Beiträge von Ralf Julke

Politik·Sachsen

Kommentar: AfD-Land Sachsen? Von Intransparenz, mangelhafter Strukturpolitik und Biedenkopf zum „blauen Sachsen“

„Sind das noch Protestwähler/-innen?“, fragte die LZ Online am Montag, 27. September, in einer ersten, kurzen Nachwahlbetrachtung zur Bundestagswahl. Auf Deutschlandkarten zur Wahl fällt vor allem Sachsen durch ein (fast) flächendeckendes Hellblau auf. In sämtlichen Landkreisen wurde die Rechtsaußen-Partei AfD zur stärksten Kraft. Was auch schon wieder etwas falsch klingt, denn auch die AfD hat Federn gelassen. Nur nicht so viele wie die CDU.

Handelsübliche FFP-Maske aus China. Foto: Ralf Julke
Politik·Sachsen

Sachsens wilder Masken-Kauf im Corona-Jahr: 6,6 Millionen Masken einfach für die Katz gekauft?

Es musste irgendwie schnell gehen. Und entsprechend chaotisch lief so einiges ab, was da im ersten Corona-Jahr auch in Sachsen geschah. Auch die sächsische Staatsregierung orderte in einem wilden Tempo Millionen Schutzmasken und erwischte dabei augenscheinlich auch einige völlig unbrauchbare Chargen. Nur ist so recht nicht klar, wer hier eigentlich die Verantwortung trägt. Auf ihre Anfragen jedenfalls bekam die Linken-Abgeordnete Marika Tändler-Walenta eine Menge ausweichender Antworten.

Karola Hagemann, Sven Kohrs: Walter Zirpins - Ohne Reue. Foto: Ralf Julke
Bildung·Bücher

Walter Zirpins – ohne Reue: Die Karriere des Mannes, der Marinus van der Lubbe zum Einzeltäter beim Reichstagsbrand machte

Es gibt Bücher, in denen lauert das Entsetzen. Auch wenn man sie – wie dieses – eigentlich bestellt hat, um mehr zu erfahren über den Mann, der letztlich die Hauptschuld daran trägt, dass der Holländer Marinus van der Lubbe 1934 vom Reichsgericht in Leipzig als Alleintäter für den Reichstagsbrand verantwortlich gemacht und zum Tod verurteilt wurde. Bis heute hält sich die Alleintäter-These. Doch die basiert vor allem auf den Aussagen des Kriminalbeamten Walter Zirpins, der später im niedersächsischen Polizeidienst in Führungspositionen kommen sollte.

Ach, macht doch, was ihr wollt .. Foto: Ralf Julke
Bildung·Medien

Leipziger Zeitung Nr. 95: Leipzig zwischen Bundestagswahl und Klimakrise

Und da läuft sie nun froh und erleichtert in den Sonnenuntergang. „Macht doch, was ihr wollt ...“, lässt Schwarwel die unverkennbare Gestalt sagen, die so sichtlich erleichtert von allen Regierungsgeschäften davonspaziert. Obwohl wir natürlich noch nicht durch sind und eine Menge Parteien und Politiker/-innen jetzt erst recht darüber grübeln, wie man aus dem Ergebnis der Bundestagswahl eine gut funktionierende Bundesregierung machen kann.

Bildung·Zeitreise

Der Schatz im Leichenbuch: Wie eine Handschrift des berühmten Hrabanus Maurus ins Leipziger Stadtarchiv kam

Mit dem schönen Stichwort „Sensationsfund“ lud das Stadtarchiv am Freitag, 1. Oktober, die Presse ein zum Termin ins Haus auf der Alten Messe. Da und dort wurde schon spekuliert: Findet sich jetzt gar eine noch ältere Gründungsurkunde für Leipzig? Aber dem war natürlich nicht so. Manchmal sind Sensationen auch nur kleine Schnipsel in allen Bucheinbänden, die sich dann bei genauerem Hinschauen als Reste einer richtig alten Handschrift entpuppen, die wohl in den 820er Jahren im Kloster Fulda entstand. Richtig gelesen: 820er Jahre.

