Glatteis und Kälte haben nahezu ganz Deutschland fest im Griff. Auch für Sachsen wurde eine Wetterwarnung herausgegeben. Außerdem: In Leipzig-Connewitz wird am Montagabend mit einer Demonstration an den Überfall von mehr als 200 Anhängern des rechtsextremen Spektrums auf Läden und Häuser im Viertel gedacht. Dieser jährte sich am gestrigen Sonntag zum zehnten Mal. Die LZ fasst zusammen, was am Montag, dem 12. Januar 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.
Warnung vor Eisregen und Glatteis
Auch für Sachsen wurde am heutigen Montag eine Warnung zu den aktuellen Wetterverhältnissen herausgegeben. Das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe warnt vor Glatteis und plötzlich gefrierendem Regen.
Man solle möglichst „Aufenthalt im Freien und Fahrten vermeiden bzw. Verhalten im Straßenverkehr anpassen“. Auch seien „Beeinträchtigungen auf allen Verkehrswegen bis hin zu Sperrungen/Schließungen“ möglich – so beispielsweise heute auf der Zugstrecke von Leipzig nach Riesa. Da auf Höhe von Dahlen eine Weiche eingefroren war, staute sich der Regionalverkehr auf dem Abschnitt.
Auch am Flughafen/Leipzig (Saale) sowieso am Dresdner Airport reagierte man auf die Extrem-Wetterverhältnisse: So strich die Lufthansa alle Inlandsflüge von und nach Sachsen.
Ufer neu am Elstermühlgraben
Heute begann die Erneuerung des Ufers am Teilabschnitt des Elstermühlgrabens am Ranstädter Steinweg. Zwischen Naturkundemuseum und Thomasiusstraße werden bis Juli dieses Jahres begrünte Uferbermen (Aufweitung des Querprofils des Flusses) gestaltet. Dadurch soll ein naturnaher Verlauf des Gewässers entstehen.
Auch wird ein über Treppen begehbarer Zugang zum Wasser geschaffen. Parallel zu den Arbeiten am Ufer wird auch der letzte Teilabschnitt des Elstermühlgrabens offengelegt. Die Wiedereröffnung des Gewässers ist für Juli 2026 geplant.
Ausführlicher hat unser Redakteur Ralf Julke hier über das Thema berichtet.
Demo in Connewitz
In Leipzig-Connewitz wurde für den heutigen Montagabend zur Demonstration aufgerufen. Nachdem sich am gestrigen Sonntag der Überfall auf das linke Viertel durch mehrere hundert Personen aus der rechtsextremen Szene zum zehnten Mal jährte, wolle man mit der Aktion ein weiteres Zeichen setzen und erneut „auf Spurensuche“ gehen.
Am 11. Januar 2016, dem ersten Jahrestag des damaligen Leipziger Pegida-Ablegers Legida, waren mehr als 200 schwarz gekleidete und teils mit Äxten, Stangen und Totschlägern bewaffnete Personen durch das linksalternativ geprägten Connewitz gezogen und Menschen eingeschüchtert, angegriffen und bedroht.
Es wurden außerdem Autos, Geschäfte und Wohnhäuser demoliert. In einem Bistro wurde die Decke durch einen Sprengsatz beschädigt, der Thekenmitarbeiter und die Gäste flüchteten in Panik durch eine Hintertür. Der entstandene Schaden belief sich insgesamt auf rund 113.000 Euro.
In den in den letzten Jahren gelaufenen Strafprozessen gingen für die Täter recht glimpflich aus: Kaum einer der Beteiligten erhielt eine Haftstrafe, oftmals wurden Bewährungsstrafen verhängt. Zudem hatte die gerichtliche Aufarbeitung fast zwei Jahre auf sich warten lassen: Der erste Prozess gegen zwei Beteiligte hatte erst im August 2018 begonnen.
Die LZ wird bei der Demonstration vor Ort sein und zu späterer Stunde Fotos und gegebenenfalls ein Update liefern.
Update, 21.15 Uhr: Etwa 500 Personen beteiligten sich an der Demonstration, welche nach einer Anfangskundgebung auf der Wolfgang-Heinze-Straße verschiedene Schauplätze und mit dem Angriff in Zusammenhang stehende Orte im Süden Leipzigs ablief. Eigenen Beobachtungen nach verlief die Demonstration friedlich.
Rekorddefizit, Speckgürtelromantik und Lake Cospuden
Worüber die LZ heute berichtet hat:
Sächsischer Städte- und Gemeindetag: Rekorddefizit schon im Herbst 2025 über 1 Milliarde Euro
In Rückmarsdorf soll ein Recycling- und Baustoffzentrum entstehen
Lake Cospuden: Ökolöwe Files Objection to Declaration Allowing Boat Traffic
Leer stehender Wohnturm in Grünau: Geschieht bald etwas in der Breisgaustraße?
Die Freiheit, die ich meine: Große Resonanz zum bundesweiten Schreibwettbewerb
Speckgürtelromantik: Ein Skitag im Leipziger Neuseenland
Birds in winter: How to Feed Them Properly and What You Should Never Do
Müller-Urteil und Gegenprotest im Iran
Was heute außerdem wichtig war:
Am Landgericht fand heute der vorerst letzte Prozesstag im Fall um die Schlagersängerin Melanie Müller (37) statt. Die Oschatzerin soll auf einem Konzert im September 2022 in Leipzig den Hitlergruß gezeigt haben. Im August 2024 hatte das Leipziger Amtsgericht sie deshalb wegen des Verwendens von Kennzeichen verfassungswidriger und terroristischer Organisationen sowie Drogenbesitzes zu einer Gesamtgeldstrafe von 160 Tagessätzen zu je 500 Euro, insgesamt also 80.000 Euro, verurteilt. Gegen das Urteil hatte Müller Berufung eingelegt.
Medienberichten zufolge hat das Mullah-Regime, gegen welches seit mehreren Tagen Massenproteste im Iran stattfinden, nun wiederum eigene Anhänger*innen zum Gegenprotest aufgerufen. In den Berichten sprach man von einem „iranischen Aufstand gegen amerikanisch-zionistischen Terrorismus“, aufgrund fehlender Pressefreiheit im Land können derartige Aussagen allerdings nur schwer überprüft werden.
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