Universität Leipzig

Schadensersatz für abgelehnten Dozenten: Sachsen legt Berufung gegen Landgerichtsurteil ein

Für alle LeserNachdem das Landgericht Leipzig den Freistaat Sachsen zu einer Schadensersatzzahlung verurteilt hat, legt dieser nun Berufung gegen das Urteil ein. Ein von der Universität Leipzig im Jahr 2012 abgelehnter Bewerber auf eine Professur hatte in einem Zivilprozess eine Entschädigung in Höhe von 327.000 Euro erstritten. Unirektorin Schücking wollte eine andere Kandidatin berufen, obwohl eine Berufungskommission den Kläger für den geeignetsten Bewerber hielt.

Der Freistaat Sachsen hat Berufung gegen das Urteil des Landgerichts Leipzig eingelegt, demzufolge einem von der Universität Leipzig abgewiesenen Bewerber ein Schadensersatz in sechsstelliger Höhe zusteht. Dies bestätigte das Wissenschaftsministerium auf Anfrage.

Ein Dozent hatte die Universität, Rektorin Beate Schücking und den Freistaat verklagt, weil er 2012 nicht auf eine Professur an der Erziehungswissenschaftlichen Fakultät berufen worden war, obwohl ihn eine vom Fakultätsrat eingesetzte Kommission auf den ersten Platz gesetzt hatte. Stattdessen erteilte Schücking der zweitplatzierten Kandidatin den Ruf und begründete dies mit größerer praktischer Erfahrung in der Bildungsarbeit und Maßnahmen zur Frauenförderung.

Das Gericht wies diese Begründung für die Bevorzugung der Zweitplatzierten als unzureichend zurück. Nur bei zwei gleich geeigneten Bewerbern hätte eine Frau bevorzugt werden dürfen. Zudem betrachtet das Gericht den Vorwurf als erwiesen, dass Schücking ein Gerücht über den abgelehnten Bewerber in Umlauf gebracht hat: Diesem zufolge soll er an einer früheren Hochschule möglicherweise eine andere Person sexuell genötigt haben. Schücking weist den Vorwurf zurück.

Die Professorenstelle wurde nicht besetzt, da die Zweitplatzierte der Universität absagte. Mittlerweile wurde das Berufungsverfahren eingestellt und eine neue Professur mit dem Titel „Pädagogik der frühen Kindheit“ ausgeschrieben. Die Klagen gegen die Universität und Schücking persönlich hatte das Landgericht abgewiesen. Jedoch haftet der Freistaat für die sogenannte Amtspflichtverletzung und soll dem Dozenten nun 327.000 Euro zahlen.

Weitere Informationen zu diesem Thema lesen Sie ab Freitag, den 16. Juni, in der neuen Ausgabe der LEIPZIGER ZEITUNG.

In eigener Sache: Lokaler Journalismus in Leipzig sucht Unterstützer

LandgerichtUni LeipzigBeate SchückingSMWK
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 

Kommentar schreiben



Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Homann (SPD): Neue Perspektive für Langzeitarbeitslose
Arbeitsminister Martin Dulig begrüßt Bundesprogramm für Langezeitarbeitslose
42. Leipziger Jazztage „Fish and Chips“
BSG Chemie Sommercamp für Kids erfolgreich gestartet / Nachwuchstrainer gesucht
Fahrradregistrierung im UiZ möglich
Medienminister Oliver Schenk: „Urteil des Bundesverfassungsgerichts zum Rundfunkbeitrag ist Auftrag und Verpflichtung an die Länder“
Am Samstag: Veranstaltung zum Nationalen Gedenktag für verstorbene Drogenabhängige
Die Polizei bittet um Mithilfe: Schuhe und Einkaufsbeutel am Elsterwehr aufgefunden
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Wir sind alle nur Menschen oder Zweifel ist immer angebracht
Den schießich ab ...! Grafik: L-IZ

Grafik: L-IZ

LeserclubNoch eine kurze Konfrontation? So ein Moment, in dem sich die beiden besten Kollegen aller Zeit anstarren wie zwei wilde Löwen und Kollege Stachelschwein knurrt: „Wozu, zum Teufel, brauchst du meine Hilfe? Du kennst das doch alles besser als ich. Du bist doch mit Don Leone durch die Stadt gebrettert und hast die Hühner aufgescheucht.“ – „Du meinst: die Leute.“ – „Nein, die Hühner.“
Ab August gibt’s „King Liar“ in der Moritzbastei
King Liar. Foto: Theaterturbine

