Am Dienstag, 25. Januar, gab es die öffentliche Informationsveranstaltung zum bevorstehenden Schwimmhallenbau am Otto-Runki-Platz. Damit begannen auch die bauvorbereitenden Arbeiten für diese seit Jahren so hart erstrittene Schwimmhalle für den Leipziger Osten. „Um kaum ein anderes öffentliches Bauprojekt in Leipzig gab es so langwierige und schwierige Diskussionen“, kommentiert Grünen-Stadtrat Michael Schmidt den Bauauftakt.

„Es ist gut, dass wir uns nun endlich an die Umsetzung begeben, denn die Schwimmflächen, wenn es auch coronabedingt etwas aus dem Fokus geraten ist, sind nach wie vor viel zu knapp, bedenkt man das jahrelange Bevölkerungswachstum unserer Stadt. Die letzte Schwimmhalleneröffnung liegt mit dem Sportbad an der Elster immerhin schon 14 Jahre zurück, als Leipzig noch 100.000 Einwohner/-innen weniger aufwies“, so Schmidt.„Auch wenn die Skepsis aufgrund der bevorstehenden Teilversiegelung der Grünfläche bei einigen aktuell überwiegt, wird der Neubau dem Leipziger Osten mittel- und langfristig guttun. Er wird Familien, Schüler/-innen, Freizeitsportler/-innen, Vereinen und Therapeut/-innen ein wertvolles Angebot zum Schwimmen, Freizeit verbringen und für Gesundheitsfürsorge bieten. Der Wermutstropfen, dass die Stadt den Bau aus eigenen finanziellen Mitteln stemmen muss, weil sich das Land unrühmlich aus der Förderung entzogen hat, bleibt natürlich. Gerade im Hinblick auf die weiteren benötigten Schwimmflächen im Süden und Nordwesten werden wir die Staatsregierung aber nicht aus ihrer Verantwortung entlassen.“

Zweieinhalb Jahre Bauzeit

An der Eisenbahnstraße entsteht in den kommenden zweieinhalb Jahren nicht nur Leipzigs modernste Schwimmhalle, sondern auch ein „Meer an Möglichkeiten“, formuliert die Leipziger Sportbäder GmbH den Anspruch für das neue Projekt.

„Wir gehen extrem motiviert in dieses Projekt und sehen nun den ersten konkreten Bauschritten entgegen. Aktuell richten wir die Baufläche ein, ab März starten die Erdarbeiten und die Baugrube wird für das Fundament ausgehoben“, sagt der Geschäftsführer der Leipziger Sportbäder, Martin Gräfe.

Die neue Sportschwimmhalle auf dem Otto-Runki-Platz in der Innenansicht. Visualisierung: gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner
Die neue Sportschwimmhalle auf dem Otto-Runki-Platz in der Innenansicht. Visualisierung: gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner

Die Fertigstellung für den Bau ist voraussichtlich im Herbst 2024. Gut 13 Millionen Euro planen die Sportbäder nach derzeitigem Stand für die Schwimmhalle, wobei die Stadt Leipzig ihrerseits aufgrund fehlender Fördergelder davon knapp 6,2 Millionen Euro beigesteuert hat.

„Der Bau dieser Schwimmhalle ist uns als Stadt enorm wichtig, weshalb wir die Sportbäder in dieser Größenordnung unterstützen. Wir haben in Leipzig eine sehr große Nachfrage nach Wasserflächen, die wir damit entspannen. Außerdem wird es die weitere Entwicklung in Leipzig Neustadt-Neuschönefeld weiter positiv unterstützen“, sagt der Bürgermeister und Beigeordnete für Umwelt, Klima, Ordnung und Sport sowie Aufsichtsratsvorsitzende der Leipziger Sportbäder, Heiko Rosenthal.

Künftig finden in der Schwimmhalle an der Eisenbahnstraße Leistungssportler und Freizeitschwimmer, Wasserenthusiasten und Familien ein neues Zuhause für verschiedene sportliche Aktivitäten. In der Schwimmhalle geplant sind ein 25-Meter-Schwimmbecken mit sechs Bahnen, ein Lehrschwimmbecken mit 1,35 Metern Maximaltiefe für Kurse, ein Kinderplanschbecken sowie moderne Umkleide- und Sanitäranlagen.

Neubau Sportschwimmhalle am Otto-Runki-Platz

„Wir halten aber nicht nur Trainingsflächen für den Vereinssport bereit, wir bieten auch Raum für Begegnungen, Besprechungen, Weiterbildungen“, sagt Gräfe.

Energieeffizienz und Wassernutzung

Neben der gestalterischen und technischen Finesse durch das im Architekturwettbewerb siegreiche Architekturbüro gmp Architekten von Gerkan, Marg und Partner soll der Bau auch in Sachen Energieeffizienz und bei der nachhaltigen Wassernutzung Maßstäbe setzen. Verbaut werden langlebige und beständige Materialien, effiziente Fertigteile sowie eine ressourcenschonende Haustechnik und Wasseraufbereitung. Integriert werden zudem Anlagen für Solarthermie und Photovoltaik sowie ein Gründach als Speicher für Regen und als Lebensraum für Insekten.

„Wir setzen damit nicht nur baulich Maßstäbe, sondern zielen auch auf einen bestmöglichen Betrieb der Schwimmhalle ab. Zudem leisten wir mit unseren nachhaltigen Ansätzen einen wichtigen Beitrag zu einem guten Stadtklima und einer wassersensiblen Quartiersentwicklung“, betont Gräfe.

Über das Baugeschehen für die neue Schwimmhalle informiert die Sportbäder GmbH auf einer eigenen Projektseite unter www.L.de/meer-an-möglichkeiten. Interessierte können sich dort auch für einen Newsletter anmelden, der künftig regelmäßig über das aktuelle Baugeschehen informiert. Im Rahmen eines Bürger-Votings im Bauverlauf soll auch der eigentliche Name für die Schwimmhalle gesucht werden. Die Sportbäder informieren rechtzeitig über die Namensabstimmung.

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