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Veranstaltungstechniker Marko Kronberg: „Ein halbes Jahr könnte ich so überstehen, dann wäre Schluss“

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    Mit der Absage von Veranstaltungen leidet eine gesamte Branche. Am Freitag, den 13., traf es auch Marko Kronberg. Der Veranstaltungstechniker reist für gewöhnlich zwischen Kirchen, Konzerthäusern und Messehallen hin und her und versorgt die Veranstalter mit schönem Licht und gutem Ton. Nun hat er unfreiwillig ganz viel Freizeit, die er jedoch nicht genießen kann. Die Sorgen um die Zukunft prägen den Alltag.

    Herr Kronberg, die Corona-Krise hat wirtschaftliche Auswirkungen. Wie zeigen sich diese bei Ihnen und Ihrer Firma?

    Im Veranstaltungssektor trifft mich diese Krise besonders. Ich bin zwar eine der kleinsten Firmen in dem Bereich in Leipzig, aber die Auswirkung ist selbst bei mir spürbar heftig. Es begann mit der Absage der Buchmesse am 3. März und erst am Freitag, dem 13., bekam ich die nächste große Welle an Veranstaltungsabsagen, die sich bis in den Mai ziehen werden. Da wären einige interessante und lukrative Aufträge gewesen, die leider nicht nachgeholt werden können. Das macht allein bei mir einen mittleren fünfstelligen Umsatzverlust aus.

    Viele denken, dass diese Veranstaltungen einfach in der zweiten Jahreshälfte nachgeholt werden können. Aber das Veranstaltungsjahr ist in den meisten Veranstaltungsstätten bereits im Vorjahr durchgeplant und belegt. Da gibt es kaum Ausweichtermine. Und selbst wenn man Nachholtermine erhält, wird so die Auftragsdichte noch höher und womöglich sinkt dadurch die Qualität.

    Warum können Sie nicht einfach die Zeit ohne Aufträge genießen. Sind die Fixkosten nicht so gering wie angenommen?

    Als Kleinunternehmer mag mich diese Krise nicht so stark treffen wie die großen Kollegen. Jedoch bestehen diese Fixkosten für jeden und die muss man erst mal auf der Kante haben. In meiner Größe könnte ich ein halbes Jahr maximal überstehen, dann wäre Schluss. Da niemand genau weiß, wie lange die Krise anhält, drückt das natürlich auf das eigene Empfinden und man kann die freie Zeit nicht genießen!

    Haben Sie konkrete Ideen, wie Sie diese Krise mit anderen Angeboten etc. überstehen können?

    Wir haben bereits begonnen, unser Portfolio auszubauen und nun Videostreamings und Aufzeichnungen vermehrt anzubieten. Auch schauen wir, geplante Festinstallationen vorzuziehen solange man noch vor die Tür darf.

    Hoffen Sie auf externe Wirtschaftshilfe?

    Der gesamte Kulturbereich benötigt unbedingt externe Wirtschaftshilfe vom Staat. Den Unternehmern würde dabei ein Aussetzen beziehungsweise Stundung von Gebühren, Beiträgen und Steuern immens helfen. Die Berufs- und Interessenverbände sind derzeit in vielen Gesprächen, um dafür Lösungen mit der Bundesregierung auszuhandeln.

    Und haben Sie Zuspruch von Auftraggeber-Seite erfahren?

    Von Auftraggeberseite kann großteils nichts erwartet werden, da es Veranstaltern, Künstlern und Kulturstätten ähnlich schlecht derzeit geht.

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