelle Machbarkeitsuntersuchung mit dem Ziel der Erhöhung der Aufenthaltsqualität und der Grünausstattung zu erarbeiten. Diese ist im 1. Quartal 2018 vorzulegen.“

    Da hat man dann ein halbes Jahr Zeit, eine kleine Vision zu entwickeln. Wenn’s gut wird, sind eine Reihe neuer Bäume mit dabei, die künftig auch im Salzgässchen Schatten spenden.

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