Mord

Hüseyin D., der sich vor Gericht hinter einem Sichtschutz versteckt, soll laut Angaben eines Kronzeugen die Tötung seines Geschäftspartners angeordnet haben (Aufnahme vom Februar 2023). Foto: LZ
·Leben·Fälle & Unfälle

Landgericht: Freisprüche nach langem Prozess um verscharrten Leichnam im Leipziger Norden

Es war ein langwieriges Verfahren, an dessen Ende es aber nicht für einen Schuldspruch reichen sollte: Mehr als neun Jahre nach dem Verschwinden eines Geschäftsmanns im Norden von Leipzig, dessen Leiche später gefunden wurde, sprach das Landgericht Leipzig am 16. November zwei Tatverdächtige frei. Zunächst hatten LVZ und „Bild“ über den Ausgang des Verfahrens berichtet. […]

Banner mit der Aufschrift "You burn our planet, we burn your system"
·Der Tag

Freitag, der 8. September 2023: Heizungsgesetz, Mordverdacht und Klima-Protest

Der Bundestag beschloss heute das Gebäudeenergiegesetz, um das in den vergangenen Monaten intensiv gerungen wurde. Es legt den Ausstieg aus fossilen Energieträgern wie Öl und Gas fest. Passend dazu haben heute Nachmittag vor dem Leipziger Hauptbahnhof Umweltaktivist*innen für eine sozial gerechte Klimapolitik protestiert. Außerdem: In Leipzig wurde ein 19-Jähriger wegen Verdachts des Mordes festgenommen und […]

Ruinen am Lindenauer Hafen.
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Gewaltverbrechen im Lindenauer Hafen: 19-Jähriger wegen Mordverdachts in Haft genommen

Mehrere Wochen nach dem Fund eines Verstorbenen in einem alten Speichergebäude des Lindenauer Hafens haben die Behörden einen jungen Mann im Visier, der das Opfer getötet haben soll. Ein Ermittlungsrichter erließ jetzt Haftbefehl unter anderen wegen Mordverdachts, die Ermittlungen dauern weiter an. Nach aufwendiger Untersuchung vermelden die Behörden einen Ermittlungserfolg: Wie Polizeidirektion und Staatsanwaltschaft Leipzig […]

Angeklagter mit Anwalt.
·Der Tag

Donnerstag, der 31. August 2023: Urteil nach Mordfall rechtskräftig, Denkmalsplan nimmt Fahrt auf und Sondersitzung des Landtags

Mehr als anderthalb Jahre nach dem Mord am 19-jährigen Jesse L. bei Leipzig ist die Revision des verurteilten Täters verworfen worden. Die Idee eines Freiheits- und Einheitsdenkmals in der Stadt nimmt nach vielen Jahren Gestalt an. Und: In einer Sondersitzung hat sich der Sächsische Landtag mit Vorwürfen von Vetternwirtschaft beschäftigt. Die LZ fasst zusammen, was […]

Rot-weißes Polizei-Absperrband.
·Der Tag

Montag, der 28. August 2023: Kindergrundsicherung, versuchte Tötung am Clara-Park und Höchststrafe für 15-jährigen wegen Mordes

Die Ampelkoalition legte heute die Einigung beim Thema Kindergrundsicherung vor und sprach von einem „Neustart der Familienförderung“. Ab 2025 sollen 2,4 Milliarden Euro mehr für Kinder und Jugendliche in Deutschland bzw. deren Familien zur Verfügung stehen. Außerdem: Die Polizei sucht nach Hinweisen nach einem versuchten Tötungsdelikt nahe des Clara-Zetkin-Parks und ab morgen gibt es die […]

Angeklagter, Gesicht hinter roter Mappe, mit Anwalt im Gerichtssaal.
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Mord im Leipziger Auwald 2020: Verurteilung des Täters zu lebenslanger Haft ist rechtskräftig

Dieses Gewaltverbrechen sorgte bundesweit für Erschütterung: Mehr als drei Jahre nach dem Mord an einer 37 Jahre alten Frau im Leipziger Auwald durch ihren Ex-Partner ist dessen 2022 erfolgte Verurteilung rechtskräftig: Der Bundesgerichtshof (BGH) stellte keine für den Mann nachteiligen Rechtsfehler fest. Er hatte sich per Revision gegen seine lebenslange Haftstrafe gestemmt, nun erteilte ihm […]

Angeklagter mit Anwalt.
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Prozess um Mord in Leipziger Hotel: Wie ein Gutachter den mutmaßlichen Täter einschätzt

