Die blaue Wende 2.0: Warum die AfD im Osten gewählt wird

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 71, seit 27. September im HandelMit Nazis zu reden sei wie an Mülltonnen zu schnuppern, nämlich ziemlich eklig, sagte eine gute Freundin neulich zu mir. Ich gebe ihr ja vollumfänglich recht. Es liegt kein Mehrwert darin mit Kalbitz, Höcke, Jens Meier oder Frau Sayn-Wittgenstein zu reden. Auch wenn sie sich krampfhaft den Begriff bürgerlich überstreifen und in sämtliche Mikrophone hineinrufen. Also so viel Kreide fressen, dass man sich deswegen beinah schon um ihre Gesundheit sorgen sollte.
Anzeige

Noch mehr rechtsradikale Märtyrer braucht dieses Land nun wahrhaftig nicht. Ganz gleich, wie oft sie es auch betonen: Diese Leute sind keine Demokraten. Sie gaukeln ihr Bekenntnis zur Demokratie nur solange vor, bis sie den wahren Charakter der von ihnen angestrebten Staatsform offen enthüllen können. Nämlich eine mit ein paar sozialen Wohltaten plüschig ausgepolsterte, weltabgewandte Samthandschuhdiktatur. Trotz solchen Personals ist die AfD in Sachsen beinah zur stärksten Kraft im sächsischen Landtag geworden.

Das gelang ihnen unter anderem nicht trotz, sondern weil sie ausgerechnet die Erinnerungen ans Ende der DDR-Diktatur instrumentalisierten. Bei weitem nicht alle Wähler machten ihr Kreuz bei der AfD, weil sie Fans des rechtsradikalen Führungspersonals der sogenannten „Alternativen“ sind. Sondern hielten sich in der Wahlkabine ihre Nasen zu und setzten ihr Kreuz eben nicht wegen, sondern trotz dieser Leute im Kästchen für die AfD.

Die Frage lautet: Weshalb?

Es war zwar ein sozialdemokratischer Kanzler, der einst die „Politik der ruhigen Hand“ ausrief. Doch über das alleinige Patent dafür verfügen die Sozialdemokraten nicht. Die sächsische CDU hat diese Art zu regieren über die letzten 30 Jahre hinweg zur Kunstform verfeinert.

Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) setzte zu Beginn seiner Amtszeit zu einer verzweifelten Kehrtwende an und gab als erster sächsischer Regierungschef offen zu, dass Sachsen ein Problem mit Rechtsradikalität und ebensolchen Extremisten hat. Natürlich noch immer nicht ohne die sofortige Erwähnung des Linksextremismus. Das Hufeisen sitzt auch beim neuen Pferdchen fest.

Er trat kurz darauf zu einer Rundreise durchs Land an, um – auch das eine Premiere unter sächsischen Ministerpräsidenten – genau das zu tun, was Basisaufgabe einer Landespartei ist. Nämlich auf die Bürger zuzugehen, ihnen zuzuhören und sich nach ihren Problemen zu erkundigen.

Sowohl Kretschmers Geständnis, dass unser Bundesland ein Problem mit Rechtsradikalismus hat, wie seine Reise zum Wahlvolk beweisen, wie gewaltig die Distanz war, welche die bisherige Regierungspolitik seiner Partei zwischen sich und dem Volksbefinden zuließ. Bis zu Kretschmers Amtsantritt inszenierte man sich hierzulande als Musterknabe unter den neuen Bundesländern.

Indem man einerseits radikales Sparen in weicher Infrastruktur zur Manie erhob. Und sich andererseits über die Errichtung und Auspolsterung von sogenannten wirtschaftlichen Leuchttürmen als Macher verkaufte. Auch wenn man im ostdeutschen Musterländle noch dreimal mehr neue Gewerbegebiete durchbetoniert und anschließend mit Hilfe von EU-Fördergeldern durchgängig beleuchten lässt, wird dies nur sehr bedingt als Bollwerk gegen den Zorn derjenigen Bürger taugen, die ihre Wahlkreuze penetrant weiterhin bei der AfD setzten.

Aus Beton errichtet man Parkplätze

Der Titel der neuen LEIPZIGER ZEITUNG: Jetzt überall im Handel

Der Titel der neuen LEIPZIGER ZEITUNG: Jetzt überall im Handel

Doch um Menschen in die Zukunft eines Landes zu führen, gehört, ihnen ein Gefühl von Zugehörigkeit, Sicherheit und Solidarität zu vermitteln. Wahlplakate mit lockerem Ministerpräsidenten in Wanderschuhen vor heimatlicher Landschaftskulisse sind da nur ein kalter Tropfen auf einen zu heißen Stein. Sich als wirtschaftliches Musterländle mausern zu können, hatte für Sachsen einen hohen Preis.

