Ist heute schon morgen? Ivan Krastev denkt über die sieben Paradoxa des Corona-Shutdowns nach

Für alle LeserOrakel, Orakel – kaum ein Tag vergeht, an dem die großen deutschen Zeitungen nicht irgendeine neue Zukunftsvermutung in wortgewaltigen Kommentaren verbreiten. Oft mit einem besorgten Unterton, dem man anmerkt, dass er direkt aus diversen Konzernzentralen kommt, wo man einfach nicht wahrhaben will, dass das alte Geschäftsmodell gerade den Bach runtergeht. Und die Coronakrise hat das nicht ausgelöst, sondern nur ein bisschen verstärkt. Auch das europäische Drama, mit dem sich Ivan Krastev schon seit Jahrzehnten beschäftigt.
Anzeige

Der Bulgare ist einer der bekanntesten Politologen des Kontinents und hat 2019 zusammen mit Stephen Holmes die Analyse „The light that failed. A reckoning“ veröffentlicht, das bei Ullstein auf deutsch unter dem Titel „Das Licht, das erlosch. Eine Abrechnung“ erschien, ein Titel, dem der Inhalt des Buches eigentlich widerspricht, denn Krastev gibt den europäischen Osten ganz und gar nicht verloren, sieht nur 30 Jahre nach dem Zusammenbruch des Ostblocks die riesige Enttäuschung in den Ländern Osteuropas, dass der Versuch, den Westen 1:1 nachzuahmen so gründlich gescheitert ist, eine Enttäuschung, von der ausgemachte Populisten profitieren.

Aber die Demokratie ist nicht tot. Sie ist als Anspruch an echte Teilhabe und Gestaltungsmöglichkeit in den Ländern Osteuropas nach wie vor wirksam.

Nur steht natürlich die Frage: Wie kann ein eigener Weg in eine demokratische und freiheitliche Zukunft aussehen?

Die Frage ist offen. Damit beschäftigen sich auch Demokratieforscher im Westen, die hier längst ganz ähnliche Erscheinungen studieren können. Obwohl die Staaten Europas über eine ausgebaute Demokratie verfügen, ist überall die wachsende Enttäuschung spürbar, gibt es auf einmal völlig neue Konfrontationen von Menschen, die Freiheit als das absolute Recht zur Unverantwortlichkeit verstehen und die Sorge um das Gemeinwohl als Zumutung empfinden, und auf der anderen Seite Forderungen nach mehr Staat, Ordnung und Regulation. Aber ist das wirklich der Clinch zwischen Liberalismus und Illiberalismus?

Die Corona-Pandemie hat eine ganze Menge der Verwerfungen offengelegt, die selbst Menschen verunsichern, die niemals einem Populisten hinterherlaufen würden. Auf einmal zeigten sich die Schwächen der zusammengesparten Gesundheitssysteme, dazu die extreme Abhängigkeit bei der Lieferung sensibler Güter aus Asien. Regierungen agierten auf einmal wieder streng national, schlossen die Grenzen, um bei sich die Epidemie in den Griff zu bekommen – und Brüssel verstummte komplett.

Alles Dinge, die auch Krastev beobachtete, der mit Beginn des Shutdown sogar von Wien, wo er für gewöhnlich forscht und arbeitet, zurückkehrte nach Bulgarien, in die „Heimat“ eben, wo er auf einmal auch die Umkehrung der Gefühle erlebte: Eben noch galt jeder Bulgare, der aus dem Westen zurückkehrte, als hochwillkommen. Und auf einmal galt gerade diese Gruppe als überhaupt nicht mehr willkommen, sogar als potenzielle Gefahr.

Die EU erlebte etwas, was zumindest die eifrigen Verfechter von Globalisierung und Freihandel so nicht mehr erwartet hatten, Nationalisten sich aber immer gewünscht hatten. Aber gleichzeitig machen gerade die Grenzschließungen deutlich, wie angewiesen die Staaten Europas aufeinander sind – und zwar nicht nur in ihrer Funktion als Urlaubsland. Pendler kamen nicht mehr zur Arbeit, Saisonarbeitskräfte fehlten, Lieferketten wurden unterbrochen, Waren blieben beim Erzeuger hängen.