Der Prozess um das tödliche Gewaltverbrechen an einer 31-jährigen Frau in einem Leipziger Hotel bewegt sich auf die Zielgerade. Am Montag berichtete der psychiatrische Sachverständige, was ihm der wegen Mordes angeklagte Danny M. (43) im Gespräch über die Tatnacht erzählt hat. Bei der Frage der Schuldfähigkeit kam der Gutachter zu einem eindeutigen Schluss. Er sei […]

Angeklagter und Justizbeamter.
·Leben·Fälle & Unfälle

Frauenmord in Leipziger Hotel angeklagt: Mitarbeiter schildern vor Gericht ihre Beobachtungen

Ein Hotel in Leipzig-Sellerhausen war im November Schauplatz eines grausigen Verbrechens: Mitarbeiter fanden eine 31-jährige Frau erstochen in einem der Zimmer auf. Jetzt muss sich der mutmaßliche Täter wegen Mordes verantworten: Danny M. (43) soll das Opfer aus blanker Wut darüber getötet haben, dass es keine Beziehung mit ihm eingehen wollte. Aus der Stimme des […]

·Der Tag

Montag, der 17. April 2023: Anklage nach Tod einer 31-jährigen Frau, Courage zeigen und Polizeimaßnahme bei Demo (+Update) + Video

Heute Mittag stellten Organisator/-innen und Mitwirkende des „Leipzig zeigt Courage“-Festivals das diesjährige Programm für die Open-Air-Veranstaltung vor, welche am 30. April auf dem Gelände der Moritzbastei (MB) steigen wird. Außerdem: Gegen einen 42-jährigen Mann aus Sachsen-Anhalt wird Anklage erhoben, weil er unter Verdacht steht, eine junge Frau in einem Leipziger Hotel getötet zu haben. Und […]

Angeklagter im Saal.
·Leben·Fälle & Unfälle

Mordprozess um verscharrten Geschäftsmann: Wie glaubwürdig ist der Kronzeuge?

Ein schon einmal geplatzter Prozess um den Tod eines Geschäftsmanns in Leipzig-Eutritzsch läuft seit Februar erneut vor dem Leipziger Landgericht – und bedeutet für die zuständige Strafkammer einen langwierigen Kraftakt. Am Donnerstag sprach eine Polizistin über die Vernehmung jenes Mannes, der die Ermittlungen in Gang brachte, indem er seinen Bekannten eines Mordauftrags bezichtigte. Doch die […]

Absperrband der Polizei und Blaulicht.
·Der Tag

Dienstag, der 14. März 2023: Bildungsgipfel in Berlin, Minderjährige als Mordverdächtige und Russland will Getreide-Deal verlängern

In Berlin findet ein sogenannter Bildungsgipfel statt, an dem allerdings 14 deutsche Länderminister gar nicht teilnehmen. Zwei minderjährige Mädchen werden verdächtigt, in Rheinland-Pfalz eine 12-Jährige getötet zu haben, das Entsetzen ist groß. Und: Russland hat Bedingungen zur Verlängerung eines Deals gestellt, um Getreideausfuhren aus der Ukraine zu ermöglichen. Die LZ fasst zusammen, was am Dienstag, […]

Cover des Buches.
·Bildung·Bücher

Von Karl May bis Agatha Christie: Henner Kottes zweiter Ausflug in die literaturfähigen Kriminalfälle aus Sachsen

Man sieht es den Romanen im Regal nicht mehr an, dass die Geschichten, die darin erzählt werden, manchmal tatsächlich geschehen sind. Genau so oder ein bisschen anders. Gerade berühmte Kriminalfälle haben – oft auf Umwegen – ihren Weg in die Literatur gefunden. Manchmal waren auch die Autoren ein bisschen kriminell. Und erstaunlicherweise haben recht viele […]

Der Angeklagte im Gericht.
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Landgericht: Prozess um Betonleiche im Leipziger Norden unter hohen Sicherheitsvorkehrungen neu gestartet

Die Leiche wurde in ein Fass gesteckt und verscharrt: Fast achteinhalb Jahre nach dem von der Staatsanwaltschaft angenommenen Mord an einem Geschäftsmann im Leipziger Norden wird der Sachverhalt seit Mittwoch neu am Landgericht verhandelt. Unter Tatverdacht steht ein 54-Jähriger, dessen Mitangeklagter (49) ihn schwer belastet. Im Sommer 2020 war das komplexe Verfahren kurz vor Schluss […]