Über Jahrzehnte hinweg wurden der Geschichts- und Gesellschaftskundeunterricht als Hobbyfächer bewertet, kafkaisierte man in Fusionswahn die Verwaltungen bis zu einem Level, das selbst erfahrene Satiriker sprachlos machte, strich zudem die Polizeireviere, Schulbezirke und Kindergärten zusammen. Und entschuldigte dann auch noch diverse Parteienpöstchenwucherfilze als zwar bedauerliches, aber eben notwendiges Übel in einer Demokratie.

Die Investitionen in Beton zwangen zu bewusst geschaffenen Halbwüsten an weicher Infrastruktur, die sich jedoch trotz aller hier und da mal verteilten Finanzspritzen dennoch nie zu einer Savanne entwickelten, sondern zu Aschehaufen der Zivilgesellschaft verkümmerten. Auf Asche errichtet man aber nun einmal keine zukunftsfähigen Gesellschaften. Sondern höchstens Denkmäler oder Grabsteine.

Als die AfD in ihrem Landtagswahlkampf mit der Forderung nach einer „Wende 2.0“ plakatierte, stieß sie damit in genau jene Gefühlslücke, die Sachsens CDU mit ihrer Verheerung der Zivilgesellschaft geschaffen hatte. Die Braun-Blauen holten mit ihrem Nostalgiewahlkampf die Wähler bei Bedürfnissen ab, die alle übrigen Parteien nicht ansprachen.

Während die Grünen in Sachsen bei ihrer fürs städtische Wahlpublikum zurechtgeschneiderten Klimakatastrophen-Message blieben und gut daran taten, zogen die Linken mit nichtssagenden Schlagworten in den Wahlkampf, die sie außerhalb ihrer traditionellen Wählerhochburgen nicht mit Inhalten zu füllen vermochten und fuhren damit ein desaströs schlechtes Ergebnis ein.

Die Braun-Blauen lasen sich mit ihrer Botschaft aus neuem Ostkümmererprofil und Wendenostalgie die Volksbefindlichkeiten wohl besser. Zumindest Teile der Wendehistorie erlebten bei Pegida ja schon länger eine bizarre Auferstehung, wenn man dort zum Montagsspaziergang ausgerechnet „Wir sind das Volk!“ brüllte. Es lag nur nahe, dass die AfD als den Pegidisten nächste politische Verbündete aus diesen Erfolgen lernte.

Was verstand man bei den Braun-Blauen unter dem Spruch „Vollende die Wende“?

Offenbar ganz bewusst nichts Konkretes. Denn was man aus den Äußerungen verschiedener Parteigranden herauslesen kann, lief einerseits auf Beschwörungsrituale einer angeblich spezifischen ostdeutschen Mentalität hinaus und gipfelte andererseits in der typisch linken Forderung von Angleichung des Lohn- und Rentenniveaus. Garniert wurde das Ganze dann zusätzlich mit Klagen über vermeintliche westdeutsche Besatzerherrlichkeit.

Dass es den Menschen im Osten der Berliner Republik ein Anliegen ist, für dieselbe Arbeits- und Lebensleistung endlich genauso entlohnt und anerkannt zu werden wie ihre Mitbürger hinter der ehemaligen deutsch-deutschen Grenze, bestreitet heute höchstens noch der neoliberale Talkshowdauersesselbesetzer Hans Werner Sinn vom Ifo-Institut.

Es ist den Bürgern auch extrem schwer vermittelbar, dass sie weiter zurückstecken sollen, während sie stets mehr Arbeitsstunden leisten, welche nicht mehr mit geringerer Produktivität einhergehen, und internationale Konzerne sich parallel dazu um ihre Steuerverpflichtungen in Milliardenhöhe drücken. Und mit dem Cum-Ex Skandal bewiesen zu sein scheint, dass eine Gang von Beratern, Bankern und Firmenbossen im wohl größten Steuerbetrug der neueren europäischen Geschichte dafür sorgten, dass sich eine Bande von Großinvestoren auf Kosten der deutschen Steuerzahler ihre Überseekonten bis zum Anschlag füllen konnten.

Übertroffen wohl nur noch von der „Big-Verlade“ der Bankenkrise zu einer Staatsschuldenkrise kurz zuvor gerade und vor allem durch die Deutsche Bank. Keiner von denen, die bisher in diese Skandale involviert sind, stammt übrigens aus Ostdeutschland.

Über Steuergerechtigkeit habe ich im sächsischen Wahlkampf jedoch keine Partei wirklich laut sprechen hören. Dabei war dies ein Thema, das gerade im Osten angesichts des steilen Steueranstieges am unteren Ende der Verdienstskala auf der Straße lag. Und dort bereits so laut um Aufmerksamkeit rief, dass man sich in manchen von der Regierungs-Sparwut verwüsteten Gegenden beinah die Ohren zuhalten musste. Die berechtigte Forderung nach voller Lohn- und Rentenangleichung zwischen Ost und West vernachlässigt zu haben, wird der CDU lange nachhängen.

Westdeutsche Wendemacher und Heiner Müller

Wie gesagt, auch wenn diese Forderungen der AfD berechtigt waren, kamen sie jedoch frei von tragfähigen Konzepten daher. Das kollektive Wissen Ost und West um die milliardenschweren Aufbauhilfen für den Osten reicht zum Misstrauen und der Frage, wo diese Gelder wohl neben den tischfertigen Straßen und restaurierten Prunkbauten nicht nur in Dresden geblieben sind.

Aber der bizarrste Coup, den ausgerechnet die mit westdeutschen Elitevertretern durchsetzte AfD im Wahlkampf landen konnte, lag in der Umwandelung von unverschämt offen geschürten Wessi-Ressentiments in Wählerstimmen. Man hält es ja für unbedarfte Realsatire, wenn sich der damals 17-jährige Hesse Höcke als Wendevollender und nur aus Versehen nicht auf den Montagsdemos 89 anwesender ostdeutscher Volkstribun geriert.

Aber selbst drei Tage nach der Wahl konnte ich diese Heuchelei noch im vollen Nachschwung in einem mehrfach lehrreichen Beispiel beobachten. Der prominente Dresdner und gebürtige Erfurter AfD-Politiker Thomas Hartung schrieb in einem Facebookpost vom 4. September: „Am besten wir verpacken den Westen wie ein Ostpaket und schicken es auf den Mond.“

Anlass für den Vorschlag des Dr. der DDR-Science-fiction bis 1989 war ein mindestens ebenso bezeichnender Artikel des Journalisten Werner Kohlhoff im Main-Echo. Er trug die Überschrift „Was bilden sich die Ossis eigentlich ein?“. Kolhoff arbeitete in ihm ein Best-Of der westdeutschen Vorurteile gegenüber den neuen Bundesländern ab, das in seiner Larmoyanz und Bevormundung nur sehr schwer zu ertragen war. Er wirft den Ostdeutschen Ignoranz ihrer eigenen Geschichte vor, die sich für ihn allerdings hauptsächlich in Stacheldraht, Mauertoten, Stasi und Massenflucht erschöpft, und diagnostiziert bei ihnen zum Schluss Empathielosigkeit.

Mit Wessischelte gewinnt man also Aufmerksamkeit in Sachsen. Im Fall von Herrn Hartungs Facebookpost materialisierte sich die Aufmerksamkeit in 100 Reaktionen, 89 Kommentaren und etwa ebenso oft geteilten Inhalten. Mit dumpfesten Ossiressentiments hingegen generiert man im bayrischen Maingebiet Leserklicks. Aber so läuft das mit der gegenseitigen Verständigung im Jahre 30 nach der Friedlichen Revolution gerade nicht.

Um die Zeit, als in Ostberlin die Mauer zu wanken begann, hat der Theaterautor Heiner Müller prophezeit: „Wie früher Geister kamen aus Vergangenheit / So jetzt aus Zukunft ebenso“. Man hat das damals unwillkürlich auch als eine Warnung vor einem irgendwann aus den Dunkelkammern der Historie heraustretendem Kommunismus interpretiert. Müller ahnte jedoch seinerzeit bereits, was wir heute wissen: Dass sich die Geister der Vergangenheit erschreckend nahtlos mit den Urängsten vor der Zukunft vermählen lassen.

Wer jetzt immer noch darüber grübelt, weshalb die AfD hier in Sachsen die Linke so erfolgreich als Protestpartei ablösen konnte, dem ist nicht bis gar nicht mehr zu helfen.

Die Leipziger Zeitung, Ausgabe September 2019 ist am 27. 09. 2019 erschienen und hier zu kaufen.

