Sächsisches Info-Portal für ukrainische Geflüchtete gestartet

„Der Krieg Russlands, das Bombardement von Städten, die Besetzung durch prorussische und russische Truppen zwingt viele Ukrainerinnen und Ukrainer zur Flucht aus ihrem Land“, heißt es aus dem Sächsischen Sozialministerium. „Sie flüchten um ihr Leben, bringen sich und ihre Kinder in Sicherheit, suchen eine Unterkunft und einen sicheren Ort.“ Diesen sollen die Geflüchteten in Sachsen finden.

Da viele unter ihnen hier fremd sind und die deutsche Sprache nicht verstehen, sich fragen, wo sie unterkommen können, wer ihnen hilft, was im Krankheitsfall zu tun ist, wo sie versorgt werden, wie sie vermisste Angehörige finden, hat der Freistaat nun ein Internetportal gestartet. Dort werden die wichtigsten Informationen zusammengestellt. Zunächst auf Deutsch und schnellstmöglich auch auf Ukrainisch, heißt es aus dem Sozialministerium.

Erneut hoher Andrang am Ankommenszentrum

Genau wie gestern bildete sich auch heute eine Menschentraube vor dem Neuen Rathaus. Menschen, die vor dem russischen Angriffskrieg in der Ukraine geflüchtet sind. Im Rathaus laufen der Bürgerservice, das Referat für Migration und Integration, das Sozialamt und die Ausländerbehörde zusammen. Unter anderem können Geflüchtete dort Hilfe bei der Wohnungssuche beanspruchen und Kindergarten- und Schulplätze für ihre Kinder oder Sozialleistungen beantragen.

Das Ankommenszentrum hat von Montag bis Freitag zwischen 9 und 15 Uhr geöffnet. Die Stadt Leipzig behält sich vor, die Öffnungszeiten je nach Nachfrage anzupassen. Das Spielmobil „Die Kiste“ war vor Ort, um den Kleinsten das Warten zu versüßen.

Derweil meldete die Stadtverwaltung Borna, dass der in der Region Kiew am 25. Februar schwer verwundete Bornaer Feuerwehrmann Steve Meiling am Abend des 9. März in Borna angekommen ist. Es gehe ihm den Umständen entsprechend, heißt es in der Pressemitteilung.

Tötungsdelikt in Straßenbahn

Gestern Nachmittag kam es im Leipziger Westen zu einer körperlichen Auseinandersetzung, in deren Folge ein 19-jähriger Mann verstarb, berichtet die Polizeidirektion Leipzig. Nach den bisherigen Erkenntnissen seien zwei Männer in einer Straßenbahn der Linie 3 aneinandergeraten.

Im Zuge dieser Auseinandersetzung wurde der 19-Jährige von dem derzeit noch unbekannten Tatverdächtigen mit einem spitzen Gegenstand derart verletzt, dass er in ein Krankenhaus eingeliefert werden musste. Dort verstarb er infolge seiner schweren Verletzungen.

Die Polizei nahm bereits einige Stunden nach der Tat einen 17-jährigen Deutschen vorläufig fest.

Statistik zu rechtsmotivierter Gewalt in Sachsen

Das RAA Sachsen veröffentlichte heute die jährliche Statistik zu rechtsmotivierter, rassistischer und antisemitischer Gewalt in Sachsen für das Jahr 2021. 189 Angriffe zählten die sächsischen Opferberatungsstellen demnach – etwas weniger als im Vorjahr (208). Von diesen Angriffen waren mindestens 261 Menschen direkt betroffen. Die Dunkelziffer dürfte jedoch um ein Vielfaches höher liegen.

Statistik rechtsmotivierte, rassistische und antisemitische Gewalt in Sachsen 2021. Quelle: RAA Sachsen

2021 war wie bereits das Vorjahr geprägt durch die Corona-Pandemie, die sich in zweierlei Hinsicht auf rechte, rassistische und antisemitische Gewalt auswirkte, heißt es im Bericht.

Einerseits bewirkte die Beruhigung des Alltagslebens durch die Maßnahmen zur Eindämmung der Virusverbreitung einen Rückgang der Angriffe, allerdings würden dieselben Maßnahmen ein neues Phänomen rechtsmotivierter Gewalt hervorbringen – politische Verantwortungsträger/-innen, Mitarbeiter/-innen von Test- und Impfzentren oder Zug-, Laden- und Gastronomiepersonal, das auf die Maskenpflicht hinweist, werden auf Basis rechter Verschwörungsideologien als politische Gegner/-innen konstruiert und angegriffen.

Hier geht’s zum vollständigen Bericht.

Reitschuster aus Bundespressekonferenz ausgeschlossen und „weiter:lesen“-Festival

Worüber die LZ heute berichtet hat: Der Stadtrat tagte mit einer wirtschaftspolitischen Stunde zum Thema Innovation und die Planungen für das Radwegproblem am Connewitzer Kreuz verschieben sich bis 2023. Laut dem Kinder- und Jugendreport gab es außerdem 2020 mehr Jugendliche mit Depressionen in Sachsen.

Beim Lesefest „weiter:lesen“ wird es eine Diskussion zur Ukraine geben. Und wir klären über die Entstehungsgeschichte des „weiter:lesen“-Festivals auf. Derweil widmete sich Ralf Julke dem Buch „Lieblingsplätze Sachsen“ mit Empfehlungen eines Leipziger Dichters.

Was außerdem wichtig war: Wie die Süddeutsche Zeitung berichtet, wurde Boris Reitschuster nun endgültig aus der Bundespressekonferenz (BPK) ausgeschlossen. Die von der BPK organisierten Pressekonferenzen nutzte Reitschuster immer wieder als Bühne für Verschwörungsmythen. Der Grund für den Ausschluss sei aber, dass sein Firmensitz im Ausland liegt.

Hinweis der Redaktion in eigener Sache

Seit der „Coronakrise“ haben wir unser Archiv für alle Leser geöffnet. Es gibt also seither auch für Nichtabonnenten alle Artikel der letzten Jahre auf L-IZ.de zu entdecken. Über die tagesaktuellen Berichte hinaus ganz ohne Paywall.

Unterstützen Sie lokalen/regionalen Journalismus und so unsere tägliche Arbeit vor Ort in Leipzig. Mit dem Abschluss eines Freikäufer-Abonnements (zur Abonnentenseite) sichern Sie den täglichen, frei verfügbaren Zugang zu wichtigen Informationen in Leipzig und unsere Arbeit für Sie.

Vielen Dank dafür.

- Anzeige -

Empfohlen auf LZ

So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar