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Bürgerverein Anger-Crottendorf staunt: Das Ordnungsamt kann tatsächlich durchgreifen

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    Immer wieder hat der Bürgerverein Anger-Crottendorf die inakzeptable Parksituation im Ortsteil kritisiert. Die Straßen sind nicht nur rechts und links zugeparkt. Weil sie gerade um die Theodor-Neubauer-Straße so eng sind, waren auch die Fußwege zur Hälfte zugeparkt. Aber das Ordnungsamt sah hier immer wieder keinen Grund, tätig zu werden oder gar abschleppen zu lassen.

    Erst in der letzten Ratsversammlung war diese Situation Thema und der Antrag des Stadtbezirksbeirats Ost, hier ein neues Parkregime einzuführen, wurde vom Stadtrat mehrheitlich angenommen.Und erstaunlicherweise wird jetzt tatsächlich vom Leipziger Ordnungsamt stärker kontrolliert. Es hat nun auch in Anger-Crottendorf tatsächlich sichtbar begonnen, gegen ordnungswidrig parkende Fahrzeuge auf den Gehwegen vorzugehen.

    Die Neumannstraße nach dem Aktivwerden des Ordnungsamtes. Foto: Bürgerverein Anger-Crottendorf e.V.
    Die Neumannstraße nach dem Aktivwerden des Ordnungsamtes. Foto: Bürgerverein Anger-Crottendorf e. V.

    Jahrelang hatte sich der Bürgerverein dafür starkgemacht, dass gerade die Fußwege keine Parkflächen sind.

    „Die Geh- und Fußwege dienen dem Schutz der schwächeren Verkehrsteilnehmer/-innen und sind kein Parkraum. Um gerade Fußgänger/-innen, Familien mit Kindern und ältere Menschen zu schützen, war es notwendig, dass die Stadt auch in Anger-Crottendorf die Einhaltung der StVO kontrolliert. Das jahrelange Nicht-Handeln der Stadt hat den aktuellen Konflikt erst entstehen lassen“, erklärt dazu Ulrike Gebhardt, Vorsitzende des Bürgervereins Anger-Crottendorf.

    Gleichzeitig mahnt der Bürgerverein an, dass die Stadt verstärkt mit allen Verkehrsteilnehmenden ins Gespräch kommen muss, um Lösungen für die angespannte Parkplatzsituation zu finden.

    Die Neumannstraße vor dem Aktivwerden des Ordnungsamtes. Foto: Bürgerverein Anger-Crottendorf e.V.
    Die Neumannstraße vor dem Aktivwerden des Ordnungsamtes. Foto: Bürgerverein Anger-Crottendorf e. V.

    „Es reicht nicht, dass die StVO durchgesetzt wird. Es müssen auch Lösungen unter Einbeziehungen aller Beteiligten gefunden werden. Dazu gehört auch, dass die ÖPNV-Anbindung schnellstmöglich verbessert werden muss und mit den Garagenbesitzern über Alternativen und Ersatzstandorte gesprochen werden muss“, so Gebhardt weiter.

    Der Bürgerverein ruft alle Bürger/-innen auf, sich konstruktiv, jenseits von Schuldzuweisungen, in die Debatte um Lösungsvorschläge einzubringen. Wer jetzt mit den Fingern auf andere zeige, mache deutlich, dass es nicht um das Wohl des Stadtteils geht, sondern allein nur um egoistische Belange.

    Der jetzigen Aktion vorausgegangen war ein monatelanger Schriftwechsel mit verschiedenen städtischen Ämtern bezüglich der Verbesserung der Verkehrsverhältnisse im Stadtteil. Das Verkehrs- und Tiefbauamt z. B. schob dabei die Verantwortung regelmäßig auf das Ordnungsamt, ohne an den Gegebenheiten vor Ort etwas verändern zu wollen.

    Die Abteilungsleiterin ruhender Verkehr im Ordnungsamt Claudia Geißler-Ploog sagte jüngst anlässlich eines Termins im Stadtbezirksbeirat-Ost, dass sie in ihrer 19-jährigen Tätigkeit „eine solche harte Auseinandersetzung noch nicht erlebt habe.“

    Die Neumannstraße nach dem Aktivwerden des Ordnungsamtes. Foto: Bürgerverein Anger-Crottendorf e.V.
    Die Neumannstraße nach dem Aktivwerden des Ordnungsamtes. Foto: Bürgerverein Anger-Crottendorf e. V.

    Der Bürgerverein Anger-Crottendorf ist ein gemeinnütziger eingetragener Verein, der sich für einen lebenswerten Stadtteil einsetzt. Hierbei sollen nachbarschaftliche Kooperation und nachbarschaftlicher Austausch, Initiativen zur Erhaltung und Verbesserung der Naherholungsmöglichkeiten, von Kulturangeboten sowie der Nahinfrastruktur auf sozialverträgliche, nachhaltige und ökologische Art und Weise gefördert werden.

    Hierzu zählt insbesondere auch die Zusammenführung aller Kulturen der Bewohner auf Basis von gegenseitigem Respekt und Austausch.

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    2 KOMMENTARE

    1. @Uwe:
      Dem Grunde nach Zustimmung!
      Schön, dass es etwas voran geht.

      Jedoch sollte berücksichtigt werden, dass
      * es jahrzehntelang so Gewohnheit war
      * die Anbindung zum ÖPNV gerade in diesem Gebiet sehr schlecht ist (weiße Flecken im NVP)
      * perspektivisch auch die „100m-Plätze“ durch Platzsanierung und Grundschule wegfallen und zusätzlich durch Garagenabriss verschwinden werden.

      Es bedarf kluger Ideen, hier durch bspw. verstärktes Carsharing Kompensation anzubieten.
      Oder ein Parkhaus o.ä.
      Mit „geschärften Waffen“ wird man keine Kompromisse erzielen können.

    2. Man kann es nicht oft genug wiederholen: Es gibt keinen Rechtsanspruch darauf, seinen privaten Kram (hier: Autos) im öffentlichen Raum abstellen zu dürfen. Wenn das rechtskonform nicht möglich ist, hat es zu unterbleiben. Wer nicht damit leben kann, ggfs. ein paar hundert Meter laufen zu müssen, um zu seinem Auto bzw. nach Hause zu kommen, hat die Möglichkeit, das Auto abzuschaffen oder umzuziehen. Das Auto illegal irgendwo abzustellen, ist KEINE Option.

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