Faszination Industriekultur: Christian Sünderwald zeigt die verlassenen Industriebauten eines vergangenen Zeitalters

Für alle Leser Wer alle die seit einigen Jahren erscheinenden Bücher zu „Verlassenen Orten“ und „Lost Places“ sammelt, hat irgendwann den Großen Gesang eines vergehenden Zeitalters beisammen. Und natürlich ein besonders bizarres Bild des deutschen Ostens. Denn vergleichbare Bilderserien gibt es für den Westen nicht, der genau das nie erlebt hat, was in den ostdeutschen Ländern heute für tausende seit Jahrzehnten verwaiste Immobilien sorgt, gefangen in einer unvergleichlichen Stille.
Anzeige

In zwei eindrucksvollen Fotobänden hat sich der Chemnitzer Kunst- und Architekturfotograf Christian Sünderwald schon den leerstehenden Schlössern, Villen, Kultur- und Ballsälen und den Sanatorien, Kurhotels und Badeanstalten in Mitteldeutschland gewidmet. Sie waren fast alle bis 1990 in Nutzung, etliche auch noch Jahre danach, wenn auch oft nicht mehr in der Funktion, in der sie einst gebaut worden waren.

Die DDR war – bei all ihren Versuchen, die Menschen umzukrempeln und im wirtschaftlichen Wettbewerb mit dem Westen Schritt zu halten – eben auch eine Art Konservendose. Da das Geld für Investitionen fehlte, wurde die nach 1945 noch vorhandene Bausubstanz weitergenutzt, angepasst, umgenutzt. Was – so seltsam das klingen mag – tausenden Baudenkmälern aus der Blütezeit der Industrialisierung in Deutschland den Sprung in die Gegenwart ermöglichte.

Anderswo sind sie längst verschwunden, haben den modernen, nüchternen Fabrikhallen Platz gemacht, die in Mitteldeutschland heute ebenfalls die nach 1990 geschaffenen Gewerbegebiete dominieren. Hallen, bei denen man nicht unbedingt annimmt, dass sie ein Jahrhundert stehen werden, während die Industriebauten, die Christian Sünderwald in den drei mitteldeutschen Ländern fotografiert hat, fast alle schon mehr als hundert Jahre dastehen – nicht nur robust gebaut, sondern auch von ästhetischer Schönheit.

Selbst die schmutzigsten Fabriken erweisen sich bei näherem Hinsehen als Orte, bei deren Erschaffung die einstigen Erbauer Wert legten auf bauliche Gefälligkeit. Ganz so, als müsse der Ort der schweren Arbeit wenigstens durch seine Schönheit trösten.

Eine Schönheit, die man gern übersah, als noch die Schornsteine qualmten, die Maschinen dröhnten, der Staub sich auf Dächer, Simse und Geländer legte. Und doch ist diese Schönheit noch da, nun sämtlicher Maschinen entledigt, auf die Hülle reduziert, aber auch von Licht erfüllt, denn all diese Fabriken hatten große Fenster oder gar ganze Dachlandschaften aus Glas. Was Sünderwald natürlich besonders fasziniert, denn das Licht macht diese leergeräumten Hallen, Flure und Treppenhäuser zu Bühnen.

Bühnen, die oft sogar noch davon erzählen, wie hier bis zum letzten Moment gearbeitet wurde, am klobigen Telefon organisiert, in großen Kladden alles aufgeschrieben. Wahrscheinlich auch noch in den Jahren nach 1990, als neue Besitzer oder alte Belegschaften versuchten, den Laden mit den alten, ungenügenden Mitteln am Leben zu erhalten.

Ein Unterfangen, das nur in den seltensten Fällen eine Chance auf Erfolg hatte. Was sich viele Ostdeutsche bis heute nicht eingestehen wollen und deshalb auf die Treuhand zürnen, als wäre die allein Schuld gewesen, dass das Rennen 1990 schon entschieden war. Ein Rennen, in dem die Betriebe im Osten schon in den 1970er Jahren zusehends den Anschluss verloren. Verlieren mussten.

Wenn eine Wirtschaft nicht permanent kreditbasiert investieren kann in neue Maschinen und neue Produkte, verliert sie den Anschluss. Zumindest in dem forcierten Rennen, das die moderne westliche Industriegesellschaft ausmacht. Es ist ihr Wesenskern, alle, die nicht mithalten können, niederzukonkurrieren. Egal, ob das der Konkurrent drei Städte weiter ist oder ein ganzes Land.

