Gesellschaft

Gilt nach wie vor: Das Runde muss ins Eckige. Foto: Jan Kaefer
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Gastkommentar von Christian Wolff: #wm2022ohneuns

Ab jetzt lautet die Devise: Fußball-WM 2022 in Katar ohne uns! Denn diese Fußball-Weltmeisterschaft an diesem Ort zu diesem Zeitpunkt (Dezember) ist kulturell widersinnig, ökologisch ein Wahnsinn, politisch höchst fragwürdig, sportlich daneben. Zeigen wir der FIFA die rote Karte – und fangen jetzt damit an. Jetzt gilt es dafür zu werben, dass im Dezember 2022 möglichst niemand vor dem Fernseher sitzt, um sich Spiele in aufwendig heruntergekühlten, von modernen Sklaven gebauten Stadien anzuschauen.

Kanwal Sethi, Sprecher des Migrantenbeirat Leipzig. Foto: L-IZ.de
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Leipziger Migrantenbeirat fordert mehr Vielfalt in den Parlamenten

Dass der Leipziger Stadtrat die Einwohner nicht genau abbildet, ist offensichtlich. So sind beispielsweise Frauen deutlich unterrepräsentiert. Der Migrantenbeirat wirft nun den Fokus auf eine andere Bevölkerungsgruppe. In einem Brief an die Fraktionen fordert das Gremium mehr Vielfalt in den Parlamenten – und wünscht sich Engagement sowohl seitens der Migranten als auch der Parteien.

Abgestempelt. Foto: Ralf Julke
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Von der Umwertung der Werte – oder: Müssen wir unmenschlich werden, um die Menschheit zu retten?

Harald Welzer hat kürzlich in der Wochenzeitung „Die Zeit“ von der „Renaissance der Menschenfeindlichkeit“ gesprochen (https://www.zeit.de/2018/23/rechtspopulismus-rechtsruck-afd-migration-konsensverschiebung). Dafür macht er vor allem „Brückenfiguren“ wie Horst Seehofer verantwortlich, die „ausgrenzende und menschenfeindliche Haltungen“ von Pegida und AfD salon- und gesellschaftsfähig machen. Welzer hat damit auf ein Problem hingewiesen, das in diesen Tagen deutlicher denn je zutage tritt. Es hat sich aber schon lange aufgebaut: die Umkehrung der moralischen Grundwerte in ihr Gegenteil.

Protest gegen Abschiebungen. Foto: René LochProtest gegen Abschiebungen. Foto: René Loch
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Gute Laune und klare Ansagen bei „Bildung statt Abschiebungen“-Demo in Leipzig

Etwa 150 junge Menschen haben am Freitag unter dem Motto „Bildung statt Abschiebung“ in Leipzig demonstriert. Sie forderten Reformen im Bildungswesen, bessere Bedingungen für Geflüchtete und ein Ende aller Abschiebungen. Vor allem Schüler hatten sich an der Versammlung beteiligt. Denn "Abschiebung" ist mittlerweile das zentrale Wort in der deutschen Migrations- und Asylpolitik geworden, spätestens seit der ehemalige Bundesinnenminister Thomas de Maizière (CDU) im vergangenen Jahr „Akzeptanz für eine Abschiebekultur“ gefordert hatte. Geflüchteten in Deutschland ein sicheres und angenehmes Leben zu bereiten – davon hingegen war zuletzt eher wenig zu hören.

Für graue Männer ganz schwer auszuhalten: die bunte Vielfalt der Anderen. Foto: Ralf Julke
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Gastkommentar von Christian Wolff: Die „christ-soziale“ Männergesellschaft

Seit Wochen schwirrt er herum: der sogenannte „Masterplan Migration“ des Bundesinnenministers. Doch niemand kennt ihn. Dauergrinsend gefällt sich Horst Seehofer darin, das bis jetzt geheime Machwerk als „großen Wurf“ zu verkaufen. Ein Punkt allerdings ist öffentlich: die Nummer 63. Der wird nun rauf und runter debattiert: Zurückweisung von Geflüchteten, die in einem anderen Land der EU registriert wurden oder dort einen Antrag auf Asyl gestellt haben.

Haupteingang zum Diakonissen-Krankenhaus. Foto: Ralf Julke
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Am 21. Juni bekommt Marie Runkel einen Stolperstein direkt vorm Diakonissen-Krankenhaus

Am 21. Juni wird in Lindenau ein Stolperstein für die Diakonisse Marie Runkel verlegt, die 1941 in die Mordmaschinerie des NS-Regimes geriet. Eine überfällige Geste nennt es Michael Kühne, Rektor des Leipziger Diakonissenhauses. Und eine Ausstellung zum Leben der Gewürdigten wird auch eröffnet. Auch eine Gedenkandacht ist geplant und ein Fachvortrag zum Thema NS-„Euthanasie“.

