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Wiener Modell in Leipzig: Über Nacht gab es mehr als 1.000 Unterschriften für das 365-Euro-Jahresticket

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    Es ist zwar nicht so, dass sich Leipzigs Verwaltung durch viele Unterschriften unter Petitionen sehr beeindrucken lässt. Einige Abteilungen sind ja geschult darin, viele gute Ausreden zu finden, Dinge nicht zu tun. Das betraf auch immer den ÖPNV. Aber der Vorstoß des Ökolöwen, ein 365-Euro-Jahresabo für Leipzig zu entwickeln, sorgte schon in der ersten Nacht für starke Resonanz.

    „Über Nacht haben mehr als 1.000 Leipzigerinnen und Leipziger den Appell für das günstige 365-Euro-Jahresticket unterschrieben. Nach zwei Tagen konnten wir schon knapp 2.000 Unterstützerinnen und Unterstützer gewinnen“, zeigt sich Tino Supplies, verkehrspolitischer Sprecher des Ökolöwen, beeindruckt. Mit dem 365-Euro-Jahresticket nach Wiener Modell können Leipzigerinnen und Leipziger für nur 1 Euro am Tag durch die ganze Stadt Bus und Bahn fahren.

    Und Wiener Modell heißt eben auch, dass dieses Model in Wien schon seit 2012 gut funktioniert und die Zahl der Abonnenten im ÖPNV deutlich hat steigen lassen.

    Auch über den Zuspruch aus der Politik freut sich der Ökolöwe. „In Leipzig gibt es mittlerweile einen überparteilichen Konsens für einen attraktiven Nahverkehr zu erschwinglichen Preisen. Nur mit einem starken ÖPNV sorgen wir für saubere Luft in Leipzig und erhalten langfristig die Lebensqualität unserer Stadt“, erläutert Supplies.

    Die Entwicklung des Wiener Modells. Grafik: Ökolöwe
    Die Entwicklung des Wiener Modells. Grafik: Ökolöwe

    Die SPD hat das Ticket nach Wiener Modell in ihr Kommunalwahlkampfprogramm geschrieben.

    Das 365-Euro-Jahresticket wird einen gesunden Fahrgastzuwachs bei Bus und Bahn in den Folgejahren sicherstellen, ist sich Supplies sicher. „Der Clou bei dem 365-Euro-Jahresticket ist, dass kein unkontrollierbarer Ansturm auf den ÖPNV erfolgt, wie das bei Kostenlos-Angeboten unter Umständen der Fall sein könnte. Die Leipzigerinnen und Leipziger werden schrittweise auf den umweltfreundlichen Nahverkehr umsteigen.“

    Um den Fahrgastzuwachs abzubilden, hat der Stadtrat bereits Ende letzten Jahres einstimmig die Mobilitätsstrategie 2030 beschlossen. Diese sieht vor, das ÖPNV-Angebot auszubauen und Engpässe zu beseitigen.

    „Wir freuen uns, dass die LVB in diesem Jahr das Nadelöhr Hauptbahnhof angeht. Das Beseitigen weiterer Engpässe sowie Kapazitätserweiterungen sind im Nahverkehrsplan festgeschrieben“, sagt Supplies. Da weiß er schon mehr als die Presse. Denn der neue Nahverkehrsplan liegt öffentlich noch gar nicht vor. Die Ratsfraktionen warten seit Monaten mit trappelnden Füßen darauf, dass sie ihn endlich diskutieren dürfen.

    Die Haltestelle am Hauptbahnhof soll zumindest für die nächsten zehn Jahre noch einmal fit gemacht werden. Dann dürfte sie beim jetzigen Fahrgastwachstum die Grenze ihrer Leistungsfähigkeit wirklich erreicht haben.

    Für 2019 und 2020 hat der Stadtrat – auf Antrag von CDU- und Linksfraktion – ein Tarifmoratorium beschlossen. In den beiden Jahren wird es vorerst keine Preissteigerungen geben.

    „Nach dem Tarifmoratorium wird die Leipziger Fahrpreisspirale wieder spürbar anziehen. Die Tickets werden noch teurer, wenn die Politik nicht vorsorgt“, sagt Supplies. „Es ist jetzt an der Zeit, die Einführung des günstigen 365-Euro-Jahrestickets anzugehen und Leipzig zur Pilotregion für vorbildlichen Nahverkehr zu machen.“

    Auf www.oekoloewe.de/365euroticket können Leipzigerinnen und Leipziger den Appell für die Einführung des günstigen 365-Euro-Jahrestickets in Leipzig unterschreiben. Zusätzlich sind die Ökolöwen in der kommenden Woche mit Informationsständen in Leipzig unterwegs und sammeln Unterschriften für das 365-Euro-Jahresticket.

    Alle Beiträge auf L-IZ.de zum Wiener Modell (seit 2015)

    365 Euro im Jahr: Ökolöwe sammelt Unterschriften für Wiener Modell im Leipziger ÖPNV

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      1 KOMMENTAR

      1. Was die Grafik natürlich auch zeigt, ist dass die Zahl der PKW in Wien leider nicht zurück ging.
        Aber vielleicht ist der ÖPNV in der größeren Stadt auch komplizierter, so dass der Verzicht auf das Auto nicht attraktiv scheint. Einen Versuch in Leipzig ist es wert, das derzeitige Jahresabo kann man mit einem Kleinwagen an jährlichen Kosten fast schon unterbieten. Wobei sich viele selbst in die Tasche lügen, da sie die Anschaffungskosten ihres PKW nicht mit vergleichen, von denen man über die Jahre bei einem Weiterverkauf enorm weniger wiederkriegt.

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