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Montag, der 22. November 2021: Teil-Lockdown, Stromausfall und mal keine Demo + Video

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    Am heutigen Montag ging der Freistaat Sachsen in den Teil-Lockdown. Das bedeutet verschärfte Maßnahmen, vorerst bis zum 12. Dezember. Dazu gehören flächendeckende 2G-Regelungen, Schließungen von Einrichtungen und Ausgangsbeschränkungen für Ungeimpfte und Nicht-Genesene in Hotspot-Regionen. Außerdem: Seit den Nachmittagsstunden herrschte in einigen Stadtteilen Stromausfall. Und die selbst ernannte „Bürgerbewegung Leipzig 20201“ verzichtete heute auf ihren Corona-Protest. Die LZ fasst zusammen, was am Montag, dem 22. November 2021, in Leipzig und Sachsen wichtig war.

    Sachsen geht in den Teil-Lockdown

    Mit dem heutigen Montag gelten in Sachsen verschärfte Corona-Maßnahmen. Bereits seit dem vergangenen Freitag galt im Freistaat die Überlastungsstufe. Noch am selben Tag beschloss die Landesregierung eine neue Schutzverordnung.

    Diese sieht für Personen, die nicht geimpft und nicht genesen sind, erhebliche Einschränkungen vor. So gelten beispielsweise im Einzelhandel sowie in der Innengastronomie die 2G-Regelungen. Auch limitieren sich die Öffnungszeiten auf 6–20 Uhr. Das Click-and-collect-Modell ist zulässig. Außerdem ist der Alkoholausschank und -verzehr an öffentlichen Plätzen, welche die Kommunen benennen, untersagt.

    Am Arbeitsplatz gilt künftig die 3G-Regelung, also „geimpft, genesen, getestet“. Die Arbeitgeber müssen Übersicht führen über die Testungen und Ergebnisse. Diese Dokumente gilt es, sechs Monate aufzubewahren.

    Auch die Kontakte werden weiterhin eingeschränkt: Derzeit dürfen sich Mitglieder eines Hausstands mit einer weiteren Person treffen. Kinder bis 16 Jahre, geimpfte und genesene Personen werden nicht mitgezählt.

    In sogenannten Hotspot-Regionen – Gebiete und Orte, in denen die Sieben-Tage-Inzidenz über 1.000 liegt – gilt für ungeimpfte Personen eine nächtliche Ausgangssperre von 22 Uhr abends bis 6 Uhr morgens. Wer von dieser Regelung ausgenommen ist und weitere Eckpunkte der neuen Verordnung, hat René Loch hier zusammengefasst.

    Hotspot Nordsachsen

    Zu den Hotspots in Sachsen zählt mit dem heutigen Tage auch der Landkreis Nordsachsen. Laut Angaben des Robert-Koch-Instituts lag der Inzidenzwert für den Landkreis bei 1.321,9. Damit gilt am morgigen Dienstag die Ausgangssperre. Weitere Hotspots in Sachsen sind beispielsweise der Landkreis Sächsische Schweiz/Osterzgebirge mit einer Inzidenz von 1.612,4 und der Landkreis Bautzen mit 1.569,8.

    Der Freistaat liegt derzeit bei einem Inzidenzwert von 960,7. In Leipzig beträgt der Wert 663,6 und ist damit um 161,8 im Gegensatz zum Vortag gestiegen. Seit Beginn der Pandemie wurden damit in Leipzig 35.001 Personen positiv auf das Coronavirus getestet.

    In der Stadt sollen nun die Impfkapazitäten massiv erhöht werden. Leipzigs Oberbürgermeister Burkhard Jung äußerte sich heute zur Lage: „Die jetzige, dramatische Situation ist Folge der in Sachsen noch immer viel zu geringen Impfquote. Nur mit einer deutlichen Steigerung der Impfbereitschaft in der Bevölkerung werden wir aus dieser äußerst angespannten Situation wieder herauskommen. Der Freistaat hat den Kommunen – leider erst jetzt – eigene Finanzmittel zugesagt, um die Impf-Infrastruktur massiv auszubauen. Leipzig bekommt hierfür vier Millionen Euro. Wir werden die Impfangebote in Leipzig so schnell wie möglich verdoppeln.“

    Sächsische Landesärztekammer schlägt Alarm

    Gegenüber Deutschlandfunk sagte der Präsident der Sächsischen Landesärztekammer Erik Bodendieck heute, dass es in den nächsten Tagen zur Triage-Situation an Sächsischen Krankenhäusern kommen könnte. Er rechne damit, dass zwei Patient/-innen dann möglicherweise „um ein Bett kämpfen“ müssten. Ungeimpfte Personen hätten dann schlechtere Überlebenschancen.