Auch Krastev liefert kein Bild, wie Europa nach Corona aussehen wird. Aber er hat sehr wohl gesehen, wie Corona auf einmal Dinge möglich machte, die vorher als völlig unmöglich galten. Auf einmal diskutiert die EU tatsächlich über ein Rettungspaket für ganz Europa, kommt also aus der seit Jahrzehnten zu beobachtenden Verklemmung heraus, ein europäisches Projekt anzupreisen, das gar keins ist, weil jeder Mitgliedsstaat ja doch nur auf seine nationalen Vorteile bedacht ist.

„Doch gerade in Europa wird Covid-19 seine vielleicht radikalste politische Wirkung entfalten, weil die Pandemie die Grundlagen des europäischen Projekts hinterfragt, vor allem die Überzeugung, dass eine gegenseitige Abhängigkeit die verlässlichste Quelle von Sicherheit und Wohlstand ist“, schreibt Krastev.

Denn Corona hat auch offengelegt, wie sich die internationalen Machtverhältnisse verschoben haben. Die USA sind unter Trump endgültig auf den Weg einer neuen Isolation gegangen, haben den Kampf gegen China aufgenommen, als ginge es wie einst gegen die Sowjetunion um die Weltherrschaft. Gleichzeitig kehren sie wieder zu einem abgeschotteten Markt zurück. Gleichzeitig ist aber auch der bisherige Weg der Globalisierung in Verruf geraten.

Er hat die Welt weder sicherer noch solidarischer gemacht. Im Gegenteil: Das gegenseitige Misstrauen ist gewachsen. Und wenn es zur Krise kommt, vertrauen die Bürger zuallererst ihrem eigenen Staat, akzeptieren überall die strikten Shutdown-Regeln. Wir erlebten also eine gewisse Re-Nationalisierung. Aber die unterscheidet sich deutlich vom vorher zu beobachtenden Nationalismus. Staatliche Regierungen erwiesen sich als erstaunlich handlungsfähig. Aber wie nun weiter?

Denn jetzt kommt erst einmal die erwartbare Rezession, auf die wieder – wie 2009 – mit riesigen Rettungspaketen reagiert wird. Aber das löst die offengelegten Probleme ja nicht. Und eins dieser Probleme ist: Die Globalisierung war immer ein Eliten-Projekt. Und so empfinden es auch die meisten Europäer bis heute.

Krastev: „Das Coronavirus hat uns alle auf die gleiche Stufe gestellt und diesmal suchen die ,Menschen von überall‘ verzweifelt nach ihrem ,Irgendwo‘. Doch dass wir in derselben Welt leben, heißt noch nicht, dass wir in einer gemeinsamen oder einer fairen Welt leben. In normalen Zeiten können die Eliten reisen. In der Zeit von Covid-19 können sie zu Hause bleiben.“

Die Niedriglöhner oder gar die schlecht bezahlten „Systemrelevanten“ in ganz Europa können es nicht – nicht einmal die polnischen Lkw-Fahrer, die rumänischen Erntehelfer und Schlachthofmitarbeiter. Da, wo die Regierungen zu spät reagiert haben, trifft Covid-19 vor allem die „working poor“.

Aber die Coronakrise hat eben auch die Verletzlichkeit Europas offengelegt – ein als Krisenmanager völlig ausgefallenes Brüssel und die vor allem von Regierungen praktizierte nationale Arroganz nach dem Motto „Wer sich um sich selbst kümmert, kümmert sich um alle“. Genau das alte Verhalten, das Krastev und Holmes schon in „Das Licht erlosch“ kritisiert haben und dann gewissermaßen als Nachahmung in den osteuropäischen Ländern interpretiert haben: Wenn ihr nur an euch denkt, lassen wir jetzt eben auch den Rücksichtslosen raushängen.

Viele Kritiker des Buches wollten dem zwar nicht folgen, aber – psychologisch betrachtet – ist viel dran an dieser Interpretation einer 30 Jahre währenden Ent-Täuschung.

Was alle Europäer im Corona-Shutdown erlebten, bringt Krastev so auf den Punkt: „Das Coronavirus behandelt vielleicht nicht alle gleich, doch es stärkt die Vorstellung, wenn nicht sogar die Tatsache, dass wir alle in derselben Welt leben.“

Und dass ein paar Linienflüge reichen und das Virus ist überall. Und es fordert dann jedes einzelne Gesundheitssystem heraus. Und es wird nicht verschwinden. Die Menschheit wird noch viele solcher Krisen meistern müssen. Krastev formuliert am Ende seines Essays sieben Paradoxa, die die ganze Corona-Widersprüchlichkeit auf den Punkt bringen – die eigentlich die Paradoxa unserer Zeit sind.

Das zweite Paradoxon beschäftigt sich zum Beispiel mit dem „Trend zur Deglobalisierung“, der auch schon vorher (man denke an Trumps „Zollkriege“) im Gang war, das fünfte mit der widersprüchlichen Rolle der EU, der durchaus passieren könnte, dass sie jetzt wieder auseinanderfliegt.

Was aber auch Krastev nicht als zwangsläufige Folge ansieht. Denn gleichzeitig hat ja Corona gezeigt, wie sehr die europäischen Staaten gerade in Krisenzeiten aufeinander angewiesen sind. An einer Entscheidung jedenfalls kommen die Europäer nicht vorbei: „Mit der politischen Herausforderung ,Covid-19‘ konfrontiert, stehen die europäischen Führer vor einer strategischen Entscheidung: Sie können entweder darum kämpfen, eine globalisierte Welt der offenen Grenzen zu bewahren, oder sie können auf eine gemäßigtere Form der Globalisierung hinarbeiten.“

Und das geht nur gemeinsam. Kein einzelnes Land in Europa ist stark genug, neben China und den USA in der Weltpolitik ein Gegengewicht sein zu können. Als integrierter Markt aber ist Europa ein starker Spieler. Das, was eigentlich seit den letzten großen Krisen (9/11 im Jahr 2001, der Finanzkrise 2008/2009 und der „Flüchtlingskrise“ 2015) unbewältigt vor sich hinschwelt, steht mit Corona endgültig als Herausforderung im Raum.

Krastevs Buch ist im Grunde eine dringende Mahnung auch und gerade an die westlichen Regierungen, sich endlich auf Augenhöhe auch mit den Ost- und Südeuropäern an einen Tisch zu setzen und eine echte Basis für ein gemeinsames Europa zu schaffen. Krastev: „Die Europäer werden bald merken, dass der einzige Schutz, den sie haben, jene Form von Protektionismus ist, die ihr Zusammenschluss mit dem Rest des Kontinents bietet.“

Auch wenn er es nicht ganz so deutlich formuliert, ist doch die Quintessenz seiner Analyse, dass Europa jetzt den Schritt zu einer echten Integration auf Augenhöhe gehen muss – sonst wird es von den nationalen Fliehkräften tatsächlich auseinandergerissen, von Populisten (wie in Großbritannien) regelrecht demontiert, Leuten, die immer noch den alten Träumen nationaler Macht anhängen, ohne die Folgen einer derart globalisierten Welt überhaupt zu bedenken, wie wir sie nun einmal haben.

Aber die Botschaft ist nicht mal in den Regierungskabinetten angekommen, schreibt Krastev: „Die Regierungen sahen sich zu einer Reihe außerordentlicher politischer Maßnahmen gezwungen, doch sie regieren noch immer in der Erwartung, dass die Welt zu dem vorherigen Zustand zurückkehren wird, sobald die Krise vorbei ist.“

Doch genau das wird nicht passieren. Corona hat eigentlich nur eine Veränderung beschleunigt, die vorher schon im Gange war.

Krisen bergen Chancen und Risiken zugleich. Aber eins machen sie praktisch unmöglich: Dass sich gar nichts ändert. Die Klugen ergreifen die Chancen und machen das Land und den Kontinent widerstandsfähiger für die Zukunft. Die Dummen betteln um Rettungspakete und Abwrackprämien. Was dann Krastev auch eine gewisse Überraschung entlockt: „Paradoxerweise hat die Covid-19-Krise die politische Vorstellungskraft der Öffentlichkeit entfesselt, die politische Vorstellungskraft der Eliten dagegen gelähmt.“

Vielleicht hat sie aber auch das nur offengelegt, denn die Eliten hatten ja schon vorher so ihre Probleme, aus dem „There-is-no-alternative“-Käfig auszubrechen.