In den Zeitungen der DDR gab es zwar jede Menge (Parteitags-)Propaganda – aber es gab keine fachliche Wirtschaftsberichterstattung, sonst hätte das jubelnde „Volk“ schon im Februar 1990 gewusst, was da auf das Land zukommt, wenn es sich dem Weltmarkt öffnet.

Die leeren Fabriken, die Sünderwald mit der Erlaubnis der Besitzer und Verwalter besuchen und mit der Kamera erkunden konnte, erzählen davon. Eine davon – eine Nähmaschinenfabrik aus dem Jahr 1912 – steht auch in Leipzig, wo zwar viele der eindrucksvollen einstigen Fabrikgebäude umgewidmet wurden – viele in luxuriöse Wohnungen –, aber noch immer warten Dutzende auf eine neue Bestimmung.

Noch verhindert der Denkmalschutz ihren Abriss. Aber heute leben wir in einem neuen Zeitenwechsel, in dem alles, was irgendwo nach Immobilie aussieht, zum Spekulationsobjekt geworden ist, Zockerware für Leute, die nur noch ans Geldvermehren denken und dabei jeden Maßstab für das Nützliche, Bezahlbare und Finanzierbare verloren haben. Deswegen stehen nicht nur Wohnhäuser leer und alte Fabriken. Auch riesige wertvolle Flächen mitten in der Stadt bleiben unbebaut, weil beim Weiterverkauf mittlerweile Summen geflossen sind, die sich durch eine Wiedernutzbarmachung der Fläche gar nicht wieder einspielen lassen.

Deswegen wirken Sünderwalds Bilder auch ein wenig bizarr – denn damit sinken die Chancen, diese eindrucksvollen Gebäude doch noch zu retten und wieder neu zu nutzen, praktisch gegen Null. Die waren auch vorher schon nicht gut, da ja etliche dieser alten Fabriken in Orten stehen, die seit 1990 massiv an Bevölkerung verloren haben.

Bis 1990 haben sie ganzen Regionen Brot und Arbeit gegeben, sie waren der Lebensmittelpunkt der dort lebenden Menschen. Ihre Arbeit schien für ein ganzes Leben festgeschrieben und gesichert. Doch mit dem Jahr 1990 wurde alles anders, verloren ganze Regionen ihren wirtschaftlichen Kern, packten Millionen arbeitslos Gewordene ihre Sachen und zogen weg.

Obwohl Ostdeutschland im Herzen Europas liegt und eigentlich ein infrastrukturell so gut erschlossener Platz ist, dass die Wirtschaft hier blühen müsste, passiert genau das nicht. Der Westen hat – wirtschaftlich betrachtet – den Osten tatsächlich geschluckt – mitsamt den Menschen, die man gebraucht hätte, um die Landschaften wieder blühen zu lassen.

Und neue Ideen, was man hätte draus machen können, gab es entweder nicht oder sie hatten keine Chance gegen die Wucht der Geschichte und der Märkte.

Man spürt die Stille geradezu, die in diesen alten Fabriken heute herrscht, wo einst Buntpapier, Schokolade, Werkzeugmaschinen, Ziegel, Garn und Linoleum hergestellt wurden. Sie versorgten ein ganzes Land mit allem, was gebraucht wurde. Und eigentlich war es – so im geschlossenen Raum betrachtet – genug. Dass die Produkte um Jahre den Trends im Westen hinterherliefen, wäre ohne den Westvergleich ziemlich egal gewesen.

Schlimmer war die ressourcenverschlingende Produktionsweise, die über kurz oder lang sowieso dazu geführt hätte, dass diese Wirtschaft kollabiert wäre. Auch das gehört zu diesem Flicken, Durchwursteln und Bewahren, aus dem die DDR zuletzt bestand: ihre Unfähigkeit, sich selbst zu modernisieren. Auch deshalb verlor sie das Rennen gegen einen Gegner, der fortan meinte, nun auf einmal „Sieger der Geschichte“ zu sein. Aber die Geschichte kennt in Wirklichkeit keine Sieger. Jedenfalls keine für die Ewigkeit.