Symbolbild der Justiz.
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Angeklagte und ihre Verbrechen: Was 2022 in Leipzigs Gerichtssälen los war

Brutal, unfassbar, manchmal tragisch – es waren nicht wenige Tötungsverbrechen, mit denen sich Leipzigs Gerichte in diesem Jahr wieder befasst, über Konsequenzen für die mutmaßlichen Täter entschieden und so „Im Namen des Volkes“ Recht gesprochen haben. Zum Ausklang des Jahres gibt die Leipziger Zeitung einen Rückblick auf ein paar ausgewählte Kriminalfälle, die 2022 vor Gericht […]

Detlev B. wird zum Prozessbeginn in den Gerichtssaal geführt. Foto: Lucas Böhme
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Indizienprozess um tödlichen Großbrand in Beilrode endet mit zwölf Jahren Haft für Rentner

Er hatte bis zuletzt seine Unschuld beteuert – doch das Landgericht Leipzig verurteilte einen 72-jährigen Mann nun wegen Brandstiftung mit Todesfolge zu zwölf Jahren Haft. Er soll im Juni 2020 ein Großfeuer im nordsächsischen Beilrode gelegt haben, welches das gemeinsame Wohnhaus von ihm und seiner Lebensgefährtin zerstörte – und seinen eigenen Stiefsohn das Leben kostete. […]

·Der Tag

Montag, der 18. Juli 2022: Vier Verdächtige nach Tötungsdelikt in Leipzig festgenommen, Großbrand in Sächsischer Schweiz und „Freie Sachsen“ mobilisieren gegen Gaskrise

Nach einem Tötungsdelikt im Juni in der Hoyerstraße wurden nun vier Tatverdächtige aus Berlin festgenommen. Derweil versuchen 115 Einsatzkräfte derzeit einen Großbrand nahe der Bastei zu löschen, während für den Mittwoch bis zu 40 Grad angesagt sind. Außerdem: Die rechtsextremen „Freie Sachsen“ mobilisieren immer mehr im Rahmen der Energiekrise. Die LZ fasst zusammen, was am […]

Zu lebenslanger Haft verurteilt: Marcus W. (40) verbirgt sein Gesicht zum Prozessauftakt hinter einem gelben Hefter. Foto: Lucas Böhme
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Mord an Dorin V. in Lindenau: 40-Jähriger am Landgericht zu lebenslanger Haft verurteilt

Er „googelte“ nach Stichworten wie „Erstickungstod“, wurde mit Seil, Sturmhaube und Messer im Auto aufgegriffen – und nur wenige Tage später erwürgte er seine Online-Bekanntschaft Dorin V. (43) in deren Lindenauer Wohnung. Nun wurde Marcus W. wegen Mordes durch das Leipziger Landgericht zu lebenslanger Haft verurteilt. Der Vorsitzende Richter fand deutliche Worte. Warum musste die […]

In Handschellen zum Verhandlungstermin: Marcus W. wird am 1. Juli aus der Untersuchungshaft in den Gerichtssaal geführt. Foto: Lucas Böhme
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Anklage fordert lebenslange Haft für Gewaltverbrechen in Lindenau: „Er ist zu ihr gefahren, um sie zu töten“

Im Mordprozess gegen einen 40-jährigen Leipziger, der seine Bekannte Ende 2021 in Lindenau erwürgt hatte, wurden am Mittwochnachmittag vor dem Landgericht die Plädoyers gehalten. Die Staatsanwaltschaft will den geständigen Täter lebenslang hinter Gitter bringen – die Verteidigung sieht dagegen manches anders. Gespanntes Schweigen legte sich am Mittwochnachmittag über den Saal 115 des Leipziger Landgerichts, als […]

·Der Tag

Freitag, der 1. Juli 2022: Zwei Mordprozesse am Landgericht, die sommerliche Corona-Welle kommt ins Rollen und nach verheerenden Waldbränden in Sachsen wird wegen Brandstiftung ermittelt

Am Landgericht Leipzig wurde heute in zwei Mordprozessen verhandelt: Ein 20-Jähriger wird beschuldigt, einen jungen Mann aus nächster Nähe erschossen zu haben und ein 40-Jähriger gestand in der heutigen Verhandlung den Mord an seiner Bekannten. Derweil steigen die Corona-Inzidenzzahlen deutschlandweit: Die Stadt Leipzig ist mit einer 7-Tagen-Inzidenz von 650,8 trauriger Spitzenreiter in Sachsen. Außerdem: Die […]

