Pläne zur Erweiterung des Feriendorfs in Auenhain/Markkleeberg sorgen jetzt in der kleinen Stadt südlich für neue Unruhe. Der Ferienpark am Ostufer des Markkleeberger Sees bietet durchaus idyllische Urlaubstage im gebuchten Ferienhaus mit weitem Blick über den See. Nun soll aber im neuen Flächennutzungsplan der Stadt Markkleeberg weitere mögliche Fläche für weitere Ferienhäuser festgeschrieben werden. Eine Bürgerinitiative möchte das verhindern.

„‚… wussten Sie, dass knapp 30 Prozent unserer Gemarkungsfläche aus Wald besteht?‘, mit diesem und weiteren Sätzen macht Karsten Schütze, Oberbürgermeister von Markkleeberg, im Markkleeberger Stadtjournal vom 10. November 2021 auf unser grünes Markkleeberg, den zunehmenden Klimawandel und die Wichtigkeit von umweltgerechtem Handeln aufmerksam und stößt dabei bei vielen Einwohnern auf Zustimmung und offene Ohren“, zitiert Thomas Riedel von der Bürgerinitiative Ortsentwicklung Auenhain/Wachau das Selbstbild der kleinen Stadt am See.„Wer möchte nicht für die zukünftigen Generationen eine intakte Natur als Lebensgrundlage hinterlassen?“

Eine große Bedeutung kommt dabei aber – so stellt er fest – neben den forstlich auch den landwirtschaftlich genutzten Flächen mit seinen bewachsenen Ackerrandstreifen zu. Ohne regionale Felder müsste noch mehr Nahrung und Tierfutter über weite Strecken transportiert werden. Felder bilden Kaltluftschneisen für Straßen und Häuser in zunehmend wärmeren Sommern und gehören zur Lebensgrundlage vieler Tierarten. Gerade zurzeit kann man zahlreiche Schwärme mit Wildgänsen beobachten.

Auch die Feldflächen am Markkleeberger See bilden mit der entstandenen offenen Seenlandschaft eine jährlich wiederkehrende Sammel- und Überwinterungsstelle für zahlreiche Zugvögel.

„In diesem Zusammenhang ist es begrüßenswert, dass das demokratisch beschlossene Markkleeberger Leitbild in Auenhain keine weitere Bebauung vorsieht“, sagt Thomas Riedel.

„Trotzdem ist im neu erarbeiteten Flächennutzungsplan die Möglichkeit einer Bebauung dargestellt, darüber hinaus ist mit dem Aufstellungsbeschluss für den Bebauungsplan ‚Erweiterung Feriendorf‘ eine konkrete Bebauung der Fläche beschrieben. Es handelt sich erneut um eine reine Erweiterung von Wohnflächen und Tourismus ohne städtebaulichen Anspruch. Eine Untersuchung, ob die Infrastruktur der Stadt Markkleeberg (Schulen, Straßen, Einkaufsmöglichkeiten etc.) oder die um den Markkleeberger See (Strände, Wege etc.) einer weiteren Beanspruchung von weiteren Nutzern überhaupt standhalten, ist nicht erfolgt.“

Aus Sicht der Bürgerinitiative handelt es sich um eine reine investorengeführte Planung, die das Ziel hat, möglichst schnell hochpreisige Baugrundstücke in Seenähe zu verkaufen oder selbst rentabler als bisher zu bewirtschaften.

Die Bürgerinitiative Ortsentwicklung Auenhain/Wachau im Interesse der Bürger positioniert sich deshalb gegen dieses Vorhaben, will der Stadtverwaltung aber auch eine kooperative Ortsentwicklung mit breiter Beteiligung der Bewohner, Bürger und Besucher anbieten.

Denn wenn gerade das, was das Wohnen und Urlauben in Markkleeberg so attraktiv macht, zugebaut wird, geht natürlich gerade das verloren, was so viele Menschen auch zum Urlaubmachen nach Markkleeberg zieht.

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