Lehrerpranger der AfD im Visier der Datenschützer

Wessen Erbe ist eigentlich die ostdeutsche AfD?

Hinweis der Redaktion in eigener Sache: Eine steigende Zahl von Artikeln auf unserer L-IZ.de ist leider nicht mehr für alle Leser frei verfügbar. Trotz der hohen Relevanz vieler unter dem Label „Freikäufer“ erscheinender Artikel, Interviews und Betrachtungen in unserem „Leserclub“ (also durch eine Paywall geschützt) können wir diese leider nicht allen online zugänglich machen.

Trotz aller Bemühungen seit nun 15 Jahren und seit 2015 verstärkt haben sich im Rahmen der „Freikäufer“-Kampagne der L-IZ.de nicht genügend Abonnenten gefunden, welche lokalen/regionalen Journalismus und somit auch diese aufwendig vor Ort und meist bei Privatpersonen, Angehörigen, Vereinen, Behörden und in Rechtstexten sowie Statistiken recherchierten Geschichten finanziell unterstützen.

Wir bitten demnach darum, uns weiterhin bei der Erreichung einer nicht-prekären Situation unserer Arbeit zu unterstützen. Und weitere Bekannte und Freunde anzusprechen, es ebenfalls zu tun. Denn eigentlich wollen wir keine „Paywall“, bemühen uns also im Interesse aller, diese zu vermeiden (wieder abzustellen). Auch für diejenigen, die sich einen Beitrag zu unserer Arbeit nicht leisten können und dennoch mehr als Fakenews und Nachrichten-Fastfood über Leipzig und Sachsen im Netz erhalten sollten.

Vielen Dank dafür und in der Hoffnung, dass unser Modell, bei Erreichen von 1.500 Abonnenten oder Abonnentenvereinigungen (ein Zugang/Login ist von mehreren Menschen nutzbar) zu 99 Euro jährlich (8,25 Euro im Monat) allen Lesern frei verfügbare Texte zu präsentieren, aufgehen wird. Von diesem Ziel trennen uns aktuell 500 Abonnenten.

Alle Artikel & Erklärungen zur Aktion Freikäufer“

AfDKolumne* Leserclub *Leipziger ZeitungLandtagswahl
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Corona-Hotspot Sachsen: Hasenfüßige Landräte und ein Brief an den OBM
Die aktuelle Kampagne der Stadt: Maske auf und durch. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserIn Sachsen ist in den vergangenen Wochen gewaltig etwas schiefgegangen. Schon am 11. November warnte die Landesärztekammer „Corona-Pandemie: Notmaßnahmen in der zweiten Welle bei weitem nicht ausreichend“. Am 13. November appellierte Sozialministerin Petra Köpping an Ärzte im Ruhestand, sich reaktivieren zu lassen. Nur Leipzig scheint seitdem noch einigermaßen die Zahlen im Griff zu haben. Aber auch hier herrscht zuweilen eine beängstigende Sorglosigkeit, stellt der Brief eines Leipzigers an den OBM fest.
Urzeitinseln voller Leben: Die ganze Welt des Europasaurus und seiner Zeitgenossen in einem reich bebilderten Buch
Einblick in die neue Graphic Novel zu Europasaurus. Foto: Joschua Knüppe

Foto: Joschua Knüppe

Für alle LeserBeim Stichwort Saurier denkt man fast immer nur an die späten Dinosaurier und ihr spektakuläres Ende nach dem Kometeneinschlag vor 66 Millionen Jahren. Dabei beherrschten die Saurier aller Arten die Erde schon vor 235 Millionen Jahren. Das sind – verglichen mit der so von sich eingenommenen Menschheit – ungeheure Zeiträume. Mittendrin – vor 154 Millionen Jahren – lebte der Europasaurus, dessen Welt jetzt ein reich bebildertes Buch vorstellt.
Donnerstag, der 3. Dezember 2020: Leipzig knackt die bisherige Corona-Rekordmarke
Trübe Aussichten in Leipzig. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEs ist ein Rekord, aber kein Grund zum Feiern: Mit 216 neuen Infektionen innerhalb eines Tages hat Leipzig eine neue Höchstmarke seit Beginn der Corona-Pandemie erreicht. Generell zeigt die Kurve in Sachsen weiterhin steil nach oben. Diskussionen über Lockdown, Wirtschaft und Schulen dauern an. Außerdem: Ein Waffen hortender KSK-Soldat darf die U-Haft verlassen. Die L-IZ fasst zusammen, was am Donnerstag, den 3. Dezember 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
„Italienische Wassertemperaturen“ in der Rappbodetalsperre
Wasserwerk in Wienrode. Foto: Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz

Foto: Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz

Für alle LeserDie Botschaft ist angekommen: Wenn unser Klima sich weiter aufheizt, müssen sich auch die Unternehmen etwas einfallen lassen, die unser Trinkwasser bereitstellen. Auch jene, die den Süden Sachsen-Anhalts versorgen – wie die Fernwasserversorgung Elbaue-Ostharz. Denn das dortige Trinkwasser kommt aus der Rappbodetalsperre, die sich möglicherweise aufheizen könnte wie der Gardasee in Italien.
LVB sollen ab 2021 über 60 Millionen Euro Finanzierung durch die L-Gruppe bekommen
Straßenbahn an der Haltestelle Wilhelm-Leuschner-Platz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEile tut Not. Und Corona hat alles durcheinandergebracht. Da konnte man glattweg vergessen, dass der Stadtrat 2018 beschlossen hat, die Finanzierung der Leipziger Verkehrsbetriebe endlich wieder den realen Bedürfnissen anzupassen. Doch festgelegt wurden die neuen Zuschüsse nur für die Jahre 2019/2020. Damit die LVB 2021 nicht im Regen stehen, braucht es jetzt einen schnellen neuen Beschluss.
Premiere für „Il trovatore“: Die Oper Leipzig streamt am 6. Dezember 2020 zum ersten Mal live
Il Trovatore. Foto: Oper Leipzig, Kerstin Nijhof

Foto: Oper Leipzig, Kerstin Nijhof

Für alle LeserDen „Lohengrin“ gab es noch ganz knapp kurz vor Verhängung des zweiten Lockdowns im Opernhaus Leipzig. Aber „Il trovatore“ hat der rigide Besucherstopp komplett erwischt. Da wählt auch die Oper Leipzig jetzt lieber den Weg, die Premiere online zu feiern, sonst ist ja die ganze Mühe für die Inszenierung regelrecht für die Katz. Gestreamt wird die Premiere live am Nikolaustag, dem 6. Dezember.
Fahrgastverband PRO BAHN fordert echten Einsatz zur Revitalisierung von Bahnstrecken
Ein gut ausgebautes Schienennetz ist das Rückgrat der Verkehrswende. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Verkehrszukunft – auch im Sachsen – kann nicht einfach nur aus Autos bestehen. Seit 1990 wurden ganze Regionen vom Schienennetz der Bahn abgeklemmt. Dort ist ein Leben ohne eigenes Autos kaum noch denkbar. Aber wo bleiben die sächsischen Vorschläge zur Wiederbelebung wichtiger Strecken? Der Fahrgastverband PRO BAHN ist verwundert über das Schweigen in Sachsen. Denn anderswo wird längst wieder geplant.
Weitaus mehr „Verdachtsfälle mit Bezug zum Rechtsextremismus“ in der sächsischen Polizei als bisher bekannt
Kerstin Köditz, MdL Die Linke (Archiv 2017, Landesparteitag). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserErst waren es die Fälle aus Hessen, dann mehrten sich die Nachrichten über rechtsextreme Chat-Gruppen von Polizisten auch aus anderen Bundesländern. Und nun steht auch Sachsen im Fokus, wo sich die Regierung seit Jahren doch stets bemüht hat, dergleichen lieber unter den Teppich zu kehren. Aber falsch verstandener Korpsgeist ist erst recht die ideale Spielwiese für Beamte, die den Staat und die Demokratie verachten.
Schleußig: Ein Leipziger Stadtteillexikon über den besonderen Ortsteil auf der Insel
Schleußig. Ein Leipziger Stadtteillexikon. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEigentlich ist Schleußig der unbekannteste aller Leipziger Ortsteile. Man fährt meistens nur durch oder spaziert am Rand durch die Nonne, vielleicht schippert man auch in der Schute über die Weiße Elster. Aber so richtig greifbar wird der Ortsteil nicht. Er hat kein altes Rathaus, keinen Marktplatz, kein Zentrum. Und dennoch wird es richtig spannend, wenn sich eine Handvoll geübter Autoren mal richtig hineinkniet in die Verschlagwortung von A wie Agricola bis Z wie Zweirad-Woj.
Fabian Schmidt klagt gegen den Teil-Lockdown in Sachsen: „Die Gastronomie ist nicht das Problem, sondern die Lösung“
Gastronom Fabian Schmidt (l.) und Rechtsanwalt David Wirth (r.) gehen juristisch gegen den Lockdown vor. © Antonia Weber