Justizbeamte nehmen Marcus W. (40) im Gerichtssaal die Handschellen ab - er sitzt seit 29. Dezember in Untersuchungshaft. Foto: Lucas Böhme
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43-jährige Frau in Lindenau erwürgt: Prozessbeginn wegen Mordes am Leipziger Landgericht

Kurz vor Ende des Jahres 2021 entsetzte eine tödliche Gewalttat ganz Leipzig: Eine 43-jährige Frau wurde erwürgt in ihrer Lindenauer Wohnung aufgefunden. Unter dringendem Tatverdacht nahmen die Ermittler einen Bekannten des Opfers fest. Seit dem heutigen Freitag, 3. Juni 2022, muss sich der 40-Jährige wegen Mordes am Leipziger Landgericht verantworten. Die Anklageschrift schockiert: Es sei […]

Will sich im Prozess noch äußern: der Angeklagte Detlev B. (71, r.) mit seinem Anwalt Dr. Carsten Pagels. Foto: Lucas Böhme
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Prozessauftakt um Hausbrand mit Todesopfer: Aus Wut und Habgier gezündelt?

Vor fast zwei Jahren wütete ein Hausbrand im nordsächsischen Beilrode. Das Feuer richtete 344.000 Euro Schaden an und kostete einen 47-jährigen Bewohner das Leben, der qualvoll in den Flammen starb. Ausgerechnet der Lebensgefährte seiner Mutter steht nun seit Montag vor Gericht – wegen Mordes und schwerer Brandstiftung mit Todesfolge. Die Staatsanwaltschaft hegt einen ungeheuerlichen Verdacht […]

·Der Tag

Donnerstag, der 10. März 2022: Info-Portal für ukrainische Geflüchtete gestartet und Tötungsdelikt in Leipziger Straßenbahn

Sächsisches Info-Portal für ukrainische Geflüchtete gestartet „Der Krieg Russlands, das Bombardement von Städten, die Besetzung durch prorussische und russische Truppen zwingt viele Ukrainerinnen und Ukrainer zur Flucht aus ihrem Land“, heißt es aus dem Sächsischen Sozialministerium. „Sie flüchten um ihr Leben, bringen sich und ihre Kinder in Sicherheit, suchen eine Unterkunft und einen sicheren Ort.“ […]

·Der Tag

Mittwoch, der 23. Februar 2022: Ausnahmezustand in Ukraine, Lebenslang für Auwald-Mörder und Verfassungsschutz warnt vor immigrierten Neonazis

Die Geschehnisse an der Grenze zwischen Russland und der Ukraine bleiben das wichtigste Nachrichtenthema dieser Tage: Heute beschloss der ukrainische Sicherheitsrat, für einen Monat den Ausnahmezustand im ganzen Land zu verhängen, während Panzer-Konvois aus Osten kommend auf Donezk zurollten. Außerdem gab es nach rund sechzig Verhandlungstagen heute ein Urteil im Leipziger Auwald-Prozess und der brandenburgische Verfassungsschutz warnt vor Neonazis, die sich im ländlichen Ostdeutschland niederlassen. Die LZ fasst zusammen, was am Mittwoch, dem 23. Februar 2022, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus passiert ist.

Edris Z. (32) am Mittwoch kurz vor der Urteilsverkündung im Gerichtssaal. Wenig später wurde die Urteilsbegründung vorübergehend unterbrochen. Foto: Lucas Böhme
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Endlos-Prozess entschieden: Mörder vom Auwald zu lebenslanger Haft verurteilt – scharfe Kritik an Verteidigung des Angeklagten

Am späten Mittwochnachmittag fiel die Entscheidung nach 59 Verhandlungstagen: Das Landgericht schickte den 32-jährigen Edris Z. wegen heimtückischen Mordes an seiner Ex-Partnerin Myriam Z. sowie vorsätzlicher Körperverletzung lebenslang hinter Gitter. Über das ausufernde Verfahren und den aggressiven Auftritt der Verteidigung im Prozess äußerte sich der Vorsitzende Richter äußerst kritisch – und begründete, warum für die Strafkammer keine besondere Schwere der Schuld vorlag. Zwischendurch sorgte der Angeklagte selbst noch dafür, dass die Urteilsbegründung kurz unterbrochen werden musste.

