Berichtet hatte dazu schon das „Handelsblatt“. Am Dienstag, 5. April, meldete jetzt auch die VNG AG (VNG), dass sie am selben Tag mit der Kreditbank für Wiederaufbau (KfW) einen Kreditvertrag mit einer Laufzeit bis zum April 2023 unterzeichnet hat. Zusammen mit der Erweiterung des bestehenden Kreditrahmens mit ihrem Hauptaktionär EnBW konnte VNG seinen zur Verfügung stehenden Finanzierungsrahmen um 1 Milliarde EUR erhöhen.

Dabei handelt es sich um eine zusätzliche finanzielle Absicherungsmaßnahme für den Fall potenzieller, nicht auszuschließender extremer Marktentwicklungen vor dem Hintergrund der massiven Auswirkungen des Ukraine-Kriegs auf die Energiemärkte.

Erst am Dienstag hatte die VNG auch ihre Zahlen für das Jahr 2021 vorgelegt. Das aktuelle Geschäft verläuft für das Unternehmen mit Hauptsitz in Leipzig selbst aus Unternehmensperspektive erfolgreich.

Doch der Ukraine-Krieg bringt Unsicherheiten im Gasgeschäft mit sich, mit denen auch die VNG zu Jahresbeginn noch nicht rechen konnte.

Die VNG AG konnte ihren bisherigen Liquiditätsbedarf aus den zum Teil außergewöhnlichen Marktbewegungen an den Energiebörsen jederzeit aus einer soliden Finanzlage heraus problemlos erfüllen, ohne auf eigene Back-up-Kreditlinien zurückgreifen zu müssen, betont das Unternehmen.

„Für die Zukunft ist jedoch nicht völlig auszuschließen, dass sich in kurzer Zeit erneut Entwicklungen ergeben, die zu noch größeren Preisverwerfungen führen und die aktuell komfortable Finanzsituation der VNG herausfordern. Dafür wurde mit dem jetzt abgeschlossenen Kreditvertrag mit der KfW und der Erweiterung der Kreditlinie bei der EnBW weitere Vorsorge getroffen.“

„Als Unternehmen der kritischen Infrastruktur haben wir einen gesellschaftlichen und politischen Auftrag, Versorgungssicherheit in diesem Land zu gewährleisten und unsere Kunden zuverlässig mit Gas zu beliefern. Wir beliefern circa 400 Stadtwerke- und Industriekunden in Deutschland, speichern einen erheblichen Teil der deutschen Gasvorräte und bieten Marktliquidität, die für ein funktionierendes Risikomanagement aller Marktteilnehmer unerlässlich ist.“

„VNG verfügt derzeit für das Handels- und Vertriebsgeschäft über ausreichend finanziellen Spielraum. Uns war jedoch wichtig, im jetzigen volatilen Umfeld schnell, aber in einem geordneten Verfahren über eine weitere Back-up-Kreditlinie zusätzliche Vorsorge für künftige, potenziell extreme Marktszenarien zu treffen“, begründet Bodo Rodestock, Mitglied des Vorstands der VNG AG, die kurzfristige Kreditaufnahme.

„Die jetzt getroffene Vereinbarung mit der KfW und der EnBW unterstreicht auch die Systemrelevanz von VNG, die aufgrund ihrer Größe und ihrer Geschäftstätigkeit in nahezu allen Bereichen der Wertschöpfungskette, insbesondere durch ihre direkten Importzugänge und den Betrieb der Gasinfrastruktur, einen maßgeblichen Beitrag zur Versorgungssicherheit leistet. Eine Inanspruchnahme der zusätzlichen Kreditlinie ist nicht vorgesehen. Vielmehr handelt es sich um eine reine Vorsorgemaßnahme für potenzielle Extremszenarien“, betont Rodestock.

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