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Gastkommentar von Christian Wolff: 2G-Regel und kostenpflichtige Tests – das Virus triumphiert!

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    Am Freitag will die sächsische Landesregierung sie beschließen: die 2G-Regel für alle öffentlichen Veranstaltungen. Nur noch Geimpfte und Genesene sollen öffentliche Veranstaltungen, Restaurants, Bars, Clubs besuchen dürfen. Nichtgeimpfte bleiben außen vor.

    Ministerpräsident Michael Kretschmer (CDU) hatte schon vor Tagen die 2G-Regel mit drohendem Unterton wie eine Strafaktion gegen Nichtgeimpfte angekündigt. Dahinter steht das Narrativ: Die derzeit steigenden Inzidenzwerte werden allein durch Nichtgeimpfte verursacht. Sie tragen die Schuld, dass der ersehnte Weg in die Normalität auf sich warten lässt.

    So wird kurzerhand die Corona-Pandemie zur „Pandemie der Ungeimpften“ und damit die Ungeimpften zum eigentlichen Virus erklärt. Das ist schon eine anmaßende Zumutung! Ihr muss deutlich entgegengetreten werden – ohne sich in irgendeiner Weise mit den Schwurblern, Querdenkern und Corona-Verleugnern gemeinzumachen.

    Es gilt festzuhalten: Der Hauptverantwortliche für die steigenden Infektionszahlen ist das Virus! Dieses hat entgegen mancher Erwartung und trotz der Impfung wenig von seinem Verbreitungsdrang und seiner Gefährlichkeit verloren. Infiziert werden eben nicht nur Nichtgeimpfte, sondern zunehmend auch Geimpfte (sog. Impfdurchbrüche) – letztere Gott sei Dank mit meist mildem Verlauf.

    Auch wenn merkwürdigerweise darüber kaum gesprochen wird: Offensichtlich haben die Maßnahmen wie die 2G-Regel und die seit dem 11.10.21 kostenpflichtigen Corona-Schnelltests das Infektionsgeschehen eher angeheizt als gebremst. Denn beide Maßnahmen dienen weniger dem Gesundheitsschutz als vielmehr der Disziplinierung der Nichtgeimpften.

    Doch die Impfbereitschaft ist dadurch bis jetzt nicht angestiegen. Dafür werden kaum noch Schnelltests durchgeführt mit der Folge, dass viele Menschen, Nichtgeimpfte wie Geimpfte, unkontrolliert zur Verbreitung des Virus beitragen.

    Ich frage mich: Warum hat man nicht das kostenlose Angebot der Schnelltests aufrechterhalten? Warum wird nicht alles getan, um die Schnelltests noch verlässlicher zu machen? Warum wird die 3G-Regel (Geimpfte, Genesene, Getestete) nicht flächendeckend angewendet? Warum nutzt man nicht die Testzentren, um dort den direkten Kontakt mit Nichtgeimpften für ein Impfangebot zu nutzen? Wäre auf diese Weise eine Kontrolle des Infektionsgeschehens nicht viel eher möglich?

    Stattdessen also die 2G-Regel. Doch sie hebelt die freie Entscheidung eines jeden Bürgers, einer jeden Bürgerin, sich impfen zu lassen, faktisch aus und kommt einem Impfzwang nahe. Will man 20–30 % der Bevölkerung vom gesellschaftlichen Leben ausgrenzen – oder wie die Aussätzigen zur Zeit Jesu vor die Stadtmauern verfrachten?

    Aber entscheidend ist noch etwas anderes: Die 2G-Regel gaukelt eine Sicherheit vor Infektionen vor, die in geschlossenen Räumen gar nicht vorhanden ist. So können sich auch 2G-Veranstaltungen – wie die vergangenen Wochen zeigen – zu einem Hotspot entwickeln. Auch dort kann es zur Verbreitung des Virus und damit zu marodierenden Infektionsausbrüchen an vielen anderen Orten kommen.

    Da viele Geimpfte meinen, sie seien komplett geschützt, müssten weder einen Mund-Nasen-Schutz tragen, noch Abstand halten, noch sich testen lassen, können sie das Virus unkontrolliert verbreiten, ohne selbst Schaden zu nehmen. So kann das Virus an Orten zuschlagen und triumphieren, wo Menschen sich sicher wähnen.

    Um es überspitzt zu sagen: Die 2G-Regel ist auch nur eine weitere Variante der Corona-Verleugnung. Darum höchste Vorsicht: Das Virus ist lebendig. Die Impfung erweist sich offensichtlich nicht als das alleinige Allheilmittel. Wir brauchen einleuchtende Regeln im täglichen Zusammenleben – aber Regeln, die niemanden ausgrenzen.