Der mutmaßliche Mörder Edris Z. (damals 31) beim Prozessauftakt 2020. Foto: Lucas Böhme
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Prozess um Gewaltverbrechen im Auwald: Verteidigung spricht von „Affektsturm“ des Angeklagten

Nach rund sechzig Verhandlungstagen und damit einem Vielfachen der eigentlichen Planung scheint der Prozess um die tödliche Gewalttat gegen eine 37-jährige Frau im Leipziger Auwald langsam auf ein Ende zuzusteuern. Während Staatsanwaltschaft und Nebenklage das, was Edris Z. seiner Ex-Partnerin am 8. April 2020 im Leipziger Auwald angetan haben soll, als geplanten und heimtückischen Mord werten, hat die Verteidigung eine eigene Sicht auf das Geschehen.

15 Jahre hinter Gittern verändern den Menschen - und doch gibt es manchmal Momente der Hoffnung. Foto: Pixabay
·Leben·Gesellschaft

15 Jahre hinter Gittern – eine Ex-Gefangene erzählt (Teil 2): Psychoterror, Resignation, Zuversicht

Trotz aller geographischen, rechtlichen, soziologischen und strukturellen Unterschiede gäbe es etwas, was man als die „menschliche Ursituation des Gefangenseins“ bezeichnen könne, bemerkten der schweizerische Jurist Alfred Abegg und der deutsche Kriminologe Rüdiger Herren schon im Jahr 1965: „Ist ein Mensch in die ‚Grenzsituation des Gefangenseins‘ gestellt, so tauchen oftmals archetypische Angst- und Todesvorstellungen aus dem Dämmer seines Unbewussten auf. Auch beim modernen Strafgefangenen bricht manchmal die Urangst, die Existenzangst in nackter Form, durch und ergreift Besitz von seinem Bewusstsein.“

Justizbeamte nehmen dem Angeklagten Edris Z. (M.) zum Prozessbeginn am 7. Oktober die Handfesseln ab. Links sein Verteidiger Georg K. Rebentrost. Foto: Lucas Böhme
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Plädoyers im Auwald-Mordprozess: Höchststrafe für Angeklagten Edris Z. gefordert

Nach zähem Ringen um weitere Anträge der Verteidigung schloss das Landgericht am Mittwoch nach 57 Tagen die Beweisaufnahme im Mordprozess gegen Edris Z. endgültig ab. Der 32-Jährige, der seine frühere Partnerin 2020 im Leipziger Auwald mit Hammerschlägen getötet haben soll, musste sich in den Plädoyers von Staatsanwaltschaft und Nebenklage gnadenlos direkte und unmissverständliche Worte anhören. Auch an seinen zwei Anwälten hagelte es äußerst scharfe Kritik.

Auf der Anklagebank: Edris Z. (M.) mit seinen Anwälten Georg K. Rebentrost und Petra Costabel beim Prozessbeginn im Oktober 2020. Foto: Lucas Böhme
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Finale ohne Abschluss im Auwald-Prozess: „Wollen Sie die Kammer veralbern?“

Viele Zeugen vernommen, der psychiatrische Gutachter gehört: Der Prozess um den gewaltsamen Tod einer jungen Mutter und Sozialarbeiterin im Leipziger Auwald vor rund 2 Jahren könnte nun endlich, nach viel längerer Zeit als geplant, zu einem Abschluss kommen. Doch stoppt die Verteidigung den Beginn der Plädoyers mit einer Flut von immer neuen Anträgen – und sorgt wieder für eine Zerreißprobe im Gerichtssaal. Wohin wird das führen?

Wegen Mordes auf der Anklagebank: Der 83-jährige Herrmann G. (sitzend) mit seinem Anwalt Ralf H. Schröper. Foto: Lucas Böhme
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Wegen Mordes vor dem Landgericht angeklagt: Erstickte ein 83-Jähriger seine Frau aus Eifersucht?

Schwerste Vorwürfe treffen einen 83-jährigen Rentner, der sich seit Donnerstag vor dem Leipziger Landgericht verantworten muss: Der alte Mann soll seine Ehefrau im Juni dieses Jahres mit einem Kissen erstickt haben – und das aus purer Eifersucht. Zum Prozessauftakt bestritt der Angeklagte die Tat allerdings und schilderte, wie er den Tod seiner Frau erlebt habe.

