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Vergabeverfahren für das Mitteldeutsche S-Bahn-Netz: Ab 2025 auch nach Plauen, Naumburg, Grimma, Döbeln und Riesa

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    Unter Federführung des Zweckverbandes für den Nahverkehrsraum Leipzig (ZVNL) hat jetzt das europaweite Vergabeverfahren des Mitteldeutschen S-Bahn-Netzes für den Betriebszeitraum Mitte Dezember 2025 bis Mitte Dezember 2037 begonnen. Partner sind die Länder Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie die sächsischen Zweckverbände Verkehrsverbund Mittelsachsen (ZVMS) und ÖPNV Vogtland (ZVV). Nach zwölf Jahren bekommt das Netz endlich wichtigen Zuwachs.

    Die Neuausschreibung unter dem Namen „MDSB2025plus“ ist notwendig, da der zwölfjährige Verkehrsvertrag für das sogenannte MDSB I-Netz von 2013 dann ausläuft. Der Vertrag für das MDSB II-Netz hingegen – unter anderem mit den S-Bahn-Linien S 2, S 8 und S 9 – gilt noch bis 2030.„Das bewährte S-Bahn-Netz wird fortgeführt, um neue Ziele erweitert und komplett elektrisch betrieben, da wir die Strecke Leipzig–Grimma–Döbeln durch Batteriezüge einbinden können“, sagt der ZVNL-Vorsitzende und nordsächsische Landrat Kai Emanuel. „Ab 2025 werden die S-Bahnen dann auch bis Plauen, Naumburg und Riesa rollen.“

    Die Ausdehnung des Netzes nach Merseburg stehe hingegen noch unter Finanzierungsvorbehalt, so Kai Emmanuel.

    Ein Wermutstropfen ist das auch für Markranstädt, denn Markranstädt wäre die erste wichtige Station, die über diese S-Bahn-Strecke ans Mitteldeutsche S-Bahn-Netz angebunden werden könnte. Für eine Stadt direkt vor den Toren Leipzigs eigentlich ein Muss. Genauso wie die Anbindung Merseburgs, Großkorbethas und Leunas. Finanziert werden soll die Strecke über Strukturmittel für die Kohleregion Mitteldeutschland. Aber da fehlt noch der endgültige Zuschlag.

    „Der Preis für Millionen von Zugkilometern ist für uns nicht das einzige Zuschlagskriterium, sondern es geht bei der Ausschreibung ebenso um den bestmöglichen Service für die Fahrgäste“, betont der Verbandsvorsitzende. Dazu gehöre unter anderem ein breit aufgestelltes Ticket-Vertriebssystem, eine moderne Fahrzeugausstattung beispielsweise mit Klimaanlage und WLAN, die Sicherung der Barrierefreiheit und Kundenbetreuung in allen Zügen sowie die Schaffung von bestmöglichen Bedingungen für mobilitätseingeschränkte Reisende und Fahrgäste mit Fahrrad.

    „Wir haben dazu im Vorfeld der Ausschreibung extra sechs spezielle Fachgutachten anfertigen lassen, die aufgezeigt haben, wo Leistungen optimiert werden können“, ergänzt ZVNL-Geschäftsführer Bernd Irrgang.

    Um den Wettbewerb zu stimulieren, haben der ZVNL und seine vier Partner die Leistungen in zwei Lose aufgeteilt. Das erste umfasst rund 4,7 Millionen Zugkilometer im Jahr sowie die Beschaffung der Batteriezüge für die neue Linie S 1 zwischen Leipzig, Grimma und Döbeln. Diese werden von der neu zu gründenden Fahrzeugpool-Firma „ZVNL Schienenfahrzeuge GmbH“ angekauft und verpachtet.

    Zum ersten Los gehören weiterhin die Linien S 4 von Torgau über Eilenburg, Taucha und Leipzig nach Oschatz und Riesa, die S 6 von Leipzig-Stötteritz über Hauptbahnhof nach Leipzig-Messe und Naumburg sowie die S 10 von Schkeuditz zum Leipziger Hauptbahnhof und zurück.

    Das zweite Los umfasst mit jährlich etwa 6,1 Millionen Zugkilometern die S 3 von Geithain über Borna, Leipzig und Schkeuditz nach Halle-Nietleben, die S 5 von Halle–Trotha über Flughafen Leipzig/Halle, Leipzig Hauptbahnhof, Altenburg, Gößnitz, Glauchau und Werdau bis nach Zwickau sowie die S 5x weiter bis Plauen und zurück.

    Die Eisenbahnverkehrsunternehmen sind nunmehr aufgefordert, ihre Angebote zur Vergabe des „MDSB2025plus“ bis zum 29. April 2022 einzureichen.

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      2 KOMMENTARE

      1. Bei der Linienführung der S6 kann etwas nicht stimmen. Aus Richtung Süden kommend gibt es keine Bahnstrecke, die von Leipzig-Messe nach Naumburg führt. (Es sei denn man fährt über Delitzsch und Halle, aber ich nehme an, das wäre dann auch aufgeführt gewesen.)

      2. Leider wird es auch mit der neuen Ausschreibung verpasst, die S-Bahn als ein Verkehrsmittel für den innerstädtischen Verkehr zu etablieren. In weiter Ferne werden neue Ziele erschlossen, auch innerhalb Leipzigs bleibt es jedoch beim 30-Minuten-Takt der Linien. Unter einer S-Bahn stelle ich mir innerhalb einer Großstadt etwas anderes vor.

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