Ivan Krastev Ist heute schon morgen?, Ullstein, Berlin 2020, 8 Euro.

Die Zukunft nach Corona: Matthias Horx wirft einen Blick in die Zukunft in unseren Köpfen

Hinweis der Redaktion in eigener Sache

Seit der „Coronakrise“ haben wir unser Archiv für alle Leser geöffnet. Es gibt also seither auch für Nichtabonnenten unter anderem alle Artikel der LEIPZIGER ZEITUNG aus den letzten Jahren zusätzlich auf L-IZ.de über die tagesaktuellen Berichte hinaus ganz ohne Paywall zu entdecken.

Unterstützen Sie lokalen/regionalen Journalismus und so unsere tägliche Arbeit vor Ort in Leipzig. Mit dem Abschluss eines Freikäufer-Abonnements (zur Abonnentenseite) sichern Sie den täglichen, frei verfügbaren Zugang zu wichtigen Informationen in Leipzig und unsere Arbeit für Sie.

Vielen Dank dafür.

RezensionenEuropaGlobalisierungCoronakrise
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Weltrekorde am laufenden Band: Marcus Schöfisch attackiert den 50-Kilometer-Rekord auf dem Laufband
Marcus Schöfisch: Das große Ziel bleibt aber Olympia. Foto: privat

Foto: privat

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im HandelDas große Ziel von Marcus Schöfisch war es, sich dieses Jahr auf der Marathonstrecke für die Olympischen Spiele in Tokio zu qualifizieren. Dann kam Corona und alles ganz anders. Der Langstreckenläufer musste sein Trainingslager in Südafrika abbrechen und Mitte März vorzeitig nach Leipzig zurückkehren. Aus sportlicher Sicht war die Enttäuschung groß, denn bereits im Vorjahr musste der Deutsche Meister von 2016 verletzungs- und krankheitsbedingt auf Marathon-Wettkämpfe verzichten.
Ausgezeichneter kritischer Journalismus: Zwei Mal Unterstützung für Leipziger Journalisten durch die Otto-Brenner-Stiftung
Michael Kraske: Der Riss. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserAm 17. November zeichnet die Otto-Brenner-Stiftung wieder herausragende Leistungen für kritischen Journalismus aus. Diesmal gehen zwei Auszeichnungen an Journalisten aus Leipzig. Beide konnten wir mit ihren Büchern schon in der L-IZ vorstellen. Die Preisverleihung findet auf Grund der Corona-Pandemie am 17. November in Berlin ohne Publikum statt – sie wird für alle Interessierten ab 18 Uhr im Livestream über die Internetseiten der Stiftung zu verfolgen sein.
Ausstellung: CONNECT Leipzig #2
Erik Swars, o. T., 2020, Privatbesitz, (Ausschnitt) © Künstler

© Künstler

Mit „CONNECT Leipzig“ öffnet das MdbK dem künstlerischen Nachwuchs das Haus und bietet ihm die Möglichkeit, sich im fünfwöchigen Wechsel im Zündkerzen-Hof im Erdgeschoss zu präsentieren. „CONNECT Leipzig #1“ fand mit großem Erfolg vom 14. März 2018 bis 24. März 2019 statt. Insgesamt konnten zehn Künstler/-innen ihre erste institutionelle Einzelausstellung realisieren. Das MdbK setzt dieses außergewöhnliche Ausstellungsformat, das sich dezidiert der Förderung junger Künstler/-innen verschrieben hat, nun als Biennale fort.
Die zweite Welle: Landkreis Nordsachsen hat noch zu kämpfen, um die Corona-Fallzahlen in den Griff zu bekommen
Corona-Ambulanz. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserGewarnt waren alle vor der sogenannten Zweiten Welle der Corona-Pandemie. Aber als sie dann kam, wurden die örtliche Behörden doch wieder kalt überrascht. Und ausgerechnet da, wo sich zwei westdeutsche Ministerpräsidenten als besonders gute Bekämpfer der Pandemie zelebrierten, färbte sich die Infektionskarte in rasendem Tempo Rot. Aber die Alarmsirenen hörte man bald auch aus den beiden an Leipzig angrenzenden Landkreisen Leipzig und Nordsachsen.
Am 29. Oktober: Sinfoniekonzert des Hochschulorchesters im Gewandhaus
Das Hochschulsinfonieorchester unter der Leitung von Prof. Matthias Foremny im Gewandhauskonzert 2019 © Gert Mothes

