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Schulstreik fürs Klima: 700 Menschen gehen in Leipzig auf die Straße

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    Der „Kohlekompromiss“ mit dem auf spätestens 2038 datierten Ausstieg aus dem Kohleabbau sollte die Gemüter der Umwelt- und Naturschützer eigentlich abkühlen. Doch stattdessen sind sie weiterhin ähnlich stark erhitzt wie das Weltklima. Erneut gingen in Leipzig deshalb mehrere hundert Menschen auf die Straße, um für Maßnahmen gegen den Klimawandel und den sofortigen Kohleausstieg zu demonstrieren. Für Ministerpräsident Michael Kretschmer gabs am Tag der Zeugnisausgabe in Leipzig auch ein paar Schulnoten für seine Kohle-Politik.

    Etwa 700 überwiegend junge Menschen haben am Freitag, den 15. Februar, in Leipzig für mehr Klimaschutz demonstriert. Sie folgten damit einem Aufruf des lokalen „Fridays For Future“-Ablegers. Vorbild für den Protest ist die 16-jährige Schwedin Greta Thunberg, die den „Schulstreik fürs Klima“ initiiert hat.

    Die Schülerin gerät wegen ihres Einsatzes für den Klimaschutz immer wieder ins Visier von Konservativen und Rechtsradikalen. CDU-Generalsekretär Paul Ziemiak beispielsweise beklagte auf Twitter, dass Thunberg den deutschen „Kohlekompromiss“ als „absurd“ kritisierte. Dafür, sich hier an einer 16-jährigen abarbeiten zu wollen, erntete er einen veritablen Shitstorm. Der „Welt“-Blogger Rainer Meyer, besser bekannt als „Don Alphonso“, ist ebenfalls schwer damit beschäftigt, Thunberg und deutschen Klimaaktivistinnen angeblich schlechtes Verhalten nachzuweisen. Eine Art Versuch, sie zu einer Säulenheiligen zu machen und sie gleichzeitig zu attackieren.

    Zuvor hatte man auch in Leipzig aus konservativen Kreisen heraus versucht, die Schüler mit der Schulpflicht zu gängeln. Dass immer mehr die jungen Klimaschützer selbst und weniger ihre Argumente in den Fokus geraten, war eines der zentralen Themen auf der Demonstration am Freitagnachmittag.

    „Fridays For Future“-Sprecherin Laura und Marco Böhme, Landtagsabgeordneter der Linkspartei, riefen dazu auf, sich von diesen Äußerungen nicht einschüchtern zu lassen. „Hört nicht auf die Leute, die sagen, dass es nichts bringt“, forderte Laura. „In Wahrheit beneiden sie uns um unseren Mut.“ Böhme machte sich zudem über abwertende Bezeichnungen wie „Berufsdemonstranten“ lustig: „Wenn, dann sind das Auszubildende.“

    Sascha von den „Fahrradfreunden“ bezeichnete unterdessen die Infrastruktur in Leipzig als schlecht. „In Städten sind Busse, Bahnen oder Fahrrad das beste Mittel, um von A nach B zu kommen.“ Sinnvoll sei beispielsweise eine Fahrradstation am Hauptbahnhof. Um das zu erreichen habe man bereits eine Petition gestartet. Zu den Erstunterzeichnen gehören Mitglieder von Linkspartei, Grünen, SPD, Ökolöwe, BUND und Jugendparlament.

    Das Video zur Petition für eine Radgarage am Hauptbahnhof Leipzig. Quelle: OpenPetition bei Youtube 

    Später kamen unter anderem der ehemalige Oberbürgermeister-Kandidat Felix Ekardt sowie Mitglieder von „Aufbruch Ost“ und die Initiative „Ende Gelände“ zu Wort. „Ende Gelände“-Sprecherin Greta – nicht identisch mit der schwedischen Schülerin – forderte mehr Klimagerechtigkeit und verwies auf jetzt schon vorhandene Auswirkungen des Klimawandels wie Obdachlosigkeit, Armut und ökologische Schäden.

    Die Demonstrierenden riefen unter anderem Parolen wie „Wir sind viele, wir sind laut, weil ihr uns die Zukunft klaut“ und forderten dazu auf, gegen die Braunkohle „auf die Barrikaden“ zu gehen.

    Vor dem Neuen Rathaus präsentierte „Fridays For Future“ ein Zeugnis für den sächsischen Ministerpräsidenten Michael Kretschmer (CDU). Er war zu der Demonstration eingeladen worden, sagte jedoch mit Verweis auf die Sitzung des Deutschen Bundesrates ab. Kretschmer erhielt von den Organisatoren in vielen Bereichen gute beziehungsweise sehr gute Noten, unter anderem für „Konzernbegünstigung“ und „Kohlesubvention“.

    Der nächste „Klimastreik“ von Schüler/-innen, Studierenden und Auszubildenden ist für Freitag, den 15. März, geplant.

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