Gerichtsurteile und staatsanwaltschaftliche Ermittlungen prägten die heutigen Meldungen. So ist die antifaschistische Aktivistin Maja T. in Ungarn zu acht Jahren Haft verurteilt worden. In Leipzig demonstrierten am Abend hunderte Menschen gegen das Urteil. Das Frankfurter Landgericht hat einen früheren DFB-Schatzmeister vom Vorwurf der schweren Steuerhinterziehung freigesprochen. Und die Leipziger Staatsanwaltschaft ermittelt gegen AfD-Politiker Dornau. Die LZ fasst zusammen, was am Mittwoch, dem 4. Februar 2026, in Leipzig, Sachsen und darüber hinaus wichtig war.

Hunderte demonstrieren gegen Haftstrafe von Maja T.

In der ungarischen Hauptstadt Budapest ist die Thüringer Aktivistin Maja T. heute zu acht Jahren Haft verurteilt worden, weil sie sich an Angriffen auf Neonazis beteiligt haben soll. Gegen dieses Urteil gingen auch in Leipzig am Abend um die 500 Menschen auf die Straße.

Mit Transparenten wie „Free Maja“, „Free all Antifas“ oder „Solidarität ist unsere stärkste Waffe“ versammelten sie sich auf dem Wilhelm-Leuschner-Platz. In Ansprachen kritisierten sie das Urteil sowie die Verfolgung von Antifaschisten. Sie riefen zu Mitgefühl, Empathie und Solidarität auf, denn das mache den Unterschied zu faschistischen Strukturen aus.

Kritik am Urteil kommt aber auch von Politikern: „Dieses Urteil ist ein Armutszeugnis für die Unabhängigkeit der ungarischen Justiz“, sagt Luke Hoß, rechtspolitischer Sprecher der Fraktion Die Linke im Bundestag. „Ob Maja T. die vorgeworfenen Taten wirklich begangen hat, wurde in diesem politischen Propaganda-Prozess nicht nachgewiesen. Ein erneutes und faires Verfahren in Deutschland wäre jetzt ebenso notwendig wie eine Entschädigung für die unmenschlichen Haftbedingungen, die Maja T. über Monate in Ungarn ertragen musste.“

Der Linken-Politiker sieht die Bundesregierung und Außenminister Wadephul in der Verantwortung, „sich mit Nachdruck dafür ein(zu)setzen, dass Maja T. unverzüglich nach Deutschland zurücküberstellt wird“. Das fordert auch Luis Schäfer, Landessprecher der Thüringer Bündnisgrünen.

„Das Bundesverfassungsgericht hatte festgestellt, dass die Auslieferung von Maja T. nach Ungarn rechtswidrig war. Trotzdem sitzt sie weiterhin in Haft unter Bedingungen, die nicht den europäischen Standards entsprechen. Das ist ein Skandal – und ein Offenbarungseid für den europäischen Rechtsschutz. Ein fairer Prozess war unter diesen Umständen nicht möglich“, so Schäfer. Er sieht in dem Urteil „ein politisches Signal aus einem autoritär regierten Staat“.

„Free Maja“-Transparent auf der Demonstration am Wilhelm-Leuschner-Platz anlässlich des Gerichtsurteils gegen Maja T. Foto: Lucas Böhme

Staatsanwaltschaft Leipzig ermittelt gegen AfD-Abgeordneten

Am heutigen Vormittag hat die Staatsanwaltschaft Leipzig die Wohn- und Geschäftsräume, Fahrzeuge sowie die Person des sächsischen AfD-Landtagsabgeordneten Jörg Dornau durch Kräfte des Zollfahndungsamts Dresden durchsuchen lassen. Sie setzte damit Beschlüsse des Ermittlungsrichters des Amtsgerichts Leipzig um.

Gegen Dornau war der Tatvorwurf eines Verstoßes gegen Paragraf 18 Außenwirtschaftsgesetz (AWG) erhoben worden. Im August 2022 soll er in einer Zollanmeldung für die Ausfuhr eines Teleskopladers ein falsches Bestimmungsland angegeben haben, um das Ausfuhrverbotes nach Belarus zu umgehen.

Vor dem Beginn der heutigen Durchsuchungsmaßnahmen, durch die Beweismittel für das Ermittlungsverfahren sichergestellt werden sollten, hatte der Sächsische Landtag auf Antrag der Leipziger Staatsanwaltschaft die Aufhebung der Immunität von Jörg Dornau beschlossen.

