Bei niedrigen Temperaturen leben Menschen ohne Obdach besonders gefährlich. Leipzig legt daher, wie auch in den Vorjahren, zwischen 1. November und 31. März ein Winterprogramm für wohnungslose Menschen auf. Sie können in dieser Zeit auf eine ausreichende Anzahl Betten in den Notunterkünften der Stadt Leipzig zurückgreifen, darunter auch ein Übernachtungshaus speziell für Frauen sowie eine Notschlafstelle für drogenabhängige Wohnungslose.

In den verschiedenen Einrichtungen stehen für alleinstehende Männer und Frauen täglich insgesamt 353 Plätze zur Verfügung. Diese Kapazität kann kurzfristig noch erhöht werden und wird bei andauernd kalten Temperaturen auch über den März hinaus aufrechterhalten. 

Eine Übersicht aller Übernachtungseinrichtungen sowie die Anlaufstellen der Tagesaufenthalte – die „Leipziger Oase“ in der Nürnberger Straße, die „Insel“ in der Plautstraße sowie die Ökumenische Bahnhofsmission – sowie die jeweiligen Kontakt- und Öffnungszeiten sind online einsehbar unter www.leipzig.de/obdachlos. 

In den Tagesaufenthalten erhalten bedürftige Menschen warmes Essen, Getränke, eine Gelegenheit zum Duschen sowie gegebenenfalls warme Bekleidung und Schuhwerk. Wohnungslose Familien werden in der Regel vorübergehend in sogenannten Gewährleistungswohnungen notuntergebracht. Dort können sie sich ganztägig aufhalten. 

Wohnungslose Menschen werden durch Straßensozialarbeiter, die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Hilfebusses und der Beratungsstellen über die Angebote der Notunterbringung informiert. Sie werden zudem grundlegend versorgt. Sollte die Notunterbringung aus persönlichen Gründen abgelehnt werden und Bedarf bestehen, erhalten Wohnungslose einen Schlafsack und einen Nothilferucksack von den Streetworkern oder in den Tagestreffs. Beides stellt das Sozialamt bereit.

Der Hilfebus nimmt Informationen über Obdachlose, die Hilfe bedürfen, täglich von 18 Uhr bis 23 Uhr telefonisch unter 01523 3661087 entgegen. Bei Bedarf können wohnungslose Menschen zwischen 18 Uhr bis 23 Uhr mit dem Hilfebus in die Notunterkünfte gefahren werden.

Das Sozialamt weist darauf hin, dass das Übernachten im Freien trotz Notversorgung mit einem Schlafsack sowie einer Wärmedecke lebensgefährlich sein kann. Passanten, die wohnungslose Menschen in lebensbedrohenden Situationen auffinden, beispielsweise ohne witterungsgerechte Ausstattung, werden gebeten, Hilfe über die Notrufnummer 112 zu holen. 

Außerdem bittet die Stadt darum, Menschen, die sich obdachlos in Abrisshäusern oder anderen ungesicherten Unterkünften aufhalten, auf die entsprechenden Hilfeangebote hinzuweisen oder das Sozialamt zu informieren. Dies ist montags bis freitags möglich unter der Telefonnummer 0341 123-4504 (Notunterbringung) beziehungsweise 0341 123-9139 (Wohnungsnotfallhilfe) sowie per E-Mail an notunterbringung@leipzig.de sowie soziale.wohnhilfen@leipzig.de. 

Sachspenden für obdachlose Menschen können direkt in den Übernachtungseinrichtungen abgegeben werden. Was konkret benötigt wird, dazu informiert in Kürze die Seite unter www.leipzig.de/obdachlos.

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