    So besteht unsere Aufgabe nicht darin, der Sehnsucht nach Normalität nachzugeben und so ganz nebenbei Menschen als „Schädlinge“ zu brandmarken. Wer sich derzeit nicht impfen lassen will, ist nicht per se ein Corona-Verleugner! Er oder sie verfolgt mit anderen Mitteln Gesundheitsschutz. Darum muss der medizinische Kampf gegen das Virus damit verbunden werden, unsere Lebensweise kritisch zu überprüfen: Wie kann ich mein Immunsystem stärken jenseits des Impfschutzes?

    Das ist nicht nur ein individuelles Problem, es ist vor allem eine sozialpolitische Herausforderung. Denn nach wie vor ist das Infektionsgeschehen dort am höchsten, wo Menschen auf engstem Raum zusammenleben müssen. Als jemand, der geimpft ist, jede/n auch zum Impfen ermuntert und sich wahrscheinlich auch ein drittes Mal impfen lässt, werde ich mich weiter politisch dafür einsetzen:

    • die 2G-Regel unverzüglich beenden bzw. erst gar nicht einführen;
    • Tests wieder kostenlos allen Bürgerinnen und Bürgern zur Verfügung stellen;
    • die Lohnfortzahlung im Fall der Quarantäne wieder einführen;
    • kleinere Gruppen und Klassen in größeren Räumen in Kitas und Schulen;
    • grundlegende Veränderung in der Landwirtschafts- und Ernährungspolitik (es ist schon ein Treppenwitz der Geschichte, dass an einigen Stellen das Impfen „belohnt“ wird mit einer Bratwurst, dem Symbolprodukt der Fleischindustrie, die mitverantwortlich ist für ein der Gesundheit wenig förderliches Ernährungsangebot);
    • angemessene Wohnungsgrößen im sozialen Wohnungsbau.

    Für mich persönlich habe ich entschieden, keine Veranstaltung zu besuchen und keinen Raum zu betreten, in der/dem die 2G-Regel angewendet wird. Das Coronavirus hat schon genug Schaden angerichtet. Wir sollten ihn nicht noch vergrößern.

    Herzliche Einladung

    Kundgebung am Samstag, 06.11.2021 um 14:30 Uhr auf dem Augustusplatz

    Am kommenden Samstag hat die sog. „Bewegung Leipzig“ bundesweit zu einer Demo um den Ring aufgerufen – wie vor einem Jahr. Man kann ja über die Corona-Politik sehr unterschiedlicher Meinung sein. Doch klar muss sein: Mit Rechtsnationalisten darf man sich niemals verbünden. Für sie ist die Kritik an Maßnahmen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie nur ein Vehikel, um Menschen für ihre menschenverachtende Ideologie zu gewinnen. Darum: Wer am Samstag mit „Bewegung Leipzig“ demonstriert, muss wissen, wem er da auf den Leim geht.

    Der DGB Leipzig hat zusammen mit anderen Initiativen zu einer Kundgebung auf dem Augustusplatz aufgerufen. Nähere Informationen hier: https://platznehmen.de/2021/11/01/keine-nazis-auf-dem-ring-querdenkenbewegung-laeuft-nicht/

