Auch wenn es im Aufruf so klang, es war nicht nur die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), die für den 21. Januar zum Warnstreik aufrief: Bei den laufenden Tarifverhandlungen geht es um rund 2,6 Millionen Länder-Beschäftigte, von denen etwa die Hälfte im Bildungsbereich – an Schulen, Hochschulen und Landes-Kitas – arbeitet. Es ist die Einkommensrunde öffentlicher Dienst der Länder.
So waren um 10.00 Uhr nicht nur GEW-Mitglieder auf dem Richard-Wagner-Platz zu finden. Es waren auch Kolleginnen und Kollegen vom Staatsbetrieb Sachsenforst und vom Thüringenforst für die IG Bau, der Sächsische Lehrerverband und vom SBB anwesend.
Worum geht es? Die zweite Verhandlungsrunde am 15. und 16. Januar in Potsdam brachte keine Einigung. Schlimmer noch: Bis heute legten die öffentlichen Arbeitgeber kein verbindliches Angebot für Entgeltsteigerungen vor. Somit begannen die Gewerkschaften, mit dem Warnstreik den Druck zu erhöhen.
Die Forderungen der Gewerkschaften sind: 7 Prozent mehr Gehalt – mindestens 300 € monatlich, 200 € mehr für Azubis und Praktikanten im Monat, Weiterentwicklung der Lehrkräfte-Entgeltordnung und ein Tarifvertrag für studentische Beschäftigte (TVStud). Letzteres ist wichtig, weil diese bisher nur Dumpinglöhne erhalten und es keine Mindestvertragslaufzeiten gibt.
Wir haben mit Burkhard Naumann, Vorsitzender der GEW Sachsen und Jörg Borowski vom Staatsbetrieb Sachsenforst dazu gesprochen.
Claudia Maaßen, Oberschullehrerin und stellvertretende Vorsitzende der GEW Sachsen, betonte das als erste Rednerin nochmals:

„Wir betteln nicht, sondern wir verlangen faire Arbeitsbedingungen und faire Löhne für unsere hochqualifizierte spezialisierte Arbeitskraft und die ist verdammt viel wert!“
Besonders hob sie noch einmal hervor: „Wenig überraschend sind die Ergebnisse der großangelegten Arbeitszeituntersuchung des Sächsischen Kultusministeriums. Diese belegt: Wir, die Lehrkräfte, Schulleitungen, Schulassistent*innen und pädagogischen Fachkräfte, schenken dem Freistaat jedes Jahr weit über eine Million unbezahlte Überstunden.“
Wenn zum Lärm machen aufgerufen wurde, waren die Kollegen von den Forstbetrieben nicht zu überhören, die anderen machten selbstverständlich auch mit.
Es folgten weitere Ansprachen, der Platz war mit etwa 1200 Menschen gut gefüllt und die Stimmung kämpferisch. In den nächsten Tagen werden in Sachsen, aber auch bundesweit, weitere Warnstreiks durchgeführt und für den 29. Januar ruft die GEW zum bundesweiten „Streiktag Bildung“ auf. Leipzig ist dann, neben Berlin, Hamburg, Köln und Mannheim, einer der fünf Schwerpunkte.
Fazit: Die Gewerkschaften erhöhen den Druck auf die öffentlichen Arbeitgeber. Es ist dringend, von deren Seite, ein verhandlungsfähiges Angebot erforderlich. Bildung und andere öffentliche Aufgaben sind für Bürgerinnen und Bürger essenziell wichtig.
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