Das sächsische U18-Wahlergebnis. Grafik: Deutscher Bundesjugendring
·Der Tag

Dienstag, der 21. September: „Querdenken“-Bewegung verteidigt Mord in Tankstelle, Einführung des 2G-Modells und AfD liegt bei U18-Wahl im Freistaat vorn

Die „Querdenken“-Anhänger/-innen feiern auf den Telegram-Kanälen den Mord an einem 20-jährigen Tankstellenkassierer. Die Politik reagiert bestürzt. Derweil hat das Kabinett heute die neue sächsische Corona-Schutz-Verordnung inklusive 2G-Modell beschlossen. Außerdem: Das Verwaltungsgericht in Chemnitz hat heute entschieden, dass die „Hängt die Grünen!“-Plakate abgehängt werden müssen, und die AfD liegt bei sächsischen Kindern und Jugendlichen vorn. Die LZ fasst zusammen, was am Dienstag, dem 21. September 2021, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Ekkehart J. neben seinem Verteidiger Dr. Malte Heise. Foto: Lucas Böhme
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Geständnis nach tödlichem Gewaltverbrechen in der Südvorstadt: „Ich dachte, niemand würde mir so eine Tat zutrauen“

Fast ein Jahr nach dem tödlichen Gewaltverbrechen gegen eine ältere Frau in der Hardenbergstraße legte der Angeklagte (31) am Donnerstag vor dem Landgericht sein angekündigtes Geständnis ab. Einiges stellte er jedoch anders dar, als die Staatsanwaltschaft ihm vorwirft – und offenbarte ein schier unglaubliches Lügengerüst, das sein ganzes Leben jahrelang umgab. Musste Sylvia G. sterben, damit er nicht auffliegt?

Edris Z. (31, M.) werden zum Prozessbeginn die Handfesseln abgenommen. Links sein Wahlverteidiger Georg K. Rebentrost. Foto: Lucas Böhme
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Erneute Eskalation im Auwald-Prozess: „Mit Rechtsstaatlichkeit hat das nichts zu tun!“

Nach dreiwöchiger Pause wurde am Mittwoch vor dem Leipziger Landgericht der Prozess um den tödlichen Angriff auf eine 37-jährige Frau im Auwald fortgesetzt. Angeklagt ist ihr früherer Lebensgefährte – doch dessen Verteidigung und die anderen Prozessbeteiligten lieferten sich am Mittwoch erneut einen regelrechten Krieg. Am Ende warf der Anwalt des Verdächtigen dem Vorsitzenden Richter nicht zum ersten Mal mangelnde Unparteilichkeit vor.

Mit Maske schützt man auch die Anderen. Foto: LZ
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Dienstag, der 23. März 2021: Gemischte Reaktionen auf harten Oster-Lockdown, trauriger Fund in Mügeln

Es ist ein Osterei der besonderen Art, das mit dem nahenden Fest auf Sachsen und Deutschland zukommt. Mehr als ein Jahr nach Beginn der weltweiten Pandemie steigen die Infektionszahlen vor allem wegen der britischen Virus-Mutation wieder so rasant an, dass die Politik einmal mehr auf die Vollbremse tritt und das Land zu den Feiertagen einem knallharten Shutdown unterzieht. Das ruft ein gemischtes Echo hervor und dürfte nicht folgenlos bleiben. Außerdem meldete die Polizei in Mügeln heute einen traurigen Fund und in Dresden beginnt bald ein brisanter Prozess. Die LZ fasst zusammen, was am Dienstag, den 23. März 2021 in Leipzig und Sachsen wichtig war.

Auf der Anklagebank: Edris Z. (M.) mit seinen Anwälten Georg K. Rebentrost und Petra Costabel beim Prozessbeginn im Oktober 2020. Foto: Lucas Böhme
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Eklats und neue Eskalationsstufe am Landgericht: Verkommt der Auwald-Prozess zur Farce?

„Respektlos“, „unerträglich“, „Mäßigen Sie sich!“ – Wer meinte, der ohnehin schon scharfe Ton der vergangenen Verhandlungstage im Strafprozess um den gewaltsamen Tod einer jungen Frau könne sich nicht noch weiter steigern, wurde am Mittwoch eines Besseren belehrt. Vor dem Leipziger Landgericht lieferte sich die Verteidigung am 17. März 2021 einen teils lauten Schlagabtausch vor allem mit dem Gericht und der Nebenklage. Gegen einen Belastungszeugen wollte der Anwalt des mutmaßlichen Mörders Edris Z. ein Ordnungsgeld erwirken.