    Zum Blog von Christian Wolff: http://wolff-christian.de

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      15 KOMMENTARE

      1. @J.: Dennoch erschließt sich mir durchaus die Zielrichtung einer 2G-Regel (wie gesagt, es müsste plus AHA-L, plus ggf. auch Tests sein – die Staatsregierung setzt sich vermutlich nicht umsonst dafür ein, Tests wieder kostenfrei anzubieten) angesichts des Umstands, dass eine in der Regel schnellere, deutlichere Immunantwort auf eine Infektion aufgrund entweder einer Impfung oder einer bereits durchgemachten Infektion das Risiko für eine schwere Erkankung (gut für den Einzelnen) und damit auch für eine Hospitalisierung (gut für die Allgemeinheit) senkt.
        Sie haben recht, diskutiert werden muss auch die Verantwortung des Einzelnen zwischen „bringt alles eh nix, also hauen wir ruhig auf die Kacke“ und „was wäre unter Abwägung aller Interessen der machbarste, menschenfreundlichste Kurs“. (Das vermeidet Herr Wolff leider, wenn er über Maßnahmen schreibt, die maximal mittelfristig einen Effekt haben können.) Die Annahmen, dass sich zum einen die Mehrheit der Geimpften von staatlichen Verordnungen in trügerischer Sicherheit wiegen lässt und zum anderen 2G GAR nichts bringt, ziehe ich allerdings in Zweifel. Einige mögen das Geimpft-sein als Lizenz hernehmen, alle Rück- und Vorsicht fahren zu lassen. Aber ihnen dürfte trotzdem klar sein, dass sie nicht aus der Verantwortung für ihr eigenes Verhalten entlassen sind, bloß weil 2G gilt. Nur sind andere Motivationen eben stärker und so fällt die eigene Risikoabwägung entsprechend aus.
        Doch ob Sie es nun glauben oder nicht, tatsächlich kenne ich aus meiner eigenen Erfahrung fast ausschließlich Veranstaltungen, die unter AHA-L-Bedingungen zusätzlich zu 3G (demnächst zeitweise 2G) durchgeführt werden, und das, obwohl es fortgesetzt zu massiven wirtschaftlichen Nachteilen führt. Ich besuche auch keine Sportkurse oder Cafés/Restaurants, in denen AHA-L und die Kontrolle von Zertifikaten nicht gewährleistet ist. Und damit bin ich wirklich nicht alleine. Ich könnte mich darauf ausruhen, als geimpfter Mensch eine höhere Chance zu haben, gesund zu bleiben oder wieder zu werden, aber ich mache mir angesichts des angeheizten Infektionsgeschehens trotzdem Sorgen um die, die sich noch nicht impfen lassen konnten oder sich gar nicht impfen lassen können (ja, ich kenne solche Menschen persönlich) und frage mich: Warum sind wir nun schon wieder in dieser heiklen Situation? Angesichts der Infektionszahlen und der Impfquote kommt man schon ins Grübeln, ob eine höhere Impfquote nicht doch etwas bringen würde, aus eingangs genannten Gründen. Denn die eine Seite der Medaille ist, wie infektiös sind die Infizierten, klar, die andere Seite ist jedoch, wie häufig werden die Infizierten wie schwer krank. Deshalb gehe ich davon aus, dass sich 2G auf verschiedenen Ebenen durchaus anders auswirken wird als 3G, wenn hoffentlich weniger Ungeimpfte angesteckt werden.
        Nebenbei bemerkt, ich finde, dass alle die, die mit Hängen und Würgen und ALG II ihre Stätten offenhalten und ihre Veranstaltungen unter Einhaltung von 2G/3G + AHA-L weiter durchführen, auch Solidarität in Form eines Bemühens, die Pandemie so schnell und weit wie möglich einzudämmen, verdient haben.
        Sich nicht um die Ansteckungsgefahr zu scheren – auch bei Geimpften – halte ich nicht für wahlweise Abgeklärtheit oder Naivität, sondern schlicht für die Ignoranz der Verantwortung, die mit Freiheit nun mal einhergeht. Und spätestens wenn es um Leben und Tod geht, finde ich es nachvollziehbar, wenn der staatliche Druck, diese Verantwortung wahrzunehmen, erhöht wird, ungeachtet der Frage, ob die Maßnahmen der ab 8. November in Sachsen geltenden Schutzverordnung so alle wirklich sinnvoll sind.

        Ich persönlich halte wenig davon, die Toten in Kauf zu nehmen. Eine solche Haltung ist in meinen Augen nicht ehrlich, sondern ebenso ignorant, so lange man nicht mit Herz und Verstand begriffen hat, was das wirklich bedeutet. Bei der Beisetzung eines nahen, an Covid-19 verstorbenen Verwandten, der sich trotz Isolation angesteckt hatte, aufgrund einer Chemotherapie dem Virus aber wenig entgegensetzen konnte, war der Gedanke „Menschen sterben halt“ kein Trost. Nicht nur, weil dieser Verwandte sehr gerne noch ein paar Jahre gelebt hätte, sondern insbesondere weil er wahrscheinlich auch nicht vor der Zeit an dieser Infektionskrankheit hätte sterben müssen, hätte es mehr Solidarität und dementsprechende Umsicht durch seine Mitmenschen gegeben.
        Und daneben gibt es eben auch noch die vielen vom Aufschub von Vorsorge/Nachsorge und Therapien betroffenen Menschen. Wenn sie dauerhafte gesundheitliche Schäden erleiden oder sterben, weil ihnen nicht rechtzeitig geholfen werden konnte, ist es für sie und ihre Angehörige wohl auch kein Trost, wenn man ihnen sagt: „Menschen sterben halt“, wenn der Grund dafür ist, dass das Gesundheitssystem mit Covid-19-Patienten überlastet sind, das aber nicht so sein müsste.
        Auch deshalb ist für mich Herrn Wolffs Solidarisierung mit den Ungeimpften fehl am Platze.
        Nun mag manch einer sagen, die Rücksichtnahme auf andere könne oder dürfe man nicht erzwingen. Wenn es aber um den Schutz der körperlichen Unversehrtheit und des Lebens geht, darf man das bis zu einem gewissen Grad schon. Menschen- und Grundrechte haben (zumindest in unserer Gesellschaft) eine derartig weitreichende Geltung, dass sie in konkreten Situationen – nicht nur in einer Pandemie – miteinander in Konkurrenz geraten können und dann jeweils gegeneinander abgewogen werden müssen. Die einen warnen davor, dass Bürgerrechte durch die Maßnahmen zur Pandemiekämpfung quasi abgeschafft werden, aber auf der anderen Seite stellt sich eben auch die Frage: Sollen wir das Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit zugungsten von Freiheitsrechten einschränken? Querdenker würden vielleicht eindeutig antworten: ja. Aber so einfach können sich das Regierungen nicht machen.

