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Förderbescheid für mitteldeutsches Wasserstoffprojekt: „Energiepark Bad Lauchstädt“ kann loslegen

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    Wasserstoff wird im Energiemix der Zukunft zwangsläufig eine Rolle spielen. Grüner Wasserstoff vor allem, der mit dem überschüssigen Strom aus Windkraft- und Photovoltaikanlagen produziert werden kann. Was natürlich auch bedeutet, dass die Kette von der Stromerzeugung bis zur Wasserstoffherstellung geschlossen wird. Das Wasserstoffprojekt „Energiepark Bad Lauchstädt“ bekommt deshalb jetzt eine Förderung.

    Die Entwicklung des „Energieparks Bad Lauchstädt“ nimmt einen weiteren wichtigen Schritt, meldet die Verbundnetz Gas AG (VNG), die das Projekt vorantreibt. Am Donnerstag, 9. September, erhielten die Projektpartner im Beisein des sachsen-anhaltinischen Ministerpräsidenten Dr. Reiner Haseloff den Bescheid für die Förderung als „Reallabor der Energiewende“ über rund 34 Millionen Euro, überreicht durch Andreas Feicht, Staatssekretär im zuständigen Bundesministerium für Wirtschaft und Energie (BMWi).

    „Wasserstoff ist nicht nur ein Schlüsselelement für die Energiewende. Er kann auch ein wertvoller Baustein für den Aufbau einer nachhaltigen Chemieindustrie sein und damit den Erhalt von Wertschöpfung und qualifizierten Arbeitsplätzen in der mitteldeutschen Strukturwandelregion sichern. Mit dem Förderformat der Reallabore der Energiewende unterstützt das BMWi Unternehmen dabei, ihre Geschäftsmodelle für den Umbau unseres Energiesystems fit zu machen“, sagte Andreas Feicht zu den Teilnehmern der Veranstaltung.

    Im „Energiepark Bad Lauchstädt“ wollen die Projektpartner die Herstellung, die Speicherung, den Transport und den wirtschaftlichen Einsatz von Grünem Wasserstoff unter realen Bedingungen im industriellen Maßstab untersuchen. Nachdem das BMWi das Projekt im Rahmen des zweistufigen Antragsverfahrens bereits 2019 als förderwürdiges Reallabor deklariert hatte, haben die Verantwortlichen des beteiligten Unternehmenskonsortiums die Pläne in der Zwischenzeit konkretisiert und weiter vorangetrieben.

    „Wir sind sehr glücklich, nun den langersehnten Bescheid in den Händen zu halten und uns endlich an die eigentliche Arbeit machen zu können. Mit diesem Vorzeigeprojekt wollen wir gemeinsam demonstrieren, dass die industrielle Nutzung von Grünem Wasserstoff absolut möglich und wirtschaftlich sinnvoll ist“, sagte Cornelia Müller-Pagel, Leiterin des Projektes im Konsortium und Leiterin der Abteilung „Grüne Gase“ bei VNG AG.

    „Mit unserem Projekt wollen wir dazu beitragen, Grünen Wasserstoff als bahnbrechende Zukunftstechnologie weiterzuerforschen und zur Marktreife zu bringen. Gleichzeitig ist es unser Ziel, wichtige Impulse für die Region zu setzen und Mitteldeutschland zu einer technologisch starken und zukunftsorientierten Wasserstoffregion zu entwickeln.“

    „In den neunziger Jahren haben wir in Sachsen-Anhalt sehr erfolgreich das Chemieparkmodell entwickelt. Ich bin der festen Überzeugung, dass wir auch mit dem Energiepark Bad Lauchstädt Vorreiter sind und das Modell zu einer Erfolgsgeschichte wird. Mit dem heutigen Tag geben wir den Startschuss zu einer sicheren und klimaschonenden Energieversorgung für Deutschland“, betonte Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Dr. Reiner Haseloff.

    Mit dem nun eingegangenen Fördermittelbescheid kann das Projekt jetzt unmittelbar seine Arbeit aufnehmen. Hinter dem „Energiepark Bad Lauchstädt“ steht ein Unternehmenskonsortium aus der Terrawatt Planungsgesellschaft mbH, der Uniper, der VNG Gasspeicher GmbH (VGS), der ONTRAS Gastransport GmbH (ONTRAS), dem DBI – Gastechnologisches Institut gGmbH Freiberg (DBI) sowie der VNG AG.

    Der „Energiepark Bad Lauchstädt“

    Ziel des gemeinsamen Projekts ist es, im südlichen Sachsen-Anhalt die gesamte Wertschöpfungskette für Grünen Wasserstoff abzubilden. Dabei wird erneuerbarer Strom aus einem neu zu errichtendem Windpark mittels einer Großelektrolyse-Anlage mit einer Leistung von rund 30 Megawatt (MW) in klimafreundlichen Wasserstoff umgewandelt und über eine umzuwidmende 20 Kilometer lange Gasleitung der ONTRAS der chemischen Industrie im benachbarten Leuna zugeführt.

    Zudem sollen die entscheidenden Vorarbeiten getätigt werden, um den produzierten Grünen Wasserstoff in einer eigens dafür ausgestatteten, knapp 180 Meter hohen Salzkaverne ab 2026 zwischenspeichern zu können. Das Vorhaben hat ein Gesamtinvestitionsvolumen von rund 140 Millionen Euro.

    Der Aufbau des "Energieparks Bad Lauchstädt". Grafik: VNG
    Der Aufbau des „Energieparks Bad Lauchstädt“. Grafik: VNG

    Die Entwicklung und der Aufbau des Energieparks sind grundsätzlich in zwei Phasen geplant, die unabhängig voneinander bearbeitet und umgesetzt werden: Ab diesem Herbst sollen mit der bewilligten Förderung als „Reallabor der Energiewende“ zunächst die Wasserstofferzeugung und der Wasserstofftransport sowie zentrale Komponenten der Wasserstoffspeicherung weiterentwickelt und erprobt werden. Zu letzteren zählen beispielsweise eine effiziente Gasreinigung sowie die Sicherheitstechnik.

    In einer sich perspektivisch anschließenden zweiten Phase, die nicht Bestandteil des jetzigen Forschungsvorhabens ist, wird ab 2026 angestrebt, die für die Wasserstoffspeicherung vorgesehene Kaverne fertigzustellen und in die Wertschöpfungskette einzubinden.

    Insgesamt zeichnet sich der Energiepark Bad Lauchstädt durch eine hohe Dichte an Innovationen und eine enge Interaktion der verschiedenen Wertschöpfungsstufen aus. Er trägt zudem zu einer Dekarbonisierung der in der Region stark vertretenen chemischen Industrie bei. Über weitere ostdeutsche Wasserstoffprojekte kann der Energiepark künftig auch in die entstehende europäische Wasserstoffinfrastruktur eingebunden werden.

    Mit der Nationalen Wasserstoffstrategie hatte die Bundesregierung beschlossen, Wasserstoff als Energieträger der Zukunft im Energiesystem zu verankern. Insbesondere Grünem Wasserstoff wurde in diesem Rahmen eine Schlüsselrolle zugeschrieben, denn er wird mittels Elektrolyse aus erneuerbarem Strom hergestellt und gilt damit als besonders umweltfreundlich.

    Im Rahmen des 7. Energieforschungsprogramms hatte das BMWi zuvor den Ideenwettbewerb „Reallabore der Energiewende“ ins Leben gerufen, für den Zeitraum 2019 bis 2022 Fördermittel in Höhe von bis zu 100 Millionen Euro pro Jahr ausgeschrieben. Mit den Reallaboren der Energiewende soll die Anwendung von Innovationen in der Praxis vorangetrieben werden.

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