DFB erringt Freispruch in „Bandenwerbung-Affäre“

Große Erleichterung beim Deutschen Fußball-Bund (DFB). Der seit Jahren andauernde Gerichtsprozess um den Vorwurf der Steuerhinterziehung im Zusammenhang mit Einnahmen aus Bandenwerbung ist heute zu Ende gegangen. Mit dem damaligen DFB-Schatzmeister Stephan Osnabrügge ist nun auch der letzte verbliebene Angeklagte ohne jede Einschränkung freigesprochen worden. Auch für den Verband, als sogenannter Nebenbeteiligter, gab es den Freispruch, berichtet n-tv.de.

200 Beamte, teilweise mit Maschinenpistolen, hatten im Oktober 2020 in einer aufsehenerregenden Razzia die DFB-Zentrale in Frankfurt/ Main durchsucht. Durchsuchungen gab es außerdem an den Privatadressen mehrerer Funktionäre. Stephan Osnabrügge war vorgeworfen worden, DFB-Einnahmen aus der Bandenwerbung der Nationalmannschaft für die Jahre 2014 und 2015 falsch zugeordnet und dadurch etwa 3,5 Millionen Euro Steuern hinterzogen zu haben.

In einer öffentlichen Stellungnahme erhebt der DFB nun seinerseits schwere Vorwürfe gegen die ermittelnde Staatsanwaltschaft. Unter anderem seien „die Regeln einer fairen und rechtsstaatlichen Verfahrensführung in erheblichem Ausmaß verletzt und das gesetzliche Gebot einer objektiven Sachverhaltsermittlung grob missachtet“ worden. Zudem sei eine „Einflussnahme der Staatsanwaltschaft auf den Bericht der Betriebsprüfer“ dokumentiert. Nun fordert der DFB „die hessische Landespolitik auf, die sich auch aus den Worten des Gerichts ergebenen Vorwürfe umfassend aufzuklären“.

Worüber die LZ heute berichtet hat:

Maja T. zu acht Jahren Haft verurteilt

Hallo Leipzig: So startet Mittwoch, der 4. Februar 2026

Silvester in Leipzig: Brände, Notrufe und kein Alarmruf vom Fockeberg

Berechtigte Frage im Stadtrat: Wie sicher ist die Wärmelieferung aus Leuna?

Fragen an den Yeti: Mit Volker Sielaff unterwegs in Abschieden, London und opulenten Liebeserklärungen

Geld für die Kirchenmusik: Handschriften von Bach, Gottsched und Telemann im Stadtarchiv Leipzig entdeckt

Was sonst noch wichtig war:

Die AfD im Thüringer Landtag ist mit einem konstruktiven Misstrauensvotum gegen Ministerpräsident Mario Voigt (CDU) deutlich gescheitert. AfD-Fraktionschef Björn Höcke wollte auf diesem Weg selbst neuer Ministerpräsident werden.

Mit einem Brief an die Führung der Europäische Fußball-Union (UEFA) fordern 19 EU-Abgeordnete der Grünen, der Sozialdemokraten, der Liberalen und der Linken zur Prüfung eines möglichen Boykotts der im Sommer anstehenden Fußball-Weltmeisterschaft in den USA auf.

Nachdem am Montag ein Zugbegleiter in Rheinland-Pfalz bei der Ticketkontrolle in einem Regionalexpress tätlich angegriffen worden war und reanimiert werden musste, ist der 36-Jährige nun an seinen Verletzungen gestorben. Der mutmaßliche Täter konnte gestellt und in Untersuchungshaft genommen werden.

Ungewohnt niedrige Temperaturen sorgen derzeit im US-Bundesstaat Florida dafür, dass Leguane in großer Zahl reglos von Bäumen herunterfallen. Denn unterhalb von etwa 7 Grad versetzt sie ihr wechselwarmer Organismus in eine Kältestarre, die ihnen das Überleben sichern soll. Die Naturschutzbehörde richtet derweil Sammelstellen für aufgefundene Tiere ein.

Skispringerin Katharina Schmid (SC Oberstdorf) und Eishockey-Star Leon Draisaitl (Edmonton Oilers) werden am 6. Februar bei der Eröffnungsfeier der Olympischen Winterspiele Mailand Cortina 2026 die deutsche Fahne tragen. Das hat der Deutsche Olympische Sportbund (DOSB) am Abend bekanntgegeben.

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