        Warum gefährden die Gesünderen die weniger Gesunden? Tatsächlich meistenteils nicht, weil sie so weise sind zu erkennen, das Menschen nun mal sterben müssen. Sondern weil sie es können bzw. weil sie es sich herausnehmen, ob nun aus Ignoranz, aus Egoismus, aus Angst vor Spritzen, aus welchem Grund auch immer. Soll die Gesellschaft dem freien Lauf lassen oder soll sie gegensteuern? Ich glaube jedenfalls nicht, dass Herr Wolff eine Gesellschaft befürwortet, in der die Parole gilt: „Du bist schwach? Pech gehabt.“ Dazu hätte er m. E. auch ein paar Worte mehr verlieren können.

      2. Hallo Ro, schön, dass geimpfte Menschen bei Ihnen so verantwortungsbewusst sind, aber sehr viele sind es eben nicht und sie müssen es auch nicht. Der Clou bei 2G ist ja bspw., dass man bei Veranstaltungen keine Maske mehr braucht. Das RKI weist dennoch in einem 3seitigen Flyer zu 2G und 3G 5mal darauf hin, dass alle (Geimpfte, Genesene, Getestete) sich an die AHA-L-Regeln halten sollen. Ja, das ist schon ein Widerspruch, wenn dann 2G-Veranstaltungen ohne Maske erlaubt sind, und in der Realität gab es letztes Wochenende zahlreiche Halloweenpartys ohne Abstand, ohne Hygieneregeln, ohne Alltagsmasken und lüften? Sprechen wir nicht drüber. Ist ja auch klar, wenn der Alkohol erstmal fließt, ist den Leuten vieles Wurst.

        Und natürlich kann man das politische Vorgehen in Sachsen und anderswo als schwarze Pädagogik sehen. Aber auch wenn man das politische Vorgehen als vorsorgend interpretiert gegenüber bspw. den Kliniken, ist das politische Vorgehen unsinnig. Weil eben auch Geimpfte zur Verbreitung beitragen und dies auch bei vielen Gelegenheiten tun.

        Ciesek sprach in einem NDR-Podcast vom 27.10.21 von der „falschen Sicherheit “ von 3g- und 2g-Veranstaltungen.

        Kekulé warnte schon im September bei einer Talkshow vor der unsichtbaren Welle der Geimpften und dass Geimpfte Stealth Bomber der Pandemie seien.

        Schmidt-Chanasit sprach gestern erneut von der Scheinsicherheit der 2G-Regeln und empfahl, bei Veranstaltungen alle zu testen.

        Streeck hält die 2G-Regel in Deutschland auch für gefährlich: „Auf den ersten Blick wirkt es wie eine gute Regelung, aber ich halte es für gefährlich.“

        So, wer sind wir denn, wenn wir all den Wissenschaftlern nun kein Gehör schenken? Wir sollen doch immer auf die Wissenschaft hören – und nu? Was macht die Politik? Sie hört nicht auf die Wissenschaft und macht diesen 2G-Quatsch und bildet sich ein, man würde hiermit irgendwas ändern. Also entweder die Politiker belügen sich nun selber mit ihrem 2G oder sie haben kein ernsthaftes Interesse daran, die Überlastung der Kliniken zu verhindern. Denn hätten die Politiker ernsthaftes Interesse daran, die Überlastung im Ansatz zu verhindern und hätten sie Rückgrat wie Anstand, würden sie der Bevölkerung diesbezüglich reinen Wein einschenken und sagen, was Phase ist – nämlich entweder nur Veranstaltungen mit Tests für alle (meinetwegen auch PCR) oder gar keine Veranstaltungen und auch AHA-Regeln für alle und keine Ausnahmen.

        Und klar spalten solche dubiosen 2G-Regeln (völlig unnötigerweise), sicher kann man sie auch als diskriminierend ansehen.