Und das ist gewissermaßen die Tragik dieses entkernten Ostens: Dass hier auch nach 1990 die Chancen vergeben wurden, die alten Hüllen mit wirklich neuen Ideen und Ansätzen zu füllen. Und damit sind nicht die viel gepriesenen „start ups“ gemeint, die in der Regel nur dann überleben, wenn sie die alte, zerstörerische Art des Geschäftemachens übernehmen. Nachhaltigkeit ist zu einer Bürokratenfloskel ohne Inhalt geworden. Gewissermaßen zeugen die stillgelegten Produktionsstrecken und verlassenen Schaltzentralen auch von diesem beharrlichen Festhalten an energieverschlingendem Ingenieuersdenken.

Man maß (und misst) seine Wettbewerbsfähigkeit an verbrauchten Energieeinheiten und Rohstoffströmen. Das viel zitierte BIP ist nur die geldwerte Umrechnung dieser gigantischen Ströme. Es verschleiert natürlich auch, wie sehr sich heute unser Arbeiten, Konsumieren und Produzieren von dem Fleckchen Erde gelöst hat, auf dem wir leben.

Was auch ein riesiges Stück Machtlosigkeit einschließt. Denn viel Gestaltungsmacht bleibt nicht übrig, wenn selbst der Boden zum Spekulationsobjekt anonymer Fonds geworden ist, die nur noch mit Spekulation die Renditen erwirtschaften, mit denen dann Aktionäre und Rentner gespeist werden.

Die von Sünderwald fotografierten Fabriken von Senftenberg bis Sonneberg, von Weißenfels bis Roßwein erzählen auch davon. Denn erbaut wurden sie alle noch in einer Zeit, als Wirtschaft zum größten Teil regional stattfand, auch wenn die Fabriken über das dichteste Eisenbahnnetz Europas schon an alle überregionalen Märkte angeschlossen waren und wichtige Rohstoffe auch aus Übersee kamen.

Aber was passiert nun mit den Landschaften, in denen den dort wohnenden Menschen eigentlich nichts mehr gehört von dem, was noch was wert ist? Die quasi zu Mietern und Gästen in ihrer eigenen Heimat geworden sind – ohne das notwendige Milliönchen auf dem Konto, die alte Fabrik vielleicht doch wieder mit neuem Leben zu erfüllen? Denn wen sonst würde das interessieren? Die neuen Besitzer irgendwo in Übersee wohl eher nicht (wo man längst ganz ähnliche Sorgen hat). Wen aber sonst?

Es sind also Bilder so richtig zwischen allen Zeiten, Zeugen einer hundertjährigen Industriegeschichte, die ab 1990 unversehens verstummte. Manche Treppenhäuser lassen noch ahnen, wie hier fröhlich schwatzende Belegschaften in der Pause Richtung Kantine liefen. Manch Büro mit den alten Möbeln zeigt noch den Blick des einstigen Werkdirektors. Alte Sicherungsgitter warnen noch davor, dass es hier an manchen Stellen heiß und gefährlich war.

Aber all das ist vorbei, zurückgelassen, als die ahnungslosen Akteure der Geschichte einfach fortgingen und dabei auch den halb reparierten Trabant zurückließen, die Telefone und manchmal sogar die Kaffeetassen. Als hätte man bis zum letzten Arbeitstag nicht geglaubt, dass die Maschinen morgen schon für immer verstummen werden und die Stille einziehen wird in die Räume, die nun in beeindruckenden Schwarz-Weiß-Aufnahmen ihre architektonische Schönheit zeigen.

Noch – denn die Fensterscheiben sind schon zerschlagen und auf Dächern und Simsen wachsen die Birken. Und weit und breit ist niemand zu sehen, der für all diese eindrucksvollen Fabrikensembles irgendeine Idee hat, was man mit ihnen anfangen könnte.

Darunter auch legendäre Werkstandorte, das darf man nicht übersehen – so wie das ehemalige Automobilwerk in Eisenach, wo einst der Wartburg gebaut wurde, oder die alte Schokoladenfabrik in Zeitz, wo einst die Knusperflocken erfunden wurden. Lauter verlassene Orte, die – jedenfalls in ihrer alten Gestalt und Nutzung – wahrscheinlich verloren sind. Zeugen eines vergangenen Zeitalters, das garantiert nicht wieder auferstehen wird. Und – so betrachtet – ein großer stiller Abgesang, der mehr über den Osten erzählt als all die Wehklagen um die Treuhand.

Christian Sünderwald Verlassene Orte Mitteldeutschland, Sutton Verlag, Erfurt 2020, 19,90 Euro.

Verlassene Sanatorien, Kurhotels und Badeanstalten: Der traurige Charme einstiger Orte der Erholung

Hinweis der Redaktion in eigener Sache

Seit der „Coronakrise“ haben wir unser Archiv für alle Leser geöffnet. Es gibt also seither auch für Nichtabonnenten unter anderem alle Artikel der LEIPZIGER ZEITUNG aus den letzten Jahren zusätzlich auf L-IZ.de über die tagesaktuellen Berichte hinaus ganz ohne Paywall zu entdecken.

Unterstützen Sie lokalen/regionalen Journalismus und so unsere tägliche Arbeit vor Ort in Leipzig. Mit dem Abschluss eines Freikäufer-Abonnements (zur Abonnentenseite) sichern Sie den täglichen, frei verfügbaren Zugang zu wichtigen Informationen in Leipzig und unsere Arbeit für Sie.

Vielen Dank dafür.

FotografieRezensionenLost Places
Print Friendly, PDF & Email
 


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Ein paar kleine Korrekturen zu ein paar großen Zahlen aus einem Leser-Kommentar
Plakat aus der Frühzeit von Corona in Leipzig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserZu unserem am 20. September veröffentlichten Beitrag „Petition freundlich abgelehnt: Es ist noch nicht Zeit für ein Renaissance-Stadtfest aus Dank zur Errettung vor der großen Corona-Seuche“ gab es im Nachhinein eine kleine Diskussion, in der vor allem Leser „Igor“ sehr emotional wurde und auch einige Zahlen ins Gespräch brachte, mit denen er die Auswirkungen des Coronavirus versuchte einzuordnen oder zu relativieren. Ganz so klar wurde das nicht.
Fratelli tutti: Warum wir endlich wieder Politiker brauchen, die begriffen haben, was Geschwisterlichkeit ist
Papst Franziskus: Fratelli tutti. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDrei Enzykliken hat Papst Franziskus mittlerweile veröffentlicht, die dritte am 3. Oktober. Enzyklika kann man als Rundschreiben übersetzen. Aber was Franziskus da macht, ist eigentlich mehr, fast schon eine Streitschrift, mit der der seit 2013 amtierende Papst einer ganzen Gesellschaftsordnung ins Gewissen redet. Einer Gesellschaft, die die selbst verkündete Brüderlichkeit dem Wettbewerb und dem Egoismus geopfert hat. Corona hat eigentlich nur offengelegt, wie wenig von den so gern zitierten europäischen Idealen tatsächlich gelebt wird.
Freitag, der 30. Oktober 2020: Schutzverordnung regelt den „Lockdown light“ in Sachsen
Petra Köpping (SPD), Sozialministerin Sachsens. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie neue Corona-Schutzverordnung für Sachsen ist da und sie enthält all das, was zuvor angekündigt wurde. Viele Einrichtungen müssen bis Ende November schließen und die Zahl der sozialen Kontakte soll sich deutlich reduzieren. Außerdem: ein Stromausfall im Leipziger Osten und eine Auszeichnung für Susanne Köhler. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 30. Oktober 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
In der neuen Dingwelt: Rückblick in eine Kindheit zur Zeit der Wende

© Jwaller

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im HandelIm Sommer 2019 habe ich die Interviewreihe „Wendegespräche“ begründet. In der Folge durfte ich mit insgesamt zehn Menschen unterschiedlichen Alters und sozialer Herkunft sprechen. So beispielsweise mit einem Dozenten, einer Choreographin, einem Versicherungsvertreter und einer Näherin – mit Menschen, die in der DDR sozialisiert waren, aber auch mit einer Teilnehmerin aus den alten Bundesländern, die über ihre persönlichen Erfahrungen vor, während und nach der Wende berichteten. In dieser Ausgabe schließe ich die „Wendegespräche“ mit einem persönlichen Blick auf meine Erinnerungen während dieser Zeit ab.
Grüne beantragen: Leipzigs Verwaltung soll bis 2022 einen Integrierten Gewässerentwicklungsplan vorlegen
Weiße Elster bei Stahmeln. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Noten 4 und 5 bekommen Leipzigs Flüsse für ihre Wasserqualität. Das liegt nicht nur daran, dass die Anrainer am Oberlauf allerlei Zeug hineinlaufen lassen, das da nicht hineingehört. Es liegt auch daran, dass die Flüsse von ihrer natürlichen Aue völlig abgeschottet sind und deshalb auch der Artenreichtum nicht gedeihen kann. Das im Juni beschlossene Auenentwicklungskonzept kann nur der Beginn sein, den Missstand aufzulösen. Leipzig braucht aber auch endlich ein Konzept, die Wasserrahmenrichtlinie umzusetzen, beantragen die Grünen.
Nach 2022 könnte die Sanierung der alten Theaterspielstätte Gottschedstraße 16 beginnen
Das Haus Gottschedstraße 16. Archivfoto: Ralf Julke

Archivfoto: Ralf Julke

Für alle LeserErst wollte die Stadt das Haus verkaufen, um mit dem Erlös die neue Spielstätte des Schauspiels zu bezahlen. Dann stellte sich schnell heraus, dass das so nicht funktionierte und verschiedene Leipziger Vereine legten neue Nutzungskonzepte für das Haus Gottschedstraße 16 vor. 2018 beschloss der Stadtrat einen Verkaufsstopp für das Haus Gottschedstraße 16. Im Mai 2020 beschloss er dann, den Weg freizumachen für ein „Haus des Festivals“. Der Planungsbeschluss liegt jetzt vor, muss aber noch beschlossen werden.
Er gibt nicht auf: Ein Mörder kämpft weiter um mildere Strafe
Hofft weiter auf eine mildere Strafe: Dovchin D. (heute 41, rechts), hier im Januar 2019 neben seinem Anwalt Dr. Stefan Wirth beim ersten Prozess nach der Revision. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle Leser2016 brachte er zwei Frauen in Leipzig um und zerteilte ihre Leichen. Dafür wurde er zu lebenslanger Haft mit besonderer Schwere der Schuld verurteilt. Nach einer erfolgreichen Revision der Verteidigung und einem neuen Prozess bestätigte das Landgericht 2019 die Strafe - doch die Entscheidung wurde wiederum gekippt. Am kommenden Freitag steht der heute 41-jährige Dovchin D. deswegen vor dem Richter. Zum dritten Mal.
Die umgebaute Haltestelle Goerdelerring geht am 31. Oktober wieder komplett ans Netz
Linie 4 in der neuen Haltestelle Goerdelerring. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEndlich fertig. Als hätten es die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) geplant: Praktisch mit Corona starteten sie in diesem Jahr die Bauarbeiten in ihren größten Baustellen in der Bornaischen Straße und am Goerdelerring, die über Monate ein zuweilen verwirrendes Umleitungsregime zur Folge hatten. Und die größte und sperrigste dieser Baustellen wird jetzt endlich fertig. Die zentrale Haltestelle Goerdelerring wird ab 31. Oktober wieder komplett bedient, teilen die LVB mit.
Leipziger Forscher staunen: Älteste ausgegrabene Mongolin besaß Erbgut von Denisovanern, Neandertalern und modernen Menschen
Diyendo Massilani durchsuchte die Genome der Salkhit- und Tianyuan-Individuen auf DNA-Spuren von ausgestorbenen Homininen und wurde fündig. Foto: MPI für evolutionäre Anthropologie