© Antonia Weber

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 85, seit 20. November im Handel31 Jahre alt, verheiratet, zwei Kinder. Fabian Schmidt ist einer von vielen Gastronomen, die mit dem erneuten Lockdown an den Rand ihrer wirtschaftlichen Existenz gedrängt wurden. Als Miteigentümer des erst seit einem Jahr bestehenden Gasthauses Mr. F&F in Jesewitz geht Schmidt juristisch gegen die Einschränkungen vor.
Mittwoch, der 2. Dezember 2020: Kretschmer warnt vor hartem Lockdown im Januar
Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU). Archivfoto: Matthias Rietschel

Archivfoto: Matthias Rietschel

Für alle LeserDie nächsten Wochen könnten abwechslungsreich werden: ein bisschen Lockdown vor Weihnachten, weniger Lockdown rund um Weihnachten, harter Lockdown nach Weihnachten. Entsprechende Signale sendet zumindest gerade der sächsische Ministerpräsident Michael Kretschmer. Außerdem: Auch der Landkreis Leipzig plant Ausgangsbeschränkungen. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 2. Dezember 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Rodig reflektiert: Küsst die Polizisten, wo ihr sie trefft + Video
Brutale Ängste und Panik satirisch aufgespießt. Die PARTEI unter Einsatz ihres Lebens und ihrer Gesundheit auf der Demonstration von „Querdenken“ am 7. November in Leipzig. Foto: Die PARTEI Leipzig

Foto: Die PARTEI Leipzig

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 85, seit 20. November im HandelAllzu häufig ist diese Kolumne gespickt mit fiesen Bemerkungen, hanebüchenen Anwürfen und grundsolidem Klassenhass. Doch heute nicht, meine lieben Leserinnen! Bevor Sie angeödet weiterblättern, möchte ich mich erklären. Denn unerhörte Dinge ereignen sich in diesem Leipzig, das ich meinen Wohnort nenne. Am 07.11. – wie die Vorwahl von Stuttgart. Zufall? – vor nun knapp zwei Wochen, schwamm eine Welle durch die mythosbeladene Innenstadt. Sie haben sicher die Bilder im Interweb gesehen, sich davon erzählen lassen, oder: haben es Ihrem bescheidenen Kolumnisten gleichgetan und haben sich selbst ein Bild gemacht vor Ort.
Das in Leipzig lebende Musikerehepaar Anna-Maria Maak & Sef Albertz sucht Unterstützer fürs zweite Album
Anna-Maria Maak und Sef Albertz. Foto: Florentyn Music

Foto: Florentyn Music

Für alle LeserMit dem neuen Klavieralbum „In the Secret of the World“, welches nach „Resplendences around Bach“ (2018) den dramaturgischen Bogen weiterspannt und damit ein großes künstlerisches Konzept vervollständigt, geben die Leipziger Pianistin Anna-Maria Maak und der Komponist Sef Albertz eine künstlerische Antwort in Zeiten von Corona. Aber damit das Album im Frühjahr erscheinen kann, braucht es noch kräftige Unterstützung.
Bürgerinitiative hat ihren Vorschlag zu gestaffelten Entgeltzuschlägen am Flughafen Leipzig/Halle übergeben
Landeanflug am Flughafen Leipzig/Halle. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserIm November gab es ein zweites Treffen von Vertretern der Bürgerinitiativen aus dem Umwelt des Flughafens Leipzig/Halle mit Vertretern des Sächsischen Umweltministeriums, das mit einer erstaunlichen Zusage endete: Die Bürgerinitiativen durften einen Vorschlag für gestaffelte Entgeltzuschläge für die Starts am Flughafen machen. Das haben sie jetzt auch getan.
Eine Brücke wie keine andere: Wie der Corona-Sommer der Könneritzbrücke zu einem besonderen dichterischen Auftritt verhalf
Die Könneritzbrücke. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserEs gibt diese Orte in einer Stadt, an denen man einfach innehalten muss, weil sie einen ansprechen, unverwechselbar sind und auch noch von einer Schönheit, die ganze Generationen von Künstler/-innen in ihren Bann zieht. So ein Ort ist die Könneritzbrücke, die Schleußig und Plagwitz miteinander verbindet. Der Leipziger Dichter Ralph Grüneberger hat ihr jetzt einen eindrucksvollen kleinen Filmessay gewidmet.