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Gastkommentar von Christian Wolff: Ein bisschen Nachhilfe für Michael Weickert (CDU) in Sachen biblisches Menschenbild

Seit dem 22. Mai 2018 wurde sie vermisst, die 14-jährige Susanna F. aus Mainz. Aufgrund von Hinweisen fand die Polizei am vergangenen Mittwoch die Leiche des Mädchens. Sie wurde vergewaltigt, ermordet und dann in Wiesbaden verscharrt. Ein 13-jähriger Flüchtling hat der Polizei die entscheidenden Hinweise auf den Fundort der Leiche und den Täter gegeben. Er kannte den 20-jährigen Iraker Ali B., der das Verbrechen begangen haben soll. Ali B. war abgelehnter Asylbewerber und der Polizei wegen verschiedener Straftaten bekannt. Er hatte sich u.a. an einem 11-jährigen Flüchtlingskind in der Asylunterkunft vergangen. Doch das blieb ungeahndet. Soweit einige nüchterne Fakten eines horrenden Verbrechens.

Hand in Hand eine Runde um den Block gehen, atmen und Nachdenken. Foto: L-IZ.de
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Gastmanns Kolumne: Susanna und wir

Alter Spalter, das war eine Woche! Der Mord an der vierzehnjährigen Susanna aus Mainz vermochte eine ohnehin schwer gespaltene Nation noch mehr zu entzweien. Bundestrainer allerorten und aller Couleur, in welche Himmelsrichtung man sich auch immer wandte. Nur eines einte sämtliche Seiten: Rasch war man mit Urteilen, Forderungen nach Konsequenzen und vor allem Schuldzuweisungen bei der Hand. Allzu rasch, wie ich meine. Genau darum wird es in dieser Kolumne gehen.

Wahlkampf-Plakat. Foto: Ralf Julke
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Meistens kommt es eben doch auf die richtigen Worte an

Unser Leser „Jens“ hat uns einen Leserbrief geschrieben zur „Leipziger Erklärung 2018“, zu der wir am 7. Juni auch eine Presseerklärung des doch mittlerweile weithin bekannten Netzwerkes „Leipzig nimmt Platz“ veröffentlicht haben. Er schreibt an uns, als hätten wir die „Leipziger Erklärung“ selbst geschrieben. Haben wir natürlich nicht. Denn in einem gebe ich ihm unbedingt recht: In der Wortwahl wäre sie ein bisschen anders ausgefallen.

"Thesenanschlag" für die Leipziger Disputation 2019. Foto: Ralf Julke
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Leipziger Disputation stellt diesmal die Frage: Kann nur ein Gott uns retten?

Bevor sich das Jubiläum des Lutherschen Thesenanschlags von 2017 näherte, schufen die Uni Leipzig, die Stadt Leipzig und die Lutherschen Kirchen der Stadt ein Format, das seinesgleichen sucht in Deutschland: die Leipziger Disputation. Die erinnert nämlich an das eigentliche Leipziger Luther-Ereignis: die Disputation zwischen Luther und Eck 1519 in der Hofstube des kurfürstlichen Schlosses. Bis 2018 fand die Disputation in der Thomaskirche statt. Jetzt findet sie zum ersten Mal im Paulinum statt.

Eine nicht von allen geliebte Partei ... Foto: Ralf Julke
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Gastkommentar von Christian Wolff: Gauland und seine „Brückenfiguren“

Wieder Alexander Gauland, Bundesvorsitzender der AfD und Vorsitzender der AfD-Bundestagsfraktion. Wieder ein Schritt in die rechtsnationalistische Richtung. Nach Tagen einer merkwürdigen Debatte über die Frage, ob Journalisten an Demonstrationen gegen AfD-Positionen teilnehmen sollen/dürfen oder nicht, nach einer völlig überflüssigen Äußerung von Andrea Nahles, dass Deutschland nicht alle Flüchtlinge aufnehmen könne (was für eine sensationelle Erkenntnis!), nachdem Dresden auch durch das ZEIT-Magazin zur „Hauptstadt der Debattenkultur“ hochstilisiert wurde, sah Alexander Gauland wieder einmal die Zeit für gekommen, das ideologische Weltbild der AfD zu schärfen.

Samba und Alice, seine Betreuerin bei der Flüchtlingshilfe. Bild: ARD Degeto/Senator
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Gastmanns Kolumne: „Ein Brief an MP Kretschmer“

Lieber Michael Kretschmer, der Begriff „Ankerzentrum“ ist augenblicklich in aller Munde. Sie haben einen entscheidenden Anteil daran. Sie möchten diese Lager – entschuldigen Sie, wenn ich an dieser Stelle mal den „Nude-Look“ der Sprache wähle – in Sachsen errichten lassen, und das möglichst rasch. Um mit zu den Ersten zu gehören. Um ein Zeichen der Proaktivität zu setzen oder „um ‚der AfD mit Ironie‘ zu begegnen“ – so richtig versteht man es nämlich nicht.

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