Die Schuldenbremse in Sachsens Verfassung wird zum Bumerang für die Corona-Krisenbewältigung. Foto: Ralf Julke
Politik·Sachsen

Irre Tilgungsfrist: Linksfraktion will wissen, welche Folgen die Schuldenbremse für Investitionen des Freistaats hat

Wenn es nach Sachsens Finanzminister Hartmut Vorjohann (CDU) geht, dann werden in Sachsen ab 2023 die Daumenschrauben angelegt und der Haushalt wird kräftig zusammengestrichen. Denn dann will er den Abbau der für den Corona-Sonderfonds aufgenommenen Kredite beginnen und beruft sich dabei auf die vom Landtag 2013 in die Verfassung aufgenommene „Schuldenbremse“, die ausgerechnet in einer Krise wie der jetzigen fatale Folgen hat. Die Linksfraktion will das jetzt begutachten lassen.

Politik·Kassensturz

Der Leipziger Arbeitsmarkt im September 2021: Wie die Logistikbranche sich die Arbeitskräfte sichert und die Gastronomie ihre Leute verlor

„Die Arbeitslosigkeit ist im September deutlich gesunken. Das ist eine Entwicklung, die wir im September regelmäßig beobachten, aber der Rückgang war der stärkste der letzten 10 Jahre. Die Herbstbelebung auf dem Arbeitsmarkt in Leipzig fällt überproportional gut aus und dieser erholt sich weiter von den pandemiebedingten Einflüssen“, erklärte am Donnerstag, 30. September, der Vorsitzende der Geschäftsführung der Agentur für Arbeit Leipzig Steffen Leonhardi zur Entwicklung auf dem Arbeitsmarkt im September 2021. Man möchte es ja nur zu gern glauben.

Tanken wird für viele Leipziger bald der Vergangenheit angehören. Foto: Matthias Weidemann
Wirtschaft·Leipzig

Linke-Stadtrat zu Tankgutscheinen der SWL: Mineralölkonzerne zu subventionieren ist keine Corona-Hilfe!

Es war ein geradezu typisches Beispiel für alten Trott, Gedankenlosigkeit und Zeichen-der-Zeit-nicht-Verstanden, als die Leipziger Stadtwerke mehreren Geschäftskunden einen Tankgutschein zuschickten, erworben zwar schon 2019. Aber das ändert nichts an der Tatsache, dass die Stadtwerke genauso wie der ganze L-Konzern einen klaren Auftrag haben, die Energiewende in Leipzig voranzutreiben. Da gehen Gutscheine für einen Mineralölkonzern überhaupt nicht, kommentiert Michael Neuhaus den Vorgang.

Robin Spanke. Foto: privat
Wirtschaft·Leipzig

Rackern für die Innenstadt: Robin Spanke wird Citymanager für Leipzig

Wer noch immer glaubt, die Corona-Pandemie habe nichts verändert, den wird vielleicht eine neue Personalie munter machen. Im Juli 2021 beschloss der Stadtrat einstimmig ein Innenstadtkonzept mit zahlreichen Maßnahmen, um die Corona-Folgen zu lindern und die City nach den langen Lockdowns wieder mit Leben zu erfüllen. Als zentrale Aktivität kristallisierte sich die Etablierung eines professionellen Citymanagements heraus.

Rosentalwehr im gesteuerten Leipziger Gewässerknoten. Foto: Ralf Julke
Politik·Sachsen

Rettet die Flussauen: Antrag von drei Fraktionen zur Auenrevitalisierung angenommen

Es dauert alles. Viel zu lange. Auch wenn man am Mittwoch, 29. September, mal wieder das kleine Gefühl haben dürfte, dass sich auch im verschlafenen Freistaat Sachsen endlich etwas rührt, wo das Thema Rückgewinnung der Flussauen zwar seit der Großen Flut von 2002 auf der Agenda steht, aber von CDU-Minister jahrelang ausgesessen und ausgebremst wurde. Der Sächsische Landtag hat nun am Mittwoch, 29. September, den Antrag „Auenprogramm realisieren und Renaturierung von Fließgewässern konsequent umsetzen“ der Koalitionsfraktionen CDU, Grüne und SPD beschlossen.

Politik·Kassensturz

Zirkusklamauk mit Zahlen: Schuldenwachstum und Prozentrechnung

Dass die Bewältigung der Pandemie-Folgen richtig Geld kosten wird und die öffentlichen Haushalte zu neuen Schuldenaufnahmen zwingt, war eigentlich schon klar. Das hatte man alles schon im Kopf einsortiert. Aber dann liest man trotzdem wieder so eine „Spiegel“-Schlagzeile wie „Coronakosten treiben Staatsschulden auf Rekordhöhe“ und fasst sich an den Kopf. Ist denn Medienmachen endgültig zum großen Zirkus geworden? Beim Absatz zum Freistaat Sachsen wird es endgültig makaber.

Roger Melis: Thea. Foto: Ralf Julke
Bildung·Bücher

Thea: Wenn ein „Wahnsinnstyp“ die Frau seines Lebens immer wieder fotografiert

Roger Melis gehörte zu den eindrucksvollsten Fotografen der DDR. Der Lehmstedt Verlag hat mittlerweile einige Bände mit seinen Fotografien veröffentlicht. Dieser hier ist trotzdem etwas Besonderes, denn er zeigt mehr als nur das sehr persönliche Verhältnis eines außergewöhnlichen Fotografen zu seiner geliebten und bewunderten Frau. Roger Melis hat in Dorothea Melis im Grunde das fotografiert, was der Osten hätte sein können. Hätte er nur mutig sein dürfen.

Auch die Katharinenstraße wird bis heute von Autos dominiert. Foto: Ralf Julke
Politik·Brennpunkt

Verkehrsdezernat vertröstet Klasse 7B: Eine autofreie Innenstadt wird es leider nicht geben

Manche Fehler, die gewählte Parlamente machen, haben lange und kaum noch zu reparierende Folgen. So einen Fehler machte Leipzigs Stadtrat im fernen Jahr 1993, als er den Mumm nicht hatte, eine autofreie Innenstadt zu beschließen. Denn damals war das noch problemlos möglich. Da gab es noch keine einzige der vielen Tiefgaragen, die seitdem errichtet wurden. Aber wer erzählt es den Kindern, dass Leipzigs Stadträt/-innen damals den Mumm nicht hatten?

Amrei Bahr, Kristin Eichhorn, Sebastian Kubon (Hrsg.): #95vsWissZeitVG. Foto: Ralf Julke
Bildung·Bücher

#95vsWissZeitVG: Eine sehr emotionale Streitschrift zur prekären Beschäftigung in der deutschen Wissenschaft

Mal ein Buchtitel mit Hashtag, auch wenn die meisten Leser/-innen erst mal stutzen werden, weil ihnen das Kürzel nichts sagt. Wesentlich berühmter und folgenreicher war ja der Hashtag #IchBinHanna, der mit jeder Menge Wortmeldungen darauf aufmerksam machte, wie (junge) Wissenschaftler/-innen an deutschen Hochschulen und Universitäten in befristeten Arbeitsverhältnissen regelrecht verbrannt, demotiviert und letztlich sogar aus dem Wissenschaftsbetrieb gedrängt werden. Aber daran ist eben auch ein Gesetz schuld.

Auffahrt in den östlichen Teil der William-Zipperer-Straße. Foto: Ralf Julke
Wirtschaft·Mobilität

HauptnetzRad in Leipzig – Problemstelle Nr. 22: die William-Zipperer-Straße

Manchmal staunt man nur, wie alt manche Geschichte schon ist. Und dass es trotzdem noch eine Lösung gibt, für die in jeweiligen Ortsteil oft schon seit Jahren gekämpft wird. So wie im Stadtbezirk Altwest um eine Lösung für das ewige Problem der östlichen William-Zipperer-Straße. Die ist eigentlich auch von der Stadtverwaltung als Parallelroute für Radfahrer zur Georg-Schwarz-Straße gedacht. Nur bis zur Erich-Köhn-Straße duldete man bislang eher unzumutbare Unübersichtlichkeit. Das soll sich jetzt ändern, kündigt das Verkehrs- und Tiefbauamt an.