© Gert Mothes

Es ist eine seit langem bestehende Tradition, dass das Hochschulsinfonieorchester (HSO) jährlich ein Gewandhauskonzert gibt – und zwar anlässlich des Todestages von Konservatoriumsgründer und Hochschulnamenspatron Felix Mendelssohn Bartholdy, der am 4. November 1847 – also vor 173 Jahren – starb.
2.500 Bäumchen für das Klima: Erste Baumpflanzaktion von „LEIPZIG pflanzt“ im Leipziger Südraum + Video
Pflanzaktion von „LEIPZIG pflanzt“ auf dem Gelände des ehemaligen Tagebaus Peres. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserIm Dezember 2019 stießen die Mitglieder der Leipziger Gruppe „Omas for Future“ auf die ergreifende Geschichte von Elzéard Bouffier, den „Mann der Bäume pflanzte“. Als dieser Bouffier in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts erkannte, dass seine ganze Gegend in den französischen Cevennen aus Mangel an Bäumen absterben werde, entschloss er sich, etwas dagegen zu unternehmen.
Ist der Widerspruch aus den ostdeutschen Bundesländern gegen die bisherigen Ergebnisse aus dem Standortsuchverfahren berechtigt oder „abenteuerlich“?
Karte der ausgewiesenen Teilgebiete gem. § 13 StandAG. Karte: BGE

Karte: BGE

Für alle LeserAls am 28. September 2020 die Bundesgesellschaft für Endlagerung (BGE) den ersten Teilbericht zur Standortsuche (1) für ein Endlager für HAW (High Active Waste) (2) an das Bundesamt für die Sicherheit der nuklearen Entsorgung (BASE) übergeben hat, regte sich in vielen Teilen der Bundesrepublik Deutschland deutlicher Widerspruch. Es sollen hier einige Fakten herausgestellt werden, die insbesondere den Widerspruch aus den ostdeutschen Bundesländern als berechtigt erscheinen lassen.
Franz und die Puppe auf Reisen: Was hätte Franz Kafka in seinen Briefen an Lilli eigentlich geschrieben?
Juliane Sophie Kayser: Franz und die Puppe auf Reisen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs gibt ihn wirklich, den Stadtpark in Berlin-Steglitz, wo Franz Kafka 1923 mit seiner Liebe Dora Diamant spazieren ging. Es war das Jahr vor seinem Tod. Es war die Zeit der Inflation. Zwei Mal musste Kafka in Steglitz umziehen, weil er als „armer Ausländer“ gekündigt wurde. Und es gab wohl auch das weinende Mädchen, das er beim Spaziergang im Park traf, das seine Puppe verloren hatte. Und das er tröstete mit 20 Briefen. 20 Briefen, die wohl leider verschollen sind.
Ausstellung: PLAKATIERT! Reflexionen des indigenen Nordamerika
Mit Unterstützung des Karl May Museums Radebeul und des GRASSI Museums für Völkerkunde zu Leipzig präsentiert die galerie KUB die Ausstellung „Plakatiert! Reflexionen des indigenen Nordamerika“. Die Ausstellung wurde von Studierenden der Ethnologie und der Museologie an der Goethe-Universität Frankfurt kuratiert.
SV Lichentberg vs. 1. FC Lok Leipzig 3:2 – Premiere mit Problemen
Denis Jäpel sucht den Abschluss gegen David Hollwitz. Foto: Thomas Gorlt

Foto: Thomas Gorlt

Für alle LeserDer 1. FC Lok Leipzig hat das erste Regionalliga-Pflichtspiel in der Hans-Zoschke-Arena in Lichtenberg mit 2:3 (0:1) verloren. Vor 966 Zuschauern liefen die Blau-Gelben gegen Lichtenberg 47 ab der 2. Minute einem Rückstand hinterher, nach 28 Minuten auch nur noch zu zehnt. Auf den Ausgleich antwortete Lichtenberg postwendend mit einem Doppelschlag. Abderrahmanes Anschlusstreffer 23 Minuten vor Schluss sollte trotz hochkarätiger Chancen auf beiden Seiten der letzte Treffer in einem unterhaltsamen Spiel bleiben.
GlobaLE: Pandemie, Fluchthilfe und Weltwirtschaftsforum
Plakat zum GlobaLE Filmfestival 2020. Grafik: GlobaLE

