Die Renaturierung der Aue der Weißen Elster ist nicht nur eine Aufgabe für die Stadt Leipzig, die bis Ende 2022 ihr Auenentwicklungskonzept vorlegen will. Wenn die Weiße Elster wieder zu einem gesunden und naturnahen Fluss werden soll, muss der Fluss auch stromaufwärts wieder ein natürliches Fließbett bekommen. Eins dieser Projekte findet derzeit bei Pegau statt.

Die Landestalsperrenverwaltung (LTV) hat in den letzten Wochen einen Mäander des ursprünglichen Verlaufs der Weißen Elster südlich von Pegau von Müll und Unrat gereinigt. Dabei erfolgte auch eine Gehölzpflege entlang des Flussarmes, meldete die LTV am Mittwoch, 23. März.

Der Mäander soll künftig wieder in den Hauptstrom der Weißen Elster angebunden werden. Die Reinigungsarbeiten wurden durch die Flussmeisterei Borna umgesetzt und sind eine Grundlage für die weitere Realisierung der geplanten Renaturierung des Flussabschnittes.

In den 1930er Jahren wurde die Weiße Elster auch an dieser Stelle begradigt. Dabei wurde der ursprüngliche mäandrierende Flussverlauf abgetrennt. Dieser soll in den kommenden Jahren wieder angebunden werden. Dabei wird der Gewässerabschnitt strukturell aufgewertet und naturnah gestaltet, so die LTV. Außerdem erhält die Weiße Elster dann auch wieder die Möglichkeit, sich eigendynamisch zu entwickeln.

Die Maßnahme steht im Einklang mit den Zielen der Europäischen Wasserrahmenrichtlinie. Ziel der Richtlinie ist es, die europäischen Gewässer in einen ökologisch und chemisch guten Zustand zu versetzen. Dazu gehört neben der Wassergüte auch die Verbesserung der Gewässerstruktur sowie die Wiederherstellung der Durchgängigkeit für Fische und andere Wasserlebewesen.

Die Revitalisierung der Weißen Elster ist eines der zentralen Projekte im Sächsischen Auenprogramm – und zwar das mit der höchsten Dringlichkeit. Gerade im Bereich des Bergbaus im Leipziger Süden wurde die Weiße Elster umverlegt und abschnittweise in ein Betonbett gezwängt. Ihre einst vielfältigen Auen gingen dabei fast komplett verloren.

Um dem Fluss auch nur einen Teil seiner natürlichen Retensionsfläche und nötiger Selbstreinigungskräfte zurückzugeben, wird es viele Einzelprojekte brauchen, die auch entsprechenden finanziellen und Abstimmungsaufwand brauchen. Die Leipziger Pläne zur Revitalisierung der Elsteraue fügen sich dann ein in dieses Gesamtprojekt, das die Weiße Elster auf sächsischer Landesfläche als lebendigen Fluss wieder erlebbar machen soll.

Hinweis der Redaktion in eigener Sache

Seit der „Coronakrise“ haben wir unser Archiv für alle Leser geöffnet. Es gibt also seither auch für Nichtabonnenten alle Artikel der letzten Jahre auf L-IZ.de zu entdecken. Über die tagesaktuellen Berichte hinaus ganz ohne Paywall.

Unterstützen Sie lokalen/regionalen Journalismus und so unsere tägliche Arbeit vor Ort in Leipzig. Mit dem Abschluss eines Freikäufer-Abonnements (zur Abonnentenseite) sichern Sie den täglichen, frei verfügbaren Zugang zu wichtigen Informationen in Leipzig und unsere Arbeit für Sie.

Vielen Dank dafür.

- Anzeige -

Empfohlen auf LZ

So können Sie die Berichterstattung der Leipziger Zeitung unterstützen:

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar