Der bunte und geschichtsträchtige Leipziger Süden: Ein ganzer Landkreis in einem Buch

Gestartet hat Lutz Heydick sein Projekt schon vor 25 Jahren. Damals schloss er das Manuskript zu "Leipzig. Historischer Führer zu Stadt und Land" ab, praktisch das letzte maßgebliche Buch, das die Geschichte Leipzigs und seiner Region komprimiert darbot. 1990 erschien es im Urania Verlag. Daran knüpft er jetzt an im eigenen Verlag. Wenn auch nicht für den Leipziger Teil.
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Den wird man ab Herbst vielleicht in diversen Bänden aus anderen Verlagen dargeboten bekommen. Ausführlicher natürlich als im Band von 1990. Und genauso ist es mit dem „Rest“. Der bestand damals, vor dem Wiederauferstehen des Freistaats Sachsen, aus sage und schreibe zwölf Landkreisen. Von denen sind heute nach immer neuen Kreisgebietsreformen und Zusammenlegungen zwei übrig geblieben – Nordsachsen und der Landkreis Leipzig. Ein Teil davon ist nach Thüringen verschwunden (Kreis Altenburg und Kreis Schmölln), ein anderer Teil nach „Mittelsachsen“ und damit in den Regierungsbezirk Chemnitz (Kreis Döbeln).

Der Rest wurde immer mal wieder umsortiert bis zur Gebietsreform von 2008. Damals wurde der Landkreis Leipzig aus den Kreisen Multentalkreis und Leipziger Land zusammengeschweißt. Borna wurde Verwaltungssitz. Und wer die ganzen Eingemeindungswellen (die bis heute nicht beendet sind) verfolgt hat, weiß auch, dass der heutige Landkreis nicht nur aus 34 Kommunen besteht, sondern aus Hunderten. Aber im 21. Jahrhundert strebt ja alles zur Größe, glaubt Politik durch das Straffen und Zentralisieren von Verwaltungsstrukturen „sparen“ zu können. Wie aber packt man so etwas in ein Buch?

Die 34 Kommunen bieten natürlich einen Leitfaden. Lutz Heydick hat sie alphabetisch sortiert – mit einer Ausnahme: Borna als „Hauptstadt“ hat er gleich ganz nach vorn gezogen. Danach geht’s dann mit Belgershain und Bennewitz weiter bis Wurzen und Zwenkau. Man sieht: Das springt dann ein wenig – von Nord nach Süd, von West nach Ost. Wem es dabei schwindlig wird, der findet die 34 Kommunen auch alle auf Seite 6 auf einer Karte. Die man mehrmals braucht, gerade wenn dann in den Texten deutlich wird, in welchen Regionen sich historische Grundherrschaften herausbildeten, wie Besiedlungsphasen stattfanden und wo dann zum Beispiel der Kohlebergbau großflächig eingriff.Heydick betont zwar im Vorwort den starken Bezug des beschriebenen Gebietes auf den starken Magneten Leipzig hin. Aber das bedeutete in der Geschichte auch immer Konflikt und Abstoßung. Gerade Regionen, die sich historisch stark auf Leipzig bezogen, standen auch immer in starker Konkurrenz dieser von den Wettinern so stark begünstigten Handelsstadt. Im Landkreis Leipzig betrifft das ganz exponiert Orte wie Pegau, Groitzsch und Wurzen. Man darf sich von der Vielzahl der Adelsfamilien in der Region nicht irre machen lassen. Auch wenn man das trotzdem wird, weil die Dörfer, Burgen, Vorwerke, Rittergüter im Lauf der 1.000 Jahre, die hier beschrieben werden, natürlich mehrfach die Besitzer wechselten.

Manchmal gelang es erfolgreichen Adelsgeschlechtern wie den Pflugks, den Friesens oder den Hohenthals, einer ganzen Landschaft ihren Stempel aufzudrücken und gleich Dutzende wichtiger Güter und Dörfer in ihren Besitz zu bringen. Doch auch solche Geschichten fanden – zuweilen nach etlichen Generationen und ein paar Jahrhunderten ihr Ende. Familien starben aus oder verschuldeten sich bis über beide Ohren und mussten die Güter an „Bürgerliche“ verkaufen, wie es gerade im 18. und 19. Jahrhundert alten Adelsgeschlechtern gleich reihenweise passierte. Käufer waren dann oft erfolgreiche Geschäftsleute aus Leipzig.

Aber das ist schon eine späte Schicht, die auch deshalb in Heydicks vielen kleinen Porträts der Orte so präsent ist, weil diese Besitzverhältnisse durch Akten dokumentiert sind. Was für die frühe Besiedlungszeit oder das Hochmittelalter nicht genauso nachzuvollziehen ist. Da ragen nur jene Gestalten heraus, die in der überregionalen Geschichte eine Rolle spielten – wie Wiprecht von Groitzsch, der den Wettinern lange Zeit ernsthaft Paroli bot beim Ringen um die Dominanz in dieser Landschaft. Aber genauso versuchten gerade im osterländischen Teil auch die deutschen Kaiser bis ins frühe 14. Jahrhundert hinein, sich eine regionale Basis aufzubauen und damit ihre Hausmacht zu stärken. Ganz ähnlich, wie es im Leipziger Teil die Merseburger Bischöfe versuchten. Was ja der Hauptgrund für die legendäre Chronik des Thietmar von Merseburg war: Hätten die Merseburger Bischöfe an der Region kein Interesse gehabt, hätte es auch keine Leipziger Ersterwähnung für 1015 gegeben. Und für all die anderen Orte in der Region Leipzig, die teilweise noch eine frühere Erwähnung fanden, auch nicht.

