Am Leipziger Landgericht beginnt heute der Prozess gegen einen mutmaßlichen Mörder. Der Angeklagte soll seine ehemalige Partnerin ermordet und das gemeinsame Kind lebensgefährlich verletzt haben. LZ berichtet im Tagesverlauf ausführlich. Die Hochschule für Grafik und Buchkunst lädt heute und am Wochenende zum traditionellen HGB-Rundgang ein. Zudem gibt es einen ersten Kandidaten für die Wahl zum Amt des Oberbürgermeisters.
Prozessauftakt zu Frauenmord von Reudnitz
Ein Verbrechen, dass nicht nur die Menschen in nächster Umgebung erschütterte: Im Sommer letzten Jahres dringt ein Mann in die Wohnung seiner ehemaligen Partnerin ein, gerät mit ihr in Streit, attackiert sie mit einer Stichwaffe. Die damals 42-jährige Frau wird schwer verletzt, kann dem mutmaßlichen Täter entkommen, rettet sich bis vor das Wohnhaus in der Fritz-Hanschmann-Straße.
Doch sie stirbt an den brutal zugeführten Verletzungen. Herbeigerufene Polizeikräfte hören aus dem Haus die verzweifelten Schreie eines Kindes. Sie stammen vom damals 10-jährigen Sohn des Täters und der von ihm angegriffenen Mutter.
Ab heute morgen steht Nick W. vor Gericht. Die Staatsanwaltschaft hat Anklage erhoben, der Tatvorwurf lautet „Mord in Tatmehrheit mit versuchtem Mord, schwere Misshandlung von Schutzbefohlenen und gefährliche Körperverletzung“, so Ricardo Schulz von der Staatsanwaltschaft Leipzig auf LZ-Anfrage. In die Wohnung seiner ehemaligen Lebensgefährtin Susann K. sei er laut Anklage am 18. August 2025 gewaltsam vorgedrungen. Die Frau konnte zwar zunächst fliehen, überlebte den Angriff aber nicht.
Weiter wirft die Staatsanwaltschaft Nick W. vor, nach der Attacke auf seine ehemalige Lebenspartnerin in das Kinderzimmer eingedrungen zu sein und das gemeinsame Kind in „Tötungsabsicht durch mindestens 14 Stiche lebensgefährlich verletzt zu haben.“ Nach Aussagen aus der Nachbarschaft, habe sich auch der neue Lebensgefährte der getöteten Frau in der Wohnung aufgehalten.
Die Frau und beide Männer sollen Beschäftigte eines städtischen Klinikums gewesen sein. Ob das auch die Ermittlungen ergaben, werden die kommenden Verhandlungstage zeigen, von denen unser Reporter Lucas Böhme aktuell berichten wird. Angehörige der getöteten Susann K. und ihres Kindes werden von der bekannten Opferanwältin Alexandra Tust vertreten. Das Landgericht Leipzig hat zunächst sieben Verhandlungstage angesetzt. Der Prozessauftakt findet heute vor der 2. Strafkammer statt.
Kunst und Köpfe – die HGB lädt zum Rundgang
Traditionell endet das Wintersemester an der Hochschule für Grafik und Buchkunst mit einer umfassenden Ausstellung, in der die Werke der Studierenden aus dem vergangenen Jahr präsentiert werden. Die Fachrichtungen Buchkunst/ Grafikdesign, Fotografie, Malerei/Grafik und Medienkunst stellen sich vor und öffnen dafür den gesamten Hochschulbereich.
Alle Räume können inspiziert werden – Festsaal, Flure, Klassenzimmer. Natürlich sind auch die Schöpfer der gezeigten Werke, die Köpfe hinter der Kunst, im Haus. Insoweit bieten die nächsten drei Tage nicht nur einen Blick auf die Kunst, die in der Hochschule entsteht, sondern laden auch zum Gedankenspiel darüber ein, ob man selbst Gefallen daran finden könnte, sich an der 1764 gegründeten Künstlerschmiede um einen Studienplatz zu bemühen.
Das komplette Programm gibts auf www.hgb-leipzig.de – die Öffnungszeiten des Rundgangs sind am Frreitag, 13.02. und am Samstag, 14.02. von 14:00–21:00 Uhr. Am Sonntag, 15.02. von 12:00–18:00 Uhr.
Der erste Kandidat für die Oberbürgermeisterwahl
Am 21. Februar kommenden Jahres entscheiden die Leipzigerinnen und Leipziger über die Amtsnachfolge des derzeitigen Oberbürgermeisters Burkhard Jung. Der war vor zwanzig Jahren erstmals in diese Funktion gewählt worden, tritt aber nicht erneut als Kandidat für das Amt des Stadtoberhauptes an. Mit dem parteilosen Lars Kulesch kündigt sich nun der erste Bewerber um den Posten an, der nicht von einer Partei oder einem Bündnis nominiert wird, sondern als „Einzelkämpfer“ ins Rennen geht.
Der 1983 Geborene lebt seit 2012 in der Messestadt und engagierte sich nach eigener Auskunft bereits zwischen 2004 und 2015 auf kommunaler und landespolitischer Ebene. 2017 war er stellvertretender Vorsitzender beim Landesverband Sachsen der Partei „Bündnis Grundeinkommen“ . In einer Presserklärung erläutert Kulesch, er setze auf Zusammenarbeit statt Lagerdenken. Ihm gehe es darum, Brücken zu bauen zwischen Politik und Verwaltung, Wirtschaft, Kultur und Gesellschaft. Derzeit ist er Mitarbeiter für Qualitätssicherung und Scrum Master bei der Firma „allane SE“ und fungiert dort als Betriebsratsmitglied.
Um am Wahltag überhaupt auf dem Stimmzettel stehen zu können, muss Lars Kulesch seine Wahlunterlagen bis zum 17. Dezember (18 Uhr) im Rathaus eingereicht haben. Dazu gehören auch 240 sogenannte „Unterstützungsunterschriften“. Diese müssen von wahlberechtigten Leipzigerinnen und Leipzigern stammen, die nicht selbst auf dem Wahlvorschlag als Bewerber stehen. Man darf außerdem nicht mehrere Wahlvorschläge für dieselbe Wahl unterstützen.
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