    „Ich sage an dieser Stelle, als Präsident der sächsischen Landesärztekammer werde ich am Donnerstag mit meinen ärztlichen Direktoren in Sachsen ins Gespräch gehen, noch mal die strafrechtlichen, berufsethischen, berufsrechtlichen Relevanzen von Triage-Situationen durchsprechen und ihnen das erklären. Wir haben dazu eine eindeutige Meinung.“

    Auch ins Hessens Kliniken wird die Situation schwieriger: Jürgen Graf, der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzender des Universitätsklinikums Frankfurt, schätzt die Versorgungslage in den Krankenhäusern Hessens als kritisch ein.

    „Wenn die Lage sich weiter verschlechtert, kann die akute Notaufnahme ihre Arbeit nicht mehr adäquat leisten.“ Graf sprach sich gegenüber der Frankfurter Rundschau für eine Impfpflicht, aber auch strengere Kontaktbeschränkungen und die unbedingte Einhaltung der Hygiene-Maßnahmen aus.

    Stromausfall im Zentrum-West

    Seit den Nachmittagsstunden saßen Teile von Leipzig sozusagen im Dunkeln. Im Zentrum-West herrscht anscheinend seit einiger Zeit Stromausfall. Nichts mit Licht, Küchengeräten und Fernseher auf der Jahnallee und in der Friedrich-Ebert-Straße.

    Ein Mitarbeiter der L-Gruppe erklärte vor Ort, dass es an zwei Stellen im Leipziger Stromring zu Störungen kam. Wie lange der Ausfall noch dauern und ob der Schaden bis zum Tagesende behoben sein würde, könne noch nicht festgelegt werden. Vermutlich könnte veraltete Infrastruktur die Ursache für das Problem sein.

    Auch Einsatzkräfte der Feuerwehr waren vor Ort und befreiten Personen aus Fahrstühlen, die durch den Stromausfall stecken geblieben waren.

    Der Verlauf der Störungen kann in dieser Übersicht nachvollzogen werden.

    Impressionen vom Stromausfall

    Video: LZ

    Und montäglich grüßt die „Bürgerbewegung“…

    Seit Monaten ruft die selbst ernannte „Bürgerbewegung Leipzig 2021“ zum Protest gegen die aktuellen Corona-Maßnahmen in der Leipziger Innenstadt auf. Begleitet werden die Veranstaltungen regelmäßig von Gegenprotest sowie einem Polizeiaufgebot. Oftmals versuchten die Mitglieder der als rechtspopulistisch geltenden Gruppierung einen Aufmarsch über den Leipziger Ring durchzuführen.

    Da bereits seit mehreren Wochen lediglich ortsfeste Versammlungen erlaubt sind, verlegte man sich auf Kundgebungen am Richard-Wagner-Platz. Mit der neuen Corona-Schutzverordnung sagte die „Bewegung“ das montägliche Protestieren zum ersten Mal offiziell ab.

    In einem Kommunikationskanal hieß es: „Leider müssen wir unter den aktuellen Umständen die heutige Versammlung absagen. Es dürfen laut neuer Verordnung nur noch 10 Personen an Kundgebungen teilnehmen. Dazu kommt dann sicher noch Maske und Abstände. Es ist eine neue Schikane von vielen die heute in Kraft treten werden. Dies können und möchten wir nicht akzeptieren. Wir wissen das die Anmeldungen uns Sicherheit und Schutz gaben. Dies ist jedoch nun vorbei.“ (Fehler im Original)

    Die Veranstalter/-innen riefen ihre Anhänger/-innen allerdings dazu auf, sich zu „Spaziergängen“ durch die Leipziger Innenstadt aufzumachen.

    Im Laufe des Abends kam es zu mehreren Identitätsfeststellungen durch die Polizei bei Kontrollen der 10 bis 20 Personen der sogenannten „Bürgerbewegung“ erst am Wagnerplatz und später in Teilen der Innenstadt. Es könnte hier also zu den ersten Bußgeldern in Höhe von 250 Euro pro Person kommen.

    Ein rechter YouTuber soll körperlich attackiert worden sein und hat Anzeige erstattet.

    Strom, die Zweite, ein Jubiläum und Bulgariens Wieder-Präsident

    Worüber die LZ heute berichtet hat: Im Corona-Jahr 2020 wurde in Leipzig weniger häufig der Strom abgestellt. Außerdem berichtet unser Redakteur Ralf Julke von dem gemeinsamen Antrag der Sächsischen Regierungskoalition zum Hochwasserschutz. Und es geht um ein Jubiläum: Das Theater der Jungen Welt wird dieser Tage 75 Jahre alt.

    Was heute zudem wichtig war: Am gestrigen Sonntag fanden in Bulgarien die Wahlen des Staatspräsidenten statt. Heutige Prognosen bestätigten den bisher amtierenden Rumen Radev in seiner Wiederwahl. Der 58-Jährige setzte sich erfolgreich gegen seinen Herausforderer Anastas Gerdschikow durch. Radev hat sich den Kampf gegen Korruption auf die Fahne geschrieben.

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