Edris Z. (31, M.) werden zum Prozessbeginn die Handfesseln abgenommen. Links sein Wahlverteidiger Georg K. Rebentrost. Foto: Lucas Böhme
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Auwald-Prozess: Zeuge beschreibt brutalen Gewaltausbruch am Fockeberg

Wurde der unter Mordverdacht stehende Edris Z. (31) schon gewalttätig, bevor er mutmaßlich seine Ex-Partnerin umbrachte? Am Mittwoch sagte vor dem Leipziger Landgericht jener Zeuge aus, der bereits 2018 offenbar nur durch Zufall mit dem jetzt angeklagten Mann aneinandergeriet – und danach für eine Woche im Krankenhaus landete. „Ich weiß bis heute nicht, was das sollte“, sagte Abbas A. (25) am Mittwoch vor dem Leipziger Landgericht aus. Noch immer ist der junge Mann fassungslos über den Gewalt-Exzess, der ihm am Fockeberg widerfahren sein soll.

Der Angeklagte Edris Z. (31) beim Prozessauftakt am 7. Oktober 2020. Foto: Lucas Böhme
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„Er meinte, dass das Fass voll war“ – Mutmaßlicher Mörder vom Auwald offenbarte sich am Tattag einem Freund

Fast ein Jahr nach dem tödlichen Angriff auf eine 37-jährige Sozialarbeiterin und Mutter im Leipziger Auwald ist im Prozess gegen ihren mutmaßlichen Mörder kein Ende abzusehen. Am Mittwoch sagte ein Freund des Angeklagten, der sich aktuell in Israel befindet, am Landgericht per Video-Livestream aus. Kurz nach der Tat hatte sich der Tatverdächtige ihm gegenüber offenbart.

Hofft weiter auf eine mildere Strafe: Dovchin D. (heute 41, rechts), hier im Januar 2019 neben seinem Anwalt Dr. Stefan Wirth beim ersten Prozess nach der Revision. Foto: Lucas Böhme
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Er gibt nicht auf: Ein Mörder kämpft weiter um mildere Strafe + Update

2016 brachte er zwei Frauen in Leipzig um und zerteilte ihre Leichen. Dafür wurde er zu lebenslanger Haft mit besonderer Schwere der Schuld verurteilt. Nach einer erfolgreichen Revision der Verteidigung und einem neuen Prozess bestätigte das Landgericht 2019 die Strafe - doch die Entscheidung wurde wiederum gekippt. Am kommenden Freitag steht der heute 41-jährige Dovchin D. deswegen vor dem Richter. Zum dritten Mal.

Noch umgeben von wildem Grün: die Markthallenstraße am Wilhelm-Leuschner-Platz. Foto: Ralf Julke
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Mittwoch, der 7. Oktober 2020: Kontroversen um Wilhelm-Leuschner-Platz, steigende Corona-Zahlen und ein brutaler Mord vor Gericht

Am 7. Oktober 2020 setzte die Leipziger Ratsversammlung im frisch umgebauten Ratssaal die Abarbeitung ihrer Tagesordnungspunkte von der September-Sitzung fort. Besonders die mögliche Bebauung des Wilhelm-Leuschner-Platzes bot eigentlich Zündstoff, wurde aber kurzfristig von der Agenda genommen. Dafür muss nun die Landesdirektion Sachsen prüfen, ob Leipzig Falschparker von Radwegen vorrangig entfernen, also öfter abschleppen darf. Außerdem: Sachsen kämpft weiter mit steigenden Corona-Fallzahlen und am Leipziger Landgericht muss sich seit heute der mutmaßliche Hammer-Mörder vom Auwald verantworten. Die L-IZ fasst zusammen, was am Mittwoch, den 7. Oktober 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.

Er soll den Mord in Auftrag gegeben haben: Hüseyin D. (51, r.), hier 2018 bei seiner Vorführung am Landgericht. Er kam nun aus der U-Haft frei. Foto: Lucas Böhme
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Mutmaßlicher Komplize will auspacken: Mammut-Mordprozess um verscharrten Geschäftsmann am Landgericht geplatzt

Ein ebenso spektakuläres wie zähes Verfahren um die Tötung eines Geschäftsmannes im Leipziger Norden vor fast sechs Jahren wird komplett neu aufgerollt. Dabei schien der Prozess nach über zwei Jahren seinem Ende nahe. Doch nun meldete sich überraschend ein mutmaßlicher Mittäter zu Wort, der seit Jahren untergetaucht ist. Bringt er eine Wende in den verworrenen Fall?