        Mich selbst stört an diesem 2G aber v.a., dass es unehrlich ist. Wie ich unten schon sagte, in England und Schweden war man ehrlich. Den Schweden waren der soziale Frieden und die Kinder und Jugendlichen wichtig, da haben sie die Toten in Kauf genommen. Den Engländern sind die Kinder, Jugendlichen auch wichtig und vor allem die individuelle Freiheit, da nehmen sie die Toten auch in Kauf.

        Und in Deutschland? Wird von der Politik scheinheilig ewig um den heißen Brei gelabert und unehrlicher Unsinn wie 2G praktiziert, die Gesellschaft unnötig gespaltet und überlastete Kliniken und Tote gibt es trotzdem.

      3. Ganz ehrlich… Klar ist Sport gesund und bringt soziale Kontakte, was wiederum psychisch gesund ist.
        Aber selbstverständlich ist der Breitensport auch ein Ort wo es Übertragungen gibt!
        Außerhalb des Spielfeldes ist immer Maske zu tragen… Na klar. Sobald der Tresen vom Sportcenter hinter einem liegt, fliegt sie weg!
        Bitte nur eine Person in der Dusche… Na klar. Die Kerle stehen zu dritt drin und brüllen sich dabei wie gehabt unter dem Wasserstrahl an bhf erzählen Geschichtchen!
        Bitte zu jeder Person genügend Abstand… Na klar! In den Spielpausen schön auf den Handys die neusten Bilder zeigen und dabei die Köpfe zusammenstecken!

        Niemand ist da vernünftig, sondern es sind einfach nur Menschen. Und dort wird sich mit Sicherheit genau so angesteckt wie in Schulen oder im Gewandhaus, wenn man in der Pause in der Schlange vorm Ausschank Kinn an Hinterkopf steht.

        Das alles passiert und ist normal. Aber klar, DER Pandemietreiber ist es natürlich nie. Darf auch bitte niemand behaupten.

      4. Christian,
        Ich kann Ihnen nur zustimmen. Durch das Totalversagen der Politik in Sachen Gesundheitssystem sind wir jetzt in diese Lage erst geraten. 19 Monate, 40 oder 41 Corona Verordnungen wo kein Bürger mehr dahinter steigt. Und zu allem Überfluss eine Gesundheitsministerin die Freizeitsportler noch zu Pandemietreiber macht. Einfach nur noch unfassbar. Sport war eigentlich mal angedacht Gesund zu bleiben, jetzt biste der Böse.
        Wenn sie ehrlich zu sich ist, müsste sie aus Inkompetenz zurücktreten.
        Wird nicht passieren…

      5. Natürlich ist man nicht STERIL IMMUN mit Impfung, das ist Unfug.

        Ziel ist es mittels der Impfungen, die schweren Fälle einzudämmen, da unser bereits angeknackstes (kaputt gespartes) Gesundheitssystem nur noch „wenige Fälle“ bewältigen kann.
        (Und das bereits unter Zurückstellung von geplanten elektiven Eingriffen!)
        Zwei Zahlen noch dazu:
        Es gibt 55.000.000 vollständig geimpfte Personen in Deutschland.
        Es gibt ca. 145.000 „Impfdurchbrüche“ bzw. positiv getestete Impflinge.
        Das sind also ca. 0.3 Prozent Geimpfte.

        Gäbe es diese nicht, kann man sich bei einer Inzidenz von mehreren Hundert recht einfach vorstellen, wieviel es dann „Bedürftige“ gäbe.
        Und wie viele vor dem Krankenhaus in die Röhre gucken würden, weil diese dann mehr als voll wären.

        2G löst das Problem natürlich trotzdem nicht.
        Ziel muss sein, die Ansteckungswahrscheinlichkeit elementar zu senken.
        Das geht nur mit Impfungen UND Tests.
        Leider hapert es an beidem.
        Und mit Ansage.