Heydick beleuchtet aber nicht nur die alten und späteren Besitzverhältnisse, er versucht auch jene Fakten mit einzubringen, die die Siedlungsgeschichte selbst erhellen. Denn die war ja bekanntlich eine vielschichtige.

Einige Orte – wie Regis und Leipzig – existierten womöglich schon vor der Auswanderung der germanischen Stämme in der Völkerwanderungszeit. Ihre Namenswurzeln weisen so weit zurück. Viele Orte tragen noch heute unverkennbar ihren slawischen Ursprung im Namen, einige davon existierten schon vor der Ostexpansion der deutsch-sächsischen Könige, andere wurden erst nach 1.000 gegründet. Dann oft schon parallel mit Gründungen von Siedlern, die aus Niedersachsen, Schwaben, Franken oder Flandern kamen. Das hohe Mittelalter ist eine Zeit des intensiven Landausbaus – oft in dichter Konkurrenz der Herrscher, die hier was zu Sagen haben wollten. Oft wurde dabei auch „fehlgesiedelt“, fielen Dörfer wieder wüst, weil die Böden nicht ertragreich waren. Deswegen bezieht sich nicht jedes Kreuz bei einem Ortsnamen auf ein vom Kohlebergbau gefressenes Dorf. Oft sind es auch solche alten Wüstungen, die dann in den Namen von Wäldern oder Marken überlebten.Zwischendrin finden sich natürlich auch die Siedlungsspuren aus der ganz frühen Besiedlungsphase, die durch die Ausgrabungen etwa im Tagebau Zwenkau bis 5.000 Jahre vor Beginn der Zeitrechnung zurückreichen. Aber auch Hügelgräber und alte Wallanlagen findet der Ortskundige. Während die vielen Wasserburgen der deutsch-slawischen Besiedlungszeit fast alle verschwunden sind, weil spätere Besitzer dann je nach dem Zeitgeschmack ihre Burg oder ihr Schloss darauf bauten. Und der Leser darf durchaus staunen, welchen Reichtum an Schlössern die Region noch heute bietet – einige zurückgekauft von den 1945 durch die Bodenreform enteigneten einstigen Besitzerfamilien, andere mit viel Engagement von regionalen Kulturvereinen gesichert, saniert und neu genutzt.

Welche unterschiedlichen Landschaften der Landkreis Leipzig heute bietet, sagen schon die Namen der Großgemeinden, denen Heydick seine Kapitel gewidmet hat – vom Töpferland Kohren-Salis über das Muldeland Grimma bis hin in die einstigen Leipziger Ferienregionen um Machern, Brandis und Naunhof. Zwischen Borna und Markkleeberg erstreckt sich heute das Neuseenland. Und man darf durchaus die Porträts der vielen kleinen „eingemeindeten“ Gemeinden lesen, um ein Gefühl dafür zu bekommen, wie sehr sich die heutige Landschaft von der unterscheidet, die da bis ins 19. Jahrhundert existierte. Da kann man schon mal über das nicht mehr existierende Gut derer von Bora in Lippendorf stolpern oder auf das tragische Schicksal des Bornauer Demokraten und Landtagsabgeordneten Alexander Clarus Heinze stoßen, der nach der gescheiterten Revolution 1849 im Zuchthaus landete und dort starb.

Da und dort – insbesondere bei den jeweiligen Hauptorten, wird auch die jeweilige Stadtgeschichte ein wenig beleuchtet. Die oft der Leipziger Stadtentwicklung in 12. und 13. Jahrhundert ähnelt, als die jeweiligen Landesherren entdeckten, wie wichtig die Dominanz auf den Handelsstraßen und den Märkten war. Bekanntlich haben einige der hier genannten Städtchen – wie Pegau – lange Zeit mitgehalten. Teilweise hat sich deshalb dort auch noch eine ursprüngliche Stadtstruktur erhalten, wie sie in Leipzig auch einmal existierte.

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Der Landkreis Leipzig
Lutz Heydick, Sax-Verlag 2014, 28,00 Euro

Natürlich ist es nicht einfach, aus den vielen hundert größeren und kleinen Ortsporträts so etwas wie eine große Linie herauszulesen. Die entsteht beim Leser erst, wenn er sich tapfer durch den ganzen Band arbeitet und im Gedächtnis die Dinge miteinander verknüpft. Man ist sich der ungeheuren Fleißarbeit des Autors jederzeit bewusst. Wenn einem ein paar Berühmtheiten durch die Lappen rutschen, findet man sie im Personenregister wieder. Und natürlich gibt es auch ein Ortsregister, das nun auch die kleinen Flecken auflistet. Deswegen geht es nicht nur von Borna bis Zwenkau, sondern von Abtsdorf (einst bei Pegau und 1964 abgebaggert) bis Zwochau bei Thammenhain, eine alte Wüstung.

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