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Endlich sind die Weichen gestellt: Plauen bekommt S-Bahn-Anschluss nach Leipzig

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    Wer in Leipzig lebt, hat sich längst dran gewöhnt, dass S-Bahnen in (fast) alle Richtungen fahren. Das S-Bahn-Netz hat sich etabliert, auch wenn die Insider wissen, was seit der Eröffnung im Dezember 2013 noch alles fehlt. Diejenigen aber, die damals vertröstet wurden, merken sehr wohl, dass sie auch in der Verkehrswende abgehängt werden. Aber endlich tut sich wieder was, denn ab 2025 soll das S-Bahn-Netz deutlich erweitert werden. Und Plauen will dabei sein.

    Am 14. Juli 2021 stimmte die Verbandsversammlung des Zweckverbands Öffentlicher Personennahverkehr Vogtland (ZVV) für die Beteiligung des ZVV an der Ausschreibung des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes mit dem Ziel der Anbindung der Stadt Plauen an das S-Bahn-Netz.„Die Diskussion hat ihren Ursprung vor allem in der gesellschaftlich angestrebten Verkehrswende. Landrat Rolf Keil bat als Vorsitzender des Zweckverbandes alle Verbandsräte vor der Abstimmung um ihre Meinung. Ziel ist eine umsteigefreie Zugverbindung zwischen Plauen und Leipzig. Dazu müssen jedoch am Bahnhof in Werdau erst noch die technischen Voraussetzungen geschaffen werden. Erst nach erfolgter Modernisierung wird es möglich sein, die Triebwagen, die im Zwei‐Stunden‐Takt zwischen Leipzig und Plauen sowie Zwickau verkehren, in Werdau zu teilen. Beim Zweckverband Öffentlicher Personennahverkehr Vogtland ist man sich darüber im Klaren, dass die infrastrukturelle Verbesserung am Werdauer Bahnhof nur kommt, wenn sich das Vogtland am Ausschreibeverfahren beteiligt“, meldete der Verkehrsverbund Vogtland am 23. Juli.

    Immerhin würde die Anbindung den Verbund rund 2 Millionen Euro im Jahr kosten.

    Ausgeschrieben hat der Zweckverband für den Nahverkehr Leipzig (ZVNL) die Bedienung der Strecke aber schon 2019, nachdem innerhalb des ZVNL klar war, dass man mit der nächsten zwölfjährigen Ausschreibung ab 2025 das Angebot dringend noch ausbauen muss um all die Strecken, die jetzt noch fehlen. Darunter auch die Strecke „Naumburg/Merseburg – Leipzig Hbf (tief) – Borna – Geithain“ als S6 und eben die Verlängerung der S5x „Halle-Trotha – Halle (S.) – Flughafen Leipzig/Halle – Leipzig Hbf (tief) – Altenburg – Werdau – Zwickau/Plauen“. In Werdau würden die Bahnen geteilt und dann jeweils nach Zwickau bzw. Plauen weiterfahren.

    Eine Erweiterung, die der Fahrgastverband PRO BAHN Mitteldeutschland jetzt begrüßt als längst überfälligen Schritt.

    Schon im Jahr 2010 im Rahmen der ersten Ausschreibung des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes wurde den Bürgerinnen und Bürgern Plauens ein S-Bahn-Anschluss nach Leipzig versprochen. Doch dieses Versprechen wurde damals nicht eingelöst.

    „Endlich gibt es konkrete Beschlüsse, um eine attraktive und umsteigefreie Verbindung mit dem ÖPNV nach Leipzig zu sichern“, freut sich Bertram Zetzsche, Sprecher des Fahrgastverbands PRO BAHN für das Vogtland, über diese Entwicklung. Gleichzeitig mahnt der Fahrgastverband PRO BAHN Mitteldeutschland eine ausreichende Finanzierung dieses neuen Angebots an.

    „Die Mehrkosten für die Anbindung an das S-Bahn-Netz dürfen auf keinen Fall dazu führen, dass das Angebot im ÖPNV im Verkehrsverbund Vogtland gekürzt wird“, mahnt Zetzsche. „Daher treten wir der vom Landrat in die Diskussion gebrachten Leistungskürzung im restlichen ÖPNV klar entgegen“, stellt Zetzsche klar.

    Das Vogtlandnetz 2019+ stellt für PRO BAHN ein äußerst positives und innovatives Beispiel für eine fahrgastorientierte Angebotsplanung dar. So sind Bahn- und Busnetz aufeinander abgestimmt und miteinander verknüpft. Für dieses Konzept wurde der damalige Geschäftsführer des Verkehrsverbunds Vogtland, Thorsten Müller, mit dem „Fahrgastpreis 2019“ des Fahrgastverbands PRO BAHN ausgezeichnet.

    „Der Landkreis wie auch der Freistaat Sachsen sind nun gefordert, künftig die zusätzlichen finanziellen Mittel bereitzustellen“, fordert Markus Haubold, stellvertretender Vorsitzender des Fahrgastverbands PRO BAHN Mitteldeutschland.

    „Ein Anfang wäre es, wenn der Freistaat Sachsen endlich 100 Prozent der Mittel des Bundes, welche er für die Finanzierung des Schienenpersonennahverkehrs erhält, an die Verkehrsverbünde für die Bestellung des Schienenverkehrs weiterleiten und diese nicht für andere Maßnahmen verwenden würde.“

    Das wäre zumindest ein Zeichen, dass man auch in Dresden endlich begriffen hätte, dass die Verkehrswende nicht von allein kommt, wenn man nicht wirklich in ein gut funktionierendes ÖPNV-Netz investiert.

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      3 KOMMENTARE

      1. @JB: Ja und eben das war ein Fehler wie ich finde. Weil man in der Verwaltung aber halt auch nur von der Tapete bis zur Wand denkt

      2. @André: Der alte Bahnsteig des Haltepunkt Kleinzschocher wurde beim Neubau der Eisenbahnbrücke Dieskaustraße abgetragen. Es müsste dafür ein komplett neuer Bahnsteig gebaut werden.

      3. Ich finde es ja schade, dass der Südwesten vom S-Bahn-Netz eher abgehängt bleibt.

        In den frühen 2000ern fuhr beispielsweise noch eine S-Bahn via Groß- und Kleinzschocher zum Hauptbahnhof. Gerade im Hinblick auf die geplante Komplex-Baumaßnahme Dieskaustraße wäre eine zumindest temporäre Reaktivierung der Verbindung ja auch eine Möglichkeit die Anwohner in der Bauzeit zum Umstieg/Verbleib auf/im ÖPNV zu bewegen. Denn Auto- und Straßenverkehr wird in dem Bereich in der Bauzeit ja noch weniger stattfinden, als es derzeit bei der Baumaßnahme Adler in Verbindung mit den Ferien der Fall ist.

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