Lieber nicht auf eine Stromsperre ankommen lassen. Foto: Ralf Julke
Wirtschaft·Verbraucher

Energiearmut in Leipzig: Auch mit Moratorium gab es 2020 deutlich weniger Strom- und Gassperrungen in Leipzig

Das Corona-Jahr 2020 hat vielen Leipziger Haushalten sogar mal ein bisschen finanzielle Entspannung gebracht. Wenn auch nur vorübergehend. Denn für drei Monate gab es ein gesetzliches Moratorium für Liefereinstellungen oder Sperrandrohungen. Was dann für etliche Haushalte bedeutete, dass ihre Zahlungsrückstände bei Strom und Gas erst einmal keine Sperrandrohungen der Stadtwerke zur Folge hatten.

Torsten Bonew, Finanzbürgermeister Leipzigs. Foto: L-IZ.de
Politik·Leipzig

Streit um Leipziger Haushaltsdisziplin: Finanzdezernat legt Informationsvorlage für den Stadtrat vor

Kurz vor der Bundestagswahl kochte ja kurz noch die Debatte um die Leipziger Finanzen hoch. In einem LVZ-Artikel kündigte Finanzbürgermeister Torsten Bonew schon einmal heftige Einschnitte im Doppelhaushalt 2021/2022 der Stadt Leipzig an. Auch ein Personalstopp wie in vergangenen Zeiten kam wieder ins Gespräch. Worauf es logischerweise heftigen Protest aus den Fraktionen von Grünen, SPD und Linken gab.

Alina Bronsky: Das Geschenk. Foto: Ralf Julke
Bildung·Bücher

Das Geschenk: Eine Weihnachtsgeschichte, die mal die Urangst unserer Moralgesellschaft zum Thema macht

Die Weihnachtserzählungen, die die Edition Chrismon seit ein paar Jahren herausgibt, haben es in sich. Und man sieht es den handlichen Büchern gar nicht an, was einen da erwartet, denn grafisch erinnern sie durchaus an die bekannten Weihnachtsbüchlein in den adventlich zusammengestellten Weihnachtsauslagen der Buchhandlungen. Aber drinnen gibt es jedes Mal ganz andere Weihnachten. Solche nämlich, wie wir sie wirklich erleben.

Die Situation an der Rödelstraße direkt vorm „Olymp“. Foto: Marko Hofmann
Wirtschaft·Mobilität

HauptnetzRad in Leipzig – Problemstellen Nr. 18 bis 21 und drei alte Bekannte

Auf die Petition des Ökolöwen zur Schaffung von zehn zusätzlichen (Pop-up-)Radwegen jedes Jahr hat das Dezernat Stadtentwicklung und Bau ja nicht nur mit einer kurzen „Liste der Straßenabschnitte, für die eine Vorprüfung bereits positiv abgeschlossen wurde“, reagiert, deren Umsetzung 2021 / 2022 zu erwarten ist, sondern auch mit einer zweiten Liste von Straßen, für die „bislang kein positives Ergebnis erbracht“ wurde. Darunter natürlich auch lauter Problemstellen, die in unsere Serie gehören.

MIBRAG-Tagebau Peres bei Lippendorf. Foto: Michael Freitag
Politik·Region

Linke-Antrag im Leipziger Stadtrat: Gefährdet die Flutung des Pereser Sees die Wasserversorgung im Leipziger Auensystem?

Den Pereser See gibt es zwar noch nicht. Aber das Leipziger Neuseenland kann ihn viel früher bekommen, als es sich selbst Freunde der Kohle bislang gedacht haben. Denn schon im Bundestagswahlkampf zeichnete sich ab, dass kaum noch jemand daran glaubt, dass in Sachsen bis 2038 oder 2035 noch Kohle abgebaut wird. Wenn Deutschland seine eigenen Klimaziele schaffen will, ist spätestens 2030 Schluss mit der Kohle. Und dann wird aus dem Tagebau Vereinigtes Schleenhain und dem Abbaufeld Peres ein See. Aber mit welchen Folgen? Das fragt sich Leipzigs Linksfraktion.