Die junge Frau stieg an eine Autobahn in einen Lkw. In Spanien fanden Ermittler ihre Leiche. Foto: L-IZ.de
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42-Jähriger wegen Mordes an Sophia Lösche zu lebenslanger Haft verurteilt

Tagelang suchten im Juni 2018 die Bekannten und Familienmitglieder von Sophia Lösche nach der 28-jährigen Studentin. Sie war auf dem Weg von Leipzig nach Bayern verschwunden. In Spanien fanden Ermittler schließlich ihre Leiche. Am Mittwoch, den 18. September 2019, hat das Landgericht Bayreuth einen 42-Jährigen wegen Mordes zu lebenslanger Haft verurteilt. Nach dem Verbrechen hatte es rassistische Hetze und massive Kritik an der Polizei gegeben.

Dovchin D. (39) vor der Urteilsverkündung neben Rechtsanwalt Stefan Wirth. Foto: Lucas Böhme
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Zerstückelte Frauenleichen: Doppelmörder von Lindenau muss lebenslang in Haft

Ohne jede Regung nahm Dovchin D. um kurz nach neun sein Urteil entgegen: Wegen zweifachen, tatmehrheitlichen Mordes schickte ihn die 1. Strafkammer des Landgerichts am Montag lebenslang ins Gefängnis, erkannte zudem auf eine besondere Schwere der Schuld. Der Angeklagte hatte die Tötung zweier Frauen gestanden, deren Leichen er anschließend zerteilte. Die Reglosigkeit des 39-Jährigen Dovchin D. wich nicht, während der Vorsitzende Richter Hans Jagenlauf das Urteil begründete und dabei auch die beinahe tragische Vita des Angeklagten noch einmal Revue passieren ließ. Mit großen Erwartungen war Dovchin D. 1999 als knapp 20-Jähriger aus seiner mongolischen Heimat nach Deutschland gekommen.

Mohammad A. (23) musss lebenslang in Haft. Foto: Lucas Böhme
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Trio erhält hohe Haftstrafen für brutalen Mord an Dolmetscher

Es war einer der wohl längsten und wendungsreichsten Mordprozesse der jüngeren Vergangenheit in Leipzig. Nach fast 18 Monaten endete das Verfahren gegen zwei Frauen und einen Mann mit langen Haftstrafen – sie sollen ein heimtückisches Mordkomplott gegen einen afghanischen Dolmetscher geschmiedet haben. Mit dem spurlosen Verschwinden des afghanischen Dolmetschers Farhad S. (30) begann Ende November 2015 einer der wohl spektakulärsten Kriminalfälle Leipzigs.

Faouzi A. (37) vor der Urteilsverkündung mit seinem Verteidiger Malte Heise. Foto: Lucas Böhme
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Höchststrafe: Lebenslange Haft für Doppelmörder vom Baggersee

Für FreikäuferEs war die härteste Strafe, die unser Rechtssystem vorsieht: Unter anderem wegen zweifachen Mordes, Raub mit Todesfolge und Störung der Totenruhe verurteilte das Landgericht Faouzi A. (37) am Donnerstag zu einer lebenslangen Haftstrafe. Zudem erkannte die Kammer auf eine besondere Schwere der Schuld. Sie sah es als erwiesen an, dass der Tunesier zwei Landsleute auf grausame Weise tötete, die Leichen anschließend zerstückelte und im Theklaer Baggersee versenkte.

Gedenkdemo für Karl-Heinz T. Foto: René Loch
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Kundgebung erinnert an den von einem Neonazi ermordeten Karl-Heinz T.

Etwa 75 Menschen haben am Mittwochabend an einer Gedenkkundgebung für den vor neun Jahren von einem Neonazi ermordeten Karl-Heinz T. teilgenommen. Sie kritisierten unter anderem, dass dieser bislang nicht offiziell als Todesopfer rechter Gewalt anerkannt wird. Das Gericht hatte damals nicht Sozialdarwinismus, sondern Alkoholeinfluss und Frust als wesentliche Tatmotive benannt. Am Donnerstag- und Freitagabend soll eine Theateraufführung an das Pogrom in Rostock-Lichtenhagen vor 25 Jahren erinnern.

Melder zu Mord

Das Projekt „LZ TV“ (LZ Television) der LZ Medien GmbH wird gefördert durch die Sächsische Landesanstalt für privaten Rundfunk und neue Medien. Diese Maßnahme wird mitfinanziert durch Steuermittel auf Grundlage des vom Sächsischen Landtag beschlossenen Haushaltes.

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