Foto: Theaterturbine

Für alle LeserMan denkt zwar an einen gewissen Immobilien-Tycoon, der sich mit Prahlereien auf den Präsidentenstuhl der USA hinaufgetobt hat, wenn man ein Stichwort wie „King Liar“ hört. Aber wenn ab dem 8. August im Sommertheater der Moritzbastei „King Liar. Reine Familiensache“ auf dem Spielplan steht, dann geht es doch eher wie bei Shakespeare zu: Ein alternder Vater gibt die Macht ab. Aber genau das ist der Prüfstein, an dem sich erweist, welches der Kinder ... na ja, so ungefähr.
Nicht nur geparktes Blech ist ein Problem in der Jahnallee, sondern auch Lärm und Abgase sind eins
Die innere Jahnallee um 17:30 Uhr am Freitag, den 15. Juni 2018. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser Es wird ein Politikum. 4.300 Unterschriften hat Volker Holzendorf schon gesammelt für seine Petition „Sicheren Radverkehr in der Inneren Jahnallee ermöglichen“. Darin fordert er die Anlage von „protected bikelanes“, also geschützten Radfahrstreifen, in diesem engen Straßenabschnitt, in dem es in den letzten Monaten verstärkt zu Unfällen mit Radfahrern gekommen ist. Jetzt bekommt er auch Unterstützung vom VCD Leipzig.
Wie eine 0,02-Prozent-Bewegung sich die Meinungshoheit in der Demokratie ertrollt
Der Verehrer des Hasses ... Grafik: L-IZ

Grafik: L-IZ

Für alle LeserGehören Sie auch zu den Leuten, die das Gefühl haben, dass alles immer schlimmer wird? Die nach einem Tag am Smartphone denken, dass dieses Land und seine Bewohner längst auf dem wilden Marsch in eine neue Diktatur sind? Oder in Anarchie oder irgendeine andere Art Weltuntergang? Dann hat das einen Grund. Denn zu nichts eignen sich die sogenannten „sozialen Netwerke“ besser als dazu, die Gesprächskultur einer ganzen Gesellschaft zu zerstören. Wer die Meinungshoheit kapert, bestimmt den politischen Ton.
Nach Veröffentlichungen zum neuen Müll-Skandal stellt Volkmar Zschocke eine neue Nachfrage an Sachsens Regierung
Volkmar Zschocke (B90/Grüne). Foto: Juliane Mostertz

Foto: Juliane Mostertz

Für alle LeserSeit dem 16. Juli ist die Geschichte in der Welt. Michael Billig hat öffentlich gemacht, wie viele illegale Mülldeponien in Sachsen existieren, behördlich geduldet werden oder mittlerweile ein Fall für den Kadi sind. In einer Landtagsanfrage hatte sich Volkmar Zschocke von den Grünen schon mit dem Thema beschäftigt. Nach der Veröffentlichung sieht er weiteren Auskunftsbedarf der Regierung.
Die eindrucksvolle Bergkirche von Schönbach und 700 Jahre Geschichte
Michael Beyer (Hrsg.): Die Bergkirche Schönbach. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMit diesem Buch beschenkt sich ein unermüdlicher Verein selbst. Denn eigentlich bemüht sich der Verein der Freunde und Förderer der Bergkirche Schönbach ja seit 1990 darum, die eindrucksvolle Kirche im seit 2010 nach Colditz eingemeindeten Schönbach Stück für Stück zu sanieren. Aber wann findet man da mal eine Pause, um über das Erreichte in einem eigenen Büchlein zu berichten? Die fünf Autoren in diesem Buch haben sich die Zeit jetzt genommen.
Sportnachrichten aus dem Internet – das sollte ein gutes Newsportal für Sie bereithalten
Foto: skeeze

Foto: skeeze

Durchschnittlich verbringt jeder Mann zwei Stunden in der Woche damit sich mit Informationen rund um den Sport im Internet einzudecken. Das World Wide Web zählt dabei schon seit einigen Jahren als Informationsquelle Nummer eins, wenn es darum geht auf dem aktuellen Stand in der Sportwelt zu bleiben. Printmedien haben hier schon lange ausgedient und werden meistens nur noch im Urlaub oder auf Reisen gebraucht, um sich die Zeit zu vertreiben.
In Sachsens Gefängnissen fehlen Personal, Bildungs- und Therapieangebote
Justizvollzugsanstalt in der Leinestraße. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserEs ist leider in der sächsischen Justizpolitik nicht anders als in der Polizeipolitik: Statt über die Jahre eine kluge Personalplanung zu betreiben, ist man sehenden Auges mitten hinein in einen allgegenwärtigen Personalmangel geschliddert. Und nun glaubt man sogar den Mangel an Justizpersonal durch mehr Überwachung kompensieren zu können.
Afrika geht uns nichts an? Denkste.
Relief am Hauptgebäude der HTWK. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs gibt Zeitungen, die schreiben grottenschlechte Kommentare. Da kommt am Ende nicht mal eine Pointe. Und es gibt Zeitungen, da ist die Überschrift schon die Pointe. Aber bestimmt ist Arno Widmann von der „Frankfurter Rundschau“ gerade dabei, die eigentliche Geschichte zum „Aufstand der Niederträchtigen“ zu recherchieren und die Pointe war dann schon mal der Stachel zum Löcken.
Warum Frauen und Kinder auf der Flucht besondere Unterstützung brauchen
Vor allem geflüchtete Frauen waren dem Aufruf von „Women in Exile“ gefolgt. Foto: René Loch