Das mit Licht inszenierte Neue Rathaus vom Leuschnerplatz aus gesehen. Foto: LZ
Politik·Leipzig

Antwort auf SPD-Anfrage: Solarlampen sind noch keine Lösung für die Leipziger Stadtbeleuchtung

2019 hat Leipzigs Verwaltung den umstrittenen neuen Lichtmasterplan beschlossen, der nicht einmal ansatzweise eine spürbare Verringerung der Lichtverschmutzung in Leipzig in Aussicht stellt. Stattdessen wurden dutzende weitere Gebäude dazu ausersehen, nachts mit grellen Strahlern inszeniert zu werden. Und die SPD-Fraktion vermisste berechtigterweise, dass von Solarlampen im Plan gar keine Rede war.

Dietmar Sehn: Historische Kriminalfälle aus Sachsen. Foto: Ralf Julke
Bildung·Bücher

Historische Kriminalfälle aus Sachsen: Edle Räuber, Täter aus Not und einige mysteriöse Todesfälle aus 500 Jahren

Eigentlich kennt sich der Dresdner Autor Dietmar Sehn aus mit den Verbrechen im alten und neuen Sachsen. Er hat über die Jahre fleißig gesammelt und auch schon einige Bücher zum Thema herausgebracht. Und mit den „Historischen Kriminalfällen aus Sachsen“ zeigt er einmal sehr kompakt, dass sich auch andere Räuber mit dem erzgebirgischen Stülpner Karl locker messen konnten. Und seit dem Einbruch ins Grüne Gewölbe weiß alle Welt wieder, wie leicht man hier an Beute kommt.

Einmal tanken mit Gutschein der Leipziger Stadtwerke? Archivfoto: Ralf Julke
Wirtschaft·Leipzig

Tankgutscheine für Geschäftskunden der SWL: Halt eine fossile Art der Corona-Hilfe

Das war schon eigentümlich: Da ruft die Leipziger Ratsversammlung 2019 den Klimanotstand für die Stadt aus, ist längst klar, dass Leipzig seine Klimaziele für 2020 verfehlt und sehr schwer zu kämpfen haben wird, die Klimaziele bis 2030 zu schaffen. Aber die Leipziger Stadtwerke erfreuten etliche Geschäftskunden ausgerechnet mit Tankgutscheinen. Ein Unding, fand die Linksfraktion im Stadtrat und stellte ein paar Fragen an die Verwaltung. Aber dort sieht man so recht keinen Fehler darin.

Michael Haas: Kritische Masse. Foto: Ralf Julke
Bildung·Bücher

Kritische Masse: Ein heftig ernüchternder Parlamentsroman aus der tiefsten deutschen Provinz

„Wer mehr will, als er braucht, zwingt das Bestehende, jedes gesunde Maß aufzugeben und wild zu suchen. Dann kommt der Krebs und schließlich das metastasierende Elend.“ Den Satz schreibt Michael Haas fast am Ende seines Buches, im Epilog seines „Parlamentsromans“, der eigentlich kein Roman ist, sondern eine kluge, bittere und ernüchternde Abrechnung aus dem Innenleben einer Landtagsfraktion in einer deutschen Provinzhauptstadt, die auch anders als Sternheim heißen könnte.

Die Brücke der B2 im agra-Park. Foto: Ralf Julke
Politik·Region

Kretschmer und Scheuer unterzeichnen Absichtserklärung: Sachsen macht große finanzielle Zugeständnisse für den Tunnel der B2 in Markkleeberg

Manchmal helfen ja Absichtserklärungen. So hat es Sachsen ja geschafft, nach jahrzehntelangem Stillstand endlich die Elektrifizierung der Strecke Leipzig–Chemnitz auf die Arbeitsliste von Bund und Bahn zu bekommen. Nun haben Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer und Bundesverkehrsminister Andreas Scheuer am Donnerstag, 23. September, im Beisein von Wirtschafts- und Verkehrsminister Martin Dulig eine weitere Absichtserklärung unterzeichnet.

Industriebau-Ensemble Ludwig-Erhard-Straße 21. Foto: Holger Zürch
Bildung·Zeitreise

Historisches Industriebau-Ensemble Ludwig-Erhard-Straße 21: Wo Goethe gerne Kuchen aß, entstanden später Druckmaschinen

In der Grenzstraße, die 2001 zur heutigen, beidseitig doppelspurigen Ludwig-Erhard-Straße wurde, war in der Hausnummer 21 die Niederlassung Leipzig der fränkischen Druckmaschinenfabrik Koenig & Bauer zu Hause. Dieses Unternehmen, dessen drei einstige Industrie-Gebäude sich dort hintereinander über das Hofgelände in Richtung Lange Straße reihen, hatte und hat bis heute Bedeutung.

Wirtschaft·Mobilität

HauptnetzRad in Leipzig – Problemstellen Nr. 13 bis 17 und noch einmal die Nr. 1

Es zeichnete sich früh schon ab in unserer aktuellen Serie zu den Problemstellen im HauptnetzRad, dass diesmal das Verkehrsdezernat tatsächlich schon dabei ist, alte, längste bekannte Problemstellen anzugehen. Anders als 2015, als das 2012 beschlossene Radstreifenprogramm einfach gestoppt worden war und jahrelang nichts passierte. Eine Petition des Ökolöwen hat jetzt zur Folge, dass die Stadt ihr Radstreifenprogramm weiter forciert.

See in der sommerlichen Landschaft.
Politik·Region

Naturschutzverbände kritisieren Entscheidung des Bornaer Stadtrats: Ein fatales Signal für den Naturschutz am Bockwitzer See

Haben die Mitglieder des Bornaer Stadtrates die Zeichen der Zeit nicht erkannt? Oder waren sie einfach von Dollarzeichen geblendet und gaben damit Grünes Licht für ein weiteres fatales Großprojekt im Leipziger Neuseenland? Am 16. September stimmten 15 Stadträte für den Verkauf eines zehn Hektar großen Gebiets an die Firma Stoke für 1,5 Millionen Euro.

Eine Baumscheibe wird bepflanzt. Foto: Ökolöwe
Politik·Leipzig

Leipzigs Verwaltung bestätigt: Bepflanzen von Baumscheiben ist ausdrücklich erwünscht

Das Thema Baumscheiben hat ja in den letzten Monaten nicht nur die Stadtratsfraktionen und die Umweltverbände beschäftigt. Denn wenn der Klimawandel und der Artenverlust auch in der Großstadt Leipzig überall schon sichtbar werden, passt es nicht wirklich ins Bild, wenn die Scheiben um die Leipziger Straßenbäume regelmäßig von Grün bereinigt werden und kahl der Sonne ausgesetzt sind. Wie die Stadt damit umgeht, wollte Daniel Obst mit einer Einwohneranfrage gern erfahren.

Reinhard Münch: 1809 - Mit Napoleon in Österreich. Foto: Ralf Julke
Bildung·Bücher

1809 – Mit Napoleon in Österreich: Die Truppen all der kleinen Fürstentümer, die mit in Napoleons Schlachten zogen

Wie passiert eigentlich Geschichte? Oder: Bekommt der kleine, zum Kriegsdienst ausgehobene Soldat überhaupt mit, wie Geschichte „gemacht wird“? Das sind so Fragen, die auch bei Lesen von Reinhard Münchs neuem Buch zu den Soldaten in den Truppen auftaucht, mit denen Napoleon im Jahr 1809 den Versuch Österreichs niederschlug, wieder eine Rolle in der europäischen Politik spielen zu wollen.

Wahlforum der IHK im Da Capo. Foto: LZ
Wirtschaft·Leipzig

Wahlforum der IHK Leipzig zur Bundestagswahl 2021: Zu viele Kandidat/-innen und zwei große Themen zu viel + Video

Am Dienstag, 21. September, gab es dann auch noch das große IHK-Wahlforum mit den Bundestagskandidat/-innen im Da Capo Leipzig –Eventhalle & Oldtimermuseum in der Karl-Heine-Straße in Plagwitz. Diesmal nicht nur mit den Direktkandidat/-innen aus den beiden Leipziger Wahlkreisen, sondern auch etlichen aus dem Landkreis Leipzig. Zwei Stunden mit Fragemöglichkeiten aus dem Publikum und am Ende fast einem kleinen Feuergefecht.

Dalibor Marković: Pappel. Foto: Ralf Julke
Bildung·Bücher

Pappel: Die ganz und gar nicht kafkaeske Geschichte eines richtigen Herumtreibers

Eigentlich ist ja kein Kafka-Jahr, jedenfalls kein rundes. Aber irgendetwas liegt da in der Luft, das den 1924 verstorbenen Autor wieder allgegenwärtig macht. Auf einmal sitzen wieder ältere Herren in der Straßenbahn vor einem, die Kafkas „Schloss“ mit ernsthafter Hingabe lesen. Eine Rezension von Tucholsky aus dem Jahr 1928 fällt einem in die Hand, in der er fast flapsig meint, ein Buch müsse überhaupt nicht druckfrisch sein, um es zu besprechen.

Leben·Gesellschaft

Lichtfest 2021: Diesmal dezentral mit drei großen Lichtinstallationen

Wie feiert man ein Lichtfest in Corona-Zeiten? 2020 hat Leipzig das ja schon einmal ausprobiert – mit kleinem Publikum auf dem Nikolaikirchhof. Das wird diesmal etwas anders sein, eher dem ähneln, was 2019 schon einmal ausprobiert wurde, als zahlreiche Kunstinstallationen rund um den Ring das Publikum anzogen. 2021 setzt das Lichtfest Leipzig ganz auf ein dezentrales Konzept.

Politik·Brennpunkt

Oberschule ist fertig, das Bauen geht weiter: Baubeschluss für ein neues Gymnasium in Wiederitzsch geht jetzt in den Stadtrat

Schuleröffnungen sind in Leipzig schon fast nichts Besonders mehr, seit das Schulbauprogramm endlich läuft. Zu Schuljahresbeginn 2021/2022 ging auch die für 34 Millionen Euro neu gebaute Oberschule Wiederitzsch in Betrieb. Hier konnte schnell und ohne Störungen gebaut werden und gleichzeitig auch ein modernes Raumangebot geschaffen werden. Aber kaum sind die Bauleute abgerückt, legt die Leipziger Verwaltung den nächsten Plan vor: Gleich daneben soll jetzt auch noch ein neues Gymnasium entstehen.

Im Gelände der künftigen Parkstadt Dösen. Foto: LZ
Politik·Brennpunkt

Parkstadt Dösen: Auch der Bauherr ist bereit, ein würdiges Gedenken an die Geschichte der Heilanstalt zu unterstützen

Ursprünglich stammte die Initiative aus dem Stadtbezirksbeirat Südost: Wenn jetzt aus dem Gelände des ehemaligen Parkkrankenhauses Dösen die Parkstadt Dösen wird, dann sollte im Gelände unbedingt auch an die dunklen Seiten der Geschichte dieses Ortes erinnert werden. Die Initiative griff die Grünen-Fraktion im Stadtrat auf. Und jetzt gibt es auch Zustimmung dazu aus dem Kulturdezernat.

Die Tiefseetaucherin. Foto: Ralf Julke
Bildung·Bücher

Die Tiefseetaucherin: Mit Juli abtauchen in die tiefsten Tiefen der Meere

Auch das gibt es: Kinderbücher in Teamwork. Was aber beim Katapult-Verlag sowieso schon tägliche Übung ist. Die lehrreichen Grafiken zum Zustand unserer Welt entstehen allesamt in so einer Kooperation von Grafiker/-innen, Texter/-innen und Wissenschaft. Die Bücher, die der Greifswalder Verlag inzwischen herausgibt, sowieso. Und nun zeigen die jungen Büchermacher, dass man auf diese Weise auch informative Kinderbücher schaffen kann.

Der Platzverbrauch von 60 Pkw-Insassen, 60 Fußgänger/-innen und 60 Radfahrer/-innen. Foto: Frank Lochau
Wirtschaft·Mobilität

Foto-Aktion am autofreien Sonntag in Leipzig: Wie viel Platz brauchen unsere täglichen Transportmittel?

Es war nicht nur die große Gehzeugparade, die den autofreien Ring am Sonntag, 19. September, so spektakulär machte. Es war auch eine Fotoaktion der Leipziger Unternehmen CleverShuttle, seecon Ingenieure und teilAuto sowie der Initiative Verkehrswende Leipzig von Changing Cities e. V.: Denn wie zeigt man den enormen Platzverbrauch der Automobilität? Man stellt die Verkehrsarten einfach mal nebeneinander. Natürlich auf dem Ring.

Das Projekt „LZ TV“ (LZ Television) der LZ Medien GmbH wird gefördert durch die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

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