In Leuna hat ein Bündnis aus „Ende Gelände“ und weiteren Klimaaktivist/-innen protestiert. Der Freistaat will derweil den Ausbau der Radwege fördern. Außerdem: Aufgrund der hohen Infektionszahlen stößt das Gesundheitsamt Leipzig an seine Grenzen. Und die Band Kraftklub gab ein spontanes Konzert in Plagwitz. Die LZ fasst zusammen, was am Wochenende, 26. und 27. März 2022, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus passiert ist.

Ende Gelände!

Ende Gelände Leipzig, SDS Leipzig und Prisma (IL Leipzig) haben am Sonntag im Raum Leipzig/Halle eine Aktion, die Kriegsprofiteure sichtbar macht und klar Position gegen das fossile Kapital sowie die 100 Milliarden für Militarisierung bezieht, organisiert. Treffpunkt war die Total Energies-Raffinerie in Leuna, die ausschließlich durch russisches Öl beliefert wird.

Ein Bündnis aus Ende Gelände, Fridays for Future, Rheinmetall Entwaffnen und Abolish Frontex hatte für das Wochenende mehrere Protestaktionen gegen Klimakrise, Krieg und Aufrüstung in zahlreichen Städten angekündigt. Aktionen fanden neben Leipzig/Halle in Augsburg, Berlin, Bremen, Darmstadt, Göttingen, Kassel, Karlsruhe und Hamburg statt.

Video: LZ

Sachsen fördert Ausbau der Radwege

Sachsen will den Ausbau der Fuß- und Radwege vorantreiben, teilte das Wirtschaftsministerium nun mit. Der Freistaat unterstützt entsprechende Vorhaben mit 600.000 Euro. Die Arbeitsgemeinschaft sächsischer Kommunen zur Förderung des Rad- und Fußverkehrs „wegebund“ erhalte in diesem und dem kommenden Jahr jeweils 300.000 Euro. Im „wegebund“ haben sich Kommunen zusammengeschlossen, die in Zusammenarbeit mit der Landesregierung und Vereinen den Rad- und Fußverkehr verbessern wollen.

Gesundheitsamt stößt an Grenzen und Ausfall von Operationen

Die Corona-Wocheninzidenz in Sachsen liegt nach Angaben des Robert-Koch-Instituts (RKI) an diesem Sonntag bei 2.067,2. Leipzig weist derzeit das höchste Infektionsgeschehen auf. Angesichts dieser hohen Infektionszahlen muss das Gesundheitsamt Leipzig seine Ressourcen bündeln und Prozesse anpassen. Die Nachverfolgung von Kontaktpersonen und die Ausstellung von Absonderungsbescheiden (Quarantänebescheiden) ist ab sofort nur im begrenzten Maße möglich, hieß es.

Als Nachweis über die Absonderung (Quarantäne) gilt, sowohl gegenüber den Arbeitgebern als auch für die Entschädigung im Verdienstausfall durch die Landesdirektion Sachsen, der positive PCR-Befund in Verbindung mit der Allgemeinverfügung der Stadt Leipzig.

Derzeit fallen außerdem viele Mitarbeiter/-innen am Klinikum Chemnitz wegen Corona-Infektionen aus oder müssen als Kontaktperson in Quarantäne, berichtet der MDR. Da die Lage sehr kritisch sei, hat das Klinikum wieder die Zahl der Operationen zurückgefahren – auf etwa 50 Prozent.

Ukraine-Kundgebung in Dresden

In Dresden hat auf dem Neumarkt am Sonntagnachmittag, 27. März, eine Kundgebung unter dem Motto „Solidarität mit der Ukraine“ stattgefunden. Die Veranstaltung wurde von der ukrainischen Community des Ukrainischen Koordinationszentrums Dresden organisiert.

Die Redebeiträge wurden zweisprachig auf Deutsch und Ukrainisch gehalten. Laut dem MDR nahmen rund 2.000 Menschen an der Kundgebung teil. Auch in Leipzig wurde eine Kundgebung für die Ukraine abgehalten.

Video: LZ

Ich will nicht nach Berlin!

…dafür aber nach Leipzig! Die Chemnitzer Band Kraftklub gab ein spontanes Straßenkonzert in Plagwitz. Es war der erste Live-Auftritt der Gruppe seit Beginn der Corona-Pandemie.