Foto: MPI für evolutionäre Anthropologie

Für alle LeserVon Kosmopoliten spricht Diyendo Massilani. Aber so empfanden sich die Menschen, die vor 30.000 und 40.000 Jahren in den eisfreien Weiten des großen Kontinents Eurasien unterwegs waren, bestimmt nicht. Auch wenn sie dann und wann überrascht gewesen sein dürften, dass sie auf andere Gruppen von Menschen stießen, die etwas anders aussahen und wohl auch etwas anders sprachen. Und trotzdem paarte man sich. Zum Glück für heutige Anthropologen.
Kurzarbeit dämpft auch im Oktober die Arbeitslosenzahl und das Stellenangebot ist auf Vorjahresniveau
Gemeldete Arbeitslose in Leipzig. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Für alle LeserWas die ganzen Folgen der Corona-Panemie am Ende tatsächlich in der Wirtschaft anrichten, weiß noch niemand. Selbst die Diskussionen, ob die ab dem 2. November geplanten Einschränkungen überhaupt Sinn machen, beginnen erst. Denn wir sind längst an dem Punkt angekommen, da wir lernen müssen, das Leben am Laufen zu halten, obwohl das Corona-Virus weiterhin unterwegs ist. Auch in Leipzig ging im Oktober die offizielle Arbeitslosigkeit wieder zurück.
Frühstücksträume: Lauter leckere Tipps, wie man aus der Frühstückslangeweile herauskommt
Barbara Baumann: Frühstücksträume. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDas Wort Corona kommt in diesem Buch einmal nicht vor. Aber eigentlich passt das Buch haargenau in diese seltsame Zeit mit all ihren Einschränkungen und nun der zweiten langen Zeit, wo die ganze Familie wochenlang zu Hause hocken muss. Da lohnt es sich, selbst das Sonntagsfrühstück zu einem richtigen Erlebnis zu machen – mit selbst gemachter Konfitüre und selbst gebackenen Brötchen. Oder auch ganz international.
Donnerstag, der 29. Oktober 2020: FDP, Linke und Gaststätten kritisieren Corona-Politik
Rico Gebhardt, (MdL, Die Linke). Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

Für alle LeserBundeskanzlerin Angela Merkel und die Ministerpräsident/-innen haben sich gestern auf einen „Lockdown light“ verständigt. FDP und Linke kritisieren unter anderem fehlende Parlamentsbeteiligung und die Gaststätten wollen ihre Schließung nicht einfach hinnehmen. Außerdem: Der ehemalige Unirektor Cornelius Weiss ist tot. Die L-IZ fasst zusammen, was am Donnerstag, den 29. Oktober 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
Bertolts Bruch und Friedrichs Fiasko: Zwistigkeit im Glanz der Freiheit
Screenshots: www.duden.de, Montage: LZ

Screenshots: www.duden.de, Montage: LZ

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im Handel„Zwist“. Beinahe schon ein veraltetes Wort, aus dem Niederdeutschen übernommen, das steht für „Streit“ oder „Zerwürfnis“. Dieser Fast-Archaismus schien mir aber als Ersatzwort in der Silbenparallele wesentlich besser zu passen, als „Einigkeit und Recht und Freiheit“ zum 30. Jahrestag des Beitrittsjubiläums hinauszuposaunen.
Mit dem richtigen Hygienekonzept und guter Belüftung könnten Hallenveranstaltungen auch in Corona-Zeiten stattfinden
Konzert mit Tim Bendzko am 22. August in der Quarterback Immobilien Arena Leipzig. Foto: SC DHfK Handball

Foto: SC DHfK Handball

Für alle LeserAm 2. November sollen die neuen verschärften Allgemeinverfügungen zur Corona-Pandemie in Kraft treten. Und die Sportvereine und -verbände in Mitteldeutschland meldeten sich sofort nach Verkündung mit heftiger Kritik zu Wort, denn sie haben in der Regel alles getan, damit der Verein nicht zum Hotspot für das Virus wurde. Und mit dem großen Experiment RESTART-19 im August haben die Universitätsmedizin Halle (Saale) und der SC DHfK gezeigt, dass auch Sportveranstaltungen mit dem richtigen Hygienekonzept machbar sind.
Mehr als ein Stück Ernährungswende in Taucha: Kooperative Landwirtschaft vor den Toren Leipzigs
Kohlernte bei KoLa mit Spaßfaktor. © Frank Willberg

Foto: Frank Willberg

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im HandelEine Gemüsewurzelrevolution vor den Toren der Stadt. KoLa Leipzig steht für Kooperative Landwirtschaft. Die Genossenschaft mit aktuell 976 Mitgliedern ist im Mai 2018 entstanden und hat einen überaus verheißungsvollen Auftakt hingelegt. Aber was macht solidarische Landwirtschaft besser als gewöhnlicher Ökolandbau? Wie hat sich die Idee von KoLa bislang entwickelt? Und was bewegt hauptsächlich junge Menschen, diesen nicht unbedingt einfachen Weg einzuschlagen?