Die Stadt sorgt sich. Und will helfen, die Folgen von Sonnenbrand zu verhindern (was richtig ist). Das Landgericht zeigt für alle, die  nicht hinten raus müssen, Leipziger Kunst (was interessant ist). Und wer das kürzlich geborene Giraffenbaby sehen will, muss sich anstrengen (was gerechtfertigt ist).  Alle drei Hinweise sind lohnenswert.

Eins, zwei, drei, vier Eckstein – will nicht mehr versteckt sein

Die Neugier ist groß. Auf der einen und der anderen Seite des Zauns. Ab und an lunzt das vor wenigen Tagen geborene Giraffenbaby über und durch die Bretter seines strohbequemen Separees im Langbeinhaus der Leipziger Afrika-Savanne. Und im Publikumsbereich beugen sich die Besucherinnen und Besucher neugierig über die Brüstung. Um den Neuling zu erblicken, braucht es Zeit. Und Genügsamkeit.

Denn mehr als die süßen Kulleraugen mit den langen Wimpern, die freche Nase, in der sich vortrefflich mit der Zunge bohren lässt, und die kleinen Ohren, die noch ein paar Tage Zeit haben, bevor sie das Gekeife der hektischen Perlhühner auf der weiten Fläche im Leipziger Zoo zu hören kriegen, gibt’s wenig zu sehen von Sipiwes Bürschchen, das in der Nacht zu Dienstag offenbar komplikationslos zur Welt kam.

Kam vor vier Jahren aus Dänemark. Giraffenmama Sipiwe. Foto: Benjamin Weinkauf

Vater ist der 7-jährige Bulle Matyas. Für die Giraffenmutter ist es bereits das zweite Jungtier, seit sie 2022 aus dem Zoo Aalborg nach Leipzig gekommen ist. Vor der Geburt war Sipiwe vorsorglich von der Herde getrennt worden, um die letzten Tage der Trächtigkeit in Ruhe verbringen zu können. Noch bleiben Mutter und Sohn in diesem eigenen Bereich, den man von der Besucherebene aus erblicken kann.

Auch wenn man den Spross nur gelegentlich und nie im Ganzen zu sehen bekommt: Gestern sprang er schon so aufgeregt und neugierig umher, dass es nur eine Frage der Zeit ist, bis sich seine Welt vergrößert. Auf der Anlage gibt es so viel zu erleben. Und der Sommer hat gerade erst begonnen. Sowohl sein Papa als auch die Tanten strecken jedenfalls ihre Köpfe immer wieder über die Absperrung und scheinen sehr interessiert daran zu sein, wer ihre Herde da wohl ergänzen wird.

’ne Schnute ziehen kann der kleine Giraffenjunge schon prima. Foto: Benjamin Weinkauf

Stadt sorgt sich um Sonnenkinder

Wer ab jetzt eines der Leipziger Freibäder besucht, soll künftig schon am Eingang erfahren, wie hoch die Belastung durch UV-Strahlung an diesem Tag ausfällt. Die Leipziger Sportbäder beteiligen sich an einer bundesweiten Kampagne der Deutschen Krebshilfe und der Arbeitsgemeinschaft Dermatologische Prävention (ADP) und statten ihre Freibäder nach und nach mit UV-Index-Tafeln aus.

Die erste dieser Informationstafeln wurde am Donnerstag im Sommerbad Kleinzschocher (Schleußiger Weg) installiert. Weitere Standorte sollen im Laufe der Saison folgen. Angezeigt wird der aktuelle UV-Index, ergänzt um Empfehlungen zum passenden Sonnenschutz.

Sportbäder-Geschäftsführer Martin Gräfe verweist in einer Mitteilung dabei auf ein häufig unterschätztes Risiko: „UV-Strahlung ist eine Gefahr, die man weder sehen noch spüren kann – ihre Auswirkungen auf die Gesundheit können jedoch erheblich sein. Deshalb unterstützen wir die Kampagne ausdrücklich. Mit den UV-Index-Tafeln schaffen wir Aufmerksamkeit für ein Thema, das viele Menschen im Alltag unterschätzen. Gleichzeitig richten wir den Blick nicht nur auf unsere kleinen und großen Badegäste, sondern auch auf unsere Mitarbeiter, die während der Freibadsaison täglich im Freien arbeiten.“

Die richtige Sonnencreme im Gepäck zu haben, obliegt bei aller Fürsorge der Eigenverantwortung. Den Kampf gegen die Zahlen auf den Index-Tafeln kann man nur verlieren. Wer meint, besonders „cool“ zu sein, wird sich verbrennen. Mit harten Konsequenzen, letztlich nicht nur für sich selbst.

Das Bäderamt hilft bei der Einschätzung der Gefahr durch Sonnenstrahlen. Foto: Leipziger Gruppe

Kunst statt Kerker

Sonst Richtstatt über Schuld und Sühne, wird ein Gericht ab heute zum Museum. Um 17 Uhr eröffnet das Landgericht Leipzig im Schwurgerichtssaal die Ausstellung „UNSERE KUNST – eine Gemeinschaftsausstellung von Ines Adam und Sebastian Luksch“.

Die Ausstellung knüpft an eine Tradition an, die in Sachsen seit mehr als 30 Jahren Bestand hat. Bereits 1992 rief das Sächsische Staatsministerium der Justiz das Projekt „Kunst & Justiz“ ins Leben. Ziel ist es, Gerichte und Staatsanwaltschaften nicht ausschließlich als Orte staatlicher Rechtsprechung wahrnehmbar zu machen, sondern sie zugleich als öffentlich zugängliche Räume für kulturelle Begegnungen zu öffnen.

Gezeigt werden ältere und aktuelle Arbeiten zweier Leipziger Kunstschaffenden. Während bei Ines Adam nach Angaben des Landgerichts vor allem Farbe, Komposition, Abstraktion sowie Ruhe und Harmonie im Mittelpunkt stehen, prägen bei Sebastian Luksch emotionale, häufig porträthafte Malereien und Naturmotive das Werk.

Das Haus an der Harkortstraße ist für viele Bürger vor allem mit der Rechtssprechung verbunden. Die neue Ausstellung rückt für einige Wochen eine andere Perspektive in den Mittelpunkt: die Begegnung mit Kunst an einem Ort, der sonst von den Abläufen der Justiz geprägt ist. Die Schau ist bis zum 31. August 2026 während der Öffnungszeiten des Gerichtsgebäudes zu sehen.

Frau am Meer, Junge in Verzweiflung – das Landgericht zeigt Bilder von Ines Adam und Sebastian Luksch. Repro: Freistaat Sachsen / Rechte bei den Künstlern

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