      6. @J.: Warum habe ich wohl die Delta-Variante erwähnt und geschrieben, dass es eigentlich noch schärfere Regeln geben müsste?
        Denken Sie bitte nicht, die Geimpften würden alle glauben, sie seien „steril immun“. Wer im Impfaufklärungsgespräch wenigstens mit einem Ohr zugehört hat, weiß sehr wohl, dass weitere Maßnahmen zum Schutz (auch anderer) vor einer Infektion notwendig sind und verhält sich entsprechend.
        Ich wollte darauf hinaus, dass der sächsischen Regierung eine Strafaktion für Ungeimpfte zu unterstellen m. E. nicht zutreffend ist. Das aber tut Herr Wolff in seinem Kommentar und geht zugleich nicht weiter darauf ein, dass auch die Überlastung der Kliniken aufgrund einer hohen Zahl von (meistenteils ungeimpften) Covid-19-Patienten mit schweren Krankheitsverläufen sowie die besonders vulnerablen Menschen in der neuen Schutzverordnung mitbedacht werden. Dieses Mitbedenken kann im Übrigen nun mal nur anhand vorhandener Zahlen geschehen, so gerne der eine oder andere auch spekulieren mag, was wäre wenn … z.B. alle, geimpft oder ungeimpft, flächendeckend täglich getestet würden. Die besonders vulnerablen Menschen – das schließt auch die ein, die ein Krankenhaus-Bett, gar ITS-Bett aus anderen Gründen benötigen, für die aber keine Kapazitäten da sind (und das kann jeden treffen, sozialdarwinistisch angehauchte Ideen sollte man deshalb vielleicht noch mal überprüfen) – mögen einigen ehrlicherweise egal sein. Doch ich vermute, Herrn Wolff als Pfarrer i. R. sind sie nicht egal. Er schreibt nur leider nichts davon, was ich einigermaßen merkwürdig finde. Sein Kommentar kritisiert die neue Schutzverordnung als diskiminierend, ist aber auf seine Weise auch ziemlich spalterisch.

      7. Ich würde sehr gern wissen, wie das mit den Inzidenzen bei den Geimpften/Ungeimpften wirklich aussähe, wenn die Geimpften auch mal flächig getestet werden würden. Was sagen Deutschlands Amtsärzte dazu?

        „Deutschlands Amtsärzte fordern angesichts neuer Höchstwerte bei den Corona-Neuinfektionen eine deutliche Ausweitung der Covid-Schnelltests bei Geimpften. „Je höher die Inzidenzen jetzt werden, desto notwendiger ist es, dass grundsätzlich neben den Ungeimpften auch Geimpfte getestet werden“, sagt die Vorsitzende des Bundesverbands der Ärztinnen und Ärzte des öffentlichen Gesundheitsdienstes, Ute Teichert, der Funke Mediengruppe einem Vorabbericht zufolge. Die Verbandschefin betonte, die „bisherige faktische Gleichstellung von Geimpften, Genesenen und Getesteten in Form der 3G-Regel ist zu überdenken“. Impfen und Testen seien völlig unterschiedliche Dinge, „wer geimpft ist, kann das Virus trotzdem in sich tragen und es weiter geben, auch wenn er selbst nicht erkrankt.“ Das müsse in der Öffentlichkeit viel stärker herausgestellt werden.“

        https://www.msn.com/de-de/nachrichten/politik/virus-ticker-amts%C3%A4rzte-fordern-corona-tests-f%C3%BCr-geimpfte/ar-AAQntk8

        Egal wie herum man es dreht, das mit 3G/2G und dass man Geimpfte nur noch in besonderen Fällen testet, aber mit irgendwelchen falschen Zahlen hausieren geht, ist verrückt!

      8. @Ro: die Impfung erzeugt keine sterile Immunität. Wenn die vulnerablen Gruppen wirklich geschützt werden sollten, ist 2G daher keine Lösung weil der Virus sonst unter dem Radar weiter gegeben wird (und PCR-Tests für alle vor jeder Veranstaltung sind nicht realistisch durchführbar). Wer verantwortungsbewusst ist, und die vulnerablen Gruppen wirklich schützen will, besucht derzeit GAR KEINE Veranstaltungen in Innenräumen, auch keine 2G-Veranstaltungen in Innenräumen. Tut mir auch leid für die Gastwirte und Kultur, aber ist so. Kann ich echt nicht nachvollziehen, dass man angeblich immer die vulnerablen Gruppen schützen will, aber den Umstand der mangelnden sterilen Immunität ausblendet. Wer aber meint, er könne mit 2G trotzdem fröhlich weiter machen wie bisher und das würde sich nicht bei den vulnerablen Gruppen auswirken belügt sich einfach selbst. Aber wer will kann ja gern weiter machen beim fröhlichen bigottem Selbstbetrug. Derjenige, der sich sagt, es sterben immer Menschen, ist mir egal, ich lebe trotzdem weiter wie bisher und den die vulnerablen Gruppen nicht interessieren, der ist wenigstens ehrlich, für den braucht es aber auch kein 2G, der wird sich ja eher bei der englischen Lösung wiederfinden. Auch diese Lösung ist wenigstens ehrlich, aber 2G ist einfach nur heuchlerisch.

