Für seine Petition bekam Frederik Greguletz keine Mehrheit im Petitionsausschuss und auch nicht im Stadtrat. Obwohl sein Anliegen nur zu verständlich war. Es wäre zumindest ein Zeichen gewesen, das die Stadt Leipzig gesetzt hätte, wenn sie – so wie es seine Petition wünschte – die Turmgutstraße in Gohlis in Selenskystraße umbenannt hätte.

„Der Stadtrat möge beschließen, die Turmgutstraße in Leipzig-Gohlis in Selenskystraße umzubenennen“, hatte sich Greguletz mit sechs weiteren Unterzeichnern gewünscht.

„An der Turmgutstraße 1 befindet sich das Generalkonsulat der Russischen Föderation. Mit der Umbenennung setzt die Stadt Leipzig ein kleines, aber symbolträchtiges Zeichen gegen den Ukrainekrieg, ausgelöst durch die russische Staatsführung.“

Grundsatz der Stadt: keine Straßen- und Platzbenennung nach lebenden Personen

Doch schon im Petitionsausschuss fand die Petition keine Mehrheit. In der Stadtratssitzung am 18. Mai erklärte die Ausschussvorsitzende Beate Ehms dann auch, warum der Ausschuss so entschieden hat – immerhin habe man sich in zwei Sitzungen mit der Petition beschäftigt und sich die Entscheidung auch nicht leicht gemacht.

Man hat auch nicht extra noch eine Stellungnahme der Stadt eingeholt, denn diese hätte ebenfalls nur die wesentlichen Punkte aufführen können, die eine Umbenennung letztlich unmöglich machen. Denn auch Leipzig hat sich – aus guten Gründen – zum Grundsatz gemacht, keine Straßen und Plätze nach noch lebenden Personen zu benennen. Solche Würdigungen von Persönlichkeiten sollten frühestens fünf Jahre nach ihrem Tod erfolgen.

Und der ukrainische Präsident Wolodymyr Oleksandrowytsch Selenskyj lebt ja noch. Zum Glück, kann man sagen. Denn sein Standvermögen spielt ja unübersehbar eine ganz wesentliche Rolle in der Widerständigkeit, mit der die Ukraine sich gegen die russische Aggression wehrt.

Keine Mehrheit für die Umbenennung – Petition abgelehnt

Und an symbolischen Akten fehlt es ja derzeit nicht. Aber – wie Beate Ehms berechtigterweise betonte – wären jetzt konkrete Hilfen und Unterstützung für die Ukraine viel wichtiger. Denn es hilft ja nichts, vor dem russischen Generalkonsulat ein Zeichen zu setzen, wenn die Ukraine es nicht schafft, der russischen Aggression zu widerstehen.

Sodass dann am 18. Mai nicht die Petition zur Abstimmung stand, sondern die Empfehlung des Petitionsausschusses, die Petition abzulehnen. Dem folgte dann auch die Mehrheit der Ratsversammlung, auch wenn neun Stadträt/-innen sich für eine Umbenennung der Turmgutstraße erwärmen konnten und sechs sich der Stimme enthielten.

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