Grafik: GlobaLE

Am Montag, Mittwoch und am Donnerstag lädt das GlobaLE Filmfestival die Leipzigerinnen und Leipziger wieder zu Film und Diskussion ein. Am Montag, 26. Oktober macht die GlobaLE um 20 Uhr im Neues Schauspiel (Lützner Straße 29) Station und zeigt den Dokumentarfilm "Words of Bandits" (Italien, Frankreich 2019, engl. UT) von Jean Boiron-Lajous. Seit 2015 ist die italienisch-französischen Grenze geschlossen um die Reise von Migrantinnen und Migranten zu verhindern. Im französischen Roya-Tal leisten einige Einwohner Widerstand und helfen den Reisenden. Ein Film über Solidarität und Widerstand im Sommer 2015.
Factory of Art begeht Dienstjubiläum: Warum 30 Jahre Rock N‘Roll noch nicht genug sind
Factory Of Art will es 2020 noch enmal wissen und begeht im Herbst/Winter in neuer Besetzung noch einige Jubiläumsauftritte zum 30-jährigen Bestehen. Foto: Factory Of Art Management

Foto: Factory Of Art Management

Für alle LeserDie Leipziger Musikerszene ist schon von jeher vielfältig und wegweisend gewesen. Wenn wir an die Leipziger Beatbewegung zurückdenken, dann gilt Leipzig als ein Zentrum der neuen Popmusikwelle. Mit der Klaus Renft Combo und ihrer zwischenzeitlichen Neubenennung in „The Butlers“ waren ihre Mitstreiter zentrale Figuren, die Leipzigs Weg in die Pop-Welt zeigten.
Corona-Folgen trafen Soloselbstständige und marginal Beschäftigte sofort
Entwicklung der Erwerbstätigenzahl in Sachsen. Grafik: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Grafik: Freistaat Sachsen, Statistisches Landesamt

Für alle LeserKrisen machen sichtbar, wer in einer Gesellschaft eigentlich besonders bedroht ist und besonders schnell sein Einkommen und seine Existenz verliert. Und es sind nicht die Beschäftigten im Öffentlichen Dienst, auch wenn der Streik dort für höhere Einkommen partiell berechtigt ist. Obwohl völlig andere Streikthemen dran wären, denn nicht die Löhne sind das Schlimmste, sondern die zusammengesparten Personalausstattungen. Aber andere wurden vom Corona-Shutdown noch heftiger getroffen.
Pestizidprozess in Bozen: Oekom-Verleger thematisiert die Anklage als direkten Angriff auf die Meinungsfreiheit
Traktor im Vinschgau. Foto: Jörg Farys, Umweltinstitut München

Foto: Jörg Farys, Umweltinstitut München

Für alle LeserAm Donnerstag, 22. Oktober, gab es noch keine Entscheidung. Nach der Verhandlung über eine mögliche Anklageerhebung zu „Wunder von Mals“ gegen den Geschäftsführer des oekom Verlags Jacob Radloff sowie mehrere Vorstandsmitglieder des Umweltinstituts München steht das Ergebnis noch aus. Aber sollte nun auch noch der Geschäftsführer des oekom-Verlages angeklagt werden, ufert der Bozener Prozess endgültig in eine Verhandlung gegen die Meinungsfreiheit aus. Dazu wurde Radloff am Donnerstag sehr deutlich.
Figurentheaterlegende Neville Tranter im Westflügel Leipzig
Foto: Wim Sitvast

Foto: Wim Sitvast

Ein einsamer Strand in Nordafrika. Das letzte Boot ist auf dem Weg nach Babylon, dem Gelobten Land. Ein nervöser Kapitän wartet ungeduldig auf seine letzten Passagiere, alles Flüchtlinge. Doch für den Teufel, der ebenfalls am Strand steht, ist längst klar, dass das Schiff sein Ziel nie erreichen wird. Gott versucht, das Schlimmste zu verhindern, denn unter den Reisenden befindet sich auch sein eigener Sohn …