In einer Instagram-Story hatte die Band zuvor den Auftritt in Leipzig angekündigt. Die Nachricht machte schnell die Runde in den sozialen Netzwerken. Rund 1.000 Menschen versammelten sich daraufhin spontan auf der Karl-Heine-Straße und legten den Verkehr lahm.

Klimastreik, Erinnerung an Femizid-Opfer und Bevölkerungswachstum

Worüber die LZ am Wochenende berichtet hat: Über eine Aktion von Extinction Rebellion zum Klimastreik, einen Antrag der Linken zur Erinnerung an die Opfer von Femiziden in Leipzig, die Grünen beantragen die Einrichtung einer Task Force „Energiewende“ für die Stadt Leipzig und der neue Quartalsbericht zeigt ein gebremstes Bevölkerungswachstum in Leipzig. Außerdem offenbart die Bürgerumfrage zum Coronajahr, wie Homeoffice und Homeschooling 2020 aufeinandergeprallt sind.  

Und: Ralf Julke hat sich die Bücher „Manchmal male ich ein Haus für uns – Europas vergessene Kinder“ sowie „Der Maler Gottes“ von Ines Thorns angeschaut.  

Zeitumstellung, Wahlen im Saarland und Brandanschlag auf Greizer Asylbewerberheim

Was außerdem wichtig war: Bei den Landtagswahlen im Saarland bahnt sich ein Machtwechsel zugunsten der SPD an – die CDU unter Ministerpräsident Tobias Hans muss krachende Verluste hinnehmen, die Linke fliegt sogar aus dem Landtag.

Die Uhren wurden in der Nacht von Samstag zu Sonntag auf die Sommerzeit um- und damit eine Stunde vorgestellt.  

Bei einem mutmaßlich rassistisch motivierten Brandanschlag auf ein Greizer Asylbewerberheim hat es Verletzte gegeben.

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Es gibt 5 Kommentare

@Sebastian Das kann natürlich sein, bei mir wirds sowohl am Handy als auch am Rechner als Bild angezeigt.

> dass das ein eingefügter Tweet einer Politikerin ist kann man eigentlich ganz gut erkennen.

Ich weiß nicht, ob das browserabhängig ist, aber bei mir erscheint es in der gleichen Schriftart und -größe wie der Fließtext. Früher wurden die Twitter-Zitate ganz groß und sperrig eingespiegelt, dass sie den Text gesprengt haben, das fand ich auch nicht so schön. Aber irgendeine Hervorhebung, Kursiv oder eingerahmt zum Beispiel, wäre schon gut.

Wenn das ein Zitat ist, geht der Quatsch mit den Sternchen natürlich nicht auf euer Konto – Entschuldigung.

@Sebastian, dass das ein eingefügter Tweet einer Politikerin ist kann man eigentlich ganz gut erkennen. Also Quasi ein Zitat, über das wahrheitsgemäß berichtet wurde. Wie sich die Frau auf ihrem privaten Account äußert legen ja nicht die drüber berichtenden Journalisten fest.

Ja, das macht es doch gerade erst spannend, wenn man raten darf, Zündholz wäre mein Tipp, frage mich vielmehr, seit wann es journalistisch okay geworden ist, die Hautfarbe des Transporters zu nennen.

> Personen sollen etwas von “Z******** gerufen” haben.
Ist es inzwischen üblich im journalistischen Bereich geworden, dass Schimpfwörter oder Beleidigungen, über die berichtet wird, nicht mehr wiedergegeben werden?

Zum ersten Mal fiel es mir beim Konflikt Palmer/Aogo auf, als in der Berichterstattung darüber vom “N-Wort”, oder noch besser von “N****” geschrieben und gesprochen wurde. Beides übrigens unzutreffend, weil das von Boris Palmer verwendete Wort “Negerschwanz” hieß, insofern “N-Wort” natürlich irreführend. Aus einem obszönen Schimpfwort relativiert sich so ein einfaches Schimpfwort. (wenn auch absolut nicht als solches gemeint; das ist aber ein anderes mediales Thema…)

Solange man das Schimpfwort kennt, was da zensiert wurde, mag die Maßnahme lediglich unsinnig bis gutmenschelnd sein. Aber bei “Z********************” kann ich mir nichts vorstellen. Insofern könnte man das auch weglassen und lediglich von Beschimpfungen o.ä. berichten, oder?

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