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Anschluss fürs Mitteldeutsche S-Bahn-Netz: Ab 2025 fahren Batteriezüge nach Grimma und Döbeln

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    Einen Wasserstoffzug hatte der Zweckverband für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) schon zu Gast. Der wäre immerhin eine Möglichkeit, die Dieselzüge nach Grimma zu ersetzen und Grimma und Döbeln auf diese Weise in das Mitteldeutsche S-Bahn-Netz einzubinden. Am Sonnabend, 18. September, hat nun erstmals auch ein batteriebetriebener Zug den Leipziger City-Tunnel durchquert.

    Mit Unterstützung des Schienenfahrzeugherstellers Stadler wurde damit die Möglichkeit des Einsatzes von Akkutriebwagen zur Erweiterung des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes (MDSB) nachgewiesen. Auf der Fahrt mit geladenen Gästen aus Politik und Wirtschaft von Delitzsch über Leipzig, Grimma nach Döbeln und zurück wechselte der „Flirt Akku“ auf dem nichtelektrifizierten Teil der Strecke vom Oberleitungsbetrieb in den Batteriemodus.

    Denn Grimma und Döbeln gehören zwar zwingend ins Mitteldeutsche S-Bahn-Netz. Aber die Bahn hat auch nach 30 Jahren nicht geschafft, diese Gleisverbindungen zu elektrifizieren. Und auf Jahre hinaus ist das auch nicht absehbar. Logisch, dass der ZVNL nach Alternativen sucht, die Strecke trotzdem in die S-Bahn-Taktungen aufzunehmen. Denn mit Dieselloks geht das nicht, die dürfen im regulären Zugbetrieb nicht durch den City-Tunnel fahren. Umweltfreundlich wären die ebenfalls nicht.

    Bleiben nur neue Antriebstechnologien. So wie der Batteriezug von Stadler.

    „Dieselbetriebene Züge sind im City-Tunnel nicht zugelassen und damit für das MDSB-Netz ungeeignet. Somit stoßen wir überall dort an Grenzen, wo Strecken nicht elektrifiziert sind. Das soll sich ab 2025 ändern. Mit einem Batteriezug ist die Fahrt dann nicht mehr in Borsdorf beendet, sondern geht bis Grimma und Döbeln weiter – und das auch noch umweltfreundlich ohne CO2-Emissionen“, sagt Kai Emanuel, ZVNL-Vorsitzender und Landrat des Landkreises Nordsachsen.

    „Wir werden die derzeitige Diesel-Flotte auf der Strecke Leipzig–Grimma–Döbeln durch Batteriezüge ersetzen und mit diesen den City-Tunnel durchfahren. Dass wir dafür einen Fahrzeugpool ausschreiben und mit Strukturwandel-Mitteln anschaffen können, hat der Bund erst vor wenigen Tagen bestätigt.“

    Der für die Leipziger Premierenfahrt eingesetzte dreiteilige „Flirt Akku“ wurde 2018 durch das Eisenbahnbundesamt zugelassen und hat seitdem rund 15.000 Kilometer im reinen Batteriebetrieb zurückgelegt. Dabei musste das Testfahrzeug auch verschiedene Szenarien wie das Aufholen ungeplanter Verspätungen auf der Strecke und den Einsatz unter extremen Witterungsbedingungen bestehen, um beispielsweise die Reaktion der Batterien prüfen und Rückschlüsse auf deren Lebensdauer ziehen zu können.

    Der ZVNL hatte bereits 2019 einen mit Wasserstoff angetriebenen Zug auf der Fahrt nach Grimma getestet. Laut ZVNL-Geschäftsführer Bernd Irrgang ist die Technologie derzeit aber deutlich kostenintensiver und auch besser für lange Strecken als für das MDSB-Netz mit seinem punktgenau zu durchfahrenden City-Tunnel geeignet.

    Die Präsentationsfahrt des Batteriezuges ist ein Beitrag des ZVNL zur Europäischen Mobilitätswoche vom 16. bis 22. September 2021, bei der auf Initiative der Europäischen Kommission für innovative und nachhaltige Verkehrslösungen geworben wird.

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      1 KOMMENTAR

      1. Nun sollen also Fakten geschaffen werden, was die Linienführung nach Grimma/ Döbeln betrifft. Solange der ZVNL noch seine Wasserstoff- Phantasien verfolgte, hatte ich immer noch die Hoffnung, das Eisenbahn- Bundesamt würde diesem Treiben noch rechtzeitig ein Ende setzen. Nun setzt man also auf die realistischere Technik – und erhöht damit die Gefahr, dass nach der Wurzener nun auch noch die Grimmaer Strecke verschlimmbessert werden.
        Ja, die Dieselzüge gehören abgelöst, lieber gestern als heute. Und ja, ein Stundentakt (am Wochenende nur 2- Std- Takt) ist keine angemessene Anbindung für das Umland einer wachsenden Stadt. Aber warum muss dazu eine weitere Ost- West- Strecke umwegig in den Nord- Süd- Tunnel geprügelt werden? Alles, was hier als Verbesserungen aufgezählt werden, geht viel schneller und besser, vermutlich auch preiswerter zu machen, nämlich geradlinig über Sellerhausen: Elektroantrieb (auch wenn es b.a.w. nur eine Akku- billig- Kompromissvariante ist) und Taktverdichtungen. Die Döbelner Strecke hat andere Baustellen: Herstellung einer wenigstens abschnittsweisen Zweigleisigkeit, Reaktivierung nach Meißen. Nur aufgrund einer „Alle -S-Bahnen-müssen-durch-den-Tunnel“ – Ideologie des ZVNL verlängen sich die Fahrzeiten künstlich um 8 Minuten. Ich gehe davon aus, dass das gegenwärtige Herumstehen der S3 in Stötteritz wirklich nur baubedingt ist. Falls nicht: 13min Fahrzeitverlängerung.
        Hinzu kommt der nicht eben umsteigefreundliche Bahnsteig Hbf tief (Wie es auch geht, habe ich einmal in Zürich erlebt: Von jedem Gleis in der Halle sind die Tiefbahnsteige in maximal 4 Minuten zu erreichen. Aber das ist ein anderes Thema…).
        Merke: Der City- Tunnel ist ein Nord- Süd- Tunnel. In dieser Richtung kann er seine Stärken ausspielen. Das braucht allerdings den Mut, in diese Richtung eine wirklich S-Bahn- würdige Verkehrsdichte aufzubauen und dazu auch Strecken zu reaktivieren (Rötha ginge recht schnell, komplizierter wäre Zwenkau- Groitzsch und utopisch auch Kohren-Sahlis). Ost-West- Verkehr aber gehört in die Halle.

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