      9. Dass die derzeitigen Inzidenzwerte durch Ungeimpfte verursacht sind, ist kein „Narrativ“. Wer z.B. die Ausführungen von Ministerin Köpping bei der Pressekonferenz am 5. November gehört hat, weiß: In Sachsen liegt die Inzidenz von Geimpften derzeit bei etwas unter 80, bei den Ungeimpften bei über 800. Angesichts der von Frau Köpping vorgetragenen Zahlen wird klar, dass es bei der neuen Verordnung nicht in erster Linie um eine „Strafaktion“ für Ungeimpfte, sondern um den Schutz von gegenüber Covid-19 besonders vulnerablen Menschen geht. Eine Polemik wie die in diesem Kommentar halte ich deshalb für unangebracht.
        Man darf zudem nicht vergessen: Die Delta-Variante ist wesentlich ansteckender als die vorausgegangenen Virus-Varianten und auch jüngere Menschen haben aufgrund der Delta-Variante ein höheres Risiko für schwere Krankheitsverläufe. Als die aktuell verimpften Vakzine entwickelt wurden, gab es die Delta-Variante jedoch noch nicht. Sogenannte Impfdurchbrüche sind auch deswegen nicht verwunderlich.
        Abgesehen davon: Was ist mit Menschen, die z.B. Immunsuppressiva nehmen müssen wegen einer Autoimmunerkrankung? Oder weil sie Spendergewebe im Körper tragen? Bei denen eine Impfung also nur bedingt wirkt? Was ist mit den nicht wenigen Menschen, die sich einer Chemotherapie unterziehen müssen? Die können Yoga machen, Probiotika zu sich nehmen und an der frischen Luft spazieren gehen, das alles wird ihnen kaum zu dem vielgerühmten starken Immunsystem verhelfen. Was ist mit Nächstenliebe diesen Menschen gegenüber oder der gerechten Gewichtung ihrer Freiheitsrechte? Ist es in Ordnung, wenn der an Darmkrebs erkrankte Nachbar gerne einmal die heilsame Wirkung eines Gewandhaus-Konzerts erleben würde, es aber nicht wagt, weil zu viele ihre Verantwortung für die Eindämmung des Infektionsgeschehens zu sehr auf die leichte Schulter nehmen (nicht nur, was die Weigerung, sich impfen zu lassen angeht, sondern auch den laxen Umgang mit Mund-Nasen-Schutz oder Abständen oder der Kontrolle von Test-Zertifikaten)?
        Eigentlich müssten die Regeln noch strenger sein, wie Herr Wolf ja auch andeutet: AHA + 2G + tagesaktuelle Tests für Geimpfte und Genesene bei der Teilnahme an Veranstaltungen, um den Schutz wirklich aller halbwegs angemessen zu berücksichtigen und trotzdem weiterhin Feiern, Kino, Theater, Restaurantbesuch usw. zu ermöglichen und kein allzu hohes Risiko mit dem (eingeschränkten) Regelbetrieb von Kitas und Schulen, dem Offenhalten des Handels etc. einzugehen.
        Und ja, kleinere Lerngruppen, eine Umgestaltung der Landwirtschaft sowie bessere Bedingungen wie z.B. angemesseneren Wohnraum für sozial Schwächere sind absolut wünschenswert. Das schützt nur leider akut die Menschen nicht vor Covid-19 oder die Arztpraxen und Kliniken vor Überlastung.
        Wer dennoch angesichts der neuen Schutzverordnung „Impfzwang!“ und „Spaltung!“ ruft, braucht vielleicht einen Perspektivwechsel.

      10. @L. , ich red mir gar nix schön, ich weiß wie lasch teilweise kontrolliert wird – aber darum geht es zunächst nicht, sondern darum, eine Maßnahme zu treffen die klar verständlich ist.

        Natürlich wäre dazu sinnvoll, tägliche PCR Tests von allen zu verlangen, die irgendwo reinwollen. Ist aber genauso wie ein neuerlicher Lockdown unrealistisch.

        Man kann alles zerreden. Politik muss anleiten. Wissenschaft Belege bringen. Jeder Einzelne muss sich seiner Verantwortung bewusst sein.

      11. Solange sog. Fachleute und Politiker ständig ihre Definitionen zu Immunität an den Zeitgeist anpassen, wird die Unsicherheit bleiben. Der Chef der sächs. Impfkommission redete mehrmals von Herdenimmunität bei Tetanus, was völliger Unsinn ist. Vor drei Wochen prägte er die Formulierung der vollständig durch Impfung Immunisierten, was ja noch größere Quatsch ist. Wir sind also in fachlich und politisch guten Händen, darauf kann sich der Sachse nun wirklich verlassen auch Dank der unreflektierten Berichterstattung des Haltungsjournalismus von LVZ,MDR usw…

      12. cx, ihr Talent, sich was schön zu reden, macht mich fast schon neidisch. Wenn sie wüssten, wie gut man auch mit 2G irgendwo reinkommt. Man muss manchmal nur „ja“ sagen, wenn man gefragt wird, ob man geimpft oder genesen ist. Aber das ist auch letztlich egal, weil durch die Impfung eben keine sterile Immunität entsteht. Doch bleiben sie ruhig in ihrem Weltbild, sicher lebt es sich damit einfacher als die Politik zu hinterfragen.