Foto: René Loch

Für alle LeserNatürlich mussten sich erst einmal Frauen dieses Themas annehmen. Irgendwie kommen Männer nicht darauf, sich einmal mit den Schicksalen von Frauen auf der Flucht zu beschäftigen. Jedenfalls nicht die Männer, die in Deutschland großmäulig „Flüchtlingspolitik“ betreiben. Was für ein patriarchisches Pantoffelland Deutschland noch immer ist, zeigt schon der Blick auf die von alten Männern dominierte Innenministerkonferenz.
Sachsens Regierung ist erstaunlich schnell, wenn es um die Einschränkung von Grundrechten geht
Verschlusssache. Foto: L-IZ

Foto: L-IZ

Für alle LeserVier Jahre für ein neues Gesetz, das den Bürgern mehr Rechte gegenüber der Staatsmacht verleiht? Das ist Sachsen. Auch Enrico Stange, innenpolitischer Sprecher der Linksfraktion im Sächsischen Landtag, wundert sich eigentlich gar nicht, dass das sächsische Innenministerium das Informationsfreiheitsgesetz seit Jahren vertrödelt. Denn das Aufrüsten der Staatsmacht ist den sächsischen Innenministern ja wichtiger.
Das Untertan-Projekt: Ein Ort, den man lieber mit gepackten Koffern verlässt
Einfach durchgegangen! Foto: Patrick Kulow

Foto: Patrick Kulow

Für alle LeserHeinrich Mann ist als Romanautor ein Meister seines Faches. Er beherrscht alle Tricks, auch jene, die die Dicken-Wälzer-Schreiber von heute oft nicht mehr beherrschen. Fast spielerisch geht er mit der Zeit um. Hat er eben noch in immer dichter gepackten Szenen alles auf die Reichstagswahl von 1893 zugetrieben, genügt ihm ein hingeworfener Satz, um einfach mal den stillen Sommer hinter sich zu lassen: „Tatsächlich besaß zu Anfang des Herbstes kein Mensch mehr die faulen Papiere.“
Geheimniskrämerei um illegale Abfalllager in Sachsen
Illegaler Müll in Lobstädt. Foto: Michael Billig

Foto: Michael Billig

Für FreikäuferDie Landesregierung Sachsens listet 24 illegale Abfalllager im Freistaat auf, sie verschweigt aber Namen der Betreiber und in zwei Fällen auch den genauen Standort. Die Liste ist außerdem unvollständig. Neun Meter soll sich die illegale Ablagerung aus Schutt und Aushub über einen Tagebau im Landkreis Sächsische Schweiz-Osterzgebirge erheben. Neben dem 50.000 Kubikmeter großen Schuttberg sollen außerdem asbesthaltige Abfälle, ausgediente Reifen und Schrottautos lagern, ebenfalls ohne Genehmigung.
Zum 200. Geburtstag von Clara Schumann wird auch die Ausstellung im Schumann-Haus gründlich überarbeitet
Das Kampagnenmotiv zu "Clara19". Foto: Stadt Leipzig

Foto: Stadt Leipzig

Für alle LeserWas war das für ein Kampf: Erst wurde Clara Schumann für die Jubiläen der Stadt im Jahr 2019 komplett vergessen. Dann gab es berechtigte Beschwerden aus allen Richtungen. Dann beschloss der Stadtrat, diesen 200. Geburtstag besonders zu feiern. Und seit Juni liegt jetzt auch der Vorschlag der Verwaltung vor, wie man Claras 200. noch besonders würdigen kann.
Wie viele Flüchtlingskinder tatsächlich in Kitas betreut werden, kann Leipzigs Sozialdezernat gar nicht sagen
Kassensturz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs gibt zwei Wege, wie ein Land in Zeiten reagieren kann, in denen humanitäre Hilfe für Flüchtlinge angesagt ist: Es kann in Panikmache verfallen wie die rechtskonservativen Schreihälse im Land. Es kann aber auch ruhig und besonnen die Grundlagen für echte Integration schaffen. Denn erst so hilft man Menschen wirklich, die oft viele Jahre warten müssen, bis in ihrer Heimat wieder Frieden einkehrt. Und dazu gehört auch die Integration der Kinder.