Die Welt wird unsicherer. Bürgerkriege, Kriege und Klimawandel zerstören die Lebensgrundlagen von immer mehr Menschen. Das hat nicht einfach aufgehört, nachdem Deutschland nach dem Jahr 2015, als besonders viele Flüchtlinge in die Bundesrepublik kamen, so tat, als könnte man einfach Grenzen schließen und so tun, als ginge einen das weltweite Flüchtlingsdrama nichts an. Doch seit 2022 ist wieder offenkundig, dass sich auch Sachsen nicht auf die zunehmenden Flüchtlingszahlen vorbereitet hat.

Man hat lieber den Leuten versucht alles recht zu machen, deren Politik das Schüren von Emotionen gegen Flüchtlinge ist. Die auch nur zu gern behaupten, man könne einfach die Grenzen dichtmachen und die um Asyl nachsuchenden Menschen seien „illegal“ da und müssten nur wieder fortgeschafft werden.

Die feige Variante von Politik

Es dauert ganz augenscheinlich sehr lange, bis auch die Bewohner der nördlichen Wohlstandsregionen begreifen, dass die Zeiten vorbei sind, in denen man sich einfach in seinem Land einigeln konnte und für nichts Verantwortung übernehmen musste, was da draußen in der Welt geschah. Das ist die feige Variante von Politik. Aber sie funktioniert nicht. Sie trägt auch nichts dazu bei, dass die Welt wieder sicherer wird.
Länder wie Deutschland müssen lernen, mit mehr Asylsuchenden umzugehen, ihnen ein Obdach zu geben und sie zu integrieren. In Leipzig führt das längst dazu, dass immer neue Unterbringungsmöglichkeiten aufgemacht werden müssen, um die angekommenen Menschen auch menschenwürdig unterzubringen.

Jetzt muss auch ein nicht mehr genutztes Hotel helfen.

Das Hotel am Gutenbergplatz

Die Stadt Leipzig will nämlich künftig am Gutenbergplatz 1–5 eine Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete betreiben. Das ehemalige Hotel wurde bis zum 30. Juni vom Freistaat Sachsen als Erstaufnahmeeinrichtung für Schutzsuchende aus der Ukraine genutzt. Ab August will die Stadt Leipzig in dem ehemaligen Hotel Geflüchtete aus verschiedenen Herkunftsländern unterbringen.

Die Vorlage des Sozialamts zur Gemeinschaftsunterkunft am Gutenbergplatz.

Einen entsprechenden Vorschlag von Bürgermeisterin Martina Münch bestätigte Oberbürgermeister Burkhard Jung jetzt in seiner Dienstberatung.

Das Gebäude am Gutenbergplatz 1–5, in dem sich das einstige Hotel befindet. Foto: Sabine Eicker
Das Gebäude am Gutenbergplatz 1–5, in dem sich das einstige Hotel befindet. Foto: Sabine Eicker

In der Unterkunft können wie bisher rund 200 Geflüchtete wohnen. Zu diesem Zweck mietet die Stadt Leipzig die Flächen des ehemaligen Hotels bis Ende des Jahres 2024 an. Die Bewirtschaftung der Unterkunft und die soziale Betreuung der Bewohnerinnen und Bewohner übernimmt der Pandechaion Herberge e. V. im Auftrag der Stadt Leipzig. Die Kontaktdaten des Betreibers werden rechtzeitig vor Inbetriebnahme auf leipzig.de (www.leipzig.de/gefluechtete) veröffentlicht.

Das Sozialamt rechnet für 2023 mit Mehrbedarfen von 1,5 Millionen Euro und für 2024 mit 3,4 Millionen Euro.

Die Zahl der Menschen, die in Deutschland vor Krieg und Verfolgung Zuflucht suchen, ist seit dem letzten Jahr deutlich gestiegen, betont die Stadt. Auch Leipzig hat in den zurückliegenden Monaten wieder mehr Geflüchtete aufgenommen. Mittlerweile sind alle Plätze in bestehenden Gemeinschaftsunterkünften belegt. Das Sozialamt sucht fortlaufend im ganzen Stadtgebiet nach geeigneten Häusern und Flächen.

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