      13. Bullshit Gelaber, sorry. Blabla Ausgrenzung *heul*…

        2G ist eine klare Ansage an alle, die sich bislang irgendwie durchgemogelt haben, und in der Praxis leichter kontrollierbar als 3G.

        Natürlich verschwindet die Pandemie davon nicht – aber vielleicht macht diese Maßnahme allen mal wieder klar, daß es eine Pandemie gibt, und diese nicht einfach so schwupps verschwindet wie ein Schnupfen.

      14. 2G ist eigentlich nur eine Marketingmaßnahme für das Impfen, löst aber das Problem nicht, dass die alten Leute im Altersheim trotzdem nun an/mit Corona sterben.

        Im Gegenteil, es macht alles nur noch schlimmer.

        Selbst wenn alle Angestellten in den Altersheimen geimpft wären, würden die alten Leute in den Altersheimen an/mit Corona sterben.

        Es ist ja keine sterile Impfung und wenn die Angestellten sich nach Feierabend geimpft fröhlich auf 2G-Partys usw. tummeln, wird es eben logischerweise einen nicht unbeträchtlichen Teil der geimpften Angestellten geben, der die alten Leute trotz allem infiziert.

        Die Gesellschaft kann natürlich fröhlich weiter auf Impfverweigerer eindreschen, das wird aber das Problem nicht lösen.

        Es muss eben (weiter) getestet werden in den Heimen. Da die Impfungen bekanntlich für ca. sechs Monate wirken (so heißt es ja die ganze Zeit), weiß die Politik schon seit Mai, dass v.a. die Leute in den Altersheimen im Herbst eine Boosterimpfung hätten bekommen müssen. Man hatte also seitens der Politik den ganzen Sommer Zeit, wo man ein Boosterprogramm hätte auflegen können. Aber nun die Schuld auf ungeimpfte junge Leute schieben – das ist nur Ablenken vom eigenen Versagen.

        Und vor allem sollte die Gesellschaft sich nicht der Illusion hingeben, dass man ansonsten das Sterben aufhalten könnte. Man kann versuchen, es zu minimieren, das ist in Ordnung. Ich selbst hab kein Problem damit, auf soziale Kontakte mit vielen Menschen in Innenräumen zu verzichten und werde auch weiterhin weder irgendwo essen gehen noch Partys feiern noch sonst irgendwas, man kann auch als junger Mensch, wenn man Pech hat, schwer an Corona erkranken, sogar als Geimpfter (siehe die Frau Kelly). Wenn es aber für den Rest der Bevölkerung ein Problem ist, auf sowas zu verzichten, muss man eben damit leben, dass die hauptsächlich alten Leute in den Heimen dann doch an/mit Corona sterben, v.a. wenn man nicht genug testet in den Heimen und wenn man diese Boosterimpfung (wenn sie so toll wirkt wie man sagt) bei den vulnerablen Gruppen zu spät anbietet. Vielleicht wird es ja auch so enden, dass wir im Endeffekt genausoviele Tote haben werden wie Schweden, nur wurde bei denen schneller gestorben und bei uns langsamer.

        Auf jeden Fall scheint das mit dem Impfen nur temporär die Probleme zu lösen.

        PS: Die Intensivstationen sind übrigens auch ohne Corona überlastet, wie schon seit Jahren (https://de.statista.com/statistik/daten/studie/1246685/umfrage/auslastung-von-intensivbetten-in-deutschland/). Die Intensivbetten werden sogar weniger im Laufe der Pandemie. Bekommen die Pflegekräfte nach zwei Jahren Pandemie eigentlich mehr Gehalt? Gab es inzwischen Ausbildungsoffensiven? Wie sieht es mit der Anhebung des Personalschlüssels aus? Oder wurde nur geklatscht?

      15. Vielen Dank Herr Wolf für diese ehrliche Analyse. Viele Entscheidungen der Corona Politik sind mittlerweile mit logischem Sachverstand nicht mehr zu erklären. Einfach merkwürdig wie Sarah Wagenknecht so treffend bemerkt hat. Ich hoffe nur dass ich im Liz-Blog diese messerscharf klare Analytikerin ungestraft zitieren darf.

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